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Welche Fitnessübung geht immer? Wie können wir ein Leben lang unseren Lieblingssport ausüben? Sind Proteine wirklich wichtiger als Kohlenhydrate, wenn wir fit bleiben wollen? Mit Ingo Froböse (2/2)

Der zweite Teil unseres großen Gesprächs mit Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse geht ans Eingemachte! 🏋️‍♂️ Warum das allgegenwärtige Kohlenhydrat-Bashing ein fataler Fehler ist und gute Kohlenhydrate der „Mastersprit“ für unsere Muskeln sind, erfahrt ihr in dieser Folge.

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Wir räumen mit Ausreden auf: Warum Arthrose kein Grund zum Schonen ist, da der Knorpel am Tropf der Bewegung hängt, und wie wir unsere Lieblingssportarten ein Leben lang verletzungsfrei ausüben können. Stephan stellt sich der ultimativen Herausforderung: Sporteln im Zug inklusive Kniebeugen und Wandliegestützen – und warum uns die Blicke der anderen völlig egal sein sollten. Zudem verrät Ingo Froböse sein persönliches Superfood, das er seit 30 Jahren täglich ins Müsli rührt, und warum das Altern keine Krankheit, sondern eine wunderbar gesunde Lösung der Natur ist. Reinhören, aufstehen und mitmachen!


Kapitelmarken

  • 00:00 Was wir in der Woche seit Teil 1 ausprobiert haben

  • 05:03 Feste Routinen statt täglicher Entscheidung

  • 06:12 Der Ruhepuls am Morgen, und was vier Schläge mehr bedeuten

  • 07:52 Kraft am Morgen, Ausdauer am Abend

  • 09:28 Jeder Sport braucht Vorbereitung, Ausgleich, Voraussetzungen

  • 11:01 Die Schmerztablette vor dem Spiel

  • 11:54 „Knorpel hängt am Tropf der Bewegung" (Arthrose)

  • 14:07 Wie Djokovic so lange fit bleibt

  • 16:33 Der Einbeinstand (Flamingo-Test)

  • 18:27 Eine Tonne Essen im Jahr

  • 21:27 Kohlenhydrate, Fette, Protein: die Verteilung über den Tag

  • 24:46 Warum Protein ohne Kohlenhydrate wenig nützt

  • 27:22 Training im Zug: Kniebeugen, Wandliegestütze, Zehenstand

  • 31:26 Die drei Gewohnheiten und das Ende des Mümmelns

  • 37:01 „Altern ist keine Krankheit, sondern eine gesunde Lösung"

  • 40:43 Freunde, Partnerschaft und der Weizenkeim

Transkript zur Folge

Ingo Froböse 0:00
Jeder Sport braucht Vorbereitung, jeder Sport braucht Ausgleich und jeder Sport braucht Voraussetzungen. Und schauen Sie mal: Alle Sportler, die auf einem Spitzenniveau unterwegs sind, treiben doch nicht nur diese eine Sportart, sondern die bereiten diese Sportart vor, die begleiten sie. Und das machen alle Handballer, Fußballer, Volleyballer. Die bereiten Sport falsch. Ungefähr in Ihrem Alter Einbeinstand, ungefähr 35 bis 37 Sekunden maximal, dann sind Sie in einem guten Bereich, was Balance, was Leistungsfähigkeit betrifft. Ich in meinem Alter, ich gehe mal von 70 ungefähr aus, müsste ungefähr 20 Sekunden sicher auf einem Bein stehen können, ausbalanciert stehen können, dann habe ich eine ausreichende Balancefähigkeit. Und wir haben die Verantwortung, die drei großen Makronährstoffe gleichberechtigt zu betrachten. Kohlenhydrate, Fette und Proteine, alle sind gleich gut. Auch wenn wir das Kohlenhydrat gerade bashen, es ist falsch, dass wir das tun. Es ist die wichtigste Energiequelle, es ist der Master-Sprit der körperlichen Leistungsfähigkeit. Und etwa 40 bis 50% unserer Ernährung sollte kohlenhydratbasiert sein. Da kann ich auch nichts dran ändern. Das Problem ist der Zucker, der is Käse. Davon nehmen wir zu viel zu. Aber Kohlenhydrate, gute Kohlenhydrate, brauchen wir etwa 40 bis 50% unserer gesamten Nahrung.

Stephan Seiler 1:27
Brigitte, und wie fit bist du jetzt diese Woche? Eine Woche nach Ingo Froböses Lektionen?

Brigitte Huber 1:32
Ja, topfit natürlich, topfit. Das Einzige, was mich begleitet, ist ein Muskelkater. Aber nein, alles gut. Und du?

Stephan Seiler 1:40
Ja, ich habe einige Übungen wirklich umgesetzt. Vor einer Woche war ja Ingo Froböse hier schon mal bei dir zu Gast. Du hast ihn interviewt zu allen möglichen Fragen rund um Bewegung, Ausdauer und Sport. Und ich habe da einige Übungen versucht zu übernehmen, zum Beispiel diese Sache aufzustehen, also hinsetzen, aufstehen, hinsetzen, aufstehen, ohne die Hände dabei zu benutzen.

Brigitte Huber 2:00
Ja, Sit and Stand. In 15 Sekunden möglichst 5-mal sollte man das schaffen. Ansonsten, das ist jetzt richtig krass, muss man damit rechnen, innerhalb von 2 Jahren zum Pflegefall zu werden.

Stephan Seiler 2:10
Sagt kein anderer.

Brigitte Huber 2:11
Wie oft in 15 Sekunden? 5-mal.

Stephan Seiler 2:13
5-mal, okay, dann habe ich es geschafft. Gut.

Brigitte Huber 2:15
Puh. Sagt kein anderer als Professor Dr. Ingo Froböse, einer der renommiertesten Sportwissenschaftler Deutschlands, den wir eben auch jetzt noch für unseren zweiten Teil zu Gast haben. Richtig. Und es wird noch um ein paar ganz spannende Sachen gehen.

Stephan Seiler 2:28
Ja, ich bin ja sehr gespannt, ob ich heute die große Lösung meines sommerlichen Problems erfahren werde. Nämlich: Wie geht man damit um, wenn man eigentlich sportlich ist, eigentlich Sport macht und dann Verletzungssorgen einen plagen, sich verletzt und dann sich zurückzieht, kaum mehr Sport macht, sich in die Schonhaltung bewegt, so wie ich das gemacht habe in den letzten Wochen, in meinem Sommer des Schmerzes. Wie komme ich da wieder raus? Was ist das beste Programm dafür? Aber auch, wo man sonst so Sport treiben kann. Ich habe ja so vernommen, Ingo Froböse sieht da Potenzial auch an Orten, an die man sonst nicht so denkt.

Brigitte Huber 3:04
Du meinst die Deutsche Bahn zum Beispiel?

Stephan Seiler 3:07
Ja, ganz genau. So hast du es zumindest letzte Woche angekündigt, dass das kommt.

Brigitte Huber 3:11
Ja, ja, absolut. Also genau, es wird auch um Bewegung im Alltag gehen. Und wenn wir einfach uns manchmal mit langen Sitzzeiten abfinden müssen, was wir da dagegen tun können. Wir werden darüber reden, was wir unserem Körper Gutes an Essen zuführen sollten.

Stephan Seiler 3:27
Habt ihr denn auch geredet über dieses Balance-Thema? Als hätte sich doch immer dieser Topos, dass man— ich habe mal gehört, man muss irgendwie 15 Sekunden auf einem Bein stehen und das am besten mit verbundenen Augen. Und wenn man das nicht schafft, dann ist man tot. Dann stirbt man innerhalb der nächsten 12 Monate.

Brigitte Huber 3:40
Wie immer dramatisierst du und verlässt den Pfad der Wahrheit. Du verlässt den Pfad der Wahrheit. So haben wir das nie gesagt. Aber tatsächlich haben wir über diese Balance gesprochen, die einfach wahnsinnig wichtig ist, wenn wir älter werden. Ah, super. Und Es gibt dazu einen ganz einfachen Test, den Flamingo-Test, und den wird er auch erklären. Aber du darfst die Augen offen lassen. Und generell geht es auch um ein paar Gewohnheiten, weil tatsächlich sagt er auch, wir können mit ein paar veränderten Gewohnheiten schon wahnsinnig viel, also es ist ein großer Hebel, schon wahnsinnig viel bewegen. Ja, und deswegen würde ich sagen, wollen wir loslegen, keine Zeit verlieren. Wir legen los. Wir legen los.

Stephan Seiler 4:19
Ich bin Stephan Seiler.

Brigitte Huber 4:20
Ich bin Brigitte Huber. Und das ist die Sache mit dem Älterwerden. Okay, also ich stelle mir jetzt vor, Sie kommunizieren mit Ihrem Körper extrem fortgeschritten. Ist es denn so, haben Sie, wenn Sie, ich gehe davon aus, Sie machen jeden Tag Sport, nicht wahr? Ja, ja, ja. Dass Sie morgens in sich reinfühlen, oder haben Sie so Ihren Standard, dass Sie sagen, gestern bin ich gelaufen, deswegen werde ich heute das und das machen? Oder gibt es tatsächlich auch so ein ins reinfühlen und sagen, vielleicht ist heute doch Pilates angesagt. Ich weiß jetzt nicht, wie Ihre, aber Sie wissen, was ich meine.

Ingo Froböse 5:03
Also ich habe natürlich im Alltag Routinen, das ist gar keine Frage. Diese Routinen helfen mir natürlich, bestimmte Entscheidungen gar nicht mehr fällen zu müssen, ob ich jetzt etwas tue oder nicht. Das ist normal für mich. Es gehört ja für mich, weil es ist immer ein positives Erlebnis damit verbunden, einfach zu meinem Leben, wie das Essen letztendlich passt, das ist immer ein Rhythmus. Aber es gibt natürlich auch Phasen, wo, wenn ich in den Ferien bin, im Urlaub bin beispielsweise, wo ich dann plötzlich mal Rennradtouren oder Mountainbike-Touren mache, die die ungewöhnlich ist, die mich extrem strapaziert, weil ich es auch wollte. Und dann merke ich natürlich am anderen Tag, brauche ich etwas anderes. Ich kann mein Ritual dann natürlich nicht fortführen. Das wäre auch falsch, weil ich schon erkennen muss, ist der Körper eigentlich in dem Moment wieder in der Lage, den nächsten Reiz zu setzen. Und genau das meine ich mit Kommunikation und Interaktion, vielleicht sogar besser. Um vielleicht nochmal auch für unsere Hörer und Hörerinnen ein Beispiel zu vollziehen. Wir sollten alle unsere Ruheherzfrequenz kennen. Unsere Ruheherzfrequenz messe ich morgens vor dem Aufstehen. Also der Wecker klingelt, Augen auf, nicht kuscheln, erst messen. Das ist die Ruheherzfrequenz.

