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63 Min.

Gut älter werden im Job – wie geht das, Tina Müller? Warum sollten wir unsere Stärken stärken, statt Schwächen zu jagen? Was können wir dabei von der Generation Z lernen?

In dieser Folge begrüßen Brigitte und Stephan eine der erfolgreichsten Managerinnen im deutschsprachigen Raum: Tina Müller. Sie hat Marken wie Opel und Douglas transformiert und führt derzeit als Vorstandschefin die Traditionsmarke Weleda.

Lebensgestaltung

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Tina Müller gibt ganz persönliche Einblicke, warum sie heute gelassener auf Krisen blickt und wie sie gelernt hat, ihren Perfektionismus abzulegen. Sie verrät, wie sie durch einfaches Atmen ihren Stress besiegt, warum ihre besten Freundinnen für sie jede Therapie ersetzen und weshalb sie trotz Longevity-Checkup niemals auf ihr Lieblingsdessert Sabayone verzichten würde. Sie erklärt, was wir uns von der Generation Z in Sachen Abgrenzung abschauen können, warum ihr biologisches Alter sieben Jahre unter dem in ihrem Pass liegt und auf welche Longevity-Checkups sie gerne verzichtet. Eine Folge voller Einblicke, wie man im Job nicht nur alt wird, sondern dabei vital und sich selbst treu bleibt. Hör rein und parke dein Denken übers Älterwerden im Kopf neu um!

Kapitelmarken

  • 00:00 Begrüßung

  • 02:37 Female Empowerment: Brauchen wir die Quote noch?

  • 09:07 Job-Challenges: Warum Frauen oft zu perfektionistisch sind

  • 11:42 Stärken stärken: Klares Profil statt Einheitsbrei

  • 14:49 Leadership im Wandel: Von Autorität zu menschlicher Emotion

  • 18:33 Reverse Mentoring: Was Tina Müller von Yael Meier lernt

  • 24:30 Die Sache mit dem Alter: Longevity und der Wunsch nach Vitalität

  • 27:06 Biologischer Checkup: 7 Jahre jünger als im Pass

  • 31:19 Stress-Management: Die Kraft der richtigen Atmung

  • 36:11 Wahre Freundschaft als Therapie-Ersatz

  • 38:54 Weleda-Transformation: Von roten Zahlen zum Rekordergebnis

  • 52:29 Entweder Oder

Transkript zur Folge

Tina Müller 0:00
Auch wenn es manchmal sicherlich den Vorwurf gab, ich würde ja nur Frauen befördern, habe ich immer darauf geantwortet: Naja, am Ende würde man sich da ja selber ins Knie schießen, wenn die Qualität nicht stimmen würde. Also ich habe ja nun jede Krise erlebt. Ja, ich habe alle Ups und Downs erlebt, die Corona-Zeit, also wirklich schwierige Situationen im Unternehmen. Und jede Krise macht einen stärker und jede Krise macht einen gelassener. Und das spürt man dann auch im Führungsverhalten, wie man führt. Ich glaube im Gegenteil, Altern wird heute noch viel weniger akzeptiert, weil jeder schraubt ja dran rum, möglichst lange jung auszusehen und jung zu bleiben.

Brigitte Huber 0:47
Heute zu Gast bei Die Sache mit dem Älterwerden: Tina Müller. Sie ist eine der erfolgreichsten Managerinnen im deutschsprachigen Raum. Sie startete ihre Karriere bei L'Oréal, Wella, Henkel, ließ uns dann bei Opel umparken im Kopf, um danach als CEO das Ruder bei Douglas zu übernehmen. Seit Oktober '23 wirkt sie nun an der Spitze von Weleda. Und das sehr wirkungsvoll. Sie holte die gut 100-jährige Schweizer Natur- und Arzneimarke aus den roten Zahlen und erzielte Das beste Ergebnis der Firmengeschichte. Tina Müller kann Spannendes berichten über die Verjüngung von Marken wie Menschen, den Spagat zwischen Optimierung und Natürlichkeit, über junge Zielgruppen und gelassen älter werden. Mit und ohne Lieblingsdessert.

Stephan Seiler 1:41
Dabei haben wir jede Menge mitgenommen im Gespräch. Ich zum Beispiel, was wir nach der Meinung von Tina Müller von der Generation Z lernen können. Warum es sich lohnt, sich auf die Stärken und nicht auf die Schwächen zu konzentrieren. Und was sie damit meint, wenn sie sinngemäß sagt, dass sich unser Äußeres vom Alter abkoppelt. Brigitte, und was hast du gelernt?

Brigitte Huber 2:04
Ich habe mitgenommen, warum sie denkt, dass Altern noch nie so schwer war wie heute und wie sie auch über die Zukunft des Alterns denkt. Warum sie selbst nie eine Therapie gebraucht hat. Und warum sie sich älter werden nicht ohne ihr Lieblingsdessert Sabayone vorstellen kann. Ich bin Brigitte Huber.

Stephan Seiler 2:24
Ich bin Stephan Seiler und das ist die Sache mit dem Älterwerden.

Brigitte Huber 2:37
Herzlich willkommen, liebe Tina. Tina, wir kennen uns seit gut 20 Jahren. Wir sind uns du auf Firmenseite, ich als Chefredakteurin immer wieder begegnet. Was uns stets verbunden hat, war das Thema Frauen. Gleichberechtigung im Job, Frauen in Führungspositionen, neudeutsch Female Empowerment. Nun sind wir ja zwei grundoptimistische Frauen und trotzdem war oft nicht so ganz klar, ob wir uns mehr über Rückschritte ärgern oder über Fortschritte freuen sollen. Tina, wie ist dein aktuelles Zwischenfazit heute? Wo stehen wir Frauen gerade?

Tina Müller 3:14
Also ich glaube grundsätzlich, wenn man auf die letzten 20 Jahre schaut, dann kann man sich schon freuen, was passiert ist, dass es besser geworden ist. Wenn man jetzt in die aktuelle Zeit reinschaut, kann man sich natürlich ein bisschen ärgern, dass es eigentlich wieder schlechter geworden ist. Was ja, finde ich, sehr geholfen hat, und ich war ja am Anfang nie für die Quote, Aber es hat wirklich geholfen. Es hat ja angefangen mit den Aufsichtsrätinnen, dass die durch die gesetzliche Quote in börsennotierten Unternehmen dann wirklich deutlich mehr wurden. Und es braucht eben mehr Aufsichtsrätinnen, damit dann auch mehr Vorständinnen kommen. Ja, das hat sich ja auch verbessert. Wo es sich noch nicht so richtig etabliert hat: Es gibt immer noch zu wenig CEOs, weibliche CEOs. Und wenn man auch mal in die Familienunternehmen-Richtung schaut, gibt es ja immer noch viele, da sind die Frauen recht unterrepräsentiert. So, und jetzt leben wir im Moment ja in so einer Multi-Krisen-Zeit. Und mein Gefühl ist, da kommt schon das wieder hoch, was man auch ein bisschen in der Politik sieht. Der Wunsch, den starken Mann zu haben, der es regelt. Ja, also die Sehnsucht vielleicht auch so ein bisschen nach dem starken Mann, der er mit der Krise verbunden ist, in schlimmen Situationen das geregelt bekommt. Und daher kommt, glaube ich, auch so ein bisschen jetzt der Rückschritt. Aber ich finde, wir sollten uns nicht beirren lassen. Wir waren auf einem guten Weg und wir werden auch weiter auf einem guten Weg sein, weil ich glaube, die Zeit wird jetzt auch zeigen, dass der starke Mann auch nicht die Lösung ist.

Brigitte Huber 4:49
Kann man ja an der einen oder anderen Stelle auch sehen, dass Männer nicht per se immer alles besser machen.

Stephan Seiler 4:57
Ja, nicht alle Männer reüssieren gerade so auf der Weltbühne. Das kann man glaube ich so festhalten.

Brigitte Huber 5:02
Ja, aber dann würdest du sagen, es macht dir mehr Mut, als dich das eine oder andere frustriert?

Tina Müller 5:08
Ja, weil ich finde, mit dem Frust muss man auch umgehen. Und ich habe ja immer gesagt, die Frauen, die jetzt in den Positionen sind, und das sind ja heute viel mehr als noch vor 10 oder 20 Jahren, die haben eine Verantwortung. Ich meine, das haben wir beide gemacht. Die haben eine Verantwortung. Andere Frauen nachzuziehen, sie zu promoten, sie zu befördern, sie in höhere Positionen reinzukoachen. Und ich habe immer versucht, dieser Verantwortung gerecht zu werden und da, wo Einfluss besteht, den auch zu nutzen. Auch wenn es manchmal sicherlich den Vorwurf gab, ich würde ja nur Frauen befördern, habe ich immer darauf geantwortet: Na ja, am Ende würde man sich da ja selber ins Knie schießen, wenn die Qualität nicht stimmen würde. Sondern man unterstellt da ja, dass man Frauen zwar findet, aber die nicht die gleiche Qualität haben wie Männer. Und den Kompromiss muss man ja nicht machen, weil es gibt ja genug hochqualifizierte Frauen. Und wenn dann eben noch keine 50:50 erreicht sind in den Führungsebenen, dann finde ich, kann man bis dahin auffüllen mit Frauen, auch sehr explizit, ohne dass man jetzt Männer diskriminiert. Weil das ist ja heute immer noch so, dass in den ersten Führungsebenen wir noch deutlich unter 50% sind. Man muss natürlich die Frauen auch finden, die sagen: Hey, ich mache es auch. Ja, ich, I go for it. Das ist natürlich die zweite Voraussetzung.

