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61 Min.
Wie finden wir raus aus der Selbstoptimierungsfalle? Wann reicht „gut genug“? Und wie geht das überhaupt?
Schluss mit dem Optimierungswahn! Pünktlich zum Jahreswechsel hinterfragen Brigitte Huber und Stephan Seiler das Diktat der Neujahrsvorsätze. Warum fühlen wir uns oft nicht gut genug, wenn wir nicht jeden Schritt tracken oder die perfekte Version unserer selbst sind?
Psyche

Brigitte vertritt die Position, dass „Gut genug“ kein Stillstand, sondern eine gesunde Überlebensstrategie ist, die uns vor Ausbrennen schützen kann. Stephan warnt, die Formel „Gut genug“ könne aber auch zu einer deaktivierenden Selbstzufriedenheit führen und lähmen. Das Streben nach Veränderung gleiche einem riesigen Tanker: Wer versucht, das Schiff mit Gewalt auf der Stelle zu wenden, wird scheitern, doch eine sanfte Kurskorrektur um nur ein Grad sorgt durch die Kraft der Wiederholung dafür, dass man langfristig an einem völlig neuen Ziel ankommt.
Brigitte und Stephan sprechen darüber, warum Perfektionismus oft eine „weibliche Geisel“ ist, aber auch Männer unter neuen Rollenbildern ächzen. Brigitte erklärt, wie ihr die 80-Prozent-Regel geholfen hat und wie sie ihren inneren „Sklaventreiber“ in eine gute Freundin verwandelt hat. Diese Folge liefert eine Portion Milde für das neue Jahr!
Kapitelmarken
00:00 Voltaire und das Dilemma: Ist das Bessere der Feind des Guten?
01:16 Die Psychologie der Neujahrsvorsätze: Motivation oder Frustfalle?
04:40 Selbstoptimierung extrem
07:20 Perfektionismus bei Frauen vs. der neue Leistungsdruck auf Männer
13:27 Das „Good Enough“-Prinzip nach Donald Winnicott & Jesper Juul
20:52 Die To-Do-Listen-Krise: Wie viele Punkte pro Tag sind eigentlich gesund?
23:25 Praktische Tools: Zeitkontingente und die 80-Prozent-Erfahrung
25:20 Selbstfürsorge: Warum wir mit uns wie mit einem guten Freund reden sollten
44:47 Kleine Fragen / Große Fragen
52:21 Unsere Premieren: Vom Seiler-Salon bis zu neuen Einladungen
58:38 Ausblick auf Folge 15: Das Thema „Trennen, aber richtig“ mit Dorothea Behrmann
Transkript zur Folge
Brigitte Huber 0:00
Das Bessere ist der Feind des Guten. Stephan Was löst dieser Spruch von Voltaire bei dir aus?
Stephan Seiler 0:11
Zustimmung. Das Bessere ist der Feind des Guten. Es gibt immer noch ein Besseres. Auch das mal anzuerkennen, kann man manchmal schon sehr entlastend sein und auch vor Größenwahn schützen.
Brigitte Huber 0:20
Genau, weil irgendwie impliziert er für mich schon auch wenn wir zu viel des Besseren wollen, dann verlieren wir unter Umständen durchaus das Gute.
Stephan Seiler 0:29
Ach so, meinst du das okay als eine Motivation, nach Höherem und Besserem zu streben?
Brigitte Huber 0:37
Ne, ich habe den für mich schon so uminterpretiert im Laufe der Jahre, dass ich okay, wenn etwas gut ist, vielleicht lasse ich es dabei. Wenn ich es noch besser machen will. Kann sein, dass mir das Gute dann schal vorkommt, aber auch, dass ich letztlich zu viel will und weder das eine noch das andere krieg. Auf jeden Fall würde ich mal sagen, sind wir schon mittendrin in unserer kleinen Zweier Folge. Ich bin Brigitte Huber, Ich bin Stephan.
Stephan Seiler 1:03
Seiler und das ist die Sache mit dem Älterwerden.
Brigitte Huber 1:16
Und wir setzen uns pünktlich zu Neujahrs der Zeit der Vorsätze und des Besserwerdens und all das mit einem gesunden Gegenprinzip auseinander. Also etwas, das uns hoffentlich hilft, gegen zu viel Selbstoptimierung, zu viel Perfektionismus. Weil so ein bisschen, ich weiß nicht, wie es bei dir ist, Stephan, so ein bisschen sind diese Neujahrsvorsätze ja immer wieder auch so der Tadel, Ich bin noch nicht gut genug, ich muss noch besser, schlanker, gesünder oder sonst was werden. Oder wie siehst du Vorsätze? Sehe ich das jetzt zu negativ?
Stephan Seiler 1:49
Ich sehe Vorsätze prinzipiell positiver, glaube ich. Für mich sind sie eine Motivation und auch eine Möglichkeit der Selbstreflexion, gerade jetzt zum Jahreswechsel. Aber auch wenn man Geburtstag hat oder es gibt noch andere Wegmarken im Laufe eines Jahres, Urlaube zum Beispiel. Da lohnt es sich meiner Meinung nach mal kurz innezuhalten und zu schauen, wo stehe ich, wo befinde ich mich gerade und wo und was möchte ich dann gerne noch angehen in den nächsten Wochen, Monaten oder Jahren? Für mich ist das eher motivierend. Ich sehe es gar nicht so negativ.
Brigitte Huber 2:23
Und in welche Richtung gehen bei dir solche Vorsätze? Also ich denke immer voller Schrecken an den 1. Januar im Fitnessstudio und das bleibt dann ungefähr so bis Mitte Februar. Auf Einmal kommen da 1000 Menschen mit guten Vorsätzen. Ich habe nachgelesen, es gibt ungefähr ein Drittel der Leute haben gute Vorsätze. Und was glaubst du, wie lange sie im Schnitt halten?
Stephan Seiler 2:45
Eine Woche, ne?
Brigitte Huber 2:47
Es gibt viele, die hören schon nach ein paar Tagen wieder auf. Aber ehrlicherweise, die wenigsten Vorsätze überleben das erste Quartal. Und deswegen bin ich da, glaube ich, im Laufe der Jahre so ein bisschen vorsatzmüde geworden. Vor allem, was diese Zeit, Es muss Neujahr sein. Ich habe zwischendrin schon immer wieder auch Vorsätze und finde auch tatsächlich, klar, man soll ja auch immer wieder seinen Weg korrigieren oder gucken, was vielleicht noch besser für einen ist. Aber der 1. Januar, da glaube ich, habe ich mir schon lange nichts mehr vorgenommen.
Stephan Seiler 3:18
Ja, für mich geht es gar nicht so sehr um ein konkretes Programm, das jetzt 1 zu 1 abgehakt werden muss. Und es ist auch nicht so wichtig, dass am Ende x oder y dabei rauskommen muss. Also im Sinne von so und so viel Kilo abzunehmen oder diese oder jene Gewichtanzahl im Fitnessstudio jetzt stemmen zu können oder was man sich sonst so vornimmt, vielleicht auch singen zu lernen oder sowas. Es kommt da mir eher darauf an, dass so Gewohnheiten justiert werden, denn es ist so, ja, wie bei so einem, also glaube ich, wie bei so einem Tanker, wenn du das Schiff halt um ein Grad in eine andere Richtung lenkst, nur um ein Grad deine Kurskorrektur vornimmst, dann kommst du schon ganz woanders an am Ende. Und durch die Kraft der Wiederholung kann dann viel entstehen. Vielleicht kommen wir auch gleich noch mal dazu, über konkrete Vorsätze zu sprechen. Jetzt sind wir, glaube ich, eher noch in der theoretischen Abhandlung am Anfang. Aber ich finde, da steckt sehr viel Kraft drin und verstehe auch, wenn man sich da mit diesem Begriff Vorsätze daran so stört und damit nicht viel anfangen kann. Es ist ja wirklich abgehalftert. Man wird damit überladen jedes Jahr in jeder Radiosendung wird man gefragt danach oder wird es behandelt und dann scheitert man und dann fühlt man sich schlecht. Das verstehe ich alles. Aber ich möchte eben auch nicht dieses Prinzip mir zu eigen machen. Ist doch alles gut so gut genug etc. Das klingt für mich zu sehr nach Stillstand. Ich möchte was Aktivierendes haben.
Brigitte Huber 4:40
Ah ja, okay. Also da glaube ich, sind wir dann tatsächlich an verschiedenen Polen, weil die meisten guten Vorsätze wissen Wir ja drehen sich ja um Gesundheit, also ist ja auch vieles lobenswert. Meine Güte. Also Fitnessstudio gehen, kein Alkohol, keine Zigaretten, gesünder schlafen. Also das ist ja so der Hauptteich, würde ich mal sagen, aus dem die Vorsätze gefischt werden. Und deswegen ist es auch nicht erstaunlich. Ich kann spätestens ab Mitte, Ende Februar wieder ganz getrost ins Fitnessstudio gehen. Die meisten gut Fortsetzer und Vorsetzerinnen haben sich da schon wieder getrollt. Was mir so ein bisschen Gedanken macht, ist eben, dass diese Vorsätze natürlich auch zu diesem großen Megatrend Selbstoptimierung letztlich häufig gehören. Und das würde ich jetzt mal sagen, ist in unserem Breitenkreis und zu unseren Zeiten schon extrem ausgeufert. An manchen Stellen möchte ich Also wir vermessen unseren Schlaf, wir tracken uns, wir versuchen ständig an vielen Stellen besser zu werden, unseren Körper, auch unsere Seele und so weiter. Immer wieder ein bisschen nach vorne oder vielleicht sogar weniger unsere Seele, sondern eher unsere Fähigkeiten. Die Seele nehme ich fast zurück, sondern es geht dann doch häufig um körperliche Maßstäbe und um Fähigkeiten. Bei einer Skala von 0 bis 10, wie selbstoptimiert bist du, Stephan? Also 0 ist ich habe noch nie versucht aus mir rauszuholen, als ich auf den ersten Blick hinkriegen kann. Und 10 ist ich bin die geilste, beste Maschine und Version meines Selbst wird.