Brigitte Huber 6:11
Mit der Uhr?

Ingo Froböse 6:12
Die liegt bei den meisten Menschen so zwischen 60 und 62 Schlägen meistens. Gut trainierte Menschen deutlich niedriger. Bei mir liegt die so bei 48 etwa. Ja, weil ich gut trainiert bin. Aber die messe ich nicht mit der Uhr, die kann ich nur mit der Hand messen. Indem ich zum Beispiel die Finger an die Halsschlagader lege und dann für 15 Sekunden messe, die Anzahl der Schläge, dann mal 4 multipliziere und dann weiß ich, wo ich ungefähr liege. Kann man auch am Handgelenk machen, bitte nicht mit dem Daumen, der hat einen eigenen Puls, das würde sich konterkarieren. Am besten mit Zeigefinger und Mittelfinger unterhalb des Handgelenks anlegen, auch dann misst man den Puls. Ist dieser Ruhepuls, wenn ich mal eine Woche mich so geeicht habe, davon abweichen an einem Tag, wo ich sage, ich fühle mich nicht gut, um 4 bis 6 Schläge erhöht, dann läuft etwas schief in meinem Körper. Dann habe ich entweder einen Infekt im Anmarsch oder zum Beispiel, wenn ich am Abend Sport getrieben habe, bin ich noch nicht wieder regeneriert. Das ist ein wunderbares Zeichen dafür, wie ich mich selber kennenlernen kann, indem ich zum Beispiel den Herzschlag wieder erspüre, besser mal kennenlerne und diesen als Regulativ nehme, um beispielsweise zu sagen: Nee, an dem Tag machst du etwas weniger körperliche Aktivität, weil mein Körper ist noch nicht bereit. Und so kann man quasi über die Signale, über die Sprache, über die Stimme des Körpers lernen, wie ich vielleicht mich anders verhalten sollte.

Brigitte Huber 7:39
Und machen Sie Sport am liebsten am Morgen oder ist es für Sie vollkommen egal? Also bei mir ist es so, ich habe es gern weg, also mache ich es gerne am Morgen. Aber manchmal geht es ja gar nicht anders.

Ingo Froböse 7:52
Richtig. Also erst mal, das Zeitfenster stimmt natürlich auch bei mir häufig, wenn ich auf Reisen bin, wann mache ich was? Aber wenn Sie mich nach meinen Idealvorstellungen fragen, wenn ich also Zeit habe, das zu strukturieren, dann mache ich die ruhigen moderaten Ausdauereinheiten am liebsten abends zur Regeneration, zum Runterkommen, zur Bearbeitung des Tages. So 45 bis 60 Minuten laufe ich oder gehe aufs Rad, immer dann aufs Fahrradergometer, ruhig, moderat, sauerstoffreich. Das mache ich abends. Damit bearbeite ich den Alltag. Muskeltraining mache ich immer morgens. Intensive Einheiten, Intervalle, mache ich immer morgens. Warum? Weil diese erhöhen meinen Blutdruck, meine Körpertemperatur, meine Herzfrequenz, meine Atemfrequenz. Und das kann ich am Abend nicht gebrauchen, weil dann schlafe ich nicht ruhig. Deswegen entferne ich quasi die intensiven Einheiten möglichst lange von meinen Schlafzeiten, Regenerationszeiten, mache die ruhigen Einheiten abends und die intensiven Einheiten morgens. So wäre es ideal.

Brigitte Huber 8:52
Lassen Sie uns jetzt noch auf ein etwas schmerzhafteres Thema zu sprechen kommen. Und zwar zum Beispiel mein Co-Host Stephan, der ist begeisterter Handballspieler, ist Mitte 40 und hat in den letzten 2 Jahren wieder angefangen mit Handball. Allein in den 2 Jahren 4 Verletzungen gehabt, von Felsensporn über Schulter und so weiter. Der Mann an meiner Seite hat leidenschaftlich gerne immer Fußball gespielt, Tennis, bis sein Knie irgendwie das gar nicht mehr ließ. Die Frage ist, wann wird es Zeit, bei unserem Lieblingssport auch loszulassen. Wie würden Sie das einschätzen?

Ingo Froböse 9:28
Muss man gar nicht. Sollte man auch nicht, weil man braucht ja eine Lifetime-Sportart. Die braucht man ja so ein bisschen. Aber jetzt kommt es: Jeder Sport braucht Vorbereitung. Jeder Sport braucht Ausgleich und jeder Sport braucht Voraussetzungen. Und schauen Sie mal, alle Sportler, die auf einem Spitzenniveau unterwegs sind, treiben doch nicht nur diese eine Sportart, sondern die bereiten diese Sportart vor. Die begleiten sie. Und das machen alle Handballer, Fußballer, Volleyballer im Breitensport falsch, weil sie sich ausschließlich konzentrieren auf diese eine Sportart, bringen aber die Voraussetzung nicht mit, weil sie immer schlechter werden im Zuge des Alters. Wenn man aber das Ergänzungstraining, so nenne ich das, machen würde, Muskeltraining zur Stabilisierung der Gelenke, Sprinttraining zum Erreichen der Schnelligkeit, damit auch keine Zerrung auftritt, kein Muskelfaserriss auftritt, indem ich die Ermüdungswiderstandsfähigkeit erarbeite durch Ausdauertraining, indem ich nämlich dann nicht in der 70. Minute mir die Zunge auf den Knien hängt, dann habe ich viel bessere Voraussetzungen. Und das machen die meisten breiten Sportler falsch, weil sie immer nur ihre Sportart ausüben. Das ist additiv, aber nur zu ergänzen, damit die Voraussetzung zu schaffen, indem ich eben Muskeltraining mit Ausdauertraining, für alle Sportarten gilt das, als Grundlage, als Basis schaffe, unverletzt klarzukommen.

Brigitte Huber 10:48
Aha. Also ich kenne sogar Menschen, die so weit gehen, also das finde ich einen sehr wichtigen Hinweis. Ich kenne aber auch Menschen, die so weit gehen, dass sie vor einem wichtigen Tennisspiel dann eine Schmerztablette reinschmeißen. Was sagen Sie dazu?

Ingo Froböse 11:01
Die haben ihre Stimme des Körpers komplett vernachlässigt. Die schütten die nämlich zu. Das heißt, der Körper sagt ja dann schon, und Schmerz ist ja etwas Gutes. Schmerz ist ein Warnsignal. Ich habe das ja in meinem Buch auch beschrieben. Schmerz ist ja ein Warnsignal dafür, damit nicht mehr passiert, damit nicht mehr kaputt geht. Und das decken wir zu über eine Schmerztablette. Und hinterher kriege ich dann irgendwie aus dem Bett raus, weil ich mich missverhalten habe. Nein, liebe Leute, das geht doch nicht. Ja, hört bitte auf die Stimme des Körpers und bereitet euch anständig vor. Dann müsst ihr auch die Schmerztabletten nicht nehmen. Also völlig falscher Weg.

Brigitte Huber 11:35
Okay, also das heißt, ich kann an meinem Lieblingssport festhalten, wenn ich ihn, wenn ich ihn gut vorbereite, wenn ich ihn gut unterstütze. Begleite. Okay, das heißt beispielsweise, dann ist natürlich auch Arthrose überhaupt keine Ausrede, um keinen Sport zu machen. Vermutlich ganz im Gegenteil, oder?

Ingo Froböse 11:54
Also auch hier muss ich ausholen, kurz: Arthrose entsteht ja dadurch, indem Knorpel schwindet und Knochen freigelegt wird. Knorpel ist ja wie so eine Teflonschicht des Knochens, schützt den also quasi. Der erneuert sich auch immer und wenn Sie beispielsweise Bewegung sehen und sich mal den Knorpel anschauen, dann schimmert der durch Bewegung plötzlich schön blau wie das Mittelmeer. So schön ist er mit Wasser quasi, hat er sich vollgesogen und damit wird er belastbar. Ein nicht beanspruchter Knorpel trocknet aus, der sieht aus wie die Wüste Gobi. Und wenn Sie da mal reinschneiden, dann spleißt der so richtig auf. Das bedeutet also, Knorpel hängt am Tropf der Bewegung. Der ist nicht blutig versorgt. Die Blutgefäße enden quasi an der Gelenkinnenhaut, an der Gelenkkapsel. Und dann muss über Flüssigkeit, über die Gelenkflüssigkeit, die guten Nährstoffe durch die Bewegung reingewalkt werden, so nennen wir das. In den Knorpel und dann wird er richtig schön belastbar und elastisch. Und deswegen heißt es, dass letztendlich Sportler deutlich weniger, wenn sie es ja nicht übertreiben, an arthrotischen Veränderungen leiden, weil ihr Knorpel dicker, elastischer, belastbarer ist. Und das heißt also, bitte liebe Leute, Knorpel nicht schonen, Gelenke nicht schonen, das treibt in die Irre, sondern adäquat belasten. Knorpel braucht viel Bewegung, wenig Belastung. Nehmen wir mal das Kniegelenk, Da ist das Radeln, Herausfahren gut. Ihr habt das Körpergewicht auf dem Sattel, habt unheimlich viel Bewegung durch die Tretbewegung. Genau das braucht der Knorpel. Die Nährstoffe werden reingewalkt und dann wird er sich auch besser ernährt fühlen als durch die Schonung.

Brigitte Huber 13:36
Wir sind jetzt immer noch bei den fortgeschrittenen Sportlern, also die, die ihren Sport schon gefunden haben. Würden Sie sagen, das kann man dann einfach so laufen lassen oder lohnt es sich da auch mal zu checken, Wie fit bin ich und in welchen Bereichen? Wissen Sie, was ich meine? Weil irgendwie ansonsten hat man das Gefühl: Ja, ich spiele doch jede Woche zweimal Tennis. Wieso sollte ich dies oder jenes? Und wenn ja, wie würden Sie das machen? Wie würde ich meinen Ist-Zustand, meinen momentanen, wie kann ich den checken?