Brigitte Huber 6:35
Ja, ich fand das immer ganz speziell interessant. Wenn dann mal eine Frau in einer Position scheitert, dann gucken immer alle drauf und sagen: Ja, haben wir doch gleich gesagt. Oder so was. Oder war häufig so in den letzten Jahren, Jahrzehnten. Und da habe ich dann auch immer gern gesagt, lass uns doch erst mal so viele mittelmäßige oder auch mal schwächere Frauen fördern, wie es mittelmäßige Männer in gewissen Positionen gibt. Und weil darüber spricht ja natürlich in der Regel gar niemand.

Stephan Seiler 7:04
Ja, darf ich da mal eine Frage stellen dazu, die in den letzten vergangenen Jahren immer wieder mich beschäftigt hat, aber auch andere Männer in meinem Alter? Ich bin Mitte 40 und habe meine journalistische Karriere schon vor ein paar Jahren begonnen. Viele andere Männer in meinem Alter Teilen mit mir so ein Erlebnis, dass man manchmal hatte, dass man in dieser Situation quasi, dass man gesagt bekommt, du bekommst den Job nicht, weil wir brauchen einfach hier ein besseres Quorum und bessere Ausgeglichenheit. Die Frauen sollten den Job bekommen, wenn sie gleiche oder bessere Qualifikationen haben. Bessere Qualifikationen haben wir sowieso. Das führt dann aber auch bei einigen Männern dazu, da spreche ich jetzt weniger von mir, ich war privilegiert, ich hatte tolle Jobs, aber einige fühlen sich dann durchaus zurückgesetzt im Sinne von, sie müssen jetzt den Preis dafür zahlen, den quasi die Männergeneration vor ihnen ihnen jetzt quasi aufgebürdet haben, weil die Männergeneration vor ihnen es verbockt haben, würden jetzt die Männer hinten angestellt werden. Und das mag zwar so universell richtig sein, aber in der persönlichen Karriereplanung oder Erleben ist es dann doch irgendwie diskriminierend für den einen oder anderen. Frage an dich, Tina: Was würdest du da entgegnen bei diesem Argument?

Tina Müller 8:11
Das Erste wäre, dass man mal wissen müsste: Kommt das wirklich so häufig vor? Weil ich habe so ein bisschen den Zweifel, dass das stattfindet in einer, in einem solchen Ausmaß, dass es dann wirklich bedeutend wird oder spürbar ist. Ich glaube, das sind am Ende doch eher Einzelfälle, wo dann explizit gesagt wird, nee, nee, wir wollen jetzt eine Frau auf dem Job haben. Und generell glaube ich, in jeder Branche gibt es genug Jobs, wenn man gut ist, auch als hochqualifiziert. Qualifizierter Mann, dann ist es sicherlich kein Problem, auch einen super Job zu finden. Ich würde das nicht so, also ich sehe das nicht so dramatisch, weil wir haben jetzt, wir Frauen haben jetzt irgendwie sehr lange darunter gelitten, dass es umgekehrt war. Deswegen fühle ich jetzt auch, tut mir das leid, wenn das so ist, aber würde ich da jetzt nicht die ganze Verantwortung auf unsere weiblichen Schultern dafür laden.

Brigitte Huber 9:07
Wie ist das denn von deinem von deiner Wahrnehmung her. Also ich habe das schon immer lange noch erlebt, dass Frauen immer noch sehr viel Perfektionistischer sind, auch was ihre eigenen Ansprüche angeht. Also dass man, wenn man eine Frau fragt: Bist du denn bereit jetzt für diese Position? Oder man sieht sie in der Position, dass sie dann sagt: Ja, ich bin nicht so ganz sicher. Während ein Mann sagt: Ja, super. Und so empfindest du das immer noch so, dass Frauen einfach extrem hohe Ansprüche an sich selber haben?

Tina Müller 9:34
Ja, das empfinde ich immer noch so. Und das vielleicht liegt es auch an der hormonellen Konstitution. Ja, Östrogen versus Testosteron. Das hat ja nun Einfluss auf unsere Verhaltensweisen, auch wie unser Hirn strukturiert ist, warum wir gewisse Dinge besser können und Männer andere Dinge besser können. Und ich sehe das heute genauso. Ich glaube, Frauen im Schnitt, das geht natürlich nicht für jede Frau. Wir reden da ja immer so ein bisschen vom Durchschnitt und es gibt ja ganz viele Ausnahmen auch. Aber im Schnitt glaube ich, hinterfragen Frauen sich bei der, wenn eine Jobchallenge kommt oder ein Joboffer kommt, immer noch stärker als Männer. Ja, bin ich ready? Kriege ich das alles organisiert? Ja, vor allen Dingen wenn Familie mit Kindern und so weiter wird mehr hinterfragt, wird auch nicht direkt um Geld, geht es nicht direkt um Geld, sondern erst mal um die Jobinhalte. Es wird mehr hinterfragt. Das sehe ich heute auch so.

Brigitte Huber 10:29
Und wie reagierst du darauf?

Tina Müller 10:31
Na ja, ich, manchmal reagiere ich auch so ein bisschen genervt und sag dann: Hey, jetzt kriegst du hier den Job auf dem Silbertablett serviert, jetzt nimm ihn auch. Ja, und mach dann genau das, was du sagst. Gib dann das Beispiel: Wenn ich jetzt Mann XY hier offeriert hätte, da hätte ich diese Diskussion gar nicht. Dann wäre das: Vielen Dank, super, was verdiene ich mehr? Und nehmt euch mal ein Beispiel daran. Und versuchen kann man das ja immer. Und wenn es dann scheitert aus irgendwelchen Gründen, dann scheitert es halt. Aber man sollte es doch wenigstens versuchen.

Brigitte Huber 11:08
Und ich fand es total spannend, immer wenn man Frauen auch gefragt hat und dann waren die nicht so sicher und dann hat man gesagt, oder ich habe dann gesagt, lass es uns doch mal ein halbes Jahr probieren und dann können wir ja immer noch überlegen. Und ich sage es dir, kein einziges Mal, wenn ich dann nach einem halben Jahr gesagt habe, du, wie ist es dann? Wieso bist du nicht happy mit mir? Und ich sage doch, doch, aber wir wollen ja noch mal reden. Und kein einziges Mal war es so, dass die Frau dann wieder zurück wollte an ihre ursprüngliche Position. Also da glaube ich, ist es nach wie vor so, ein kleiner Sprung ins kalte Wasser ist dann für uns Frauen auch manchmal ganz gut.

Stephan Seiler 11:42
Stärken stärken soll eines deiner Mottos sein. Wie machst du das selbst mit den Stärken stärken? Und warum nicht lieber an den Schwächen arbeiten?

Tina Müller 11:51
Ja, warum nicht an den Schwächen arbeiten, hat ja was damit zu tun mit dem Profil. Also ich glaube, man wird in einer Karriere geholt oder man bekommt Positionen angeboten, weil man für etwas steht, weil man etwas besonders gut kann und nicht alles ganz gut kann, sondern etwas besonders gut kann. Und deswegen sage ich immer Stärken stärken. Ich meine, gravierende Schwächen sollte man schon ausbügeln, vor allen Dingen, wenn es dann mit der Karriere weitergeht und wenn dann auch eher General-Management-Positionen kommen. Aber grundsätzlich ist es immer gut, sich, dass man klar Profil hat. Ja, wofür steht man denn eigentlich? Was kann man besonders gut und was bringt einen dann auch weiter? Und was hat das Unternehmen denn eigentlich davon? Ja, also wenn man mir jetzt einen Job anbietet, was könnte der Benefit fürs Unternehmen sein? So, und das ist der Grund, warum ich das immer sage, weil wir Frauen ja auch immer ein bisschen das Gefühl haben, wir müssen hauptsächlich an unseren Schwächen arbeiten, damit alles so gut ganz okay ist, ja, aber dann geht man so im Einheitsbrei unter und dann hat man kein Profil. Und deswegen sage ich, besser die Stärken zu einem wirklichen USP, also einer Unique Selling Proposition, zu machen. Das kommt so ein bisschen aus dem Marketing. Also wofür steht denn diese Marke? Und hier geht es ja um Personen. Wofür steht denn diese Person?

Stephan Seiler 13:18
Und hast du da auch für dich selbst quasi, kannst du Beispiele nennen, wo du dann in den letzten Jahren oder Jahrzehnten an dir gearbeitet hast, was du dann besonders gestärkt hast, welche Stärken du gestärkt hast?

Tina Müller 13:29
Ja, ich bin ja eine CEO, die aus dem CMO-Bereich kommt, also meine Heimat. Ja, also die erste Phase meiner Karriere war ja immer im Marketing. Und das ist ja schon eine Disziplin. Das ist ja eine der Disziplinen im Unternehmen. Und da habe ich natürlich viel gestärkt. Was schon da war. Und ich glaube, der Schritt vom CMO zu CEO ist auch ein Schritt gewesen, wo ich das CMO immer auch noch mitgeschleppt habe. Also ich war und bin heute eine CEO, die eben auch noch eine große Expertise hat, kommt aus der Ecke des Marketings. Und ich glaube, und das hat jetzt was damit zu tun, dass ich als CEO auch dafür stehe, dass ich große meistens deutsche Marken in die Zukunft führen kann, auch wenn es mal einer Transformation bedarf, wenn sie mal in der Krise sind. Ja, jetzt ist gerade eine Schweizer Marke, aber ja auch auf dem deutschen Markt groß vertreten. Also diese Transformation, eine Marke und damit einen Markenartikler, also ein Unternehmen, die Verantwortung zu tragen, dass es in die Zukunft ausgerichtet wird. Ja, und das ist jetzt glaube ich so ein bisschen das Profil, aber kommend wirklich aus einem eher Marketing-Spezialisten-Profil.

