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Welche Supplements tun uns gut, Bas Kast? Welche können wir uns sparen – und welche schaden uns? (Interview 2/2)

In dieser Folge setzen Brigitte Huber und Stephan Seiler das Gespräch mit Bestseller-Autor Bas Kast fort und nehmen den unkontrollierten Markt der Nahrungsergänzungsmittel unter die Lupe. Erfahrt in diesem Supplement-Deep-Dive alles wesentliche über diverse Mittelchen.

Gesundheit

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Etwa, warum Melatonin oft ûerschätzt wird und wieso manche Trends wie Ashwagandha sogar gefährlich sein können. Brigitte und Stephan lernen, weshalb Salz gefährlich ist, Kaliumsalz aber eine echte Lebensversicherung fürs Herz sein kann und warum Bas Kast empfiehlt, im Sommer für zehn Minuten splitternackt in die Sonne zu gehen. Außerdem: Inwiefern ist Muskelkraft wichtiger als Ausdauer, was haben Omega-3-Kapseln mit Herzrhythmusstörungen zu tun und wieso macht uns die Suche nach Sinn glücklicher als die bloße Jagd nach Spaß. Zumindest wenn es nach Bas Kast geht.

Kapitelmarken

  • 00:00 Begrüßung & Start von Teil 2 des Interviews

  • 02:49 Schlaf-Hacks: Melatonin-Dosierung und die Risiken von Ashwagandha

  • 13:42 Das Salzmysterium: Warum Natrium tötet und Kalium schützt

  • 20:08 Vitamin C & Vitamin D

  • 30:15 Krafttraining & Creatin

  • 36:08 Omega-3 & Collagen

  • 49:48 Retinol, Sonnencreme und Anti-Aging-Cremes

  • 56:38 Projekt „Slowager“: Alzheimer-Früherkennung durch neue Biomarker

  • 1:03:48 Kasts Philosophie des Älterwerdens: Sinnhaftigkeit statt nur Spaß

Transkript zur Folge

Bas Kast 0:00
Was man dann nach und nach entdeckt hat, dass Vitamin D nicht nur wichtig ist für diese Calciumaufnahme, sondern fast alle Zähne, sehr viele Zellen im Körper haben einen Vitamin D Rezeptor. Es wirkt das Hormon. Das führt dann dazu, wenn dieser Rezeptor aktiviert wird, dass dann Gene aktiviert werden oder stillgelegt werden. Die ganze Genaktivität wird verändert dann in der Zelle, wenn du dein Gesicht schützt mit dem Hut und dann so in der Mittagssonne, wenn es wirklich ordentlich ist, 10 Minuten splitternackt, freuen sich auch deine Nachbarn drüber, splitternackt raus und dann einfach mal so zehn Minuten, nicht zu lange natürlich, bevor da überhaupt eine Rötung stattfindet. Und dann hast du schon mehr als diese 1000 Einheiten über eine Tablette. Und was auch interessant ist, ist, dass wenn das über die Haut kommt, das sieht man auch so an Blutwerten, das hat man alles gemessen, dass wenn du so eine Tablette nimmst, dann geht das Vitamin D hoch und Skinfluencer, ja, Kollagen war ich sehr hin und her gerissen und kann sogar sagen, dass meine Buchversion sich immer entwickelt hat, war ich fast schon pro, dann bin ich wieder kontra. Am Ende ist das, ich führe den Leser nach wie vor durch das Für und Wider und und ich denke nicht, dass Kollagen irgendwie riskant oder problematisch ist.