Ingo Froböse 14:07
Schauen Sie mal erst einmal, wir sehen ja die Djokovic, die Alcaraz, die Sinners dieser Welt und wir schauen denen gerne zu. Und auch Djokovic, da sagen wir: Wie schafft er es, so lange noch fit zu bleiben? Und wir selber meinen, mit 40, 50, 60 immer noch der oder die Alte zu sein im Tennissport? Nein, auch wir verändern uns in unserer Leistungsfähigkeit. Wir haben die weiße Fahne gehisst und akzeptieren das, dass wir nicht mehr so schnell sind, dass wir nur noch Doppel spielen, dass wir nicht mehr auf Rasen, sondern nur noch auf Asche spielen und, und, und. Ist ja auch richtig, aber wir verändern uns. Und genau das sollten wir erkennen und dokumentieren. Und möglicherweise darauf reagieren. Ich habe ja gerade schon mal mit dem Ergänzungstraining etwas gesagt, dass all diese Sportarten Ergänzungstraining brauchen. Das macht Djokovic herausragend, denn sonst wäre er nicht mit 40 da, wo er jetzt ist. Und zum Zweiten sollten wir Tests machen. Und da geht man am besten zum sportwissenschaftlichen Test regelmäßig oder macht mindestens einmal im Jahr einen Belastungs-Ergometer-Test. Das ist das Mindeste, was man machen sollte, beim Internisten oder Kardiologen, um mal hinzuschauen, was hat sich hier eigentlich getan, was hat sich hier verändert. Testergebnisse sind dann die Grundlage für die Maßnahmen, die man danach ergreift, die man dann mal ergreifen sollte. Und natürlich, wenn wir erkennen, ich werde schlechter, ist das ein Signal dafür, etwas zu tun. Und ich bin mit meinem Alter, ich werde ja nächstes Jahr 70, schon natürlich auch immer engmaschig kontrolliert. Und ich kann Ihnen sagen, in bestimmten Bereichen hat sich meine Leistungsfähigkeit schon verändert. Ja, natürlich. Ich bin nicht mehr so schnell, so spritzig. Aber dafür bin ich in der Ausdauer und in der Kraft immer noch gut. Sehr, sehr gut, besser als 30-Jährige, die nichts getan haben. Und das ist für mich auch wiederum Motivation weiterzumachen. Also insofern ist TESS immer eine Motivation dranzubleiben, zu erkennen: Okay, es hat sich gelohnt. Und zum Zweiten zeigt es mir vielleicht Schwachstellen auf, an denen ich auch arbeiten kann und auch sollte.

Brigitte Huber 15:57
Ich kann mich sehr, sehr gut erinnern, wir hatten damals, als ich in dem Verlag gearbeitet habe, auch immer so einen ausführlichen Check alle 2 Jahre. Und da kam dann raus, dass bei mir alles ganz gut ist, bis auf das, dass ich nicht so gut in der Balance bin. Ja, also nicht so gut auf einem Bein. Und dann habe ich zu dem Arzt gesagt, naja, das fände ich jetzt auch nicht so schlimm. Ich hatte nicht mehr vor, im Zirkus aufzutreten. Das fand er gar nicht lustig. Ich habe einfach nur gesagt, ja, ich habe es, weil es sehr wichtig ist, um im Alter auch wieder aufstehen zu können und all diese Dinge, nicht wahr? Ja, es hat mit der Muskulatur auch wieder zu tun. Welcher Test könnte mir da weiterhelfen?

Ingo Froböse 16:33
Also ich würde erst einmal gucken, dass ich einen Einbeinstand mache. Flamingo-Test heißt der ja. Ja. Und der Flamingo-Test sagt, und da gibt es wirklich sehr, sehr schöne Daten auch zu, das kann man mal googeln oder das kann man mal im Internet nachschauen. Ich habe die Werte nicht exakt auf der Agenda, aber ich bin mir sicher. Wie alt sind Sie jetzt?

Brigitte Huber 16:51
62.

Ingo Froböse 16:52
Okay, dann würde ich sagen, ungefähr in Ihrem Alter, Einbeinstand ungefähr 35 bis 37 Sekunden maximal. Dann sind Sie in einem guten Bereich, was Balance, was Leistungsfähigkeit betrifft. Ich in meinem Alter, ich geh mal von 70 ungefähr aus, müsste ungefähr 20 Sekunden sicher auf einem Bein stehen können, ausbalanciert stehen können, dann habe ich eine ausreichende Balancefähigkeit. Da gibt es sehr schöne Werte, tabellarisch kann man das nachlesen, Mann oder Frau differenziert, aber so in unserem Alter etwa bewegt sich das irgendwo zwischen 35 und 25 Sekunden, was schon nicht wenig ist. Das sollte man gut schaffen.

Brigitte Huber 17:30
Okay, und ich darf die Augen aber auflassen, oder?

Ingo Froböse 17:33
Man darf die Augen auflassen. Man darf die Augen auflassen.

Brigitte Huber 17:35
Genau, weil ich habe ein Buch recherchiert mit einer Kollegin zusammen. Da ging es eben auch um das 60 werden und da ging es auch darum, dass man mit geschlossenen Augen 30 Sekunden stehen sollte. Und das finde ich richtig schwierig. Aber dadurch, dass ich das geübt habe, kann ich das andere vielleicht schon ganz gut.

Ingo Froböse 17:51
Sowieso. Also mit geschlossenen Augen ist ja deswegen schwierig, weil unsere Augen ja unser Gleichgewichtsorgan stimulieren. Wir wissen das ja. Und wenn das wegfällt, müssen wir uns ausschließlich auf muskulare Arbeit auf unsere Stimme des Körpers verlassen. Und das können natürlich viele noch gar nicht. Muss man auch nicht. Deswegen der Flamingo-Test, der klassische Test, gute wissenschaftliche Basis, der macht es mit offenen Augen.

Brigitte Huber 18:14
Lassen Sie uns noch ein paar Takte über Ernährung sprechen, weil Ernährung und Sport passen ja auch zusammen. Vor allem was jetzt unsere Muskeln angeht. Da würde ich jetzt tippen, Eiweiß ist nicht unwichtig, oder?

Ingo Froböse 18:27
Also Essen und Trimmen, beides bestimmt. So kann man das sagen. Okay. So ist das Motto. Das eine geht nicht ohne das andere. Und natürlich kann ich noch so viel guten Sport treiben, wenn ich mich danach parallel eben nicht vernünftig ernähre, mache ich den ganzen Salat wieder kaputt. Das ist wie beim Dressing.

Brigitte Huber 18:43
So schlimm?

Stephan Seiler 18:44
Okay.

Ingo Froböse 18:45
Das ist wie beim Dressing. Ich kann den schönsten Salat, wenn die Soße dazu nicht passt, versauern. Genauso ähnlich ist es auch. Das bedeutet, dass ich schon darauf sehr achten sollte, dass ich erst einmal eine ausreichende Menge und eine ausreichende Qualität habe. Schauen Sie mal, wir essen etwa eine Tonne pro Jahr. 1000 Kilogramm, muss man sich mal vorstellen. Das ist eine Zahl, die ist riesig. Und das schieben wir in unseren Körper hinein. Auch wichtig. Und damit muss der Körper etwas anfangen. Und er muss daraus zum Beispiel Haare bauen, Nägel bauen, Haut bauen. Er baut davon Herzzellen, Blutzellen, 600 Milliarden Zellen werden jeden Tag erneuert. Das muss man sich mal vorstellen. Und das geht natürlich nicht mit Spaghetti Bolognese oder Pizza Napoli. Damit geht das nicht. Dafür haben wir die Verantwortung. Und wir haben die Verantwortung, die drei großen Makronährstoffe gleichberechtigt zu betrachten. Kohlenhydrate, Fette und Proteine. Alle sind gleich gut. Auch wenn wir das Kohlenhydrat gerade bashen, es ist falsch. Dass wir das tun. Es ist die wichtigste Energiequelle, es ist der Master-Sprit der körperlichen Leistungsfähigkeit. Und etwa 40 bis 50% unserer Ernährung sollte kohlenhydratbasiert sein. Da kann ich auch nichts dran ändern. Das Problem ist der Zucker, der ist Käse. Davon nehmen wir zu viel zu. Aber Kohlenhydrate, gute Kohlenhydrate brauchen wir etwa 40 bis 50% unserer gesamten Nahrung. Etwa 30% Fette, 20% etwa Proteine. Ganz grob, so sollte die Ernährung sich ganz grob erstmal für die meisten darstellen. Für Sportler etwas anders und und und, aber grob: 50, 30, 20. So ist das grobe Konstrukt der Makronährstoffe. Das bedeutet, dass wenn wir ungefähr von der Menge her, ich mache mal so eine Zahl, eine Kilokalorie mal 24-mal Normalgewicht zu uns nehmen müssten als Frau, 1,1 mal 24-mal Normalgewicht als Mann. Heißt ungefähr, für mich bedeutet das, Normalgewicht wäre für mich 80 Kilo, Körpergröße minus 100, dann bedeutet das für mich ungefähr 2100 Kilokalorien jeden Tag, die ich essen muss, damit die Baustoffe dem Körper zugeführt werden können und ausreichend Energie zur Verfügung steht. Und deswegen heißt es weder zu viel und vor allen Dingen Nicht zu wenig essen, denn esse ich zu wenig, habe ich ein Problem.

Brigitte Huber 21:18
Genau, dann wären bei Ihnen jetzt gut 1000 Kalorien, decken Sie über Kohlenhydrate ab?

Ingo Froböse 21:23
Ungefähr.

Brigitte Huber 21:24
Und was kommt da bei Ihnen dann auf den Teller?

Ingo Froböse 21:27
Ja, natürlich gute Kohlenhydrate. Ich esse sehr viel Getreide, Haferflocken beispielsweise. Damit starte ich immer. Ich starte immer mit einer guten Müsli-Portion in den Tag. Das macht ungefähr 750 Kilokalorien, die ich morgens zu mir nehme.

Brigitte Huber 21:41
Damit bin ich schon ziemlich safe.