Brigitte Huber 14:49
Ich finde, bei dem Punkt Stärken stärken und sich nicht so sehr auf die Schwächen konzentrieren, kommt ja auch eines dazu: Der Tag hat 24 Stunden und unsere Ressourcen sind endlich. Wenn wir immer auch noch anfangen oder sagen, das und das muss ich auch können. Mut zur Lücke. Aber du bist, du bist eine der erfolgreichsten Managerinnen im deutschsprachigen Raum. Lass uns doch einmal über Führung und Führungsstil sprechen. Hat sich dein Führungsstil im Laufe der Jahre, Jahrzehnte verändert und Wie würdest du sagen, inwiefern?

Tina Müller 15:22
Ja, er hat sich, glaube ich, deswegen schon verändert, weil der Führungsstil sich in der Gesellschaft verändert hat. Also ich meine, als ich anfing und fertig war mit dem Studium, da war natürlich der Führungsstil noch grundsätzlich autoritärer. Ja, in dem, in dem Jahrzehnt, Anfang der 90er, als es jetzt sich dann weiterentwickelt hat. Insofern glaube ich, hat man schon seinen Führungsstil angepasst den Zeiten, ja, auch was gerade jetzt an Führungsstil auch trainiert wurde. Ja, ich meine, wir sind ja alle als Führungskraft in großen Unternehmen trainiert worden, ja, und in jeder Epoche ist auch so ein bisschen was anderes trainiert worden an Leadership-Trainings, ja. So, in den letzten 10 Jahren hat sich mein Führungsstil als CEO doch schon geändert und jetzt sicherlich auch Auch die letzten zweieinhalb Jahre bei Veleda, weil ich natürlich heute mit viel mehr Expertise oder mit viel mehr Erfahrung auch führe. Ja, und sicherlich auch mit deutlich mehr Gelassenheit. Also ich habe ja nun jede Krise erlebt. Ja, ich habe alle Ups und Downs erlebt, die Corona-Zeit, also wirklich schwierige Situationen im Unternehmen. Und jede Krise macht einen stärker und jede Krise macht einen gelassener. Und das spürt man dann auch im Führungsverhalten, wie man führt, dass man eben nicht so schnell nervös wird, dass man nicht gewisse Dinge sofort macht, sondern erst mal ruhen, erst mal calm down, erst mal mehr mit den Mitarbeitenden spricht, bevor man eine schnelle Entscheidung trifft.

Stephan Seiler 17:04
Gibt es etwas, was du gerne schon früher gewusst hättest in Sachen Führung und Führungsstil?

Tina Müller 17:09
Was ich früher gerne gewusst hätte? Ja, ich glaube, dass es am Ende des Tages ist das Menschliche in der Führung eigentlich das Entscheidende, und dass die Trennung zwischen Sache und Person, die immer propagiert wird, dass die ja besteht, ja, das ist aber nicht so einfach, ist also, dass das kann man auch nicht abschalten, also Emotionen kann man nicht abschalten, und deswegen Dass diese sehr enge Verbindung zwischen einer Sachdiskussion und den menschlichen Emotionen dahinter, die menschlichen Emotionen deutlich höher zu bewerten, als das in jedem Training vorkommt. Ja, ich glaube, das würde ich heute, wie man so schön sagt, meinem 25-jährigen Ich oder mit der ersten Führungserfahrung mitgeben. Denkt daran, es sind keine Methoden, es sind keine Instrumente, es geht nicht immer nur um die Sache, es geht Vor allen Dingen um menschliche Emotionen in der Führung.

Stephan Seiler 18:13
Okay, also Emotionen sind am Ende das wichtigste Instrument, kann man auch so sagen, um zu führen und auch zu motivieren und das Team dann mitzunehmen.

Tina Müller 18:23
Kann man so sagen? Auf jeden Fall. Die Emotionen lesen zu können, zu verstehen und dann darauf reagieren zu können und sich in jemand anders hineinversetzen zu können.

Stephan Seiler 18:33
Du bist ja auch bekannt dafür, dass du dich intensiv mit jüngeren Frauen austauschst. Reverse Mentoring ist da so ein Stichwort, dass man eben von den Jüngeren lernt. Und kannst du da vielleicht auch ein Beispiel nennen? Ich habe gehört, dass du mit der Influencerin Jael Meijer auch da in engem Austausch bist. Schöne Grüße unbekannterweise. Was kannst du, was können wir von der Generation Z lernen, liebe Tine?

Tina Müller 18:56
Ja, also Jael ist ja selber Unternehmerin in der Schweiz, hat eine eigene Company, eine ziemlich große Beratung, und sie beherrscht das das Digitale rauf und runter. Und das ist so genau der Punkt, ne, wie— und da kommen wir jetzt noch mal ins Marketing— wie werden eigentlich Marken in dieser Generation wahrgenommen, über welche Kanäle, was triggert diese Generation, was ist da authentisch, was ist nicht authentisch, welche Rolle spielt eine Marke, ja, wie kommuniziert man auf Social-Media-Kanälen als Marke, wie erreicht man diese Zielgruppe. Und das ist natürlich etwas, was mir natürlich schwerer fällt, als wenn ich jetzt selber 50 20 wäre, weil ich bin natürlich nicht Social Native, Social Media Native, sondern als ich angefangen habe zu arbeiten, gab es noch gar keinen Computer, da gab es die Hauspost, ja, dann gab es gar nichts, ja. Und da gab es in der Markenkommunikation eben hauptsächlich TV, Radio und Print. Und heute, wenn man in die Generation Z und dann auch Alpha reinguckt, dann ist die Markenkommunikation zu 80% geht über Social Media, und das muss man verstehen. Welche Mechanismen dahinter stehen. Und da ist so ein Reverse Mentoring natürlich super, weil die ist jetzt sehr digital affin, sie hat eine digitale Beratung und kann mir da den Spiegel vorhalten. Und ich kann ihr natürlich paar Tipps geben, wie sie als Unternehmerin erfolgreich sein kann am Markt. Und so ergänzt sich das ganz gut. Und ich kannte sie nicht, sie ist in der Schweiz sehr bekannt, ich kannte sie nicht. Das kam über einen Kontakt, wir wurden vernetzt, Sie hat mich angeschrieben, ob ich das machen würde mit ihr. Ich habe sie erst mal liegen lassen. Dann ist sie drangeblieben und ist so lange drangeblieben, bis ich gesagt habe, jetzt schaue ich mir das aber doch mal an. Und dann habe ich wirklich eine sehr beeindruckende junge Frau gefunden. Und dann haben wir das mal angefangen und das ist eine schöne, schöne Reise geworden.

Stephan Seiler 21:01
Man meckert ja häufig über Man meckert ja häufig über diese Generation. Kannst du was ableiten, was wir wirklich von ihnen lernen können? Jetzt abgesehen von Social-Media-Geschichten, Werte, Haltung, vielleicht auch ein Blick aufs Leben.

Tina Müller 21:17
Ja, man kann auch von denen lernen, nein zu sagen, weil da ist sie ja ein super Beispiel. Die arbeitet ja als Unternehmerin auch wie verrückt, aber sie hat dann auch ganz klare Zeiten, ja. Und sie, die stehen dann aber auch, ne. Also bei mir, und ich glaube bei vielen in meiner Generation, wir opfern dann wieder alles, wir schieben wieder alles, wir machen wieder alles, ja. Wir lassen, alles geht auf unsere Kosten am Ende des Tages, ja. Wir stellen uns immer hinten an und persönlich. Und das tut diese Generation nicht. Also sie ist viel, viel, wie soll ich sagen, strikter, ja, und achtet, finde ich, mehr darauf, dass sie nicht zu kurz kommen.

Brigitte Huber 22:00
Noch ganz kurz abschließend zum Thema Frauen. Ich kriege ja immer die Grätsche, wenn es dann wieder heißt, Frauen untereinander, die konkurrieren und dann ist es da so ein Zickenkrieg. Das, was du jetzt beispielsweise gerade jetzt von Jael erzählst, oder ich kenne dich ja auch so als Networkerin, sind ganz, ganz andere Einblicke, die wir da kriegen. Wie ist deine Erfahrung mit Frauen und Konkurrenz?

Tina Müller 22:24
So und so. Also das kommt sehr auf die Frauen an, würde ich mal sagen. Ja, also ich habe beides erlebt, sehr viel Konkurrenzverhalten und auch manchmal mit unlauteren oder politischen Methoden. Aber dann habe ich auch genau das Gegenteil erlebt, auch in den Netzwerken, die ich teilweise selber gegründet habe, oder in den anderen, wo ich auch vertreten bin, weil ich auch immer sagen und gepredigt habe, das können Männer ja sehr gut, ja, netzwerken, und aber auch zu einem eindeutigen Zweck. Also nicht nur, um netten Abend zu verbringen und mal zu erzählen, wie geht's dir denn, was machst du denn für Erfahrungen? Nein, da werden auch Jobs hin und her, wie soll ich sagen, also da kümmert man sich umeinander, ja, um sich in Position zu bringen, und Das machen Frauen viel zu wenig.

Brigitte Huber 23:20
Also immer noch auch.

Tina Müller 23:22
Immer noch auch. Ja, also dieses zweckdienliche Netzwerken, dass man davon auch mehr hat als nur einen netten Abend oder sich mal in Anführungsstrichen ausweinen kann. Das können Männer immer noch viel besser. Und da haben wir Frauen auch immer noch so ein schlechtes Gewissen, wenn wir jetzt sagen, hey, wir empfehlen hier, wir empfehlen da, wir pushen die hier rein, wir pushen die da rein, dann ist das immer so, ha, Das ist ja irgendwie alles unlauter. Aber das machen Männer ganz easy. Und ich finde, da haben sie auch recht. Und das können wir Frauen von den Männern auch lernen.