Stephan Seiler 1:25
Herzlich Willkommen zu Teil 2 des Interviews mit Bas Kast, dem Bestsellerautor Ernährungskompass, Kompass für die Seele und jetzt eben auch der Vitamin und Nährstoffkompass. Da nimmt er ja alle möglichen Nahrungsergänzungsmittel auseinander. Vor einer Woche haben wir in Teil 1 schon mal das große Bild uns angeguckt und heute wollen wir einen richtigen Deep Dive machen. Das ist ein Kompaktkurs in Sachen Mittelchen, Substanzen, all das, was wir konsumieren können, um uns tatsächlich oder nur vermeintlich zu einem längeren und gesünderen Leben zu verhelfen. Brigitte, was passiert heute?

Brigitte Huber 2:01
Wir haben mit ihm darüber gesprochen, was er Frauen ab Mitte, Ende 40, 50 Rät, also Stichwort auch Menopause, by the way, haben wir dann auch von ihm erfahren, wann seine Frau zuletzt zu ihm gesagt hat, ich könnte dich umbringen. Wir haben mit ihm beraten, wie wir uns beim Thema Schlaf unterstützen lassen könnten und wovon wir besser dringend die Finger lassen könnten. Da gibt es auch den einen oder anderen Hype, der nicht so ohne weiteres ist.

Stephan Seiler 2:28
Das ist ein Riesiger Ritt durch die ganzen Mittel und Mittelchen, die man so kennt. Wir reden auch über Salz, über Taurin, über Vitamin C, über Vitamin D, über Retinol und so weiter und so fort. Ich wünsche euch viel Spaß, aber nicht zu viel Spaß, denn Spaß ist auch so ein Thema mit dem, was Kast sein Problem hat. Hört ihr am Ende dieser Folge. Ich bin Stephan Seiler.

Brigitte Huber 2:49
Ich bin Brigitte Huber und das ist die Sache mit dem Älterwerden. So, lieber Bas, jetzt von der Theorie in die Praxis nochmal bzw. In die einzelnen Felder, wo unter Umständen Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel ins Spiel kommen. Und ich fange mal mit einem an, das für viele Menschen nicht erst im Alter beim Älterwerden, sondern generell schon Thema sein kann und das ist Thema Schlaf. Und wo es in den letzten Jahren ja auch immer etliche Substanzen gab, mit denen wir uns süße Träume versprochen haben. Was würdest du da sagen ist empfehlenswert und wo von würdest du lieber die Finger lassen?

Bas Kast 3:41
Ja, also ich glaube beim Schlaf, ich bin ja selber jemand, der unter schlechtem Schlaf leidet und seit Jahren schon, es wird auch mit dem Alter nicht besser Und ich selber merke auch klar, woran das liegt. Das ist in erster Linie so stressbedingt, wobei ich gar nicht klage über Stress. Also das ist durchaus so ein angenehmer Arbeitsstress, Also so ein eher, ich würde es eher hochgehypt nennen, halt Fokus, Beschäftigung, angeregt sein, begeistert sein auch, aber sorgt halt auch dafür, dass ich dann abends, das ist noch weiter rattert, dass ich halt noch wach da liege und ich merke zum Beispiel im Urlaub schlafe ich gut und wenn ich, wenn ich runterschalte, schlafe ich gut. Und ich muss zur Relativierung sagen, dass die Supplements, die ich auch selber ausprobieren, die haben einen begrenzten Effekt auf meinen Schlaf, wenn dieser grundlegende Stress da bleibt. Die können nicht gegen diesen Stress an. Das nur vorweg, dann gibt es einfach wirklich Befunde, wo man das getestet hat. Das erste Supplement ist natürlich Melatonin, Schlafhormon, das von der Zirbeldrüse gebildet wird. Da würde ich einfach sagen, hier sieht man so generell, dass es leichte Effekte, aber die halten sich sehr in Grenzen. Also wenn wir jetzt über die Größenordnung sprechen, ist ja auch interessant in der Wissenschaft oft die Rede von signifikanten Effekten und dass Leute sagen dann, das ist hochsignifikant, womit dann so ein bisschen suggeriert wird, dies ist ein ganz wichtiges Ergebnis. Signifikanz bedeutet nur, dass wir einen sozusagen einen statistisch bedeutsamen Befund insofern haben, als die Unterschiede zwischen Experimental und Kontrollgruppe sehr wahrscheinlich nicht auf Zufallsprozesse zurückzuführen sind, sondern wir haben einen echten Befund. Das sagt uns noch nichts über das Ausmaß oder die Stärke dieses Befunds. Und da ist Melatonin, also diese Ergebnisse sind signifikant, aber die Stärke hält sich in Grenzen. Also konkret gesprochen, wenn du Melatonin nimmst, darfst du damit rechnen, im typischen Durchschnittsfall, dass du ein paar Minuten schneller einschläfst. Ein paar Minuten.