Stephan Seiler 6:16
Mich da in der Mitte irgendwo einsortieren. Ich glaube, die Extreme sind ja immer schwierig, nicht nur im politischen, sondern auch in solchen Haltungsfragen sich selbst gegenüber. Ich möchte weder die Person sein, die Ich muss mich gar nicht mehr weiterentwickeln, ich kann ja eh nichts mehr machen oder das muss ich in meinem Alter auch nicht mehr lernen oder sowas wie damit fange ich jetzt auch nicht mehr an. Das sind so Sätze, die höre ich immer wieder. Das will ich nicht. Auf der anderen Seite will ich aber auch nicht quasi unter so einem Diktat leben, dass ich all das umsetzen muss, was man so mitbekommt. Und da müssen wir auch selbstkritisch sagen, auch hier in diesem Format, in unserem Podcast, in die Sache mit dem Älterwerden haben wir ja immer mal wieder regelmäßig mit Gästen zu tun, die uns die ein oder andere Optimierungsformel mitgeben. Ob das die 30 Pflanzen sind, die ich jetzt pro Woche zu mir nehme oder die 30 Gramm Ballaststoffe am Tag, die Handvoll Nüsse, die man essen soll, die dann lebensverlängernd sind. Es ist mir noch einiges in Erinnerung, was ich auch wirklich umsetze, aber dennoch bin ich weit entfernt davon, jetzt den Optimierungswahn zu verfallen, hoffe ich zumindest. Oder wie geht es dir?
Brigitte Huber 7:20
Also ich erlebe das halt vor allem bei Frauen, ganz, ganz viel Perfektionismus, das wahrscheinlich eine vor allem weibliche Geißel. Die Männer in meinem Umfeld, die kann ich immer anschauen, wenn ich sage, hey, du wolltest doch bis dann und dann das und das machen. Nö, habe ich nicht geschafft, kein Problem. Da kann man viel lernen bei uns Frauen. An vielen Stellen merke ich, das ist anders. Und da geht es jetzt nicht so sehr jetzt um diese ganzen, ich sage jetzt mal Longevity und Co Geschichten, sondern ich möchte als Mutter perfekt sein, ich möchte in meinem Job perfekt sein, als Freundin und so weiter und so fort. Und das ist ein lebenslanges Frauenthema immer wieder. Und ich habe mich viel damit auseinandergesetzt. Und ich glaube, ich kann sagen, dass mir Perfektionismus schon allein deswegen nicht gelungen ist, weil ich keine Zeit dazu gehabt hätte, alle Dinge zu erfüllen, die auf meinen To Do Listen stehen. Und das nützt schon ein bisschen. Aber wenn ich mir dann gleichzeitig anhöre oder ansehe, dass der größte Stress, den wir haben, ist der, den wir uns selbst machen durch unsere hohen Ansprüche, das war jetzt letzte Woche wieder eine Umfrage und sehe, wie viele Menschen mit Perfektionismus und Selbstoptimierungswahn tatsächlich sich auch nicht so wertvoll fühlen, wie sie sich fühlen sollten, dann bin ich nicht so optimistisch wie du. Oder anders gesagt, dann bist du da vielleicht fein raus, weil du diese Antreiber nicht spürst.
Stephan Seiler 8:47
Bist du optimistisch oder meinst du optimieren?
Brigitte Huber 8:49
Du bist optimistischer als ich. Ich sehe bei dem Thema viele Menschen, wo ich sag mal, der schlimmste Sklaventreiber oder die schlimmste Sklaventreiberin sitzt im eigenen Kopf und die sagt immer, da geht noch mehr. Und das scheinst du aber gar nicht zu haben. Und das finde ich bewundernswert. Also du scheinst es nicht zu haben, dass sich das quält.
Stephan Seiler 9:09
Ja, also das ist keine Qual, das wird zu viel gesagt, aber es ist natürlich schon eine Balance, die ich da finden möchte. Und vielleicht ist das auch ein Reiz warum ich diesen Podcast hier so gerne mache, Weil ich dadurch ganz viel Input bekomme und sehr viele Anregungen bekomme, was ich denn verbessern kann in Anführungszeichen, wo ich mich in Anführungszeichen optimieren kann und zugleich aber auch im Austausch mit dir, aber auch in Gesprächen mit vielen Menschen, die diesen Podcast hören, immer wieder lerne, so eine Art Milde walten zu lassen im Sinne von es hat ja keinen Sinn, sich selbst zu kasteien und sich selbst zu verdonnern oder zu prügeln oder was auch immer, sondern wenn ich es nicht gemacht habe, wenn ich mal die 30 Pflanzen jetzt nicht schaffen sollte oder wenn ich nicht jeden Tag 20 Liegestütze schaffe oder was auch immer, dann kann ich auch mit mir gnädig sein und milde sein. Und das ist so eine, diese Balance versuche ich immer wieder aufs Neue. Und trotzdem habe ich innere Stimmen, die mich dann anschreien im Sinne von Warum bleibst du heute Abend zu Hause und gehst nicht ins zum Sport oder sowas? Ich glaube, haben wir die nicht alle, diese Stimmen?
Brigitte Huber 10:12
Also Galp Manuel, mir scheint es schon, also ich sehe das schon ganz häufig, dass der Perfektionismus dann anscheinend oder dieser harte Antreiber bei manchen noch deutlicher ausgeprägt ist. Und für mich war es deswegen dann schon eine lange Entwicklung und die sehe ich bei vielen Frauen, dass man diesem Perfektionismus und diesem Selbstoptimierungswahn etwas Gesundes entgegengesetzt. Und das wäre Für mich dieses gut genug Prinzipiell. Für mich ist es gut genug Prinzip. Ich weiß noch, als wir vor 20 Jahren, glaube ich, mal in der Brigitte ein großes Dossier gemacht haben dazu und dann weiß ich noch, dass ich mir gedacht oh, ich weiß nicht, ob mir gut genug reicht, ob das nicht nur so, ja, ob das meinen Ansprüchen reicht, weil ich doch gemerkt habe, dass ich an vielen Stellen mehr möchte. Und es war eine wirkliche Herausforderung und eine Reise und ein Prozess zu Was ist denn da, Wenn du nur 80 Prozent lieferst und abgibst? Das ist wirklich bei uns Frauen ist so diese 80 prozent ist ein geflügeltes Wort. Vielleicht müssen sich Männer damit auch weniger auseinanderzusetzen. Ich kenne auch wirklich weniger Männer, die davon so betroffen sind. Ich kenne ganz Ja gut, also ich weiß es nur so von Frauen. Ich weiß zum Beispiel letzte Woche, also Katrin, wenn du uns zuhörst, eine Freundin, die hat gesagt ich kann dann auch manchmal das Gut genug nicht mehr hören. Ich weiß, dass ich es machen muss. Zwei Kinder, gerade mal schulpflichtig, 30 Stunden Woche, macht nebenbei eine Weiterbildung, hat Eltern, die sie irgendwie versorgen muss. Und da ist 80 Prozent, wenn du immer ablieferst, schon sehr, sehr viel. Und dann aber immer zu sagen, okay, dann räume ich halt jetzt nicht mehr länger die Wohnung auf, dann gehe ich halt exakt in dem Meeting raus, auch wenn es noch nicht zu Ende ist. Das fällt sehr, sehr schwer und Frauen auch sehr, sehr schwer. Und das zu lernen, dass 80 Prozent tatsächlich oft reicht und uns reichen muss, weil wir ansonsten, weiß ich nicht, eine Erschöpfung, einem Burnout oder sonst was erliegen, das finde ich schon wichtig als Mutter. Und deswegen reagiere ich so ein bisschen kritisch auf Vorsätze. Ich weiß, es gibt viele gute und ich habe sie auch immer wieder, aber sie haben halt schon auch immer was ein bisschen mit der kleinen Peitsche zu tun. Komm, da geht doch noch mehr. Weißt du, wo ich bin?
Stephan Seiler 12:32
Ich verstehe total. Ich meine, das ist genau dieser Grundkonflikt, den wir jetzt gerade besprechen. Und ich möchte mich da auch nicht frei von machen. Ich neige auch mal mehr zu der einen Position, mal mehr zur anderen Position. Die Frage ist, was tut mir auch momentan gerade gut, wenn ich jetzt mich in Anführungszeichen faul hinlegen würde und sagen wü Ich bin gut genug, ich muss gar nichts nicht mehr bewegen. Da würde mein Körper ja irgendwann auch schreien, wenn ich nicht mehr das Bett mache und nicht mehr die Küche aufräume etc. Auch dieses Extrem will ich ja nicht. Ich will ja, dass es mir gut geht am Ende. Aber darf ich dich kurz fragen, Du hast gerade von deiner Erfahrung ja auch in den Frauenmagazinen gesprochen. Heute gibt es noch soziale Medien, die intensivieren dieses Gefühl ja noch. Stehen und standen Frauenmagazine nicht gerade für diese Optimierung im Sinne von du musst mehr tun. Das sind deine Diät Tipps, das sind die neue Mode der Saison. Wenn du quasi mithalten willst, sollst du so und so sein. Wie hast du diese Balance damals als Plattmacherin, als Brigitte Chefredakteurin austariert?