Brigitte Huber 23:55
Was einfach noch dazu kommt, das habe ich irgendwo gehört, eine Zahl ist schon ein paar Jahre her, dass Männer natürlich sehr viel mehr Zeit in Networking investieren und auch investieren können. Wenn wir jetzt wieder so eine Situation haben mit Familie, dann überlegst du dir genau, an welchem Abend du auch noch zu einem Also ich merke das jetzt, wie viel einfacher das jetzt ist. Und ich kann auch, wenn es ist, 3 Abende die Woche noch irgendwo hingehen, wenn ich, wenn ich, wenn ich lustig bin. Aber wenn du natürlich noch die anderen Verpflichtungen zu Hause hast, dann ist das auch schwierig. Also es ist auch das noch, glaube ich, was dazu kam.

Tina Müller 24:28
Das ist richtig. Das glaube ich auch.

Brigitte Huber 24:30
Also unser Podcast heißt ja Die Sache mit dem Älterwerden. Deswegen wollen wir jetzt den Blick auch auf dieses Thema noch mal lenken. Ist ja erst mal sehr, sehr schön. Wir werden jetzt doppelt so alt wie vor 180 Jahren. Wer heute 60 wird, heißt es, da hast du ja noch lang hin, aber der, der kann auch 90 werden. Positive Altersbilder sind total wichtig und gut und trotzdem so einfach ist das nicht. Wie siehst du denn das? Wird Altern heute mehr akzeptiert oder wird es nur anders optimiert?

Tina Müller 25:02
Also ich glaube im Gegenteil, Altern wird heute noch viel weniger akzeptiert, weil jeder schraubt man schraubt ja dran rum, möglichst lange jung auszusehen und jung zu bleiben. Und dieser ganze Longevity-Trend, das ist ja eigentlich zwei Trends in einem. Der eine Trend, Longevity heißt ja Langlebigkeit, es heißt ja eigentlich alt zu werden. Aber was ja eigentlich gemeint ist, dass man noch gut zurecht ist, wenn man alt und älter wird. Ja, und dass in dieser letzten Phase des Lebens dass eben man nicht gebrechlich und mit viel Hilfsmitteln ausgestattet werden muss, sondern dass man dann noch vital und fit ist. Das ist der zweite Aspekt der Langlebigkeit. So, und die Grund— den Grundstein, den muss man ja eigentlich vorher legen. Ja, wenn man dann schon mal 85 ist, kann man immer noch anfangen, weil ich habe ja mal ein Buch geschrieben. Zum Jungbleiben ist es nie zu spät. Das zeigen ja auch alle Statistiken. Dass man auch mit 85 noch Muskeltraining machen kann und davon profitiert. Ja, aber trotzdem wäre es gut, bisschen früher anzufangen. Und also das ist ja wie so ein Quadrat, finde ich. Man hat dieses Thema Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel, man hat dieses Thema Bewegung, ja, dann hat man dieses ganze Thema Ästhetik, ja. Und die Ästhetik läuft ja inzwischen gar nicht mehr parallel zum Alter, ja, sondern sie entkoppelt sich ja bei vielen. Also wenn man die Ästhetiktrends anschaut, dann erleben wir, wir sind ja im Moment in einer Phase, wo ja ein Facelift gerade wieder total zurückkommt, ja, um dann eben doch dann mal einmal wirklich durchzuziehen, ja. Und dann kann man natürlich sagen, ich ich gleich die Optik meinem Gefühl oder meinem, meiner Gesundheit wieder an, weil ich habe so viel jetzt für meine Langlebigkeit getan, dass ich eigentlich 10 Jahre jünger bin vom Körper. Da muss die Optik aber bitte auch 10 Jahre jünger sein. Also das kommt ja immer so ein bisschen drauf an, wie das aussieht. Und dann hat man ja diese, diese vierte Komponente aus meiner Sicht, das ist die ganze mentale Komponente. Und das Das weiß man ja heute, wenn man wirklich mal schaut in die Generation, die jetzt 90 plus ist, ja, die, die man ja so als Longevity par excellence betrachten kann. Meine Mutter ist jetzt 92. Wenn ich mir das mal anschaue, was ist denn dann noch ein großer Faktor? Das ist das Soziale, das ist die mentale Einstellung. Wie steht man überhaupt zum Leben? Wie viel Kontakte hat man dann noch? Ja, wie ist man eingebunden in ein soziales Gefüge? Und hat man denn da auch noch irgendwie eine Aufgabe? Auch wenn es jetzt, ich meine jetzt nicht einen Job, sondern eine Sinnhaftigkeit. Und dieser Einklang dann zwischen dem Körperlichen und dem Seelischen und diesem Mentalen. Ich glaube, nur wenn das in Balance ist, dann schafft man das wahrscheinlich. Glücklich auch zu altern. Und man trotzdem kann einem irgendwas aus der Bahn werfen. Ich meine, mein Onkel hat immer zu meiner Tante gesagt, ja, die Erika, die stirbt gesünder, weil meine Tante hat schon vor 30, 40 Jahren ihre, die hat das gemacht, was heute eben ganz viele machen, alles getan, um gesund zu bleiben. Und ja, am Ende müssen wir alle sterben und Dann sterben wir halt gesünder.

Brigitte Huber 28:44
Du hast, war auf LinkedIn auch letztes Mal zu lesen, selber auch nachprüfen lassen, wie alt du bist. Also tatsächlich, ja, in deinem Pass steht ein anderes Alter, als da bei diesem Test rauskam. Du bist 7 Jahre jünger. Was hat dich gereizt, das herauszufinden?

Tina Müller 29:02
Also mich hat das, also ich mache regelmäßig einen Check-up und mich hat jetzt gereizt, dass das ein Check-up ist, der nach irgendeiner Kalkulation dann auch nachher noch sagen kann, Wie ist denn jetzt der Unterschied zwischen dem Alter im Pass und dem biologischen Alter? Das hat mich daran gereizt. Und was man auch sagen muss, bei diesem Check-up gab es eben Übungen, die in einem normalen Check-up nicht enthalten sind. Also Kraftübungen, um zu messen, wie viel Kraft hat man, weil die Armkraft zum Beispiel ein guter Indikator ist, wie viel Autonomie man noch im Alter hat. Das Gleiche gilt auch für Oberschenkelmuskeln. Ja, kann ich später noch gut alleine aufstehen oder nicht? Ja, und Balance ist auch so ein Thema. Wie gut ist man? Das sind alles Indikatoren, wie man später dann zurecht ist, ja, wenn man ein hohes Alter erreicht hat. Und das, das fand ich sehr interessant, weil solche, diese Teile eines Check-ups sind jetzt nicht so normalerweise enthalten.

Brigitte Huber 30:07
Ja, ich kann mich noch gut erinnern. Ich habe auch vor ein paar Jahren so einen Check-up gemacht. Also da haben sie mir Gott sei Dank nicht mein Alter verraten, aber da ging es eben auch so um Balance. Und dann sagte der Arzt, also Balance wäre jetzt nicht so meine Hauptdisziplin. Und dann habe ich gesagt, na ja, ich habe auch gar nicht mehr vor, im Zirkus aufzutreten. Fand er nicht so lustig und hat einfach gemeint, also das würde ich dann schon merken, wenn ich irgendwie in 10, 20, 30 Jahren mal stürze oder sonst irgendwas. Das hat nichts mit Zirkus oder Manege zu tun. Ja, insofern das ein ganz wichtiger Punkt. Also das, das hat dich daran gereizt?

Tina Müller 30:40
Ja, ja, ja, ja, genau. Und das war wirklich sehr allumfassend. Ja, auch dieses zum Beispiel dieses VO2max, also diese ganze Kapazität, diese Lungen- oder Herz-Kreislauf-Kapazität, die ein guter Indikator ist. Wie ist man denn da so zurecht? Ja, so kann man sich ja da ein bisschen durchhangeln, um um dann, und das ist ja eigentlich die Quintessenz, um dann zu sagen, okay, wie sieht es denn jetzt aus? Ja, was, wo liegen da meine Stärken und wo sollte man vielleicht ein bisschen speziell dann was tun, damit man sich da noch besser aufstellt?

Stephan Seiler 31:19
Genau diese Frage: Was gehört denn dazu? Was kann ich tun, damit ich lange lebe und auch möglichst lange vital bleibe? Die beschäftigt mich ja schon seit Jahren. Das ist für mich auch ein großer Motor, warum ich hier mit Brigitte jede Woche zusammen mit spannenden Gästen genau über diese Themen spreche. Magst du vielleicht uns einen kleinen Schlüssellochblick gewähren? Was investierst du in dieses Thema zeitlich, energetisch, vielleicht auch finanziell in das ganze Thema? Denn ich glaube, für mich ist das immer wieder so ein kleiner Punkt, aber vielleicht auch für viele Hörerinnen und Hörer da draußen, die stresst das ja auch im Sinne von: Oh Gott, das ist ja wie ein richtiger Job. Das ganze Thema älter werden, gesund älter werden, damit will ich lieber gar nichts zu tun haben. Dann mache ich lieber so weiter wie bisher. Also kannst du uns da vielleicht so einen Einblick geben, wie es bei dir ausschaut?