Brigitte Huber 6:06
Und hilft es auch beim Durchschlafen?

Bas Kast 6:08
Ja, ein bisschen kann das vielleicht auch beim Durchschlafen helfen, aber da ist ein bisschen die Funde jetzt schon nicht mehr so ganz super duper überzeugt. Es ist vor allem eine Art von so Taktgeber, der sagt, okay, wir, wenn das Melatonin wird ausgeschüttet natürlich von der Zirbeldrüse, so ein kleines Organ, wenn man so will, eine Drüse im Gehirn, wenn es dunkel wird und das heißt, es ist ein Signal für das Gehirn, jetzt fängt es an mit dem, es ist so ein Rhythmusgeber. Das ist es, glaube ich mehr. Und das Problem ist jetzt so ein bisschen im Alter, das sieht man schon relativ früh eigentlich, dass diese Zirbeldrüse, wir haben eben über Verkalkung gesprochen, von Gefäßen und die Zirbeldrüse ist auch von dieser Verkalkung betroffen. Es ist sehr sonderbar, das sieht man sogar im Tierreich. Und damit einhergehend wird auch die Melatoninproduktion gedrosselt. Das heißt gerade so im alter, so ab 40 sicherlich muss man im Schnitt damit rechnen, dass wir weniger Melatonin bilden

Stephan Seiler 7:13
und nicht mehr so richtig müde dann werden.

Bas Kast 7:16
Ja, nicht mehr so richtig müde werden. Genau. Und erst in dieser, daran sieht man ja schon, dass erst in dieser Situation bei so einem langsam sich entwickelndes Defizit, sagen wir mal, eine Supplementierung überhaupt, aus meiner Sicht jedenfalls so theoretisch einen gewissen Sinn ergibt, weil es ja auch viele Jugendliche mittlerweile heutzutage Melatonin nehmen. Deren Melatoninwerte sind aber in der Regel rein physiologisch noch tip top, also die vermasseln sich das Melatonin vielleicht, weil sie noch die ganze Zeit am Handy oder so sitzen, weil sie sich dieser Lichtstrahlung aussetzen und das Gehirn denkt, es ist noch Tag. Aber es ist nicht ein physiologisches Problem, das aufgrund zum Beispiel einer Verkalkung der Zirbeldrüse zustande kommt.

Brigitte Huber 8:06
Und wenn ich jetzt als verantwortungsvolle 50 Frau, sage ich mal, Melatonin nehme, muss ich auf irgendwas achten. Also kann ich da einen Fehler machen oder ist es eine bedenkenlose Angelegenheit?