Brigitte Huber 13:27
Also wir, ich rede da jetzt definitiv von wir, weil das war eine Gemeinschaftsgeschichte. Als ich da vor, ja sind es fast 25 Jahre bei der Brigitte angefangen habe, 23, 24, da empfand ich das schon noch mal teilweise sehr apodiktisch, also die Tipps, die du da umsetzen sollst und so. Und ich bin froh, dass sich da viel verändert hat und dass es auch gelungen ist und das sehe ich bei vielen Zeitschriften, da diesen Druck rauszunehmen, sondern das einfach nur als Angebot und als Bereicherungsmöglichkeit zu sehen und nicht die drei Dinge, die sie machen müssen oder die du machen musst, damit dies oder jenes funktioniert. Und da muss man sagen, da ist eine lange Reise, Wobei es gab auch früher mal Hälfte vor, ich weiß nicht wie lange es her ist, 40, 50 Jahren, was sie machen müssen, damit ihr Mann am Feierabend eine gute Zeit hat oder sowas. Also wir kommen noch von ganz viel schlimmeren Sachen. Also so ist es nicht. Aber ich finde den Ansatz gut genug trotzdem sehr spannend, weil in der Theorie klingt der gut, er ist aber in der Praxis für uns alle oft schwer, weil es fühlt sich eben nicht fertig an und man denkt immer, da muss noch mehr gehen. Ja, wie gesagt, viele, ich sag Mütter und wahrscheinlich auch Väter, die Jobs haben nebenher und noch sich um sonst jemanden kümmern müssen, denen bleibt ja gar nichts anderes übrig, als hart Abstriche zu machen. Aber es fühlt sich erst mal nicht gut an, auch wenn die Statistik und die Erfahrung zeigt, es reicht oft gut genug, du musst nicht immer alles geben. Ich finde trotzdem, für mich war immer ganz, ganz spannend, es gibt einen britischen Kinderpsychoanalytiker, einen sehr berühmten, also sehr bekannten in dieser Branche, Winnicott heißt der, und der hat das Good enough Mother Prinzip und Konzept in den er Jahren geprägt. Und da ging es eben darum, dass eine Mutter oder ein Vater, eine Betreuungsperson, nicht perfekt sein muss, eigentlich gar nicht sollte, sondern gut genug. Das heißt Sicherheit Herstellen, Verlässlichkeit. Aber dass diese Perfektion, und das glaube ich, lässt sich durchaus übertragen auf uns selber, gar nicht so dienlich ist, weil bei einem Kind ist es so, das lernt dann nicht irgendwie mit Rückschlägen umzugehen, das muss selber Erfahrungen machen und so weiter. Und ich finde auch ganz schön fand ich auch Jesper Juul, dem berühmten Familientherapeuten, der auf die Was sind perfekte Eltern? Gesagt ein Albtraum. Also das steckt da letztlich dahinter in Wahrheit, Wir sind Menschen, zu Menschen gehören Fehler und man muss das aushalten. Und nichtsdestotrotz finde ich dieses Prinzip gut genug, das in der Psychologie extrem anerkannt und wichtig ist, gut und richtig, Aber erlerne ich es wirklich, dass ich trotzdem nicht das Gefühl habe? Also dass man zum Beispiel abends, wie du sagst, nicht zum Sport geht, auf der Couch liegt und nicht doch dann irgendwie grü Habe ich es falsch gemacht? Und das finde ich schon eine ganz schöne Herausforderung.
Stephan Seiler 16:28
Ich möchte auch gerne noch was ergänzen. Du hast ja eben davon gesprochen, dass es sehr viele Frauen betrifft. Ich würde mittlerweile behaupten, die these aufstellen, dass es auch sehr, sehr viele Männer betrifft. Denn Mann zu sein ist heute nicht mehr so vorgegeben von der Gesellschaft, wie es noch vor 40, 50 Jahren war. Da ging es ja vor allem darum, Beschützer zu sein und der Ernährer der Familie etc. Auf Emotionen wurde da nicht so geguckt. Heute wird ja quasi von uns Männern viel, viel mehr erwartet von der Gesellschaft, von unseren Partnerinnen oder Partnern, von unseren Kindern, von den Eltern, von dem Arbeitgeber etc. Ich spüre da auch einen besonderen Druck, den ich bei sehr vielen Männern wahrnehme, wenn ich dann mal mit ihnen im Vertrauen rede. Sie sollen einerseits stark sein, immer noch stark sein. Sie sollen der Beschützer sein. Sie sollen bitte die Familie oder ihr Umfeld mit einer gewissen Stabilität ausstatten, aber sie sollen eben auch emotional sein, emotional zugänglich sein, genauso wie auch empathisch von sich aus was spüren um sie herum. Sie sollen offen sein, zugewandt sein, dazu noch sportlich, fit, schlank. Das spielt ja auch im Arbeitskontext eine große Rolle. Mittlerweile wird man ja auch als Arbeitnehmer daran gemessen, ob man einen Bierbauch hat oder nicht. Dann hast du dann auch dein Leben nicht im Griff. Das sind ja auch quasi die neuen Ideale, die man dann auch wieder durch soziale Medien serviert bekommt, aber auch durch Männerzeitschriften etc. Das ist, glaube ich, ein ganz schöner Stress für alle, egal ob Mann oder Frau.
Brigitte Huber 17:55
Das glaube ich komplett, dass sich da viel verändert hat, hundertprozentig. Und ich erinnere noch an eine Geschichte zum Thema Perfektionismus von einem früheren Vorstand von dem Zeitschriften Verlag, bei dem wir beide gearbeitet haben. Und der hat gesagt, dass zum Thema Perfektionismus Männer und Frauen. Zu ihm kommen Männer manchmal rein und Herr XY, ich nenne jetzt keine Namen, ich bin jetzt seit zwei Jahren mit diesem Projekt betreut, Das läuft nicht, das weiß ich, aber hat nichts mit mir zu tun. Ich wäre jetzt bereit für das nächste Projekt. Und das wäre so der Mann, der sich da hinstellt, während die Frauen, auf die er zukommt und sagt, ich hätte da ein spannendes Projekt für sie sagen oh ne, da fühle ich mich erst zu 85 Prozent quasi gefühlssicher, da bin ich noch nicht so weit. Und ich habe das damals gehört, also ist bestimmt 15 Jahre her und habe mir oh s***. Also das ist nicht einfach, wenn das so ist. Aber es hat mit unserer Sozialisation von Frauen zu tun. Aber ich glaube absolut, dass sich das inzwischen auch leicht verschoben hat oder nicht verschoben, zu Ungunsten der Männer, aber verändert hat, dass auch Männer diesen Perfektionismus auch jenseits des Beruflichen, normalerweise hatten sie es da eher immer stärker, auch durchaus auch im familiären Kontext und so weiter haben. Das heißt, auch für die ist das wichtig, zur rechten Zeit runterzugehen vom Gas, Weil in Wahrheit passiert es ja auch häufig. Ich kenne das von mir, ich denke mir an einen Morgen noch oder an einem Anfang der Woche, also früher vor, ich weiß gar nicht, wie ich diese Woche schaffen soll. Es ist einfach viel zu viel. Ich gehe da mit Vollgas durch und am Abend oder am Freitagabend ist man zwar völlig erschöpft, aber man hat es ja irgendwie geschafft und dann denkt man oh puh, ist ja noch mal gut gegangen. Nur auf Dauer und unser Podcast geht ja auch vor allem um die zweite Lebenshälfte, wird das nicht gut gehen, weil auf Dauer wird irgendwann man zu erschöpft sein oder ich habe auch viel davon gelesen. Also dieser Perfektionismus führt halt auch überhaupt nicht zur Zufriedenheit, sondern ganz im Gegenteil, sondern immer stärker zur Unzufriedenheit. Also in Wahrheit tut man gut dran, sich mit einem ausreichenden Ergebnis, 80 Prozent ist so in etwa ausreichend, immer mal wieder anzufreunden. Und ich merke es bei mir, ich kann gut genug stehen lassen, wenn es darum geht, die Wohnung aufzuräumen, kein Problem, habe ich, wie mein Balkon aussieht gut genug. Aber wenn es jetzt um irgendwas fällt mir schwer, Ja, ich gucke einfach nicht hin, guck nicht hin. Das habe ich lernen müssen und gelernt. Oder dass man den Kuchen aus der Backmischung macht und nicht jetzt selber noch irgendwas. Wenn da ein Kindergeburtstag ist, okay. Aber jetzt beispielsweise bei einer Vorbereitung wie jetzt zu einem Podcast, da habe ich dann immer könnte ich das noch lesen und jenes und so weiter. Dann weiß ich aber aus Erfahrung, 80 Prozent reichen voll und ganz. Ganz im Gegenteil, Es wird wahrscheinlich so sein, dass wir ohnehin wieder uns selber zügeln müssen, weil wir schon wieder zu viel eigentlich sagen.
Stephan Seiler 20:52
Aber eine Frage habe ich dazu direkt. Ich habe jetzt in den vergangenen Wochen vor Weihnachten war wieder wahnsinnig viel los und wahnsinnig viel zu tun, habe ich so eine kleine To Do Krise bekommen. Auf meiner To Do Liste standen manchmal 30 bis 40 bis einmal sogar 49 Punkte an einem Tag und sorgte natürlich dafür, dass ich nächsten Tag immer noch viele To dos vom Vortag erledigen musste. Es war jeden Tag das Gefühl des Scheiterns. Ich kam da gar nicht hinterher. Ich habe manchmal dann auch 15 to dos geschafft oder vielleicht auch 20, aber es standen da immer noch wahnsinnig viele, die ich nicht geschafft habe. Wie viele To dos sind pro Tag gesund, deiner Meinung nach? Wie viel stehen bei dir maximal auf dem Zettel?
Brigitte Huber 21:30
Also das hat ja nichts mit der Menge zu tun, sondern eher mit der Qualität der To dos. Wenn da steht, ich sag jetzt mal, Altglas wegbringen, belastet einen das, glaube ich, nur so mittel, wenn man es nicht schafft. Und b, ist es unter Umständen in 5 Minuten erledigt. Wenn es aber heiß, keine Ahnung, jetzt eine Podcast Folge mit Stephan Seiler vorbereiten, dann kann ja sein, dass da ein paar Stunden Arbeit dahinterstecken. Also ich würde es nicht davon abhängig machen. Ich versuche letztlich schon zweierlei. Zum einen dann vielleicht manche Sachen gleich auf die Liste des nächsten Tages oder der nächsten Woche zu setzen. Muss das wirklich heute passieren? Und was ich wirklich auch wirklich gelernt habe, damit zu leben, dass ich nur einen Teil dieser To Dos abarbeite. Und da ist jetzt, wenn ich 80 Prozent der ToDos abgearbeitet habe, ist es oft noch viel. Ich gebe mir manchmal so kleine To Dos, weißt du, die so ganz easy sind oder die ich eh mache, immer Medi drauf. Medi steht für Meditation. Meditation mache ich jeden Tag, also 8 bis 10 Minuten und ich habe schon meinen Glück weg. Kennst du so was? Also so nice to have, easy, easy, easy to get things.