Ingo Froböse 21:41
Ja, indem ich dort eben viel getreideorientiertes, gutes Getreide eben zu mir nehme. Dinkelflocken, Haferflocken gemischt. Ich mache immer so einen unterschiedlichen Mix. Und das ist so das Wichtigste. Dann etwa 30% gute Fette. Achte ich auf Omega-3. So nehme ich zum Beispiel in meinem Müsli immer Leinöl oder noch besser, die höchste Qualität hat ja Algenöl gerade, und so habe ich immer gute Omega-3-Fettsäuren. Das möchte ich auch bitte allen mitteilen. Macht häufig einen Ölwechsel, verändert Öle. Damit ihr auch hier eine vernünftige Qualität bekommt. Und etwa 1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht Proteine, auch das muss täglich sein. Also wir haben zwei Stoffwechselsituationen: tagsüber einen Energiestoffwechsel, nachts einen Baustoffwechsel. Deswegen brauche ich auf der Autobahn des Lebens morgens immer Kohlenhydrate, um in den Tag zu starten. Mittags energiegeladen, aber vor allen Dingen bunt, regional, saisonal, vielfältig. Mittags eben kann ich eine Pasta essen, aber eben vielleicht angereichert mit ein bisschen Protein, oder ich esse einen schönen Salat, angereichert reich hat, auch mit Proteinen beispielsweise und mit guten Fetten, oder eben eine schöne Bowl beispielsweise mittags, auch die versorgt ja sehr schön. Und abends heißt es, eiweißreich zu konsumieren. Und das heißt zum Beispiel Fisch oder Fleisch, das heißt Tofu oder Sojaprodukte, das heißt Hülsenfrüchte, das heißt zum Beispiel die asiatische Edamame, die liebe ich heiß und innig, weil eine ganz hohe Qualität, oder eben schöne Eiprodukte, Käseprodukte, schönes Omelett, schönes Spiegelei oder schönes Rührei abends, das macht Sinn. Und insofern habe ich dafür die Verantwortung, tagsüber dem Körper die Energie zu geben und abends dem Körper das Protein zu geben, damit eben der Baustoff des Körpers richtig stattfinden kann.

Brigitte Huber 23:24
Und inwieweit ist es wichtig, dass ich jetzt vor dem Muskeltraining gezielt Eiweiß zu mir nehme?

Ingo Froböse 23:30
Also wenn wir jetzt noch einmal berechnen, ich habe ungefähr einen Bedarf von 100 Gramm, wenn ich intensiv trainiere, von 100 Gramm Protein pro Tag. Das kann ich nicht nur abends nehmen, das muss ich schon über den Tag verteilt machen. So nehme ich mir eine kleine Portion morgens bereits, 30 Gramm etwa, 20 bis 30 Gramm, indem ich es mit Skyr beispielsweise anreichere, mein Müsli. Und in den Haferflocken oder Kürbiskernen sind ja überall auch Proteine drin. Ich nehme Weizenkeime, auch da sind eben Proteine drin. Mache mir das eine kleine Proteinportion, ein Topping zum Beispiel auf den Salat beispielsweise. Und abends dann die größere Portion, die 40-Gramm-Portion, die in der Regel abends, die sollte vielleicht auch in ein oder zwei kleinen Portionen nach dem Training stattfinden, so innerhalb der ersten 2 bis 4 Stunden, immer mit ein bisschen Kohlenhydraten angereichert. Also zum Beispiel eine Quarkportion immer mit ein bisschen Honig angereichert, weil das Kohlenhydrat auch hier die Proteinsynthese stimuliert. Ohne Kohlenhydrate würde das Protein nicht so bearbeitet werden können.

Brigitte Huber 24:33
Okay, also wenn ich jetzt zum Beispiel morgens laufen gehe, laufe ich häufig nüchtern. Das ist okay, oder?

Ingo Froböse 24:38
Is okay.

Brigitte Huber 24:39
Aber bevor ich jetzt Krafttraining mache, sollte dann doch das Eiweiß schon, schon, schon Eiweiß zu mir genommen haben?

Ingo Froböse 24:46
Ja, und Kohlenhydrate auch. Sonst können Sie gar kein Muskel— ja, aber Sie brauchen beides.

Brigitte Huber 24:49
Ach so, okay, okay, okay, gut.

Ingo Froböse 24:51
Also Sie brauchen beides, denn erstens brauchen Sie Energie, Muskelpenzin, das ist das Kohlenhydrat. Und zum Zweiten wird das Protein nur genutzt werden können, wenn Sie Kohlenhydrate damit geben. Sie können nicht nur Proteinshake nehmen, weil eben das Kohlenhydrat dann fehlt. Das heißt eben dann immer in der Kombination. Nur in der Kombination macht es Sinn.

Brigitte Huber 25:11
Apropos Proteinshake, würden Sie so was empfehlen oder würden Sie es einfach über Müsli und Co.?

Ingo Froböse 25:17
Ich mache das auch schon mal. Ich brauche es nicht unbedingt, aber wenn ich auf Reisen bin. Auch hier nochmal: Ich habe die Verantwortung als Mensch, als Besitzer meines Körpers dafür zu sorgen, dass ich ausreichend Baustoffe bekomme. Und je älter ich werde, umso wichtiger muss repariert, restauriert und renoviert werden. Das ist nun mal so. Umso wichtiger ist das Protein am Abend. Und wenn ich viel auf Reisen bin und weiß genau, ich habe es am Tag nicht geschafft zu essen, dann nehme ich abends auch schon mal einen Shake. Deswegen würde ich mir auch zum Beispiel wünschen, bei all jenen Menschen, die zum Beispiel in stationärem Aufenthalt, im Pflegeheim, im Krankenhaus sind: Gib Oma mal einen Shake, weil die werden sowieso nicht optimal versorgt. Ja, das macht total Sinn. Weil die brauchen Proteine, sonst baut sich der Körper ab. Und genau deswegen, ja, nutzen wir es doch. Ein richtiges Produkt heißt aber, wir müssen bitte darauf achten, dass da draufsteht: 100% biologische Wertigkeit auf Produkt. Okay. 100% biologische Wertigkeit. Das ist egal, ob es ein veganes Produkt ist oder ein tierisches Produkt, das ist mir egal. Aber erstmal 100% biologische Wertigkeit. Was bedeutet das? Proteine sind ja Aminosäuren. Und wir haben 20 verschiedene Aminosäuren. 9 dieser Aminosäuren sind essenziell. Essenziell heißt, die kann der Körper sich nicht aus anderen Lebensmitteln bauen. Und wenn da draufsteht 100% biologische Wertigkeit auf dem Shake, Dann sind alle essenziellen Aminosäuren da drin, die der Körper braucht. Und genau deswegen ist das das Qualitätsmerkmal eines guten Shakes. Wenig Zucker, 100% biologische Wertigkeit, dann ist es ein gutes Produkt.

Brigitte Huber 26:50
Okay, also das ist dann auch eine alltagstaugliche Übersetzung, falls es mal wirklich knapp wird. Ja, absolut. Okay, apropos Alltag noch mal. Also wir haben ja darüber gesprochen, Bewegung im Alltag ist so wichtig, manchmal aber nicht so leicht. Ich fahre morgen jetzt zum Beispiel mit dem Zug Richtung Bayern, werde 7 Stunden alleine im Zug sein. Gut, jetzt kann ich natürlich morgens schon mal Sport machen, mal überlegen. Aber was empfehlen Sie? Also dann einfach durchstehen und am nächsten Tag mehr machen? Oder bewegen Sie sich im Zug?

Ingo Froböse 27:22
Ja klar, ich bewege mich doch auch im Zug oder in der Straßenbahn. Da kann man doch erst einmal surfen. Das ist schön. Also surfen im weiten Sinne, indem Sie sich so ein bisschen breitbeinig auf den Gang stellen und dann merken Sie auch die Bewegung des Körpers und machen ein wunderbares Balance-Training. Weil man muss ja ausgleichen. Man muss ja wunderbar reagieren darauf. Was macht der Zug gerade für eine Bewegung? Geht es nach rechts, nach links? Der überträgt ja die Vibration auf den Organismus. Selbst im Stehen surfen Sie quasi wie auf den Schienen, aber sehr schön. Sie aktivieren das. Und wenn Sie dann noch ein bisschen den Hintern zusammenkneifen, den Bauch anspannen, dann ist das eine ganz schöne dynamische Bewegung. Ich mache immer meine Kniebeugen, immer 20 Stück, schön bis der Muskel brennt. Ist man in 2 Minuten fertig, man wird schon mal blöd angeguckt.

Brigitte Huber 28:08
Ich wollte gerade sagen, wie reagieren die Menschen darauf?

Ingo Froböse 28:11
Das ist mir sowas von egal. Es ist mir sowas von egal. Ich werde belächelt, aber ich belächle die anderen, die irgendwann immer krummer, immer träger, immer müder, immer blasser werden. Das passiert mir nicht. Und ich mache natürlich auch auf dem Gang meine Liegestütze am Fenster.

Brigitte Huber 28:29
Ja, okay.

Ingo Froböse 28:30
Warum denn nicht? Da stütze ich mich ab. Meistens gehe ich dann da, wo die Türen sind. Da hat man mehr Platz. Stütze mich dann an der Wand ab und mache so ein bisschen Wandliegestütze und vor allem immer meine Kniebeugen. Und wer sich nicht traut, die Kniebeugen so dynamisch zu machen, der kann auch im Stehen dieses Surfen und diese Kniebeuge kombinieren. Dann lehnen Sie sich irgendwann an eine Tür an oder an eine, wo Sie eine Rückwand haben, und gehen dann ganz leicht in die Knie und halten diese Position 30 Sekunden, eine Minute, und Sie werden sehen, der Muskel wird anfangen zu brennen. Und dann merkt man kaum, dass Sie etwas tun. Sie sind nur in einer kleinen Kniebeuge, spannen quasi die Muskulatur an und schon haben Sie etwas für sich getan, ohne dass es jemand gemerkt hat.

Brigitte Huber 29:16
Also ich werde das morgen mal testen, mal gucken, wie die Leute reagieren. Aber vielleicht machen sie auch mit.

Ingo Froböse 29:22
Und vor allem machen Sie auch immer, machen Sie so häufig wie möglich einen Zehenstand, einen Hochzehenstand. Gehen Sie auf die Zehenspitzen, wieder runter, Zehenspitzen, wieder runter. Warum? Weil damit aktivieren Sie die Muskelpumpe der Wade. Und dann versackt eben nicht die ganze Flüssigkeit in die Unterschenkel, da werden die ja dick, die Füße quellen auf. Dadurch, dass Sie Ihre Muskelpumpe aktivieren, die Wade, wird alles Blut und Wasser wieder zurücktransportiert zur Körpermitte und genau damit unterstützen Sie den Körper. Dann haben Sie nämlich sehr viel mehr im Kreislauf unterwegs und auch das hilft, frisch zu bleiben.

Brigitte Huber 29:58
Ja, hervorragend. Und selbstverständlich werde ich nicht die Rolltreppe nehmen, Sondern einen kleinen— Nein, selbstverständlich. Wie heißt das? Make your day harder. War das nicht?

Ingo Froböse 30:08
Ja, so ist das. Make your day harder. Das hört sich ungewöhnlich an, aber das würde ich mir sehr viel mehr wünschen. Und das ist schon ein ganz kleiner Reiz. Und da ist die Treppe immer noch die beste Trainingsschritte des Alltags.