Bas Kast 8:18
Ja, das ist also je nach Dosis ist das weitgehend bedenkenlos. Ich bin sehr für eine minimale Dosis und gar nicht so leicht, ein Präparat überhaupt zu finden. Also ich weiß nicht, ob es Präparate gibt von 0,1 Milligramm oder 0,3 Milligramm. Also das wäre so ein bisschen so ein Idealbereich. Also 300 Mikrogramm, 0,3 Milligramm und die meisten Präparate fangen jetzt bei 0,5 Milligramm an. Das ist halt noch halbwegs okay, aber ich würde lieber niedriger Dosierzahl. Und warum? Das ist ein ganz einfacher Grund, weil nämlich, wenn du in Experimenten eine Dosis von ungefähr zwischen 0,1 und 0,3 Milligramm gibst, dann erreichen auch Leute in unserem alter, so mit 50 bis 60, die erreichen eben wieder diese physiologischen Werte, die jüngere Menschen, jugendlicheren Menschen erreichen. Also man spricht von physiologischen Werten. Wenn du jetzt 1 mg nimmst, was viele tun, dann kommst du in den Bereich, der vollkommen übernatürlich ist und man spricht von supraphysiologischen Werten. Vollkommen jenseits von Gut und Böse. Kommt normalerweise in der Natur gar nicht vor. Und da werde ich natürlich einfach theoretisch schon so ein bisschen skeptisch.

Brigitte Huber 9:41
Absolut. Also und ansonsten eher auf herkömmliche Sachen wie ein Buch lesen im Bett und Ruhe vorm Einschlafen und sowas bauen und anstatt, das wird ja auch sehr gehypt, hältst du, glaube ich, auch nicht so viel davon. Ashwagandha, Schlafbäre.

Bas Kast 9:58
Ja, warte mal, ich wollte noch ganz kurz sagen, dass es noch ein paar weitere Optionen zum Schlaf gibt, nämlich ganz kurz, ich möchte dann auch nicht das weiter durchdeklinieren, das kann man ja auch im Buch eventuell nachlesen. Magnesium kann hilfreich sein und ist wirklich recht risikofrei in diesem Bereich von 250 mg L Tryptophan kann in einem Grammbereich hilfreich sein. Das ist eine Vorstufe von Serotonin und Melatonin im Gehirn und Glycin eventuell, also L Glycin ist eine Aminosäure, so im Bereich von 3 Gramm kann das hilfreich sein. Insofern, das ist so das Thema Schlaf, was ich gesehen habe, was so von der empirischen Evidenz am nützlichsten ist.

Brigitte Huber 10:40
Also diese vier Substanzen, die würdest du relativ bedenkenlos ins Rennen schicken. Und wovor würdest du warnen? Also ich habe gelesen, es gibt ein Mittel, das sehr gehyped Ashwagandha, die Schlagsahne.

Bas Kast 10:54
Ja, Ashwagandha, genau. Das ist ja, ich finde diesen Namen immer so herrlich. Kein Marketing kommt tatsächlich aus dem Sanskrit für ich glaube nasses Pferd oder Geruch von Pferd, weil es wirklich nach ich glaube Geruch von Pferd und weil es so ein bisschen nach nassem Pferd riecht, das Kraut durchaus angenehm. Und eben Schlafbeere, du hast es schon gesagt, kann man schon erwarten. Okay, das hilft vielleicht beim Schlaf tut es womöglich auch. Das kann also nachweisbar dann Stresshormon Cortisol senken und so vielleicht auch den Schlaf fördern. Ich bin ein bisschen skeptisch, weil ich die Befunde erstmal nicht so super überzeugend finde. Es gibt auch Berichte, also viele nehmen das auch, weil sie glauben, es würde den Testosteronspiegel erhöhen. Die Studien fand ich auch nicht sehr überzeugend. Und dann gibt es wirklich so Risiken, die so weit gehen, dass der Staat Dänemark Ashwagandha schlichtweg verboten hat. Ach wirklich? Ja, also dieses Verbot wurde seinerseits seinerseits natürlich kritisiert. Kann man auch bemängeln, ist das wirklich jetzt so bedenklich? Aber es gab so Hinweise auf Lebervergiftungen. Es gibt auch Gerüchte, wonach das dann wahrscheinlich in hohen Dosen zu einem Spontan Abort führen kann bei Frauen. Also ich habe nicht wirklich Studien finden können, die das erhärten. Auch vielleicht eine Tierstudie mit so einem leisen Hinweis, aber so aus Vorsicht vielleicht nicht für Frauen, die schwanger sind und überhaupt. Also Ashwagandha wäre ich jetzt erstmal so ein bisschen vorsichtig. Ich bin mir nicht sicher, ob das Verbot zu weit geht, aber warum sollte man so etwas nehmen, was auch jetzt kaum eine überzeugende Wirkungskraft hat. Also eventuell in der Stresssituation akut Ma Ashwagandha, wenn du das ein paar Tage nimmst, wahrscheinlich kein Problem. Langfristig gesehen muss man ein bisschen gucken, dass es nicht auf die Leber geht.