Stephan Seiler 22:42
Das habe ich auch gemacht, habe mich jetzt auch wieder ein bisschen davon verabschiedet, weil ich dachte, dann stehen ja noch mehr todos drauf. Also wie du sagst, so ganz kleine Dinge, so was wie Müll rausbringen oder meditieren oder einen Termin beim Friseur vereinbaren oder so, stand bei mir alles drauf. Aber das ist die Zahl erschreckt mich dann so, ich wache dann auf und oh 49, das kann ich ja gar nicht schaffen. Hab dann schon das Gefühl des Scheiterns. Und wenn am Ende des Abends dann immer noch, weiß nicht, angenommen ich habe 20 geschafft, was ja super wäre, stehen immer noch dreiig. Und dieses Gefühl des Scheiterns, dieses kleine Gefühl, dieses negative Gefühl, das würde ich gerne weghaben. Und ich frage mich, ob ich dann mich zwingen muss, weniger To Dos aufzuschreiben oder ob ich das aushalten muss.
Brigitte Huber 23:25
Ja, das ist das eine. Weil ein wirklich, ich sage jetzt mal, entscheidende Sache bei diesem gut genug Prinzip ist ja das. Die Erfahrung zeigt dir immer 80 Prozent reichen in aller Regel. Das ist die Erfahrung. Das heißt, es gibt auch tatsächlich so Ratschläge von wegen, dass man Dinge einfach nach 80 Prozent gefühlt, musst du dir vorher überlegen, was das ist, aufhört und guckt, was passiert, dass man diese Erfahrung macht. Es passiert nichts Schlimmes. Ich habe einen podcast, nur zu 80 Prozent wird niemand merken. Vorbereitet. Jetzt habe ich das Wort vorbereitet vergessen. Ja, also das zum Beispiel, das sind.
Stephan Seiler 24:05
Der Podcast nur zu 80 Prozent vorbereitet ist ja nein.
Brigitte Huber 24:08
Das Zweite, was auch immer wieder geraten wird und was ich auch sinnvoll wäre, eine Zeit dahinter zu setzen. Also zum Beispiel, es gibt ja Menschen bei Entscheidungen, zum Beispiel, ich kaufe irgendwas Neues, ich kaufe mir neue Ohrhörer, ich investiere darin nur 15 Minuten Punkt und dann kaufe ich die übers Netz oder sonst irgendwas, kann auch in den Laden gehen, die mir dann am sinnvollsten entscheiden. Weil das ist auch wirklich, das zeigt ja die Forschung auch immer, dieser Unterschied zwischen Maximierer und Satisfacer. Je älter wir werden, umso mehr. Also die jungen Leute sind da echt ein bisschen härter noch dran, die versuchen immer die bestmögliche, maximal beste Antwort und Entscheidung zu finden. Je älter wir werden, umso mehr merken wir, beste ist relativ und müssen wir auch nicht haben. Eine Gut genug Entscheidung reicht also bei Dingen, die wir kaufen, bei kleineren Entscheidungen und so was, das versuche ich auf jeden Fall. Und das bedeutet natürlich dann letztlich schon auch, dass du an den unterschiedlichsten Stellschrauben letztlich arbeitest. In Wahrheit geht es einfach darum, dass wir ein entspannteres, menschlicheres Verhältnis zu uns selbst und unseren Ansprüchen finden.
Stephan Seiler 25:20
Ja, und da sind wir wieder bei dem Satz, den du am Anfang zitiert hast oder dieser Formel gut genug. Und beim Aspekt mit der Milde. Wie milde bist du denn mit dir selbst? Also wie schwer fällt es dir zu, Brigitte? Ist doch doch jetzt auch okay so am Ende eines Tages, Also in der täglichen Umsetzung.
Brigitte Huber 25:40
Also ich bin da jetzt wirklich in den letzten Jahren noch mal stärker dran, weil ich war früher schon, also ich war schon meine eigene Sklaventreiberin an manchen Stellen und ich höre diese Stimme immer noch. Ich glaube, ich habe dem erzählt, es war auch in Vorbereitung auf das Buch, da habe ich dann recherchiert zu Selbstfürsorge und Christine Neff heißt ja da die große Psychologin und die sagt ja immer, man soll wie eine Freundin mit sich umgehen. Und dann denke ich ja klar, okay. Und dann höre ich mich selber zu mir sagen, als wieder mal einfach wahnsinnig viel los war und ich war dann auch eher schon schlapp und dann eigentlich hätte ich noch was vorbereiten müssen und einkaufen müssen und so weiter. Und dann höre ich mich halblaut zu mir Jetzt reiß dich doch mal zusammen. Und dann musste ich aber gleichzeitig auch lachen, weil ich mir gedacht oh, als gute Freundin würde ich jetzt so nicht mit mir reden. Und das gezielt manchmal schon, ja, aber nur sehr selten, weil sonst wird sie nicht mehr lang deine beste Freundin oder eine sehr gute Freundin sein.
Stephan Seiler 26:36
Aber ab und zu ist es auch mal gut, von einer Freundin vom Freund irgendwie durchgeschüttelt zu werden.
Brigitte Huber 26:40
Ich glaube, du hast andere Freundschaften als ich. Ich habe nicht viele Freundinnen, die Komm, jetzt hau noch mal einen rein. Sondern bei uns ist es schon eher so, dass man Ey, ich finde, du hast ganz schön viel auf der Uhr, Mach mal halblang oder du bist schon ziemlich gut. Bitte werd nie perfekt. Also das ist ja eher so der Punkt. Ich finde auch ein Motor, warum wir auch daran arbeiten sollten, wobei es ja auch schon wieder um Arbeit geht, muss man ganz klar sagen, dass wir gut genug als wirklich als gut genug sehen, ist der Abstrahl auf andere. Wer möchte denn mit jemandem befreundet, liiert oder was auch immer zusammenarbeiten, der immer perfekt ist und immer alles hundertprozentig erledigt hat, das macht einem ja auch zusätzlich Druck. Also insofern finde ich dieses gut genug, finde ich eigentlich ein ganz, ganz tolles Prinzip. Es ist nur nicht so einfach durchzusetzen und ins Leben reinzuholen, wie es eigentlich klingt.
Stephan Seiler 27:32
Da bin ich jetzt auch bei dir. Bitte nicht falsch verstehen. Also niemand mag perfekte Menschen. Es gibt, abgesehen davon, dass es sowieso nicht gibt, aber was ist perfekt? Ja, was wäre das? Aber das ist gar nicht das Vorhaben. Aber das andere Extrem kann auch dazu führen zu sagen, okay, ich muss das alles nicht mehr machen, Das ist doch auch jetzt egal, ist doch gut, so wie ich bin, ist doch alles gut. Das bekomme ich eben auch von manchen Menschen so gesagt, bei denen ich mir manchmal wünschen würde, vielleicht wäre es doch nicht so schlecht, wenn du auch mal das mit den 30 Pflanzen angehen würdest, wenn du vielleicht auch mal auch mal die Treppe nehmen würdest statt den Aufzug. Weißt du, im Sinne von, es wird ja auch manchmal so selbstgerecht, wenn man das so wie eine Monstranz vor sich herträgt, sage ich, ich bin genauso gut wie ich bin, auch wenn ich so faul wie ich bin, so bequem wie ich bin, vielleicht auch so in Anführungszeichen asozial, wie ich mittlerweile bin, weil warum muss ich meine Freunde anrufen? Ich habe doch einen Hund, Weißt du, im Sinne von, das ist doch auch alles gut genug. Und das bereitet mir manchmal Kummer, wenn ich das bei anderen wahrnehme. Und für mich selbst ist es, wie gesagt, immer so ein Austarieren zwischen diesen Extremen. Zwischen 0 und zehnmal. Hast du die Skala zwischen 0 und 10 aufgemacht. Ich möchte keine 0 und keine 10 sein. Ich will aber auch keine, also lieber keine neuen und keine Eins. Ich wäre gerne so in der Mitte. Vielleicht ein bisschen mehr Richtung Optimierung als Richtung nichts tun, aber mit so kleinen Impulsen immer wieder. Stichwort Neues lernen, haben wir auch schon gelernt, dass es gut ist, was Neues zu lernen, wenn wir gesund älter werden wollen. Darüber reden wir nachher vielleicht auch noch mal bei den Premieren. Es ist ja wichtig, dass wir, dass wir immer mal wieder was Neues ausprobieren. Und ich möchte eben keiner von den Menschen werden, die älter werden, die nichts Neues mehr lernen wollen.
Brigitte Huber 29:12
Ja, da bin ich völlig bei dir. Da bin ich völlig bei dir. Bei den Menschen, die mir da aber vor meinem inneren Auge auftauchen, die ich im Bekannten und Freundeskreis habe, erlebe ich eher dieses zu viel auf dem Gas zu sein, was die eigenen Ansprüche angeht. Also es ist ganz, ganz selten, dass ich zu jemandem sagen muss, also im übertragenen Sinn, jetzt nimm doch mal die Treppe, sondern ich habe schon eher das Gefühl, da wird viel Treppe genommen. Und insofern ist es mir dann immer als Anlage, und das hat bestimmt auch mit meinem langjährigen Job zu tun, ist es mir immer eher wichtig, die Frauen und auch die Männer, also die liegen mir genauso am Herzen, zu ermutigen, einfach nicht ständig zu viel von sich zu erwarten und zu erhoffen. Und ganz im Ernst, ich sitze hier mit einer Pulsuhr. Es ist jetzt nicht so, als wäre diese ganzen Trends auch des selbstüberwachend, selbstoptimierend an mir vorbeigegangen. Aber es war jetzt ganz lustig, ich war in diesem Jahr irgendwann mal zwischendrin zu lang erkältet, als dass ich mein Laufpensum richtig hätte machen sollen. Und jetzt muss ich auf die Uhr schauen und sagen, dass ich wahrscheinlich mein selbstgesetztes Jahresziel nicht schaffe, außer ich fange jetzt an wie eine Irre jeden Tag noch zu laufen. Ja, und ich bin nicht sicher, was ich vor zwei, drei Jahren da noch gemacht hätte, ob ich nicht doch gesagt hätte, komm jetzt, dann stehe halt noch früher auf und gehe laufen. Jetzt denke ich mir, es wird nichts passieren, Wenn ich auf 80 Prozent gucke, die habe ich schon geschafft. Also insofern Gut genug, weil 80 Prozent ist ausreichend. Und wenn ich dieses Ziel in diesem Jahr nicht schaffe, dann schaffe ich es vielleicht nächstes Jahr. Und das merke ich schon. Und das meine ich jetzt auch so, wie ich sage, ich kann auch mit meinen Unzulänglichkeiten, jetzt nenne ich es Unzulänglichkeit, das ist eigentlich schon ein verdächtiges Zeichen. Findest du ein besseres Wort mit meinen menschlichen Schwäche ist auch verkehrt.