Tina Müller 32:06
Also ich gebe dir total recht, das kann in Stress ausarten. Das kann auch, die ganzen Tracker können in Stress ausarten. Ich habe verschiedene Tracker auch gehabt. Ich trage auch diesen Oura Ring, den ich manchmal weglege, weil ich will nicht hören, dass meine Tagesform schlecht ist. Ich weiß es selbst. Ja, trau deinem Bauchgefühl. Ja, genau. Ja, und dann zieht es einen ja eher runter. Ja, also noch mal, um auf diesen Check-up zurückzukommen. Für mich war da der springende Punkt. Ich hatte diesen Test auch schon mal bei meinem Arzt vorher gemacht, diese Messung Sympathikus und Parasympathikus. Das ist ja eine Messmethode, so eine Atem. Also man atmet einfach mal 5 Minuten und dann mit Kommando. Ja, und dann kann man messen, okay, wie gestresst ist man eigentlich? Und ich hatte den Test schon mal vor einem Jahr gemacht und da war das durchaus optimierungsbedürftig. Und dann habe ich eine App verordnet bekommen, eine Atem-App, und habe da mal angefangen, das zu tun und habe das mal, ich glaube, 3 Monate gemacht und habe den Test wiederholt. Und oh Wunder, dramatisch besser. Und mir war nicht so bewusst, was Atmen nach bestimmten Rhythmen dem Körper geben kann an Entstressung. Und das ist, man denkt immer, also ich habe immer so gedacht, na ja, also hier volle Nahrungsergänzungsmittel rein, alles rein, Bluttest machen, gucken, wo fehlt was, alles überfüllen, schon mal super. Ja, dann Sport versuchen klarzuziehen. Ja. Aber dieses Ganze, das ist unheimlich, auch was mit Stress und mit, mit diesem Teil zu tun hat. Das habe ich auch so ein bisschen ignoriert, bis ich diese Tests gemacht habe und wo auch der Arzt mir gesagt hat, er hätte ganz viele Performer hier sitzen. Ja, das wäre ein ganz typisches Muster von diesen High Performern. Ja, und das wird aber auf Dauer nicht gut gehen. Also das, das führt nicht zur Langlebigkeit. Wenn man sich komplett durchstresst und versucht, das mit anderen Dingen auszugleichen. So, und ich meine, man muss das andere ja nicht lassen. Aber das habe ich, glaube ich, heute viel besser verstanden als noch vor einem Jahr oder anderthalb, dass diese Komponente des Zurruhekommens, ja, Pausen machen, mal gar nichts machen. Ja, also in die In meiner Taktung ist gar nichts machen gar nicht auf dem Programm mehr gewesen.

Brigitte Huber 34:47
Wie machst du das denn jetzt? Gar nichts machen?

Tina Müller 34:50
Ja, ich kann es besser. Ich versuche es auch. Ja, aber es fällt mir nicht so einfach, weil man so getrimmt ist auf: Man muss, kann immer was machen und man kann immer was optimieren. Und wenn es dann daran, wenn es darum geht, sein Lifestyle zu optimieren, um länger zu leben. Und das artet dann in Stress aus. Also das ist nicht das Heil, ist nicht ein Riesenprogramm zu machen und dann gar keine Zeit mehr für irgendwas zu haben. Das wird nach hinten losgehen, dieser Schuss.

Brigitte Huber 35:23
Absolut. Ich habe es auch gesehen bei LinkedIn. Da hast du auch mal Achtsamkeitstraining mit Schafen ausprobiert.

Tina Müller 35:30
Ist es etwas, was du uns ernsthaft anbieten Ja, also ich glaube daran, dass Tiere einen unheimlich guten Einfluss haben und einen entstressen. Ja, ich bin mit Katzen groß geworden. Ich bin ja auch damals in der Natur groß geworden. Meine Eltern hatten einen Riesengarten und so. Also das glaube ich total. Und die, das sind zwei, eine Freundin von mir, die das jetzt anbietet, dieses Schafstraining. Ich werde da hingehen in, ich glaube, 3 Wochen ist es ja. Und werden das ausprobieren. Ja, ich fand das total spannend und habe gesagt, ich poste das mal, vielleicht kommen noch mehr mit aus meiner Community. Ich bin sehr gespannt. Also es hat noch nicht stattgefunden.

Brigitte Huber 36:11
Es hat noch nicht stattgefunden. Also man kann noch, man kann noch mitkommen. Apropos Freunde, Beziehungen, wie wichtig sind die in deinem Leben und wie viel Platz haben sie in deinem nahezu Chat-Setting-Leben? Zwischen.

Tina Müller 36:25
Ja, also sehr wichtig, weil Ich bin ein Mensch, ich fresse nichts in mich rein. Ich muss alles besprechen. Ja, also ich verarbeite die Dinge im Gespräch und nicht im Selbstgespräch, sondern im Gespräch. Und dafür braucht es natürlich entsprechenden Kreis, ja, der sehr nah dran ist aus Familie, Partner, Freundin, enge Freundin, um das dann auch zu tun. Ja, und das ist, weil ich sage mal, ich glaube, ich habe nie eine Therapie gebraucht, weil ich diese sehr gut, dieses sehr gute Umfeld habe, um es zu besprechen und um dann auch Ratschläge zu bekommen. Aber manchmal ist es auch gar nicht so wichtig, dass man Ratschläge bekommt, sondern einfach, dass man es mal gesagt hat, dass man es mal ausgesendet hat. Ja. Hat und damit auch losgeworden ist und seine Seele damit entlastet hat. So, und ich finde, es gibt nichts Wunderbares im Leben, als wirklich enge, sehr enge Freunde zu haben, in guten Zeiten, aber vor allen Dingen auch in kritischen Zeiten, die einen auffangen, aber auch umgekehrt, die man eben auch auffangen kann. Und ich, das wissen auch, das weiß mein Freundeskreis, Wenn was ist, ich würde alles stehen und liegen lassen. Also da gibt es für mich nichts Wichtigeres. Und das habe ich auch umgekehrt erfahren. Und das ist ja etwas, was man dann auch mitzieht. Mit einigen bin ich ja seit 30, 40, 50 Jahren befreundet und da braucht man ja auch gar nicht mehr viel. Also das ist einfach, das Fundament ist so stark. Es gibt natürlich Momente, das hätte ich nie gedacht, dass ich das erlebe in meinem Leben. Wo auch mal eine sehr enge Freundin wegbricht und aus unerfindlichen Gründen, wo man plötzlich mit einer Situation konfrontiert wird, wo es diese Freundschaft nicht mehr gibt. Und daran merke ich auch, wie wichtig mir das ist, weil da habe ich extrem drunter gelitten und lange drunter gelitten. Das war fast wirklich wie eine Trennung, als wenn man von einem Mann irgendwie verlassen wurde. Wenn man nach 20 Jahren Freundschaft plötzlich, wenn das beendet ist. Aber das hat mir auch gezeigt, wie wichtig mir das ist grundsätzlich und wie wertvoll das ist, diese Freundschaft.

Brigitte Huber 38:53
Absolut.

Stephan Seiler 38:54
Henkel, Opel, Douglas. Wie passt das alles zusammen? Großkonzerne sind auf der einen Seite, aber auch Marken, die mehr in der Nische sind, ein bisschen kleiner sind. Was hat dich daran gereizt? Jetzt zum Beispiel Veleda. Als Chefin zu führen? Wie wichtig ist dir, dass die Marke von dir selbst gemocht wird, dass du sie vielleicht sogar selbst benutzt? War das so auch bei Opel, bei Douglas, bei der jetzigen Marke? Hast du die schon quasi vorher benutzt und gefahren, aufgetragen?

Tina Müller 39:23
Also ich glaube, man kann nur eine Marke erfolgreich managen, wenn man zumindest mal Respekt vor der Marke hat, aber sie irgendwo auch mag. Sich damit identifizieren kann. Ich glaube, dann ist man einfach besser. Man kann natürlich auch für Marken arbeiten, die man selber gar nicht verwendet. Ja, das geht alles. Ich glaube aber trotzdem, also für mich würde ich mal sagen, I'm at my best, wenn ich mich auch gut mit der Marke identifizieren kann. Ja, und ja, zum Beispiel Douglas als Handelsmarke war deutlich größer als Veleda. Aber es geht ja gar nicht um Größe. Ich finde, Größe ist sowieso keine, keine richtige Messlatte für irgendwas im Leben. Ja, weil es geht doch darum, was kann man daraus machen und was ist eigentlich die Aufgabe dahinter? Und da finde ich es gar nicht wichtig, ob das jetzt 2500 Mitarbeiter sind oder 25.000 Mitarbeitende, sondern was ist eigentlich wirklich die Aufgabe? Und bei Weleda war es so, als man auf mich zukam für diese CEO-Position. Ich hatte Weleda, natürlich kannte ich Weleda und ich hatte auch schon mal Weleda als Produkt ausprobiert, aber war jetzt nicht, weil es nicht bei Douglas war, jetzt nicht so allererste Marke, die ich auf dem Schirm hatte. Und dann bin ich eingeladen worden, weil Weleda ja eine sehr spezielle Marke ist, Natur, also mit viel Natur dahinter. Und dann bin ich eingeladen worden nach Schwäbisch Gmünd in diesen großen Heilpflanzengarten, wo 800 Heilpflanzen angebaut werden, geerntet werden, ohne künstlichen Dünger, ohne Pestizide, in kompletter Kreislaufwirtschaft. Es ist das absolute Paradies in diesem Heilpflanzengarten. Und diese Chefgärtnerin Astrid, die auch promovierte Biologin ist, die hat mich also wirklich in diese biodynamische Landwirtschaft eingeführt, weil am Ende ist es ja fast ein, na ja, ein Agrarunternehmen, weil wir haben 6 eigene Gärten und dann Agrarpartnerschaften, wo eben Landwirte nach unseren Kriterien, nach unseren bio- und biodynamischen Kriterien anbauen. Und das ist so besonders. Und ich war ja nun lange in der Kosmetikindustrie, da gibt es kaum etwas Vergleichbares. Und diese Pflanzen werden teilweise einzeln mit der Hand geerntet, die Blüten, die kommen dann in einen in eine Tinkturen-Fermentierung. Essenzen werden dann gebildet, die dann am Ende in die Produkte kommen. Und das ist nicht nur reine Herstellung, das ist eben auch dieser Glaube daran, dass solche hochwertigen Produkte eben auch einen Heilaspekt haben und nicht nur einen Schönheitsaspekt. Weil die Gründerin von Weleda war ja eine Ärztin. Dr. Ida Wegmann war eine Gynäkologin, übrigens die erste Frau in der Schweiz, die eine eigene Klinik aufgemacht hat. Wow, super. Und dann war ja der Philosoph, der Steiner, und den jeder kennt, den jeder kennt. Ja, genau. Und die Frau kennt nämlich niemand. Ja, das ist auch so typisch für die Geschichte. Und dann gab es noch einen Chemiker und die drei haben Weleda gegründet. Und der Philosoph, der ja diese anthroposophische Lehre entwickelt hat, der ist irgendwie, den kennt jeder, kannte jeder. Aber Ida Wegmann hat eigentlich Weleda gegründet. Gründet. Deswegen ist es ja auch so schön, dass es jetzt über 100, 105 Jahre her, dass sie das Unternehmen gegründet hat. Und wir feiern übrigens dieses Jahr ihren 150-jährigen Geburtstag. Und dann gab es keine weibliche CEO mehr, bis ich dann kam. Ja, jetzt ist das Unternehmen endlich wieder in Frauenhand.