Brigitte Huber 12:57
Ich nehme mal mit, lieber ein langweiliges oder gutes Buch lesen oder so Dreieinhalb Schafe zählen.

Bas Kast 13:03
Ja, oder in professioneller Hinsicht gibt es auch die Verhaltenstherapie, die nachweisbar sehr gut wirkt als Schlaftherapie.

Brigitte Huber 13:12
Also ich glaube, das ist ein weites Feld, da kann man noch viel machen. Aber jetzt auf der Substanzebene würde ich sagen, okay, dann bleiben wir bei dem, was wir kennen und dem wir besser trauen können.

Bas Kast 13:24
Ich bin übrigens in Kontakt mit einem Schlafforscher Mediziner, der heißt Albrecht Forster, der ein super Buch geschrieben hat, auch über den Schlaf, warum wir schlafen. Das fand ich sehr eindrucksvoll, sehr gut geschrieben und er betreut meinen Schlaf mittlerweile so ein bisschen, weil ich wirklich auch, wie gesagt, Probleme hab.

Stephan Seiler 13:42
Kommen wir zu einem anderen Problemfeld für viele, für Karl Lauterbach zum Beispiel das Thema Salzburg. Ich liebe es zu salzen, selbst salzige Pommes oder Salzkartoffeln salze ich nach. Und Karl Lauterbach, der ehemalige Gesundheitsminister, ging mir gehörig auf die Nerven, als er vor einigen Jahren quasi keine Gelegenheit ausgelassen hat, Salz zu verunglimpfen und meinte, das sei einfach ein schlimmer Killer. Du gibst ihm jetzt recht, habe ich gelesen. Du bezeichnest Salz auch als globalen Killer und bist aber auch der Meinung, dass das nicht für alle Salze gilt. Kaliumsalz zum Beispiel, habe ich gelesen, sei so was wie eine Lebensversicherung. Dabei wurde mir ein bisschen schwindelig. Kannst du mal dieses Salzmysterium für mich auflösen?