Stephan Seiler 31:06
Eigenheiten, laissez faires, Ja, einfach, dass ich.
Brigitte Huber 31:10
Dinge loslassen, mit dem Loslassen von Zielen zwischendrin, Nachlässigkeiten, Ja, es ist doch wieder eine Nachlässigkeit. Ich wollte ja kein so negatives Wort finden, aber wie gesagt, ich finde es eine Herausforderung. Und mir hat es eben letzte Woche, als diese Kathrin das gesagt hat, noch mal wirklich, ja, es ist auch eine Zumutung, auch dieses, ja komm, geht schon. Das führt ja auch dann bei manchen dazu, Ich räume morgens 15 Minuten genau auf, mehr kann ich mir zeitlich nicht leisten, dann laufen sie aber umso schneller durch die Wohnung und räumen auf. Also das ist dann auch so. Irgendwie begrenze ich die ganze Geschichte und trotzdem mache ich mir dann in dieser kurzen Zeit Stress. Aber abgesehen davon glaube ich trotzdem dieses ich investiere nicht mehr Zeit oder Energie oder Gedanken in eine gewisse Sache, dass ich mir das immer wieder vor Augen führe. Das ist durchaus wichtig, vor allem, wenn es um ein gelassenes und gesundes Älterwerden geht.
Stephan Seiler 32:09
Du meinst nicht so viel Zeit zu investieren in die Beurteilung des eigenen Verhaltens?
Brigitte Huber 32:14
Nein, wenn ich gewisse Dinge mir vornehme, dass ich einfach sage, für die Rede zum Geburtstag meines Onkels investiere ich nicht mehr als 45 Minuten.
Stephan Seiler 32:27
Punkt. Schöne Grüße an deinen Onkel.
Brigitte Huber 32:29
Ja, es war jetzt ein Thema, das jemand anderer vor kurzem hatte und wo da muss ich mir noch ein, zwei Abende nehmen, wo ich mir Nein, du wirst ganz liebevolle Worte finden und es wird auch gehen, wenn du dir weniger Zeit nimmst, weil das kommt ja dann einfach da dazu. Da ist Perfektion in den meisten Stellen überhaupt nicht wichtig, weil die Leute finden es trotzdem rührend, wenn da zwei, drei nette Gedanken oder sowas dabei sind. Ich weiß nicht, wie deine Einstellung dazu ist, aber dass man tatsächlich sagt, für gewisse Dinge nehme ich mir ein Zeitkonto oder eine nehme ich mir eine Zeit vor. Und das scheint nach Auskunft der Fachleute tatsächlich auch ein Weg zu sein.
Stephan Seiler 33:13
Ja, das mit den Zeitkontos oder Kontingenten des versuche ich auch manchmal. Ich bin ja ein Zeitoptimist, wie wir im Gespräch mit dem lieben Zeitforscher Marc Wittmann gelernt haben vor ein paar Wochen. Und dazu auch als neurountypische Person mit ADHS neige ich sowieso dazu, das falsch einzuschätzen und auch mich dann sehr stark zu verlieben in die Momente. Da steckt natürlich auch eine große Kraft drin, weil ich weiß, dadurch werden die Dinge noch viel, viel besser, wenn ich mich jetzt abzwinge, irgendwas ganz anderes zu tun, worauf ich gar keine Lust habe. Also ich verstehe das in der Theorie. Das ist aber ich möchte Also bei manchen Dingen geht es auch, da probiere ich es auch aus und auch erfolgreich aus. Aber es gibt auch Umfelder, da fällt es mir wirklich schwer, da immer eine Minutenzeile hinzuschreiben. Dafür ist die Welt einfach anders, immer mal wieder anders. Vielleicht fällt mir der Brief die Glückwunschkarte für meine Schwester leicht und die Glückwunschkarte für meinen Onkel schwer.
Brigitte Huber 34:06
Ich glaube, es ist letztlich auch eine Sache des Leidensdrucks. Wenn du keinen Leidensdruck hast und so ganz gut durchs Leben kommst, dann ist das mit Sicherheit richtig. Es geht in dem Fall jetzt wirklich nur darum, ein Gegenkonzept darzustellen und sich dem auch zu nähern, das gegen diesen übergreifenden, ungesunden Selbstoptimierungswahn und Perfektionismus irgendwie standhält. Und der kommt natürlich manchmal in sehr vollen Leben. Und da rede ich jetzt eben von mit Familienstrukturen, mit Arbeitsstrukturen und so weiter und so fort. Noch viel mehr tritt der zutage, als wenn ich jetzt gerade mit meinem Partner oder Partnerin allein lebe und irgendwie noch einen guten erfüllenden Job habe. Dann ist es vielleicht gar nicht so ein Leidensdruck. Und das merke ich bei den Frauen. Die Frauen haben einen Leidensdruck, die und dann muss ich um fünf vor drei aus der Arbeit raus, damit ich um viertel nach drei dann dastehe. Sie sind aber irgendwie um sechs oder halb sieben haben sie das Haus verlassen, Sie lassen eine nicht fertige Situation zurück, was ich vorher gesagt habe. In der Arbeit sind sie gar nicht richtig fertig geworden und kommen trotzdem wirklich nur mit hechelnder Zunge zum nächsten Ort, müssen sich innerlich irgendwie umstellen auf diese neue Situation und müssen dann, während der nächste Block angeht, auch noch zwei, drei Sachen irgendwie nebenher machen. Und da ist es dann wo kann ich gut genug sagen und wo fühlt es sich für mich auch gut an?
Stephan Seiler 35:35
Ja, ich kann dem viel abgewinnen. Ich glaube, vielleicht schreiben wir auch mit unterschiedlichen Perspektiven und Worten vielleicht fast das Gleiche. Es geht darum, den Mittelweg zu finden oder so eine Haltung zu finden. Ich nenne sie jetzt mal liebevoll, liebevoll und streng zugleich mit mir zu sein. Also liebevoll streng im Sinne nicht mir doch egal, sondern ich bin es wert, fürsorglich und realistisch mit mir selbst umzugehen. Ich möchte gerne alt werden, ich möchte gesund sein, wenn ich alt bin. Ich möchte ja auch im Sinne von sinnvolles Leben im Alter leben auch dann die Ressourcen haben. Mir geht es also nicht darum, mit 70 noch einen Marathon laufen zu können, sondern mir geht es eher darum genug körperliche und geistige Kräfte zu haben, um das eigene Warum Tag spüren zu können, Warum ich aus dem Bett aufstehen möchte und liebe Glück, goldene Momente spenden kann. Das ist für mich eher so das höhere Ziel. Und dann ist es am Ende auch egal, ob ich heute 10 Minuten meditiert habe oder 15 oder das Ganze ausfallen lassen oder mal das Joggen sein lasse, Joggen das Laufen, das Laufen sein Lasse, ob es 40 Minuten sind oder dreiig. Also da bin ich wesentlich milder mittlerweile mit mir geworden. Aber ich kenne ganz, ganz viele, auch ganz viele Menschen, die kasteien sich, selbst wenn sie nicht sechsmal in der Woche im Fitnessstudio waren. Und die können sich tatsächlich eine Scheibe von diesen gut genug abschneiden.
Brigitte Huber 36:57
Und wir haben ja auch alle innere Antreiber. Das fand ich auch ganz spannend in der Coaching Ausbildung. Letztes Jahr habe ich da auch mal so einen Fragebogen ausgefüllt und hatte richtig Panik, habe mir gedacht, oh Gott, was wird da bei mir rauskommen? Also da geht es um sei perfekt oder sei schnell, beeil dich, heißt, sei gefällig und so weiter. Also es gibt fünf Antreiber und ich war überrascht, dass bei mir inzwischen die Ausschläge nicht mehr so hoch sind, wie sie noch vor 15 oder 20 Jahren waren. Das heißt in Wahrheit auch so was wie Perfektion oder sei stark ist auch einer nimmt mit der Zeit dann ab, wenn man ihn bearbeitet. Und das habe ich gesehen bei den jüngeren Leuten in den ern und Anfang 40 waren die Ausschläge. Durchaus noch höher. Und da bist du dann ja in Wahrheit ganz, ganz schnell bei Glaubenssätzen und Kindheitsmustern. Aber sich sowas noch mal anzuschauen und zu okay, wie bin ich denn für mich selber gut genug aufgestellt, dass ich, um bei deinem Bild zu bleiben, die Treppe noch selber hochkomme oder gehe und nicht immer den Fahrstuhl nehme, aber trotzdem auch nicht sage nach einem überlangen Tag, ich muss jetzt unbedingt noch meine letzten 300 Schritte machen, damit ich auf die komme.
Stephan Seiler 38:10
Ja, und ich glaube genau richtig. Ich glaube, da sind wir auch wieder bei den Vorsätzen. Am Ende sollte man dann auch nicht jeden Vorsatz, den man nicht eins zu eins umsetzt, als Versagen verbuchen, sondern frustriert aufgeben, sondern liebevoll mit sich sein und dann okay, heute nicht, dann fange ich halt morgen wieder an.
Brigitte Huber 38:27
Oder mein Vorsatz hey, Ich bin gut genug und das möchte ich in diesem Jahr verstehen.