Brigitte Huber 43:18
Ja, absolut.

Tina Müller 43:19
Mich hat das damals wirklich sehr fasziniert, weil das ist eben ganz anders. Und deswegen habe ich gesagt, Mensch, also das in die Zukunft zu transformieren und da jetzt ein bisschen diese Marke an die Hand zu nehmen, die zu modernisieren. Weil das Problem war natürlich, dass die Konsumenten, Verbraucher bei Veleda deutlich älter waren und vorne Bei den Jüngeren kam nicht genug nach, weil das Marketing natürlich nicht so richtig auch auf Jüngere ausgerichtet war und alles so ein bisschen jetzt auch stehengeblieben rüberkam. Und wenn Marken nicht mit der Zeit gehen, dann gehen sie auch mit der Zeit. Das haben wir ja auch schon vielfach erlebt, dass ikonische Marken plötzlich verschwunden sind. Und es wäre ja eine Schande, wenn eine solche Marke wie Veleda, wenn das passieren würde. So, und das hat mich an der Aufgabe gereizt. Ja, und dann habe ich einfach mal angefangen.

Brigitte Huber 44:17
Und als du herkamst, kann man ganz klar sagen, da hat das Unternehmen sogar rote Zahlen geschrieben.

Tina Müller 44:21
Ja, 22 gab es einen Verlust, was nicht oft vorkam in der Geschichte von Veleda. Eigentlich nur zweimal. Aber eine Krise ist dann immer auch eine Chance.

Brigitte Huber 44:32
Und hattest du dann gleich einen Plan oder wie entsteht das denn? Also du hast ja schon gesagt, du hast gesehen, die Verwenderinnen sind eher älter, also heißt in unserem Alter oder wie?

Tina Müller 44:43
Ja, noch älter.

Brigitte Huber 44:44
Ja, okay. Also noch älter. Also heißt dann so 70 plus.

Tina Müller 44:48
Ja, genau.

Brigitte Huber 44:49
60, 70 plus.

Tina Müller 44:50
Okay.

Brigitte Huber 44:50
Und dann war dir gleich klar, also man muss mal gucken, dass man auch die Jüngeren erreicht, oder was? Was waren die entscheidenden Hebel, die du— Also man kann heute sagen, ihr habt letztes Jahr, glaube ich, das erfolgreichste Jahr in der Firmengeschichte gehabt. Also es scheint ja funktioniert zu haben, was du dir gedacht hast.

Tina Müller 45:06
Ja, hat funktioniert. Und wenn man den Kosmetikmarkt natürlich lange schon kennt wie ich, dann weiß man ja auch, wie er tickt. Braucht neue Produkte, es braucht Innovationen. Ja, weil wir alle wollen Neuigkeiten, weil wir hoffen, dass mit der Neuigkeit wir noch schöner werden, das Haar noch voller wird, die Haut jünger wird. Ja, und man triggert eben durch Neuigkeiten. Und das war das Wichtigste, zu sagen, wir müssen mal was Neues auch auf Basis unserer hohen Qualität rausbringen. Bringen für eben auch jüngere Zielgruppen, aber nicht nur jüngere Zielgruppen. Wir haben dann angefangen und haben die Linie eigentlich eher so für 40 plus, Blauer Enzian und Edelweiss, Schweizer Heilpflanzen. Wir sind ein Schweizer Unternehmen und haben dann Swiss Natural Science daraus gemacht, in die Schweizer Berge gesetzt. Und das war eigentlich der erste große Erfolg, dass man gemerkt hat, dass Naturkosmetik auch was kann, weil der Naturkosmetik bei Falten wurde immer unterstellt, wirkt das denn eigentlich? Reicht das Naturkosmetik, wenn es an die Falten geht? Ja, und mit der Linie haben wir bewiesen, dass wir mindestens genauso die Falten wegbügeln können wie die konventionelle Chemiekosmetik. Und damit war auch so ein Damm gebrochen, dass wir uns in dieses Segment der Verjüngung gesetzt haben. Und dann haben wir diese Booster-Serum-Drops eingeführt. Die man dann individuell für seine Bedürfnisse in Tages- und Nachtcreme reintropfen und mixen kann. Und das war ein Riesenerfolg bei den Jüngeren. Und dann sind wir im letzten Oktober, sind wir dann in die Parfümerie, weil da, wir sind ja eher Drogerie und Apotheke und haben gesagt, jetzt kommen wir mit einer sehr hochwertigen Gesichtspflege in die Parfümerie, nämlich mit Cell Longevity, weil Longevity natürlich das große Thema ist. Ja, verjüngt die Haut auf Zellebene mit NAD-Plus-Booster. Auch einer der ganz großen Themen im Moment überhaupt beim Älterwerden, weil der NAD-Spiegel geht runter, der fängt schon mit 25 an runterzugehen. Den kann man übrigens auch messen im Blut und der ist natürlich auch in der Haut. Und man kann die Zellen eben jetzt ein bisschen anregen, dass sie vitaler wieder werden, sich verjüngen. Und dann sieht man das natürlich auch auf der Haut. Und Veleda und Naturkosmetik ist ja nie was, was nur die Oberfläche poliert und zuschmiert, sondern es ist immer was, was tiefer reingeht, was regulativ wirkt, was die Hautbarriere wieder stärkt und hat immer diesen Gesundheitsaspekt dabei und nie nur diesen rein oberflächlichen Schönheitseffekt.

Brigitte Huber 47:49
Wie feierst du solche Erfolge oder feierst du solche Erfolge? Fragezeichen. Also ich habe eine Kollegin immer gehabt, die gesagt hat, wenn es irgendwie gekommen ist, müssen wir jetzt feiern. Während ich innerlich schon beim nächsten Ding war. Und wie ist das bei dir?

Tina Müller 48:04
Also wir machen im Unternehmen, haben wir viele Formate, um auch immer wieder alle Updates zu geben. Und da hat das natürlich auch seinen Raum, dass man das entsprechend feiern kann. Und es gibt, das finde ich auch sehr schön, es gibt bei Veleda noch richtige Feste. Ja. Es gibt ein richtiges Sommerfest, in der Schweiz heißt das Johannisfest. Ja, es gibt wirklich große Weihnachtsfeiern, es gibt einen Gesundheitstag. Also Veleda hat ja eine Kultur, es geht ja darum zu managen im Einklang mit Natur und dem Mensch. Und der Mensch steht auch sehr im Mittelpunkt. Natürlich auch wir sind ein Wirtschaftsunternehmen und haben gewisse Herausforderungen, um damit auch unten was übrig bleibt. Aber das Wertegerüst von Veleda war immer und wird auch immer sein, dass der Mensch im Mittelpunkt steht. Und das äußert sich eben an vielen kleinen Dingen auch, die Veleda macht, die ich bei anderen Unternehmen so nicht gefunden habe. Deswegen also auch das Zelebrieren.

Stephan Seiler 49:16
Apropos feiern. Wie oft feierst du selbst, dass du nicht mehr in der Automobilbranche arbeiten musst? Ja, bist du froh, dass du rechtzeitig abgebogen bist, um das in der Autometapher zu benutzen?

Tina Müller 49:26
Ja, bin ich. Ja, wobei, ganz ehrlich, das ist ja nun, wie soll ich sagen, das ist das alte Thema, wenn ich als Marke, erfolgreiche Marke, mich nicht schnell genug adaptiere, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern und wenn Konkurrenz aus irgendwo auftaucht. Und da ist es ja nun chinesische Konkurrenz jetzt vor allen Dingen im E-Mobil-Bereich. Das ist ja so ein bisschen jetzt wie in der Beauty-Industrie, die koreanischen Marken. Also alles spricht nur noch über koreanische Gesichtspflege. Das ist so ein bisschen wie im Automobilbereich, die China-Marken. Deswegen, man ist da nie gefeit vor. Aber die Antwort kann ja nicht sein, dass man sagt, ja, wir können ja nichts dafür. Die Antwort muss ja sein: Wie werden wir so innovativ, dass wir wieder an erster Stelle gekauft werden? Das muss ja eigentlich die Haltung dazu sein.

Brigitte Huber 50:24
Bevor wir jetzt noch einen kleinen Blick nach vorne werfen, ich hoffe, du hast noch ein paar Minuten nach hinten.