Brigitte Huber 30:19
Wir sprechen in diesem Podcast auch immer wieder über gefühltes Alter, weil das hätte ich jetzt vor ein paar Jahren auch nicht gedacht, bevor ich mich da intensiver damit auseinandergesetzt habe. Ich habe immer gedacht, klar, die meisten Menschen schätzen sich viel jünger ein.

Stephan Seiler 30:32
Ich mich auch.

Brigitte Huber 30:32
Also würde ich sagen, Und ich hätte eher gedacht, dass das irgendwie Verdrängung ist und vielleicht gar nicht gesund. Aber Sie wissen das natürlich, es ist sehr wohl gesund. Je jünger wir uns fühlen, umso besser ist es für unsere Lebenserwartung, auch tatsächlich unser Wohlbefinden. Deswegen sei die Frage erlaubt: Wie alt fühlen Sie sich heute?

Ingo Froböse 30:54
Also ich habe ja gerade schon mal gesagt, ich werde nächstes Jahr 79. Also ich würde sagen, ich fühle mich so wie Mitte 50. Ja, so ist es. So 13 bis 15 Jahre würde ich jetzt sagen, ist so das, wo ich sagen würde, vor allem von meiner Körperlichkeit auch her, würde ich sagen, da passt das ganz gut.

Brigitte Huber 31:12
Und wenn wir jetzt noch Hörende haben, die sich vielleicht älter fühlen, als sie sind, welche Gewohnheiten, welche 3 Gewohnheiten, wenn Sie die ändern könnten in Ihrem Leben, also Sie haben sie schon geändert, würden Sie den Leuten ans Herz legen?

Ingo Froböse 31:26
Also erst einmal starte morgens mit einem großen Glas Wasser. Wasser. Kalt, warm? Lauwarm. Und reiche es vielleicht mit Zitrone an, weil das ist auch gleichzeitig noch basisch. Damit starte ich immer in den Tag, weil es gibt ein gutes Gefühl, vitalisiert und vor allen Dingen macht es den Geist sofort wieder wach. Weil nach einer trockenen Nacht ist das eine der besten Möglichkeiten, wieder zurückzukommen in einen wachen Zustand. Zweitens: Mach wirklich morgens eine kleine gymnastische Bewegung. Übe alle Gelenke einmal durch. Bewege alle Gelenke einmal durch. Das, was ich immer mache, Wenn ich morgens wirklich aufstehe, stelle ich mich ans offene Schlafzimmerfenster und bewege meine Gelenke durch. Ich kreise mein Fußgelenk, ich kreise meine Beine im Hüftgelenk, mache mit denen eine Acht und vor allen Dingen mein Schultergelenk wie so eine Windmühle vorwärts und rückwärts. So bewege ich quasi die Gelenke und schmiere sie wieder und schon sind sie deutlich belastbarer. Und das Letzte ist: Mach Esspausen. Bitte hör auf zu mümmeln. Mach Esspausen von 4 bis 6 Stunden.

Brigitte Huber 32:28
Mümmeln heißt, man isst immer was zwischendurch.

Ingo Froböse 32:30
Man isst ja immer was zwischendurch. Und dazu gehört übrigens auch, Frau Huber, leider der Latte Macchiato und der Cappuccino. Das ist ja auch noch ein Schnitzelchen. Ein kleines zwar, aber da ist auch so viel Energie drin. Mach bitte Pausen, damit letztendlich der Magen-Darm-Trakt auch endlich mal zur Ruhe kommen kann. Das würde ich sagen: Hauptmahlzeiten mit 4 bis 6 Stunden Pause, das ist so der Garant dafür, dem Magen-Darm-Trakt etwas Gutes zu tun. Tun.

Brigitte Huber 32:54
Eins Ihrer neuen Bücher, Sie haben ja mehrere momentan auch am Start, heißt Deutschland ist krank. Ich glaube, das, was Sie jetzt gerade ansprechen, geht schon eher in das, was wir Einzelne tun können. Aber vielleicht mögen Sie so in paar Sätzen die Kernbotschaft dieses Buches zusammenfassen.

Ingo Froböse 33:13
Das kann ich ganz einfach tun. Das ist leider genauso, wie das Buch heißt. Deutschland ist krank. Über 60% der Menschen haben eine chronische Erkrankung. Krankheit anguckt. Die wird leider zugedeckt von Medikamenten. Sie haben ja gerade auch von Schmerztabletten gesprochen und, und, und. Wir nehmen ja gegen alles etwas. Wir sind ja eine komplett medikalisierte Gesellschaft. Jeder Deutsche nimmt statistisch ein Blutdruckmedikament, muss man sich mal vorstellen. Daran sehen wir, wo wir gelandet sind. Und wir haben ja mittlerweile schon Zeitungen im Bahnhof, die Diabetes heißen. Und wenn eine Krankheit schon eine Zeitung hat, die man kaufen kann, weiß man, was schiefläuft. Deutschland ist chronisch krank. Und genau das ist falsch, weil wir damit unsere Lebensqualität verlieren. Wir sterben deutlich früher als andere europäische Länder. Wir verlieren im Vergleich 2 bis 3 Jahre gegenüber Spanien, Italien etc. Und vor allen Dingen verlieren wir unsere Lebensqualität viel früher als andere europäische Länder. Da liegen wir auf Platz 9, 10. Andere Länder haben deutlich 10 Jahre mehr an Lebensqualität, weil sie viel später chronische Erkrankungen So, das bedeutet, wir versorgen Krankheit und vermeiden nicht Krankheit. Und das ist die Botschaft, die ich rausgeben möchte. Wir brauchen ein Gesundheitssystem und kein Krankheitssystem. Das möchte ich ändern, einerseits durch das, was wir beide heute besprochen haben, dadurch, dass wir Eigenverantwortung für uns selber übernehmen, die Stimmen unseres Körpers wieder besser kennenlernen und vor allen Dingen reagieren auf das, was der Körper braucht: Bewegung, Ernährung und ausreichende Regeneration. Und ich erwarte vom Staat und von der Politik, dass sie uns die Rahmenbedingungen dafür geben, dass wir gesund aufwachsen und leben können. Dass Kinder ein gutes Essen bekommen in Kita und Schule. Dass wir eine Bildung bekommen, die uns lehrt, wie wir unser Leben lang gestalten können, um gesund zu bleiben. Dass wir auf jenen Produkten, die schlecht sind, unserer Gesundheit nicht gut tun, auf jenen Nahrungsmitteln mehr Steuern lasten lassen. Deswegen ist Zuckersteuer, Alkoholsteuer, Tabaksteuer für mich ein Must-have. Und Lebensmittel, die im deutschen Boden wachsen, sollten wir von der Mehrwertsteuer befreien. Und vor allen Dingen brauchen wir letztendlich eine präventive Sicht. Wir müssen Gesundheit belohnen und Krankheit behandeln. So sollte es sein.

Brigitte Huber 35:25
Weil das, glaube ich, kann man an der Stelle auch nochmal sagen, es liegt wirklich, wie Sie auch schon gesagt haben, nicht daran, dass wir nicht genügend Medikamente bekommen würden oder nicht oft genug zum Arzt oder zur Ärztin gehen, weil die Deutschen gehen im Schnitt gehen 10-mal pro Jahr zum Arzt, Spanier glaube ich 5-mal und in Skandinavien nur 2- bis 3-mal. Und die sind uns alle von der Lebenserwartung und vor allem von der Zahl auch der gesunden Lebensjahre voraus. Also das heißt tatsächlich, Prävention ist stärker. Und schon sind wir dann natürlich auch wieder bei Bewegung und all den Themen, die wir jetzt in der letzten Stunde besprochen haben.

Ingo Froböse 36:00
Also genau so ist es, Robert. Ich glaube, jeder sollte sich erst mal an die eigene Nase packen Aber wir brauchen auch Lebensmittel, wo das mit Lebensmittelwelt, wo das möglich ist. Wenn in den Supermärkten eben immer noch die schlechten Lebensmittel preiswerter sind, läuft etwas schief. Wenn wir unseren Kindern in der Kita so einen Schrott anbieten, läuft etwas schief, was Nahrung betrifft, und, und, und. Das heißt also, der Staat hat schon die Möglichkeit zu steuern. Und deswegen habe ich auch vor einiger Zeit mal angeregt, dass wir das Grundgesetz ändern sollten. Und zwar Gesundheit zu einem wesentlichen Baustein der Verpflichtung für den Staat werden sollte.

Brigitte Huber 36:35
Sollte.

Ingo Froböse 36:36
Nicht für uns, für den Staat. Damit er sämtliche politischen Entscheidungen danach immer prüfen sollte: Wie zahlt dieses auf unsere Gesundheit ein? Und nicht: Wie verhindert es Gesundheit? Das ist nämlich leider aktuell der Fall.

Brigitte Huber 36:49
Viele Menschen, das kriegen wir auch immer wieder zurückgespielt von den Leuten, die uns hören, haben Angst vorm Älterwerden.

Ingo Froböse 36:55
Mhm.

Brigitte Huber 36:56
Kennen Sie diese Angst auch oder haben Sie sich das, ich sage jetzt mal, abtrainiert, um im Jargon zu bleiben?

Ingo Froböse 37:01
Sagen wir so: Ich finde, dass Altern schon eine gesunde Lösung ist des Lebens. Wir müssen irgendwann die Welt verlassen. Ich glaube, das ist vernünftig. Und deswegen ist das, was ich gerade so höre und immer so lese: Altern ist heilbar, Altern ist eine Krankheit. Nein, es ist eine wunderbar gesunde Lösung. Und sie beginnt von der ersten Sekunde des Lebens an übrigens. Altern wir. Und das ist auch gut so. Und deswegen, auf das, was ich heute blicke, denke, nämlich zurück auf 70 Jahre eines wirklich erfüllten und auch guten Lebens, das macht mich auch froh darüber, dass ich das wirklich erreichen konnte. Und deswegen versuche ich jetzt noch, die nächsten Jahre so lange wie möglich mit guter Gesundheit eben zu erreichen. Immer in dem Wissen, dass ich gesund sterben möchte. Ob mir das gelingt, weiß ich nicht. Ich habe keine Angst davor. Ich glaube, das ist auch ganz wichtig, dass man das akzeptieren muss, weil es gehört zum Leben, das Sterben. Und deswegen gehen wir, glaube ich, mit der letzten Lebensphase gar nicht richtig um. Wir stigmatisieren ja das Alter als etwas Furchtbares, Schlechtes. Wir haben ja Bilder der Pflegebedürftigkeit im Auge und, und, und. Und genau das ist es eben nicht. Wenn man sich im Vorfeld richtig verhält, also das sät, was man später dann auch bekommt, denn anfangen muss man früh, dann kann man wirklich in der Regel darauf hoffen, dass zwar die letzten 1 bis 2 Jahre bei allen etwas komisch verlaufen, laufen. Aber das waren unsere ersten 1 bis 2 Lebensjahre auch. Und da blicken wir an sich ganz positiv drauf. Wir enden pflegebedürftig und wir kommen pflegebedürftig auf die Welt. Das ist nun mal so.