Bas Kast 14:27
Ich habe irgendwie online gesehen, Karl Lauterbach gibt mir recht, ich gebe ihm recht. Aber tatsächlich ist der Hintergrund ganz einfach, dass wir auf die gleichen Studien zurückgreifen. Hier gab es zum Beispiel große Berichte im Lancet, der angesehene Medizinerfachzeitschrift, wo so ein internationales Forscherteam in wirklich 190 Ländern mal so dieser Frage nachgegangen ist, Was sind denn, was ist jetzt eigentlich so dieses Killer Element in unserer modernen Nahrung? Sind das die gesättigten Fettsäuren? Ist das der oft verteufelte Zucker? Was ist es? Und dabei dann eben rauskam, wenn man das versucht so statistisch zu analysieren, was nicht einfach ist, dann gehört eben Salz zum kam in dieser Studie, kam sogar raus Nummer 1 globaler Nummer 1 Killer und insbesondere über den Weg der Blutdruckerhöhung ein bisschen relativieren. Es ist also so, wenn man sich diese Studiendaten anguckt, sieht man, dass also manche Menschen können Salz essen und der Blutdruck reagiert nicht oder bleibt relativ stabil und bei anderen sind die sogenannten Salzsensitiven, vermute mal, dass ich dazugehöre, steigt dann der Blutdruck. Diese Leute können echt davon mindestens diese Gruppe kann sehr davon profitieren, wenn sie ihren Salzkonsum etwas zurückfährt und stattdessen zum Beispiel Kaliumsalz nimmt. Und vielleicht noch ein Argument, was wirklich dafür spricht, ich meine, wenn man sich so Jäger sammlergruppen anguckt, es gibt so ungefähr 40 stud. Jägersammlergruppen, Naturvölker auf der Welt, wo man dann auch den Salzkonsum registriert hat. Und ratet mal, wie viel, Naja, das ist ein bisschen schwer für euch jetzt zu raten, aber ich sag jetzt mal so von der Größe, ihr dürft gleich raten von der Größenordnung, wie viel die essen so teilweise unter einem Gramm Salz, täglich viel, viel weniger teilweise, aber so viele so um diesen Bereich herum von einem Gramm. Und wenn, es ist ja auch evolutionär gesehen, es gab bekannt so viel, man weiß keine Salzstreuer, es gab keine Supermärkte mit Fastfood. Salz versteckt sich ja auf den Fastfood, also Hamburger Brot auf sogar Brot würde ich jetzt nicht per se als Fastfood bezeichnen, aber als verarbeitetes Essen. Wenn du selber mal ein Brot gebacken hast, dann muss ordentlich was an Salz rein und das läppert sich dann so zusammen. Und ratet mal, jetzt dürft ihr raten, wie viel Salz wir in Deutschland im Schnitt essen an einem Tag. Wie viel Gramm? Also ich habe eben gesagt, Naturvölker maximal

Stephan Seiler 17:17
so ein Gramm, vielleicht 10 Gramm, 20

Bas Kast 17:20
Gramm, weiß ich nicht, 10 Gramm war genau richtig.

Brigitte Huber 17:24
10 Gramm, also zehnmal so Männer genau,

Bas Kast 17:28
Frauen etwas weniger, Frauen so 8,5 oder so, weil sie etwas weniger insgesamt essen.

Brigitte Huber 17:34
Ach so, ja. Und weil Frauen so tendenziell so ein bisschen gesundheitsbewusster essen auch.

Bas Kast 17:39
Ich glaube, es ist die schiere Quantität, die hier die maßgebliche Rolle spielt.

Brigitte Huber 17:44
Na, wenn du meinst, wenn man dann

Stephan Seiler 17:46
gerne Kartoffelchips isst, wie vielleicht der ein oder andere anwesend.

Brigitte Huber 17:49
Kartoffelchips darfst du ja eh nicht. Das haben wir doch schon vor einem halben Jahr kennengelernt.

Bas Kast 17:53
Kartoffelchips, was ist das denn? Das ist kein echtes Essen. Nein, nein, Also keine Chips bitte. Und nein, nein, nein, nein, ich verstehe das schon. Mein Sohn liebt auch Salz. Dann guckt er mich an und fragt, wie oft darf er? Wir haben so einen Salzstreuer und dann gucke ich so drauf und erlaube ihn dann mal so. Es gibt so Studien, die zeigen, dass Salz auch wirklich glücklich macht, wenn du das isst und so weiter. Hebt die Stimmung, ich weiß ja, ja,

Brigitte Huber 18:24
und ungesalzenes, das ist bei mir auch so. Ich gehöre wahrscheinlich nicht zu den 8,5 Gramm Frauen, sondern eher zu den 10, aber ich bin ja auch okay. Also wir wissen, wir müssen.