Tina Müller 50:29
Ja, ja.

Brigitte Huber 50:30
Super. Wir haben zwei kleine Rubriken, die wir mit dir noch gern bespielen wollten.

Stephan Seiler 50:36
Meine Premiere.

Brigitte Huber 50:37
Deine Premiere. Wie gesagt, es geht ums Das Älterwerden. Und bei dir ist da eigentlich gar kein Mangel dran an Premieren, an ersten Malen. Aber normalerweise ist es so, je älter wir werden, umso weniger machen wir Dinge zum ersten Mal. Die ersten 20 Jahre, 25 Jahre, ein erstes Mal jagt das nächste und das dehnt die Zeit auch. Deswegen fragen wir auch immer unsere Gästinnen und Gäste: Was ist denn die nächste Premiere? Die dir so vorschwebt? Hast du schon irgendwas geplant?

Tina Müller 51:09
Oh, die nächste Premiere.

Brigitte Huber 51:11
Oder gibt es eine, auf die du zurückblickst, wo du sagst, die war so cool, die möchtest du mit uns teilen?

Tina Müller 51:17
Ja, also was ich wirklich seit ein paar Monaten angefangen habe und immer so gedacht habe, nee, das ist nur so Lifestyle und so, ist Yoga. Also ich mache wirklich seit ein paar Monaten Yoga und es macht mir richtig Spaß und ich profitiere da auch total von. Und das hätte ich so nicht gedacht. Also das war wirklich Premiere in meinem Leben, dass ich das jetzt mal regelmäßig angefangen habe.

Brigitte Huber 51:43
Der herabschauende Hund gehört dazu. Ja, weil du liebst Tiere. Also in dem Fall passt der auch wieder ganz gut rein. Machst du das allein? Ja, genau. Machst du das allein oder gehst du in Kurs? Oder?

Tina Müller 51:54
Also ich habe interessanterweise, ich habe alleine angefangen. Ich habe mir eine Yogalehrerin, ist mir empfohlen worden. Und dann bin ich dahin gewackelt und dann habe ich das angefangen. Und dann habe ich das aber irgendwie in meinem Freundeskreis erzählt und dann irgendwie so: Hör mal, willst du nicht mal mitkommen? Ja, dann waren wir zu zweit, dann waren wir zu dritt und jetzt sind wir zu viert.

Brigitte Huber 52:16
Ja, ja, super. Das klingt gut. Bleibt man auch besser dran. Ja, die zweite. Möchtest du auf die zweite Rubrik, Stephan?

Stephan Seiler 52:23
Ja, gerne.

Brigitte Huber 52:26
Entweder oder.

Stephan Seiler 52:29
Die Rubrik Entweder-oder. Liebe Tina, du darfst dich jetzt entscheiden. Kurz und knapp, ohne große Begründung für den einen oder für den anderen Begriff, den Brigitte und ich nun dir vorschlagen werden. Bist du bereit für dieses kleine Spiel?

Brigitte Huber 52:43
Und vielleicht fangen wir gleich mit zwei Zitaten an. Das Leben schrumpft oder wächst im Verhältnis zu unserem Mut, ist das eine Zitat, stammt von Anais Nin.

Stephan Seiler 52:55
Das zweite Zitat stammt von einer Dame, die dir womöglich bekannt sein dürfte: „In jedem endlichen Leib leuchtet der Stern der Unsterblichkeit." Gesagt von Ida Wegmann, der Mitbegründerin eures Unternehmens.

Tina Müller 53:09
Das ist aber jetzt gemein. Also, obwohl ich Ida Wegmann sehr schätze, würde ich mich für die Nummer 1 entscheiden, das erste Zitat.

Brigitte Huber 53:20
Zitat. Okay, dann jetzt sind es nur immer zwei Begriffe und lass dich nicht irritieren. Tina Stephan fragt dann trotzdem mal nach, warum du dich so entscheidest. Einfach ignorieren.

Stephan Seiler 53:30
Ja, ignorieren oder wie du willst.

Brigitte Huber 53:32
Okay. Optimierung oder Natürlichkeit?

Tina Müller 53:36
Optimierung.

Stephan Seiler 53:38
Rat geben oder Rat annehmen?

Tina Müller 53:42
Rat geben.

Brigitte Huber 53:43
Glauben oder Wissen?

Tina Müller 53:45
Glauben.

Stephan Seiler 53:46
TikTok oder Brief?

Tina Müller 53:47
TikTok.

Brigitte Huber 53:48
Perfekt oder gut genug?

Tina Müller 53:51
Gut genug.

Stephan Seiler 53:52
Grau oder gefärbt?

Tina Müller 53:55
Gefärbt.

Brigitte Huber 53:57
Einsam gewinnen oder gemeinsam verlieren?

Tina Müller 54:00
Gemeinsam verlieren.

Stephan Seiler 54:03
Super, dankeschön. Blick in die Zukunft, Blick nach vorne. Haut, Haare, Körper, was wird aus all diesen In der Zukunft wird Optimierung unser ständiger Begleiter bleiben. Wo wird die Grenze sein? Wenn du in die Glaskugel blickst, wie schauen wir in 10 Jahren auf das Thema Älterwerden? Worauf dürfen wir uns da gefasst machen?

Tina Müller 54:25
Das kommt drauf an, wie sich das weiterentwickelt, ob man wirklich jetzt Substanzen findet oder was auch immer findet, um das Altern deutlich aufzuhalten. Für meine Begriffe, das kann passieren oder es kann auch nicht passieren, weil ich meine, eins muss man ja mal konstatieren bei all dem, was man da schlucken kann als Nahrungsergänzungsmittel und was auch immer. Also so richtig 20 Jahre jünger wird man davon natürlich nicht. Das ist eben nicht nur ein Faktor, es sind viele verschiedene Faktoren. Aber es kann schon passieren, dass da ein Durchbruch kommt. Das hat einen riesen Einfluss auf die Gesellschaft. Weil man stelle sich mal vor, wir können alle 110, 120 werden und sind dann alle noch relativ fit. Was bedeutet das dann in der Gesellschaft? Das sind ganz andere Themen, die dann da sind. Ja, ich, ich bin gespannt. Ich hoffe auch, dass ich das erleben kann und dass ich davon noch profitieren kann. Weil ich fände es schon schön, wenn man gesund noch mal 10 oder 20 Jahre dranhängen könnte.

Brigitte Huber 55:40
Du wirst in wenigen Jahren 60 und wir haben ja schon gesagt, wer 60 wird, hat sehr gute Chancen, auch 90 zu werden. Hast du von deiner Mutter erzählt? Hast du bereits irgendwelche Träume oder Pläne fürs nächste Lebensdrittel? Oder sagst du, das lasse ich mal entspannt auf mich zukommen?

Tina Müller 55:57
Ich sage ja, ich sage ziemlich häufig inzwischen, Oh, das kann ich dann endlich mal alles machen, wenn ich in Rente bin. Ja, frag immer, was ist denn eigentlich Rente? Ja, also ich glaube, bei mir ist es so ein bisschen so, da wird ja eine Zeit kommen, wo man diesen operativen Tagesstress nicht mehr hat. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dann irgendwann gar nichts mehr zu machen. Ja, also das wäre mir zu wenig mit all dem Wissen und all der Erfahrung, die ich habe. Aber diesen super Mega-Stress, dieses Gehetze und diese super volle Agenda, weil man 5 Sachen auf einmal macht, das glaube ich schon, da freue ich mich schon drauf, wenn das irgendwann stattfindet und man eben dann auch mehr Zeit hat für die Dinge, für die man heute sich dann doch nicht so viel Zeit nehmen kann. Ja, insofern sehe ich der Sache sehr viel Freude entgegen. Auch, und, und ich glaube, wichtig ist, dass man jetzt genug in sich investiert, dass man fit bleibt und gesund bleibt, ja, also dass man da gute Voraussetzung hat, um das dann alles machen zu können, was man noch machen möchte. Und natürlich, dass man ein bisschen Glück hat, dass einen jetzt nicht irgendwas erwischt, ne, weil es kann immer irgendwas passieren, eine Krankheit kann immer kommen. Ich glaube, da braucht's einfach auch dann ein bisschen Glück bei all dem, was man selber an Voraussetzung schaffen vorkann.

Stephan Seiler 57:24
Gehst du auch deshalb öfter in diese Klinik, um dich durchchecken zu lassen, um zu gucken, was da auf dich noch zukommen könnte an Erkrankungen? Es gibt mittlerweile sogar Alzheimer irgendwie vorher schon aufgrund eines irgendwelcher Marker 10, 20 Jahre vorher erkennen. Ist das für dich auch so ein Treiber oder hat das damit gar nichts zu tun?

Tina Müller 57:44
Das ist interessant, weil man kann ja diese ganzen genetischen Tests machen, ob man eine Prädisposition Exposition hat. Das mache ich nicht, weil ich es das eigentlich nicht wissen möchte. Denn was macht man denn dann damit, wenn man das weiß? Also klar, wenn ich jetzt wissen würde, ich habe eine höhere Gefahr, Alzheimer zu bekommen, und man, wir wissen heute, dass es noch keine Lösung gibt für Alzheimer, dann ist ja die Frage, wie sehr belastet mich das jetzt, dass ich das weiß, und wie sehr belastet das mein Leben jetzt? Ja, wäre es da nicht besser, man hat das gar nicht gewusst und dann irgendwann kommt es ja sowieso. Ja, aber dann kann man sich dann damit beschäftigen und muss jetzt nicht schon sich verrückt machen. Was kann ich jetzt tun, damit das vielleicht nicht eintritt? Deswegen bin ich da nicht so auf der Schiene, dass ich diese Gentests machen möchte, um jetzt schon zu wissen, welche Themen könnten auf mich zukommen.