Stephan Seiler 38:33
Kann auch ein guter Vorsatz sein. Hast du denn jetzt ganz konkret gefragt, hast du gar keine Vorsätze oder wollen wir mal gucken, unsere Vorsätze für das kommende Jahr?
Brigitte Huber 38:41
Nein, also es ist wirklich so, ich verändere immer wieder was in meinem Leben und dann ist es aber etwas, was mich dann anspringt in dem Moment, so wie du vorher erzählt hast, mit irgendwelchen Ernährungsgeschichten. Und wenn mir das einleuchtend erscheint, dann mache ich so was. Der Punkt ist tatsächlich, ich mache seit 30 Jahren Sport, aber eher so aus weniger aus Überzeugung, aber weil ich weiß, dass es gesund ist und das Einzige, was ich dann mal gemacht habe, ist, dass ich mehr Krafttraining gemacht habe und ein bisschen mehr Yoga oder so was. Also insofern bin ich da schon ganz gut dran. Also es gibt jetzt bei mir keine radikalen Geschichten, wo ich oder dass ich anders mit mir selber umgehe oder so was, was ich dir vorher erzählt habe, das ist eher dann so ein Erlebnis, das ich mittendrin habe und wo ich mir dann so tschaka, da brauche ich aber nicht den ersten Januar.
Stephan Seiler 39:30
Okay, lassen wir ein bisschen anders, weil mir macht Sport ja auch richtig Spaß. Also bei mir ist eher der innere Schweinehund, der mich dann davon abhält. Sobald ich aber sobald ich einen Ball in der Hand habe oder losgelaufen bin, finde ich es toll. Es ist nur der Prozess dahin, gerade im Winter, wenn es draußen kalt ist und man die Sachen dann holen muss und anziehen muss, dann nervt mich da.
Brigitte Huber 39:48
Ja, das ist halt eine Spasssportart, die du machst und ich mache dann eher so, erzähle es mir auch immer mein Partner und ich mache halt eher so Disziplinsportarten.
Stephan Seiler 39:57
Ich mach beide, ich mache ja Yoga, Laufen, Handball, also alles macht mit der, also wirklich alles.
Brigitte Huber 40:03
Ja, weil du jetzt gesagt hast, wenn du dann den Ball in der Hand hast, weil das ist glaube ich noch mal was anderes, dann ist man mit anderen zusammen. Aber ne, sei es drum. Also ich habe keine guten Vorsätze für dieses Jahr, außer dass ich ja das, ne, und fühle mich gut dabei, außer dass ich dieses Gut genug Prinzip vielleicht noch mal stärker mir anschauen werde. Ja. Und wir finden ja jeden Tag etwas Neues, womit wir uns auseinandersetzen. Ja. Erzähl mal, wie viele Vorsätze hast du?
Stephan Seiler 40:30
22 habe ich gerade gezählt.
Brigitte Huber 40:32
Also da würde ich mal sagen, da würde ich nicht, Da würde ich 80 Prozent runternehmen. Nicht auf 80 Prozent reduzieren, sondern 80 Prozent runternehmmen. Magst du mir deine drei Lieblingsvorsätze sagen, weil alles andere sprengt den Rahmen.
Stephan Seiler 40:47
Ja, gerne. Ich versuche hier mal so eine kleine Auswahl zu treffen. Also ein Vorsatz. Meine liebsten Menschen öfter kontaktieren, einmal die Woche meine Mutter anrufen. Wie oft rufst du deine Mutter an?
Brigitte Huber 40:59
Mindestens häufiger.
Stephan Seiler 41:02
Und auch Freundschaften intensiver pflegen. Da habe ich in den letzten Monaten mich auch noch stärker auf den Beruf konzentrieren müssen. Das möchte ich gerne wieder ein Stück weit korrigieren. Es geht ja um die Verbindung. Die Verbindungen machen ja unser Leben so lebenswert. Auch das habe ich ja in diesem Podcast hier schon lernen dürfen. Ich möchte entgegen meiner journalistischen Natur weniger Doom Scrolling betreiben, also weniger News konsumieren, weniger sich an dem Elend der Welt freuen ist das falsche Wort, Aber es dann doch zu konsumieren, das ist ein bisschen ein Problem mit unserem Job als Journalist oder Journalistin. In deinem Fall sind wir darauf geeicht, alles Neue aufzusaugen und ich bin auch News Junkie, aber das ist nicht gesund. Also News vor dem Einschlafen will ich nicht mehr eine Stunde vorm Zubettgehen, Telefon möglichst aus und genauso gerne auch nach dem Aufwachen die erste Stunde am Morgen. Am besten gar nicht aufs Telefon schauen. Das habe ich schon mal ausprobiert dieses Jahr und dabei ging es mir richtig, richtig gut. Das kann ich wirklich empfehlen. Das möchte ich gerne 2026 und folgende dann zur Gewohnheit machen. Und als Drittes, ich würde gerne weitere neue spirituelle Erfahrungen machen, mindestens eine neue, die meine Sinne schärft und erweitert. Ayahuasca oder diesen halluzinogenen Drang zu mir nehmen oder sonst irgendwas Schönes machen. Natürlich nicht in Deutschland, sondern da, wo es erlaubt ist, irgendwo auf der Welt. Und weil ich davon überzeugt bin, dass es noch so viel mehr gibt, was man erfahren kann, auch über sich selbst und über die Welt, in der wir sind, möchte ich auch das im kommenden Jahr gerne ausprobieren. Kannst du damit was anfangen? Hast du schon mal so was gemacht?
Brigitte Huber 42:35
Ja, ich muss nur lachen. Also bei Mutter und Freundin würde ich sagen, ja, brauche ich. Also bin ich mit mir gut in Kontakt und mit den Leuten Was war dein zweiter Fall? Ach so, mit dem News Junkie, Das zum Beispiel mache ich auch nicht. Ich gucke da am Abend nicht mehr rein.
Stephan Seiler 42:50
Ab wie viel Uhr nicht mehr? Also wie viele Stunden vorm Schlafengehen schaltest du dann quasi die Nachrichten aus oder würdest du noch das Nachtjournal auf RTL gucken oder das heute Journal, die letzte Sendung oder die Tagesschau um 8?
Brigitte Huber 43:00
Ne, also ich gucke schon heute in der Regel noch, aber also außer ich habe vorher schon Tagesthemen oder daneben oder sonst irgendwas geguckt. Nein, es ist jetzt auch nicht genau auf die Minute, aber wir sagen es schon so geschätzt eine Stunde oder anderthalb vorher höre ich auf, aber nicht so, nicht so apodiktisch. Also jetzt nicht so. Es ist einfach, glaube ich, ein reiflich. Also eine Sache, die sich so entwickelt hat.
Stephan Seiler 43:24
OK, Eine Sache möchte ich auch noch mit dir teilen und zwar, wir haben ja schon mal darüber gesprochen, wir beide in unserem privaten Austausch. Ich würde mich auch gerne endlich trauen das tun, was unter anderem Jael Adler uns zugerufen hat, die Ernährungs und Haut Spezialistin. Sie meinte, es lohnt sich mal sich durchchecken zu lassen und in so einem Bio Labor Klinik Dingsbums und da kann man ja ganz viele Marker überprüfen, ganz viele Anfälligkeiten, den großen Gesundheitscheck machen und da ist auch die große Will man das? Will man so viel Kenntnis über sich selbst haben? Ich würde es gerne machen. Im kommenden Jahr wärst du dabei. Kann ich dich überzeugen da mitzukommen?
Brigitte Huber 44:02
Ja, wir haben ja glaube ich auch bei Limrod schon mal drüber geredet, bei Volker Limrod Longevity, wo es dann so weit geht, dass das, ich nenne es jetzt mal durchschnittliche Verweilalter auf unserer Erde bestimmt.
Stephan Seiler 44:13
Folge 2 war das übrigens, um nicht.
Brigitte Huber 44:15
Sterbealter zu sagen, wo ich schon immer gedacht habe. Puh, ich weiß nicht, ob ich es genau wissen möchte, aber ansonsten finde ich sowas spannend. Es ist ja dann, ich war witzigerweise letzte Woche beim Gesundheitscheck nach ein paar Jahren wieder, wo ein Blut abgenommen wird und so weiter. Und da ist es dann einfach so, wenn man keinen Anruf danach kriegt, war alles soweit in Ordnung und soweit bin ich beruhigt. Also es wird jetzt nichts Schlimmes kommen.
Stephan Seiler 44:39
Okay, Brigitte, dann nehme ich dich jetzt mal einfach so beim Wort ganz frech. Wir lassen uns durchchecken, Freue mich drauf. Bin gespannt, was dabei rauskommen wird.
Brigitte Huber 44:47
Super, ich auch. Dann hätten wir jetzt noch ein paar Fragen im Angebot für dich.
Stephan Seiler 44:52
Ja, bitte. Ich bin ganz ohr.
Brigitte Huber 44:54
Kleine Fragen, große Fragen. Lieber Stephan, was verzeihst du deinem Körper mehr als früher?
Stephan Seiler 45:02
Ui, mein Körper und ich. Wie ist das Verhältnis? Also ich kann auf jeden Fall sagen, dass ich früher unglücklicher war mit gewissen körperlichen Besonderheiten. Meine Nase zum Beispiel, die hielt ich früher für unzumutbar krumm. Mittlerweile ist sie mir einfach völlig egal, muss ich sagen. Also kümmert mich überhaupt nicht mehr. Und dann hatte ich früher als Kind auch durch Personen in meiner Umgebung, die mir attestiert hätten, Ich hätte unfassbar hässliche Füße, hatte ein kleines Fusstrauma jahrelang und mittlerweile bin ich total happy mit meinen Füßen, finde ich wunderschön, pflege die auch gerne, habe mich quasi so richtig angefreundet, ausgesündet und sie lieb gewonnen und würde sagen, mit denen habe ich wirklich Frieden geschlossen. Und du?