Brigitte Huber 38:31
Ja, ist eigentlich ein guter Gedanke. Stimmt.

Stephan Seiler 38:34
Meine Premiere?

Brigitte Huber 38:35
Deine Premiere? Welche Premiere, also etwas, was Sie zum ersten Mal gemacht haben, haben Sie zuletzt erlebt oder planen Sie vielleicht?

Ingo Froböse 38:46
Viele Leute haben mich immer wieder gefragt: Kannst du uns nicht dein Leben, deinen Lebensstil etwas näherbringen? Nicht nur über Bücher, sondern live. Und ich mache eine Premiere im nächsten Jahr. Und zwar werde ich erstmalig einen exklusiven Workshop machen. Stronger for Longer wird der heißen. Wo ich mit Menschen zusammentreffe, 3 bis 4 Tage, bei mir in der zweiten Heimat am Gardasee in Trentino, um so ein bisschen mit denen mal meine Lebensphilosophie zu diskutieren und ihnen Ratschläge und Tipps diese Tipps quasi live geben zu können. Das ist für mich eine Premiere. Ich weiß auch nicht, wie es ausgeht, aber ich freue mich drauf.

Brigitte Huber 39:21
Ja, klasse. Können wir vielleicht auf den Show Notes, haben Sie da schon genaue Termine oder so?

Ingo Froböse 39:25
Ja, 1. bis 5. April. 1. bis 5. April ist das. Das wird statt Platz Wien Riva del Garda und Stronger for Longer. Also das ist der Formel-Froböse-Workshop sozusagen.

Brigitte Huber 39:37
Nächste Rubrik: Haben Sie ein Buch Ihres Herzens, ein Buch, das Ihnen besonders am Herzen liegt und Sie anderen deswegen auch anempfehlen möchten?

Ingo Froböse 39:46
Also ich habe mehrere Bücher des Herzens, aber erst einmal vielleicht: Ich bin eine Leseratte, das muss man wirklich sagen, und bin begeistert von Karl May. Der hat mich immer begeistert. So bin ich groß geworden und das ist so auch meine Lebenslektüre, die mich immer wieder begleitet. Das nehme ich immer wieder zur Hand. Und insbesondere die Reiseberichte der ersten 6 Bände. Von dem, was Carabinem sie dort quasi an Leben erfährt. Und dort, das ist so das Buch, was ich wirklich jedem, die Bücher, diese ersten 6 Bände, die ich wirklich jedem ans Herz legen möchte, weil sie so schön, das zu lesen, diese Reiseberichte mit Abenteuer verbunden und so manchmal auch ein bisschen Fiktion dabei. Aber das sind so meine Bücher, die mich immer mein ganzes Leben begleiten.

Brigitte Huber 40:33
Nächste Rubrik, ein bisschen hatten wir das natürlich schon an vielen Stellen, aber welcher Gedanke oder welche Erkenntnis ist für Sie ein positiver Begleiter fürs Älterwerden?

Ingo Froböse 40:43
Dass es total wichtig ist, Freunde und eine Partnerin oder einen Partner zu haben im Leben, mit dem man durch dick und dünn gehen kann. Ich glaube, das ist das Allerwichtigste. Ich glaube, man braucht soziale Beziehungen. Man muss raus aus der Isolation, raus aus der Einsamkeit. Und das ist für mich auch ein Lernprozess gewesen. Wenn ich die Vereinsamung in unserer Gesellschaft betrachte, weiß ich, warum viele Menschen krank werden, weil sie eben einsam sind. Und deswegen ist für mich eine der wichtigsten Botschaften Freunde zu haben ist eines der wichtigsten Lebenselixiere, weil das ist so viel Unterstützung, Hilfe, Begleitung, die so stark machen kann. Also das braucht jeder Mensch.

Brigitte Huber 41:19
Und zuletzt, gibt es ein Lebensmittel oder einen Ernährungstipp, den Sie uns noch mitgeben möchten?

Ingo Froböse 41:26
Also mein Lebensmittel, was ich wirklich jedem empfehlen möchte, ist der Weizenkeim.

Brigitte Huber 41:31
Der Weizenkeim.

Ingo Froböse 41:32
Den kennt kaum jemand. Der Weizenkeim ist quasi das Außenblatt des jungen Weizens. Das wird weggeworfen, das wird geschreddert, und dann rühre ich mir jeden Tag seit 30 Jahren 2 Esslöffel morgens in mein Müsli hinein. Das ist die beste natürliche Vitalstoffquelle, die es gibt. Sie sind immer safe, was Mineralien, Spurenelemente, Proteine und, und, und betrifft. Es ist der beste Start in den Tag, mit diesem Vitalstoff zu starten. Also Weizenkeim, Keime ist mein Lebensmittel, quasi meines Lebens. So kann man sagen.

Brigitte Huber 42:09
Dann möchte ich an der Stelle sagen: Ganz, ganz herzlichen Dank, Herr Professor Froböse. Ich glaube, mein Körper ist schon ganz unruhig. Der sagt mir, ich muss mich eigentlich jetzt bewegen und ich werde da in Zukunft noch ein bisschen tiefer reinlauschen. Und ja, ich glaube, unsere Hörenden haben sehr, sehr viel mitgenommen und wünsche Ihnen einfach noch einen schönen Tag. Und ja, bleiben Sie— was? Wie war das? Stronger for longer. Stronger for longer.

Ingo Froböse 42:36
Genau. Stärker bleiben und langes Leben.

Brigitte Huber 42:38
Bleiben Sie stronger for longer weiterhin. Ganz herzlichen Dank. Tschüss.

Stephan Seiler 42:46
Brigitte, das war's. Das war Teil 2 deines Gesprächs mit Ingo Froböse. Vielen Dank an dich für die vielen Fragen. Aber vielen Dank auch an euch da draußen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, fürs bewusst zuhören und an Ingo Froböse natürlich. Brigitte, wie war das denn jetzt für dich? Wie fit oder erschöpft fühlst du dich jetzt nach diesem Ritt?

Brigitte Huber 43:05
Was ich jetzt während des Interviews tatsächlich immer wieder gemacht habe, bewusst oder unbewusst, ist in meinen Körper hineinzuhören. Das blieb dann gar nicht aus und auch mir schon zu überlegen, ob ich heute nicht vielleicht doch noch irgendwann mal Sport einbaue, weil das hat er auch gesagt. Also ich bin ja schon jemand, der es gern weg hat, aber oft geht es ja auch gar nicht so und eigentlich spricht so leider gar nichts dagegen, heute am Spätnachmittag Nachmittag, Abend noch eine halbe Stunde laufen zu gehen. Also das habe ich mitgenommen.

Stephan Seiler 43:33
Ja, aber Kraft soll man ja morgens machen, abends dann das Leichtere, sagt er. Abends sollte man laufen gehen und so was machen und morgens das Anstrengende, das Fordernde, die Kraft.

Brigitte Huber 43:43
Total. Und du, hast du deine Frage hinreichend beantwortet gesehen? Dass wie du aus deiner „Ich möchte meinen Lieblingssport trotz meiner Zipperlein-nicht-verlassen-Krise" Ja, hinreichend, definitiv, aber jetzt nicht unbedingt zufriedenstellend.

Stephan Seiler 43:58
Ich dachte, ich kriege jetzt so eine Antwort wie: Mach einfach weiter oder lass es. Aber stattdessen heißt es: Ich brauche halt begleitende Sportarten noch dazu. Ich habe mich auch ein bisschen deppert gefühlt, weil er natürlich genau das gesagt hat, wie ich mich verhalte. Die meisten Breitensportler machen das falsch, so wie ich, meinte er, stürzen sich in den Sport, aber machen eben nicht diese begleitenden Sportarten. Sprinttraining zum Beispiel. Für alle noch mal da draußen: Ich spiele ja Handball, zumindest in der Theorie. Und begleitend wäre Sprinttraining zum Beispiel zu machen. Muskeltraining habe ich mir notiert und auch ein Ausdauertraining noch begleitend zu machen. Mache ich natürlich nicht in diesem Umfang, der notwendig sein sollte. Aber er hat uns ermuntert, das weiterzumachen, weil man braucht ja offenbar eine Lebenssportart, sagte er. Das habe ich auch noch nie gehört. Lebenssport. Hast du so was? Was ist dein Lebenssport?

Brigitte Huber 44:49
Na ja, ich habe ja eher ehrlicherweise lauter so Disziplinsportarten, würde mein Mann sagen, der eher auch so Leidenschaftssportarten hat wie du. Und das ist bei mir Laufen, wobei ich das wirklich nicht missen möchte und sehr, sehr froh bin, dass ich eben nie so intensiv Sport betrieben habe, dass jetzt irgendwie meine Knie oder andere Gelenke da schon nachgeben würden. Insofern ja, ich glaube, ich müsste mir halt noch eine andere Lebenssportart dazuholen, aber ich bin mir noch nicht sicher, ob das mit dem Krafttraining Training eine Lebenssportart werden kann. Das ist, glaube ich, eine Pflichtübung und die werde ich machen. Wie gesagt, ich versuche jetzt dann in Zukunft eher noch 4 Stunden zu investieren pro Woche, aber das ist schon viel. Da muss man mal gucken. Also ich glaube, dass—

Stephan Seiler 45:33
Und wie teilst du das dann auf?

Brigitte Huber 45:34
Ja, ich gehe ja 3-mal die Woche laufen und da ist ja dann schon eine Dreiviertelstunde weg.

Stephan Seiler 45:41
Kommen wir auf 2 Stunden, 2 Stunden 15.

Brigitte Huber 45:43
Ja, eigentlich habe ich das schon, wenn ich dann noch dieses Krafttraining mache. Und dann mache ich einmal die Woche Yoga, aber Yoga gilt für ihn ja nicht so richtig.

Stephan Seiler 45:50
Nee, nicht so richtig. Jetzt hat mich auch ein bisschen traurig gemacht, denn Yoga mache ich wahnsinnig gerne, aber es wird offenbar unterschätzt, was den Muskelaufbau angeht und Ausdauerkompetenzen sind da ja sowieso nicht drin. Schade, ne? Beweglichkeit dafür wird da trainiert.