Bas Kast 18:34
Okay, Ja, und es gibt eine super Alternative und ich bin, das ist so einer dieser Punkte, wo ich sagen muss, da verstehe ich nicht, warum sich das nicht mehr rumspricht, weil Kaliumsalz ist, also das heißt so, aber was man dabei tut, also Salz, Haushaltssalz ist ja chemisch gesehen Natriumchlorid. Das heißt, diese Verbindung von Natrium mit Chlor gehen diese ionische Verbindung ein, so eine geladene Verbindung und du kannst einen Teil von diesem Natriumchlorid ersetzen durch Kaliumchlorid. Das ist wirklich nur 25 Prozent, je nach Salz. Mal geht es bis zu maximal, dass man die Hälfte ersetzt, aber meistens deutlich weniger. Und das nennt man dann Kaliumchlorid, obwohl es hauptsächlich normales Salz ist, normales Natriumchlorid. Und es gibt mehrere sehr, sehr eindrucksvolle Studien, wirklich hochkarätig auch veröffentlicht, teilweise mit so in 600 chinesischen Dörfern, wo man dieses Salz ausgetauscht hat und gesehen hat, dass die Leute weniger unter Herz, weniger Herzinfarkte bekommen und das Sterberisiko sinkt. Also und der Austausch ist denkbar einfach. Also ich habe natürlich auch Kalium Salz in meiner Küche und das schmeckt so ein bisschen anders, so ein bisschen bitterer vielleicht. Aber es ist echt, ja klar, es

Brigitte Huber 19:58
ist Geschmackssache, aber ist vielleicht auch eine Gewöhnungssache. Drei Monate durchziehen und gucken, ob es geht.

Bas Kast 20:05
Ja, genau.

Stephan Seiler 20:06
Nächste Substanz.

Brigitte Huber 20:08
Ich mache weiter mit dem Klassiker Vitamin C war ja viele Jahre immer so ein Dauerbrenner und im Winter am besten viel Vitamin C und wenn du erkältet bist, dann erst recht. Aber da gab es doch das eine oder andere Missverständnis, oder?

Bas Kast 20:25
Ja, das ging auf so einen Nobelpreisträger, Linus Pauling, viele kennen, zweifacher Nobelpreisträger sogar, der dann irgendwann zum Vitamin C Fan wurde und meinte, nicht nur Schnupfen ließe sich damit bekämpfen, sondern im Grunde jede Krankheit auch Krebs. Interessanterweise gibt es bis heute auch sehr renommierte Studien, wo man intravenös hohe Dosen Vitamin C gibt, zusätzlich zu einer Chemotherapie und damit versucht Krebs zu bekämpfen. Interessanterweise wirkt dann das Vitamin C prooxidativ, also genauso wie man es nicht haben will. Auch das wird giftig, wenn man so will, in hohen Dosen intravenös. Aber ja, also ganz kurz, Vitamin C, das kann man nehmen, das ist als Teil eines Multivitamins in Ordnung, in so einem moderaten Bereich von, sagen wir mal 100 Milligramm maximal oder so. Und mehr braucht eigentlich kein Mensch, es sei denn, du bist vielleicht Raucher oder so oder kannst du vielleicht ein bisschen mehr gebrauchen.

Brigitte Huber 21:27
Kann es auch schaden, Kann es auch schaden.

Bas Kast 21:31
Vitamin C gehört andere Antioxidantien wie Vitamin E und Beta Carotin. Ja, Vitamin C ist weitgehend harmlos, selbst wenn du ein Gramm nimmst, wenn du es nicht intravenös nimmst oder so, aber weitgehend harmlos. Es gibt so Studien, die zeigen, dass es eventuell mit den günstigen Effekten von Sport interferieren kann. Wo du siehst, Leute machen ein Sportprogramm, die einen, alle machen ein Sportprogramm, die einen bekommen dazu zusätzliches Vitamin C und E in diesem Fall, das kam hinzu und die anderen bekommen Placebo. Da sieht man, dass die günstigen Effekte, die man vom Sportprogramm sieht, erhöhte Insulinsensitivität zum Beispiel, sich nicht zeigen. Ironischerweise, wenn du diese Antioxidantien nimmst.

Brigitte Huber 22:23
Oh, wie fies.