Brigitte Huber 45:48
Bei mir ist es so tatsächlich, dass ich meinem Körper jetzt viel besser nachsehen kann, wenn er nicht optimal funktioniert. Also ich kann mich an eine Geschichte erinnern, da hatten wir bei der Brigitte diese Brigitte Live Interviews mit den Kanzlerkandidatinnen damals. Das war also Scholz, Laschet und Baerbock. Und vor einem dieser drei Interviews hatte ich totale Magenprobleme, also mir war schlecht und so weiter. Und dann bin ich in die Apotheke gegangen, hab mir was geholt und so und hab mit einer Psychologin darüber gesprochen und dann hat sie gesagt, also so die ich zufällig traf. Und dann hat sie Ja, was ich dann sonst gemacht hatte, habe ich ja nichts. Also ich hab halt einfach mir Medikamente geholt. Dann sagt Warum ignorieren sie, wenn ihr Körper Ihnen etwas sagen will? Und dann habe ich mir what? Was will mir mein Körper sagen? Außer dass er mich richtig stört, wenn er mir vor so einer wichtigen Geschichte irgendwie da irgendwelche Probleme macht. Aber es hat nachgehallt. Also es hätte natürlich keine Konsequenz gehabt. Ich hätte das auf jeden Fall irgendwie gemacht, aber dass ich dann vielleicht da einfach zu viel hatte, dass es Druck war oder so was, das habe ich dem gar nicht zugestanden. Und da merke ich das heute anders. Ich habe jetzt zum Beispiel diesmal gemerkt, als es wirklich wahnsinnig viel war mit dem Buchlounge und dann unserem Podcast und so weiter. Und dann habe ich gedacht, Ich habe jetzt endlich eine Woche Urlaub und dann merke ich am Anfang vom Urlaub, ich werde krank. Da hätte ich früher innerlich gegen meinen Körper rebelliert und jetzt habe ich mir Naja, okay, jetzt nimmt er sich die Zeit und so weiter. Also tatsächlich, genau. Wenn er nicht so funktioniert, wie ich will, bin ich heute sehr viel gnädiger.
Stephan Seiler 47:29
Okay, sehr schön.
Brigitte Huber 47:30
Nächste Hast du ein Lebensmotto? Und wenn ja, gilt es heute mehr als früher oder weniger?
Stephan Seiler 47:39
Ich hatte mal ein Lebensmotto, das ich jetzt aber ersetzt habe.
Brigitte Huber 47:42
Der hat das auch ja gerne.
Stephan Seiler 47:44
Früher war nicht besonders originell, was ich jetzt sage, aber früher war eines meiner Lebens Motto Motti, alles wird gut. Habe ich sehr, sehr häufig gesagt in meinen ersten 30, 35 Lebensjahren, bis ich gemerkt habe, es gibt auch Situationen, da wird nicht alles wieder gut. Muss man einfach mal anerkennen. Manche Sachen enden dann anders als gut. Nennen wir es mal, drücken wir es mal so aus. Und jetzt ist mein Lebensmotto Alles geht vorüber. Alles geht vorbei. Im Guten wie im Schlechten, egal welchen Zustand ich momentan innehabe, Alles geht vorüber. Das kann man auch global sehen, Aber auch was Schmerzen angeht, da hilft es mir natürlich, wenn es mir mal nicht so gut geht, weiß ich, das geht vorüber. Aber es macht mich auch demütig, wenn ich wunderschöne positive Erlebnisse habe. Es rührt mich dann manchmal richtig, weil ich dann merke, auch das wird wieder vorübergehen, dieses unfassbare Glücksgefühl. Umso mehr will ich es dann auch richtig fühlen mit all den Aspekten, die dazugehören, es wirklich auskosten. Da war ich nämlich früher manchmal zu streng mit mir und habe mir gedacht, ja, ja, das ist jetzt wunderbar, aber da sind noch die 15 anderen Sachen, die todos, die ich morgen wieder machen muss. Jetzt bin ich mehr bereit, das wirklich zu genießen und mich in die ganze Freude reinzuspüren als früher. Also alles geht vorüber ist für mich, ist für mich jetzt gar nicht negativ gemeint, sondern mit all den Facetten, die ich gerade genannt habe. Und darf ich dich nach deinen fragen oder nach deinem?
Brigitte Huber 49:12
Ist schon seit Jahrzehnten Love it, change it or leave it. Ich weiß gar nicht, wie ich da drauf gekommen bin. Ich fand es am Anfang dann ein bisschen holzschnittartig, aber in Wahrheit habe ich gemeint, doch, das ist mein Prinzip. Also entweder liebe ich eine Situation, wenn ich sie nicht liebe, wobei Liebe ist ein großes Wort, mit ihr schlecht klarkommen, versuche ich sie zu verändern, aber ich bin jetzt niemand, der im ewigen Hadern bleiben möchte. Und wenn ich merke, ich habe eigentlich das getan, was ich tun kann und möchte, um die Situation zu verändern, aber ich kann sie nicht verändern, dann sage okay, dann tschüssi. Und ich würde sogar sagen, das gilt heute noch mehr als früher. Früher hast du immer mal so eine Situation, also aber auch im Job, wenn es irgendwie schwierig war im Job. Ich habe dann schon versucht, Sachen zu verändern und habe mir dann eine innere Frist gesetzt. Also wenn ich nächstes Jahr April immer noch so wenig B*** habe, da auf diese Situation und am Montag da reinzugehen, dann werde ich rausgehen, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, das macht einen dann krank. Und insofern würde ich sagen, jetzt kann ich mir das sogar vielleicht noch ein bisschen mehr leisten. Und das ist mein Lebensmotto und wird es wahrscheinlich bis zuletzt bleiben.
Stephan Seiler 50:23
Sehr schöne Frage, finde ich.
Brigitte Huber 50:24
Und jetzt hast du ein Lieblingskleidungsstück der zweiten Lebenshälfte?
Stephan Seiler 50:29
Ja, Kapuzenpulli. Ich glaube, es hat sich auch nicht verändert. Es war in der ersten super. War auch in der ersten Lebenshälfte so. Kapuzenpulli drückt für mich ganz viel aus. Gemütlichkeit, aber auch Aktivität schützt einen vor Wind und Wetter. Auch wenn man in der Ost oder Nordsee unterwegs ist, vor allem in der Nordsee, wo es dann so schön stürmt, kann man die Kapuze aufziehen, ersetzt mal kurz einen Regenschirm oder was auch immer. Ist einfach ein wunderbares Wohlfühlkleidungsstück. Und es ist keine Jogginghose, nicht ganz so elendig wie eine Jogginghose. Kapuzenpulli. Yay. Und du?
Brigitte Huber 51:00
Oh, jetzt wollte ich gerade sagen, wir ergänzen uns gut, aber jetzt hast du irgendwie schon meins so im Ansatz gebashed.
Stephan Seiler 51:06
Oh nein.
Brigitte Huber 51:08
Aber es ist nicht Jogginghose. Es ist bei mir meine Yogalegging, die ich in zwei, drei Farben habe. Und ich sage jetzt spätestens seit Corona Zeiten ist die meine Lieblingshose. Sie sieht natürlich toller aus als eine Jogginghose. Selbstverständlich.
Stephan Seiler 51:23
Trägst du sie auch? Jetzt.
Brigitte Huber 51:26
Habe ich nicht verstanden die Frage.
Stephan Seiler 51:29
Trägst du sie auch jetzt gerade zur Stunde oder hast du technische Probleme gerade? Also für alle, ich trage gerade einen kaputten.
Brigitte Huber 51:34
Ich höre das nicht. Also Aber ich meine, du solltest eher sehen, dass ich eine schicke Bluse oben trage.
Stephan Seiler 51:42
Wunderschön.
Brigitte Huber 51:43
Insofern. Ja, aber es ist tatsächlich und es wird eigentlich immer schlimmer. Ich weiß nicht, wie ich dann mit 80 sein werde, weil jetzt ist es schon, wenn ich nach Hause komme und ich bin eine Stunde zu Hause und gehe dann wieder raus und weiß, dass ich wieder rausgehe, überlege ich mir, ob ich jetzt die Jeans oder was auch immer ich habe, kurz verlasse für diese Legging oder ob ich durchziehe. Und das zeigt, dass ich an der Stelle einfach schon einen verweichlichten Zustand erreicht habe. Aber das ist mein Lieblingskleidungsstück.
Stephan Seiler 52:11
Ich finde es toll. Ich finde es auch schön, dass du es so offen aussprichst. Ja, es ist nicht alles schlecht An der von Karl Lagerfeld so kritisierten Jogginghose.
Brigitte Huber 52:21
Hat auch ihre Berechtigung. Ja, absolut. So, und dann gucken wir uns doch noch an, was im Premierensektor los ist, oder? Wir haben uns doch wieder was vorgenommen.
Stephan Seiler 52:33
Meine Premiere, deine Premiere. Ja, wir hatten ja in der vergangenen Folge vor DJ Hell zwischen Kalkofe und DJ Hel hatten wir ja eine vorweihnachtliche Folge. Da haben wir uns vorgenommen, auf Premierensuche zu gehen über Weihnachten. Jetzt müssen wir einräumen, dass wir diese Folge schon vor Weihnachten aufzeichnen. Wir brauchen ein paar Tage zum Durchschnaufen. Ich hoffe, ihr versteht das. Deshalb haben wir jetzt noch nicht alle Premieren eingesammelt über die Weihnachtstage, sondern uns auch davor ein paar überlegt. Brigitte, magst du beginnen oder soll ich?
Brigitte Huber 53:05
Ich habe gesagt, ich möchte die Augen offenhalten, welche Premieren mir widerfahren. Und tatsächlich ist was ganz Spannendes passiert. Und das klingt jetzt so merkwürdig. Ich bin innerhalb von 48 Stunden zweimal wo eingeladen gewesen bei einer Freundin, wo ich noch nie eingeladen war. Und das war ganz schön, weil das hat man in jungen Jahren häufiger mal, weil man Leute kennenlernt an der Uni oder sonst irgendwas. Aber da habe ich mir jetzt echt Aha, jetzt muss ich gucken, wo die wohnt oder wo ist das Fest und so was. Und das war schön. Und ich habe es dann auch sehr bewusst aufgenommen, das Ganze. Und auch mit dem, was dann auch dazugehört. Man ist nicht nervös davor, aber man ist anders, als wenn man zum zehnten Mal zum Geburtstag von einer Freundin hingeht, wenn man wohin geht, wo man noch nie war. Man weiß nicht, wen kennt man da, kennt man da jemanden und so weiter und so fort. Also und das fand ich jedes Mal ganz spannend. Also hat mir das Leben zwei Premieren reingekippt.