Brigitte Huber 58:42
Also du führst ein möglichst gesundes Leben, wie es für dich einfach eine gute Balance ist. Und dann lässt du den Rest auf dich zukommen.

Tina Müller 58:50
Genau das, das versuche ich. Ich glaube, das gelingt nicht. Also es gelingt ja nicht immer, weil es ist immer ein, wie soll ich sagen, so ein Bargaining mit sich selbst. Also es bedeutet ja sehr viel Disziplin, wenn man das alles machen möchte, was man machen sollte, damit man möglichst fit und gesund ist, nämlich viel Sport und gesund essen, kein Zucker, keine Kohlenhydrate. Da, da, da, da. Also das, was wir alle wissen, was in jedem Ratgeber steht. Ja, ich glaube, das ist ja jetzt allgemeines Wissen. Da brauchen wir ja gar nicht. Da kann man auch ein paar Podcasts zu hören, dann weiß man es auch. Ja, und irgendwo, glaube ich, muss jeder für sich eine Balance finden. Wie viel Disziplin ist dann gut und wie viel geht das auf Kosten des des Genusses und der, so mal aus dem Vollen zu leben und das wirklich zu genießen. Ja, und ich halte es so ein bisschen so, ich liebe ja Desserts, zum Beispiel, ja, eine super Sabayone, das macht mich echt glücklich. Ja, und ich weiß, das ist natürlich gar nicht gut, aber auf der anderen Seite, dann lieber einmal über die Stränge schlagen, ja, und dann richtig, ja. Anstatt jetzt irgendwie einen Löffel am Tag nur essen. Ja, ja, ich finde das, weil da komme ich noch mal drauf zurück. Meine Tante stirbt gesünder. Es kann, es kann sein, dass ich morgen unters Auto komme. Ja, und dann habe ich keine Savaglione mehr gegessen.

Stephan Seiler 60:25
Das ist kein Zustand.

Brigitte Huber 60:26
Das ist wirklich auch der Punkt bei der Recherche für unser Buch. Da haben wir mit einer Altersforscherin Professor Polidori heißt die, gesprochen und dir gesagt: Longevity, wenn man das quasi ernst nimmt, ist es ein ziemlich anstrengender Fulltime-Job und sind teuer dann noch dazu. Und da muss man schon sagen, welchen Preis zahlt man dafür, dass man vielleicht 107,5 wird? Und vielleicht wird man aber trotzdem mit 55 vom Auto überfahren. Also wie auch immer, ich würde dich immer ermutigen, vieles eher zur rechten Zeit und das mit gutem Gewissen.

Tina Müller 60:59
Genau. Und zum Beispiel meiner Mutter denke ich öfter, ja, die isst ja auch ganz gern Süßigkeiten. Soll ich ihr das jetzt ausreden? Und dann denke ich mir so, um Gottes Willen, nein. Ja, mit 92, also Entschuldigung, dann kann man auch weiter Süßigkeiten essen, wenn es einem doch viel Freude bereitet.

Brigitte Huber 61:19
Ja, und wenn ich mir denke, die bislang älteste Frau der Welt hat angeblich, die ist ist mit 120 gestorben oder so, 5 Jahre vorher mit dem Rauchen aufgehört. Weiß man jetzt auch nicht, ob sich das noch dramatisch ausgewirkt hat. Aber sie wird ihre guten Gründe gehabt haben. Tina, ganz, ganz herzlichen Dank. Ich finde, das war ein wunderbares Gespräch, wo wir wirklich über viele Themen gesprochen haben, über die wir in diesem Podcast bis jetzt auch noch gar nicht gesprochen haben. Ich bin froh, dass wir endlich mal auch so richtig über Frauen, haben wir schon auch, aber eben auch über die Themen, die die Grundlage dieses Podcasts bieten. Ganz, ganz herzlichen Dank dafür.

Tina Müller 61:55
Sehr gerne.

Stephan Seiler 61:56
Ja, vielen Dank. Das war Die Sache mit dem Älterwerden, der Podcast mit Brigitte Huber und Stephan Seiler.

Brigitte Huber 62:03
Vielen Dank an Leo Ebert-Glang für die Titelmelodie, das Sounddesign und den Schnitt und an Alina Zawalesch für die Covergestaltung. Die Sache mit dem Älterwerden erscheint mittwochs auf allen gängigen Podcast-Plattformen.

Stephan Seiler 62:17
Folgt uns, abonniert uns, dann verpasst ihr keine Folge.

Brigitte Huber 62:20
Und empfehlt uns bitte weiter, das würde uns sehr freuen.

Stephan Seiler 62:25
Wenn ihr uns Feedback schicken möchtet, egal ob positiv oder negativ, oder wenn ihr Themenvorschläge für uns habt, schreibt uns eine E-Mail, eine Textnachricht oder Sprachnachricht auf unserem Instagram- oder Facebook-Kanal.

Brigitte Huber 62:39
Alle Infos findet ihr auch in der schriftlichen Zusammenfassung Bewertung zu dieser Folge in eurem Podcast Player.

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Folge

33

·

69 Min.

Mit

Bettina Groetzki

Wie finden wir in unserem Alter einen neuen Job?

Impulse aus dieser Folge

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An den eigenen Stärken zu arbeiten lohnt sich, nur nicht deshalb, weil das andere sinnlos wäre: Als beides randomisiert verglichen wurde, mit 375 Menschen über sechs Monate, brachte die Arbeit an den stärksten Seiten genauso viel wie die an den schwächsten. Belegt ist etwas anderes: Schwächen-Feedback ist ein schwacher Hebel, im Mittel 2,7 Prozentpunkte.

💡

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Nein sagen und Grenzen setzen lässt sich üben. Tina Müller rät, das bewusst zu tun, statt sich im Job aufzuopfern, wie es ältere Generationen getan haben.

💡

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Frauen sitzen in beruflichen Netzwerken seltener an den Stellen, an denen Menschen und Chancen zusammenkommen, gemessen über 69 Studien mit 15.743 Menschen. Dass Frauen zweckgerichtetes Netzwerken moralisch anrüchig fänden, stützte sich auf eine Arbeit, die 2023 zurückgezogen wurde. Netzwerken lässt sich lernen, es ist nur keine Bringschuld der Frauen allein.

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Ein Jobangebot, das man bekommt, ruhig annehmen, statt sich von Selbstzweifeln bremsen zu lassen. Tina Müller hat die Erfahrung gemacht, dass sich der Sprung ins kalte Wasser meist lohnt.

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An den eigenen Stärken zu arbeiten lohnt sich, nur nicht deshalb, weil das andere sinnlos wäre: Als beides randomisiert verglichen wurde, mit 375 Menschen über sechs Monate, brachte die Arbeit an den stärksten Seiten genauso viel wie die an den schwächsten. Belegt ist etwas anderes: Schwächen-Feedback ist ein schwacher Hebel, im Mittel 2,7 Prozentpunkte.

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Zum Ausprobieren

Frauen sitzen in beruflichen Netzwerken seltener an den Stellen, an denen Menschen und Chancen zusammenkommen, gemessen über 69 Studien mit 15.743 Menschen. Dass Frauen zweckgerichtetes Netzwerken moralisch anrüchig fänden, stützte sich auf eine Arbeit, die 2023 zurückgezogen wurde. Netzwerken lässt sich lernen, es ist nur keine Bringschuld der Frauen allein.

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Zum Ausprobieren

Ein Jobangebot, das man bekommt, ruhig annehmen, statt sich von Selbstzweifeln bremsen zu lassen. Tina Müller hat die Erfahrung gemacht, dass sich der Sprung ins kalte Wasser meist lohnt.

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Zum Ausprobieren

Nein sagen und Grenzen setzen lässt sich üben. Tina Müller rät, das bewusst zu tun, statt sich im Job aufzuopfern, wie es ältere Generationen getan haben.

Empfohlen in dieser Folge

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buch

Brigitte Huber & Anne-Bärbel Köhle, 2025

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Haarkosmetik, Station in Tina Müllers Laufbahn

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Parfümeriekette, Station in Tina Müllers Laufbahn

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Ärztin, Mitbegründerin von Weleda

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Konsumgüterkonzern, Station in Tina Müllers Laufbahn

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Schweizer Unternehmerin und Influencerin

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Zitate aus dieser Folge

Umparken im Kopf

Berühmter Slogan aus Tina Müllers Zeit bei Opel

Folge

29

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Manchmal reagiere ich auch so ein bisschen genervt und sag dann: Hey, jetzt kriegst du hier den Job auf dem Silbertablett serviert, jetzt nimm ihn auch.

Tina Müller

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29

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Wenn Marken nicht mit der Zeit gehen, dann gehen sie auch mit der Zeit.

Tina Müller

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29

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Das Leben schrumpft oder wächst im Verhältnis zu unserem Mut.

Anaïs Nin

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29

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Ich trage auch diesen Oura Ring, den ich manchmal weglege, weil ich will nicht hören, dass meine Tagesform schlecht ist. Ich weiß es selbst.

Tina Müller

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29

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Ich glaube im Gegenteil, Altern wird heute noch viel weniger akzeptiert, weil jeder schraubt ja dran rum, möglichst lange jung auszusehen und jung zu bleiben.

Tina Müller

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29

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In jedem endlichen Leib leuchtet der Stern der Unsterblichkeit.

Ita Wegmann

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Ich bin ein Mensch, ich fresse nichts in mich rein. Ich muss alles besprechen.

Tina Müller

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Huber & Seiler

Die Sache mit dem Älterwerden.

Klüger älter werden, ohne sich jünger machen zu müssen.

Ein unabhängiger Podcast von Brigitte Huber & Stephan Seiler.

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