Brigitte Huber 46:03
Aber weißt du, was ich jetzt dann schon die ganze Zeit überlege? Ob ich in mein Müsli, das ich ja ganz ähnlich wie Ingo Voböse jeden Morgen zu mir nehme, jetzt in Zukunft auch noch Weizenkeime reinstreuen soll. Weil ich habe ja seit unserer Folge mit Yael Adler, du weißt schon, der Ernährungsmediziner, Da schon allerlei drin und auch noch Akazienfasern. Und dann habe ich jetzt geschrotete Leinsamen und dies und das. Also es ist eine richtig bunte Mischung. Also bunt ist sie nicht, sie ist eher Fifty Shades of Beige oder Braun oder was auch immer. Aber eigentlich macht mir das auch nichts aus. Vielleicht mogel ich da jetzt noch ein paar Weizenkeime drunter.

Stephan Seiler 46:47
Wird nicht schaden, oder? Ja, gut, dass du es sagst. Werde ich auch ausprobieren. Das will ich ausprobieren. Kannst du das mal die nächste Woche testen? Und wenn wir uns dann wieder sprechen, dann können wir uns ja austauschen. Ich werde in der Zeit das mit dem Zehenstand probieren. So häufig wie möglich sollen wir ja den Zehenstand machen. Ich habe nicht ganz genau kapiert, wie das ist. Vielleicht kannst du noch mal kurz sagen, einfach auf die Spitze.

Brigitte Huber 47:04
Genau, du verlässt den Boden quasi von der Ferse her und stellst dich auf deine Zehen.

Stephan Seiler 47:12
Okay, und dann falle ich um.

Brigitte Huber 47:13
Du kannst dir das vorstellen wie so eine kleine Ballerina.

Stephan Seiler 47:15
Ja, okay, werde ich ausprobieren. Auch die 3 Tipps, die er genannt hatte: Starte mit einem Glas Wasser in den Tag. Das mache ich schon. Einmal alle Gelenke durchbewegen, das will ich morgens machen. Das klingt ja eigentlich auch total sinnvoll. Das habe ich übrigens eben auch während eures Gesprächs auch mal wieder nachgemacht. Ich habe wirklich versucht, alle Übungen live, live, während ich das gehört habe, zu machen. Das funktioniert. Ich war aber nicht im Zug.

Brigitte Huber 47:38
Am schwersten finde ich nach wie vor die Gewohnheit 3, dass man eben diese langen Pausen zwischen den Mahlzeiten lässt. Und natürlich hat er mich da total ins Mark getroffen mit dem, dass auch ein Cappuccino selbstverständlich wie so eine kleine Mahlzeit zwischendrin ist. Das überlege ich mir noch.

Stephan Seiler 47:54
Apropos die Mahlzeit. Er hat ja quasi seine Ingofrohböse-Diät hier uns dargelegt, verraten. Das fand ich auch gut. Von der Haferflocken bis hin zum Fisch am Abend. Das war ja quasi so ein ganzes Tagesgericht. Genau. Aber klang jetzt nicht zusammenfassend.

Brigitte Huber 48:11
Klang jetzt aber auch gar nicht besonders schwierig. Also mit Mittagspasta oder so, da hätte ich mir Schwierigeres vorgestellt. Weniger schmackhaft ist. Insofern glaube ich, ich hole da jede Menge leckere Sachen raus und gesunde Sachen.

Stephan Seiler 48:27
Gesundes, Sportliches. Ich muss wirklich sagen, das hat mich total motiviert. Ich bin froh, dass wir das gemacht haben jetzt zum Start der zweiten Staffel. Brigitte, vielen Dank. Euch da draußen auch vielen Dank. Ich sage jetzt noch die Verabschiedung und Brigitte, ich sehe, du bist schon unruhig, du willst unbedingt die Hufe schwingen.

Brigitte Huber 48:43
Ich will unbedingt jetzt Sport machen oder so was Ähnliches. Ab mit dir!

Stephan Seiler 48:46
Ab mit dir!

Brigitte Huber 48:46
Ich mach den Abbinder. Ich danke dir. Ja, ich wünsche euch eine schöne Woche und freue mich auf nächste Woche. Und bis dahin bleibt fit und gesund oder werdet es, weil wir können nicht davon ausgehen, dass wir alle immer in der zweiten Lebenshälfte fit und gesund sind. Alles Liebe bis dann. Tschüss Stephan.

Stephan Seiler 49:06
Ciao Brigitte. Mir ist gerade noch eingefallen, es gibt ja diese schöne Sache mit dem Zug. Ingo Froböse Mont hat uns alle auf, auch im Zug sportlich zu sein, Liegestütze, Kniebeugen etc. zu machen. Ich möchte mich selbst herausfordern und auch euch da draußen, macht es mir gleich. Ich möchte gerne eure Erfahrungsberichte auch hören, wie sich das anfühlt, quasi in der Öffentlichkeit, im Zug, im Flugzeug, am Flughafengate oder auch auf dem Parkplatz, wo auch immer, so was zu tun. Wie kommt das an? Welche Reaktion erhaltet ihr? Ich bin mal gespannt, wie doll ich mich da schämen werde. Werde. Aber ich werde mir versuchen, ein Beispiel an Ingo Froböse zu nehmen, der behauptet, dass ihm das völlig egal ist. Mal gucken, was das mit uns macht. Das war die Sache mit dem Älterwerden mit Brigitte Huber und Stephan Seiler. Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann erzählt auch anderen davon, abonniert den Podcast, wenn ihr es noch nicht gemacht habt, empfehlt ihn bitte weiter, drückt die Glocke bei Spotify, abonniert ihn. Das Das hilft uns wirklich sehr. Wir sind ja hier ein kleines Startup quasi, Brigitte und ich, machen das alles quasi komplett unabhängig ohne einen großen Partner an unserer Seite. Wir danken Leo Oberklang für Sound, Musik und Schnitt, Bennett Polenz für Social Media auf Instagram, Facebook und YouTube. Und wenn ihr Interesse an einer Kooperation oder Werbung in unserem Podcast habt, dann erreicht erreicht ihr unsere Vermarktung bei Zebra Duschen. Ansprechpartnerin ist Luisa Abraham. Den Kontakt findet ihr bei uns in der Folgenzusammenfassung, auch Shownotes genannt. Wir hören uns, wie Brigitte eben schon gesagt hat, nächste Woche Mittwoch wieder. Vielen Dank fürs Zuhören, bis dahin, passt auf euch auf.

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Folge

2

·

28 Min.

Mit

Volker Limmroth

Können wir alle Hundert werden? Wie gelingt ein langes Leben?

Impulse aus dieser Folge

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Den Puls ertasten wir am Handgelenk, Zeige- und Mittelfinger unter der Daumenwurzel, nie mit dem Daumen: Der hat einen eigenen Puls. In Ruhe genügen 15 Sekunden, mal vier gerechnet. Schlägt das Herz unregelmäßig, zählen wir eine volle Minute ohne Hochrechnen, denn genau das gehört in die Praxis. Nach Belastung, ab etwa 100 Schlägen, mindestens 30 Sekunden.

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Bei intensivem Training rechnet Froböse mit etwa 100 Gramm Protein am Tag und beginnt mit 20 bis 30 Gramm am Morgen. Die Fachgesellschaften rechnen je Kilogramm, 1,4 bis 2,0 Gramm für Trainierende: Hundert Gramm treffen das bei rund 70 Kilogramm, wer 80 wiegt, liegt darunter. Dass sich Eiweiß abends nicht nachholen lässt, ist inzwischen widerlegt; es hängt mehr an der Gesamtmenge über den Tag als am Zeitplan.

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Wandliegestütze am Fenster- oder Türrahmen sind ein guter Einstieg, und wem dynamische Kniebeugen zu viel sind, lehnt sich an die Wand und hält die leichte Beuge 30 Sekunden bis eine Minute. Dabei ruhig weiteratmen statt die Luft anhalten. Wer gezielt den Blutdruck senken will, braucht die Dosis der Studien: viermal zwei Minuten an drei Tagen der Woche.

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Morgens die Gelenke einmal durchzubewegen ist gut begründet. Der Anlaufschmerz bei Arthrose lässt nach, sobald man sich bewegt, und welche Übungsform wir wählen, macht kaum einen Unterschied. Eine Ausnahme gehört dazu: die tiefe Vorbeuge gleich nach dem Aufstehen. Die Bandscheiben sind morgens voll Wasser, wer die Beuge in der ersten Stunde meidet, hat weniger Rückenschmerz.

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Auch Spitzensportler verändern sich mit dem Alter. Wer mit sechzig noch der Alte sein will, verkennt das. Besser: die Veränderung erkennen, aufschreiben und annehmen.

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Den Lieblingssport aufzugeben hält Ingo Froböse für falsch, wir brauchen eine Sportart fürs ganze Leben. Jeder Sport braucht aber Vorbereitung, Ausgleich und die passenden Voraussetzungen.

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Vor dem Krafttraining braucht es Kohlenhydrate und Protein: Ohne Kohlenhydrate fehlt die Energie, und das Protein lässt sich nicht nutzen. Ein Proteinshake allein reicht deshalb nicht.

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Mehr Treppen im Alltag lohnt sich messbar: Kurze, zügige Treppenstücke verbessern die Ausdauer, und wer Treppen steigt, stirbt in großen Beobachtungsstudien seltener früh. Die beste Trainingsstätte ist sie deshalb nicht. Im direkten Vergleich kam sie aufs gleiche Ergebnis wie anderes Training, nur in einem Viertel der Zeit. Und ab 65 ersetzt sie das Gleichgewichtstraining nicht.

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Froböse lässt zwischen den Hauptmahlzeiten vier bis sechs Stunden Pause, der Latte Macchiato zählt für ihn mit. Belegt ist der zweite Teil: Schon 220 Kilokalorien schalten den Dünndarm knapp drei Stunden in den Verdauungsmodus, nach einer richtigen Mahlzeit fünf bis sechs, die Pause folgt also der Mahlzeitengröße. Die DGE empfiehlt zur Mahlzeitenhäufigkeit gar nichts, vier bis sechs Stunden sind seine Regel.

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Froböse teilt seinen Tag grob so auf: 40 bis 50 Prozent Kohlenhydrate, rund 30 Prozent Fette mit Blick auf Omega-3 aus Leinöl und Algenöl, etwa ein Gramm Protein je Kilogramm Körpergewicht. Das ist seine persönliche Rechnung, keine Leitlinie. Eine optimale Nährstoffrelation lässt sich laut DGE aus den Leitlinien gar nicht ableiten: Es zählen Gesamtenergie, Lebensmittelqualität und Bewegung.