Stephan Seiler 54:04
Ja, super, dass du das so sagst. Meine Premiere, die ich gerade erlebt habe, die ich teilen wollte, geht in eine ganz ähnliche Richtung. Wir haben bei uns zu Hause einen kleinen Salon eingerichtet und haben auch eingeladen, quasi anlassfrei von Geburtstagen oder anderen Festen, eine bunte Schar an Menschen, die wir mögen, aber auch die so in dieser Konstellation noch nie zusammengefunden haben und die dann zum ersten Mal einander begegnet sind. Ich kannte auch einige noch nicht und das war wunderbar. Salonabende, eine wunderbare Premiere. Ladet euch Leute ein, gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit. Aber es geht bestimmt auch im Sommer regelmäßig kleine Salonabende. Ich mag auch den Begriff schon so sehr an Salonabende.
Brigitte Huber 54:44
Im Seiler Salon bist du als ein Salonlöwe.
Stephan Seiler 54:47
Ganz genau. Ich glaube, das ist auch ein Vorsatz noch fürs nächste Jahr. Premiere, nenn es wie du willst. Salonabende sollten Einzug halten in unseren Terminkalender, in unseren Ablauf.
Brigitte Huber 54:59
Und hast du schon eine neue Premiere vor, wieder für nächstes Jahr?
Stephan Seiler 55:02
Das ist doch schon ein. Also die Vorsätze habe ich jetzt ja schon genannt, zum Beispiel Ayahuasca. Ach so, ja, um Himmels Will, das ist doch schon jede Menge. Und dann kann ich ja, ich glaube, da gibt es noch einiges dann zu erzählen im kommenden Jahr, wenn wir uns hier wieder zusammenfinden.
Brigitte Huber 55:19
Ja, ich habe mir jetzt vorgenommen, dass ich bei der nächsten Sache, die mir widerfährt im neuen Jahr, wo ich zwischen Perfektionismus und gut genug ins Strugglen komme, bewusst versuche, die gut genug zu machen und zu gucken, wie es mir damit geht.
Stephan Seiler 55:39
Ja, das ist schön.
Brigitte Huber 55:40
Also runter von den Ansprüchen, das ist schön.
Stephan Seiler 55:42
Ich habe noch eine Sache, die ich auch noch ergänzen möchte, und zwar, das betrifft sowohl Vorsatz als auch eine Ich möchte Dinge nicht mehr so persönlich nehmen und manche Bemerkungen oder was auch immer, die man so mitbekommt, nicht auf mich beziehen, sondern vielleicht auch eher mit dem Absender oder der Absenderin in Verbindung bringen. Vielleicht haben die einfach gerade einen harten Tag.
Brigitte Huber 56:03
Ja, absolut.
Stephan Seiler 56:05
Ja, das ist etwas fürs neue Jahr.
Brigitte Huber 56:08
Ja, absolut. Man ist sehr oft, also mir ist das letztes Mal so gegangen, ich war im Zug und bin da durchgegangen, sechs Stunden, wo man immer von A nach B fährt und bin immer den Leuten aus dem Weg gegangen. Und die Gegenüberliegenden haben immer so getan, als wäre das selbstverständlich. Kennst du das? Und bei der fünften Person habe ich ganz laut Danke.
Stephan Seiler 56:30
Das mache ich auch ganz oft lustig.
Brigitte Huber 56:31
Dass du das sagst. Dann hat die mich total irritiert angeguckt und hat oh, sorry, tut mir leid. Und dann habe ich Ne, da haben sie jetzt was abgekriegt, weil es waren schon vier Leute vorher, die haben das nicht gemacht und so. Und dann hat sie Nee, es tut mir leid. Ich war so in Gedanken. Und dann habe ich mir Ja, klar, die Leute sind in Gedanken, Sie meinen es nicht böse. Und ob du es glaubst oder nicht, als ich das letzte Mal wieder Zug gefahren bin, habe ich mir gedacht, ich mache jetzt wieder so wie letztes Mal. Ich gehe davon aus, die Leute sind in Gedanken und ich gehe ihnen aus dem Weg. Was passiert? Die Menschen gucken mich alle nett und freundlich an und gehen mir aus dem Weg. Und ich habe dann immer Danke gesagt. Und dann habe ich mir Ja, es liegt am Stressfaktor der Menschen. Die sind nicht alle per se so von wegen mir gehört der Zug und geh mal aus dem Weg, sondern sie sind einfach manchmal nur im Gedanken. Und das war irgendwie echt ein spannendes Learning. Also so, dass mir danach Leid getan hat, dass ich so vorwurfsvoll dieses Danke.
Stephan Seiler 57:23
Platziert habe, kenne ich ähnlich. Manchmal sage ich auch dann so ostentativ, so ein bisschen passiv aggressiv, bitteschön, wenn ich dann quasi so mich zur Seite und die Leute aber nicht Danke sagen, das regt mich dann richtig auf im Zug, wenn sie dann quasi meine meine Geste nicht wertschätzen. Ich habe aber jetzt auch das kann ich sagen, dass ich schon gemacht habe. Ich versuche es immer mehr noch positiver in die Welt zu wirken, noch freundlicher zum Verkäufer sein, zum Barista oder zur Sprechstundenhilfe etc. Weil ich glaube, dass sich positive Energie fortsetzt und dass die positive Energie immer weiter getragen wird, sich multipliziert und dann übrigens auch genauso wie negative Energie. Ich glaube, damit können wir am Ende uns auch selbst was Gutes tun, weil da kommt auch immer wieder was Positives zurück.
Brigitte Huber 58:08
Total.
Stephan Seiler 58:09
Das ist doch auch eine schöne Sache, die wir beherzigen können, die wir im.
Brigitte Huber 58:14
Nächsten Jahr noch mehr als bislang beherzigen.
Stephan Seiler 58:17
Genau, noch mehr als bislang Schreibt uns gerne, wie ihr das seht mit den Vorsätzen, mit den Losungen. Gut genug versus Selbstoptimierung, wo ihr euch da einsortiert, würde uns sehr, sehr interessieren.
Brigitte Huber 58:28
Ja, und auch Tipps, wie kriegt man das hin mit dem gut genug.
Stephan Seiler 58:32
Ganz genau. Also ich hätte da durchaus Bedarf an solchen weiteren Tipps. Es kann ja nie genug sein.
Brigitte Huber 58:38
Ja, und worum geht es eigentlich in unserer nächsten Sendung?
Stephan Seiler 58:43
In unserer nächsten Folge geht es um das lustige, positive Thema Trennung. Ja, so eine gute Laune Folge ist das.
Brigitte Huber 58:52
Wer sich als guten Vorsatz eine Trennung vorgenommen hat, der ist bei uns an der richtigen Stelle, besser gesagt bei Dorothea Beermann und uns. Sie ist Trennungscoach und hilft den Leuten durch diesen schwierigen Schritt und viele Schritte eigentlich zu gehen.
Stephan Seiler 59:09
Richtig. Und wir haben ja schon recherchiert, dass ganz viele Trennungen direkt am Jahresanfang geschehen. Also nach Weihnachten, Silvester trennt man sich offenbar besonders häufig. Und da möchten wir doch, deswegen machen wir es ja auch mit ein paar Tipps aufwarten, wie das noch besser funktioniert. Also freut euch ja, traut euch zu trennen, traut euch aber bitte nicht. Also wenn ihr glücklich seid und alles, Also ihr wisst das, wie wir es meinen.
Brigitte Huber 59:35
Unsere Zuhörenden wissen das schon einzuordnen, Stephan.
Stephan Seiler 59:39
Ja, das glaube ich auch. Also ihr Lieben, liebe Brigitte, ich wünsche euch allen einen schönen guten Rutsch und schönes neues Jahr.
Brigitte Huber 59:47
Ein schönes neues Jahr. Gerutscht sind sie doch schon, oder?
Stephan Seiler 59:50
Die Folge erscheint ja. Die Folge erscheint an Silvester. Einige werden es an Silvester, einige werden es im neuen Jahr hören. Also alle, die schon gerutscht sind, denen sagen wir schönes neues Jahr. Alle, die noch rutschen, werden guten Rutsch.
Brigitte Huber 60:03
Genau. Man kann auf jeden Fall allen ein schönes neues Jahr wünschen.
Stephan Seiler 60:07
Auf jeden Fall. Bis dahin, Brigitte.
Brigitte Huber 60:09
Bis dann.
Stephan Seiler 60:11
Das war die Sache mit dem Älterwerden, der Podcast mit Brigitte Huber und Stephan Seiler.
Brigitte Huber 60:17
Vielen Dank an Leo Ebert-Glang für die Titelmelodie, das Sounddesign und den Schnitt.
Stephan Seiler 60:22
Und an Alina Sawalis für die Covergestaltung.
Brigitte Huber 60:25
Die Sache mit dem Älterwerden erscheint mittwochs auf allen gängigen Podcast Plattformen.
Stephan Seiler 60:30
Folgt uns, abonniert uns, dann verpasst ihr.
Brigitte Huber 60:32
Keine Folge und empfehlt uns bitte weiter. Das würde uns sehr freuen.
Stephan Seiler 60:38
Wenn ihr uns Feedback schicken möchtet, egal ob positiv oder negativ oder wenn ihr Themenvorschläge für uns habt, schreibt uns eine E Mail, eine Textnachricht oder Sprachnachricht auf unserem Instagram oder Facebook Kanal.
Brigitte Huber 60:51
Alle Infos findet ihr auch schriftlich zu dieser Folge in der Zusammenfassung in eurem Podcast Player.
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Folge
26
·
65 Min.
Mit
Brigitte & Stephan
Sind wir schon klüger geworden? Was bleibt hängen nach einem halben Jahr?
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