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Im Zug oder in der Straßenbahn stehen statt sitzen, breitbeinig im Gang, die Bewegungen des Wagens mit den Füßen ausgleichen: echtes Balancetraining, das die Sturzrate nach der Cochrane-Übersicht um rund ein Viertel senkt. Eine Haltestange bleibt in Reichweite. Wer mag, hängt Kniebeugen an, aber ohne bis zum Brennen zu gehen: Einsteigern bringt das nichts.

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Ein Glas Wasser am Morgen schadet nicht, und über den Tag brauchen wir rund 1,3 Liter aus Getränken. Belegt ist aber weder die Uhrzeit noch die Temperatur, kühles Wasser trinken wir sogar williger als lauwarmes. Die Zitrone hat eine Kehrseite: Zitronensaft griff im Labor den Zahnschmelz stärker an als neun andere Getränke. Also verdünnen und zügig austrinken.

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Intensive Intervalle und Muskeltraining am Morgen, ruhige Ausdauer von 45 bis 60 Minuten am Abend. Die harten Reize passen dorthin, wo Blutdruck und Körpertemperatur ohnehin steigen, die ruhigen ans Ende des Tages.

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Den Puls ertasten wir am Handgelenk, Zeige- und Mittelfinger unter der Daumenwurzel, nie mit dem Daumen: Der hat einen eigenen Puls. In Ruhe genügen 15 Sekunden, mal vier gerechnet. Schlägt das Herz unregelmäßig, zählen wir eine volle Minute ohne Hochrechnen, denn genau das gehört in die Praxis. Nach Belastung, ab etwa 100 Schlägen, mindestens 30 Sekunden.

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Bei intensivem Training rechnet Froböse mit etwa 100 Gramm Protein am Tag und beginnt mit 20 bis 30 Gramm am Morgen. Die Fachgesellschaften rechnen je Kilogramm, 1,4 bis 2,0 Gramm für Trainierende: Hundert Gramm treffen das bei rund 70 Kilogramm, wer 80 wiegt, liegt darunter. Dass sich Eiweiß abends nicht nachholen lässt, ist inzwischen widerlegt; es hängt mehr an der Gesamtmenge über den Tag als am Zeitplan.

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Im Zug oder in der Straßenbahn stehen statt sitzen, breitbeinig im Gang, die Bewegungen des Wagens mit den Füßen ausgleichen: echtes Balancetraining, das die Sturzrate nach der Cochrane-Übersicht um rund ein Viertel senkt. Eine Haltestange bleibt in Reichweite. Wer mag, hängt Kniebeugen an, aber ohne bis zum Brennen zu gehen: Einsteigern bringt das nichts.

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Mehr Treppen im Alltag lohnt sich messbar: Kurze, zügige Treppenstücke verbessern die Ausdauer, und wer Treppen steigt, stirbt in großen Beobachtungsstudien seltener früh. Die beste Trainingsstätte ist sie deshalb nicht. Im direkten Vergleich kam sie aufs gleiche Ergebnis wie anderes Training, nur in einem Viertel der Zeit. Und ab 65 ersetzt sie das Gleichgewichtstraining nicht.

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Morgens die Gelenke einmal durchzubewegen ist gut begründet. Der Anlaufschmerz bei Arthrose lässt nach, sobald man sich bewegt, und welche Übungsform wir wählen, macht kaum einen Unterschied. Eine Ausnahme gehört dazu: die tiefe Vorbeuge gleich nach dem Aufstehen. Die Bandscheiben sind morgens voll Wasser, wer die Beuge in der ersten Stunde meidet, hat weniger Rückenschmerz.

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Intensive Intervalle und Muskeltraining am Morgen, ruhige Ausdauer von 45 bis 60 Minuten am Abend. Die harten Reize passen dorthin, wo Blutdruck und Körpertemperatur ohnehin steigen, die ruhigen ans Ende des Tages.

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Den Puls ertasten wir am Handgelenk, Zeige- und Mittelfinger unter der Daumenwurzel, nie mit dem Daumen: Der hat einen eigenen Puls. In Ruhe genügen 15 Sekunden, mal vier gerechnet. Schlägt das Herz unregelmäßig, zählen wir eine volle Minute ohne Hochrechnen, denn genau das gehört in die Praxis. Nach Belastung, ab etwa 100 Schlägen, mindestens 30 Sekunden.

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Den Lieblingssport aufzugeben hält Ingo Froböse für falsch, wir brauchen eine Sportart fürs ganze Leben. Jeder Sport braucht aber Vorbereitung, Ausgleich und die passenden Voraussetzungen.

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Froböse teilt seinen Tag grob so auf: 40 bis 50 Prozent Kohlenhydrate, rund 30 Prozent Fette mit Blick auf Omega-3 aus Leinöl und Algenöl, etwa ein Gramm Protein je Kilogramm Körpergewicht. Das ist seine persönliche Rechnung, keine Leitlinie. Eine optimale Nährstoffrelation lässt sich laut DGE aus den Leitlinien gar nicht ableiten: Es zählen Gesamtenergie, Lebensmittelqualität und Bewegung.

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Bei intensivem Training rechnet Froböse mit etwa 100 Gramm Protein am Tag und beginnt mit 20 bis 30 Gramm am Morgen. Die Fachgesellschaften rechnen je Kilogramm, 1,4 bis 2,0 Gramm für Trainierende: Hundert Gramm treffen das bei rund 70 Kilogramm, wer 80 wiegt, liegt darunter. Dass sich Eiweiß abends nicht nachholen lässt, ist inzwischen widerlegt; es hängt mehr an der Gesamtmenge über den Tag als am Zeitplan.

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Vor dem Krafttraining braucht es Kohlenhydrate und Protein: Ohne Kohlenhydrate fehlt die Energie, und das Protein lässt sich nicht nutzen. Ein Proteinshake allein reicht deshalb nicht.

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Im Zug oder in der Straßenbahn stehen statt sitzen, breitbeinig im Gang, die Bewegungen des Wagens mit den Füßen ausgleichen: echtes Balancetraining, das die Sturzrate nach der Cochrane-Übersicht um rund ein Viertel senkt. Eine Haltestange bleibt in Reichweite. Wer mag, hängt Kniebeugen an, aber ohne bis zum Brennen zu gehen: Einsteigern bringt das nichts.

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Wandliegestütze am Fenster- oder Türrahmen sind ein guter Einstieg, und wem dynamische Kniebeugen zu viel sind, lehnt sich an die Wand und hält die leichte Beuge 30 Sekunden bis eine Minute. Dabei ruhig weiteratmen statt die Luft anhalten. Wer gezielt den Blutdruck senken will, braucht die Dosis der Studien: viermal zwei Minuten an drei Tagen der Woche.

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Mehr Treppen im Alltag lohnt sich messbar: Kurze, zügige Treppenstücke verbessern die Ausdauer, und wer Treppen steigt, stirbt in großen Beobachtungsstudien seltener früh. Die beste Trainingsstätte ist sie deshalb nicht. Im direkten Vergleich kam sie aufs gleiche Ergebnis wie anderes Training, nur in einem Viertel der Zeit. Und ab 65 ersetzt sie das Gleichgewichtstraining nicht.

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Ein Glas Wasser am Morgen schadet nicht, und über den Tag brauchen wir rund 1,3 Liter aus Getränken. Belegt ist aber weder die Uhrzeit noch die Temperatur, kühles Wasser trinken wir sogar williger als lauwarmes. Die Zitrone hat eine Kehrseite: Zitronensaft griff im Labor den Zahnschmelz stärker an als neun andere Getränke. Also verdünnen und zügig austrinken.

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Morgens die Gelenke einmal durchzubewegen ist gut begründet. Der Anlaufschmerz bei Arthrose lässt nach, sobald man sich bewegt, und welche Übungsform wir wählen, macht kaum einen Unterschied. Eine Ausnahme gehört dazu: die tiefe Vorbeuge gleich nach dem Aufstehen. Die Bandscheiben sind morgens voll Wasser, wer die Beuge in der ersten Stunde meidet, hat weniger Rückenschmerz.

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Froböse lässt zwischen den Hauptmahlzeiten vier bis sechs Stunden Pause, der Latte Macchiato zählt für ihn mit. Belegt ist der zweite Teil: Schon 220 Kilokalorien schalten den Dünndarm knapp drei Stunden in den Verdauungsmodus, nach einer richtigen Mahlzeit fünf bis sechs, die Pause folgt also der Mahlzeitengröße. Die DGE empfiehlt zur Mahlzeitenhäufigkeit gar nichts, vier bis sechs Stunden sind seine Regel.

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Intensive Intervalle und Muskeltraining am Morgen, ruhige Ausdauer von 45 bis 60 Minuten am Abend. Die harten Reize passen dorthin, wo Blutdruck und Körpertemperatur ohnehin steigen, die ruhigen ans Ende des Tages.

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Auch Spitzensportler verändern sich mit dem Alter. Wer mit sechzig noch der Alte sein will, verkennt das. Besser: die Veränderung erkennen, aufschreiben und annehmen.

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Antworten auf kleine Fragen, große Fragen

Welche Premiere hast du zuletzt erlebt oder planst du?

Ich mache eine Premiere im nächsten Jahr. Und zwar werde ich erstmalig einen exklusiven Workshop machen. […] Ich weiß auch nicht, wie es ausgeht, aber ich freue mich drauf.

Welches Buch liegt dir besonders am Herzen?

Ich bin eine Leseratte, das muss man wirklich sagen, und bin begeistert von Karl May. […] So bin ich groß geworden und das ist so auch meine Lebenslektüre, die mich immer wieder begleitet.

Welcher Gedanke begleitet dich positiv beim Älterwerden?

Dass es total wichtig ist, Freunde und eine Partnerin oder einen Partner zu haben im Leben, mit dem man durch dick und dünn gehen kann. Ich glaube, das ist das Allerwichtigste.

Welches Lebensmittel empfiehlst du uns?

Mein Lebensmittel, was ich wirklich jedem empfehlen möchte, ist der Weizenkeim. […] rühre ich mir jeden Tag seit 30 Jahren zwei Esslöffel morgens in mein Müsli hinein.

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Huber & Seiler

Die Sache mit dem Älterwerden.

Klüger älter werden, ohne sich jünger machen zu müssen.

Ein unabhängiger Podcast von Brigitte Huber & Stephan Seiler.

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