Bas Kast 22:25
Ja, aber genau, weil viele Sportler denken, ich brauche ein bisschen mehr Vitamin C und das scheint nicht der Fall zu sein.

Stephan Seiler 22:33
Aber wenn ich jetzt ein ausgewogenes Pflanzenkonsum habe, wir haben ja auch schon mal drüber gesprochen, 30 Pflanzen pro Woche soll man zu sich nehmen. Da gehören bei mir auch immer Äbte, Birnen, vielleicht mal Brokkoli oder Paprika dazu.

Bas Kast 22:47
Du brauchst kein extra Vitamin C, dann brauche ich nichts.

Brigitte Huber 22:50
Brokkoli, Paprika, in allem ist ein Haufen Vitamin C drin. Dann noch eine Handvoll Erdbeeren, dann wird es, wenn der Frühling kommt und du bist fein raus, unter Umständen ein bisschen

Bas Kast 23:00
sinnvoll kann es sein, wenn man es ist insbesondere auch Frauen, die betroffen sind, das sollte man ärztlich abklären lassen. Wenn man einen Eisenmangel hat, nicht Eisen auf eigene Faust nehmen, weil das wirkt auch pro oxidativ in höheren Dosen, sondern wirklich nach dem Blut gucken. Ich habe zu wenig, insbesondere auch in der Schwangerschaft, da wird das sowieso vom Arzt gemonitort und dann kann es helfen, wenn man zu dem Eisen eine Prise Vitamin C nimmt, sei es jetzt in Form von Erdbeeren oder ein bisschen Kartoffel oder Gemüse oder so Paprika oder halt dann auch als Supplement.

Brigitte Huber 23:34
Genau, als kleine eigene Beobachtung. Ich bin ja seit vielen Jahrzehnten Vegetarierin oder ess manchmal Fisch und Eisenmangel hat mich viele Jahre, Jahrzehnte begleitet und ich musste immer am Ende im Herbst das abchecken lassen und irgendwann hat das aufgehört. Natürlich haben jetzt bei mir auch durch den Eintritt in die Menopause die Blutungen dann irgendwann aufgehört, aber der Eisenmangel hat schon früher aufgehört. Das heißt anscheinend entweder habe ich meine Ernährung insgeheim umgestellt oder aber der Körper hat sich damit arrangiert. Fand ich ganz interessant.

Bas Kast 24:09
Also immer wieder hormonell auch gesteuert. Die Eisenaufnahme wird hormonell gesteuert und insofern,

Brigitte Huber 24:16
Stephan, machst du weiter gerne.

Stephan Seiler 24:18
Bleiben wir noch bei den Vitaminen Und zwar Vitamin D, Vidora. Fast 90 Prozent der Deutschen haben angeblich zu wenig Vitamin D. Ich wiederum hadere immer wieder damit, die Tabletten zu nehmen, weil ich denke, es gibt ja auch ganz viel Sonne da draußen. Dann haben wir Experten auch schon interviewt, die Von Oktober bis März kommt eigentlich gar kein Vitamin D bei uns an durch das Sonnenlicht. Das muss man dann substituieren, so oder so. Und dann im Sommer stelle ich mir aber die Frage, ich schmier mir jeden Tag Sonnenmilch drauf. Gerne Lichtschutzfaktor 50, wie viel kommt denn da überhaupt noch an? Das ist für mich ein großes Mysterium und ich habe da wirklich schon widersprüchliche Expertenmeinungen gehört. Alleine jetzt in den letzten 26 Wochen, die wir diesen Podcast machen. Bitte Bas, hilf mir. Wie viel Vitamin D soll es sein und wie soll ich es mir zuführen?

Bas Kast 25:14
Das ist richtig. Die allermeisten Deutschen haben einen mehr oder weniger ausgeprägten Mangel. Jetzt ist die was heißt Mangel? Geht nicht so weit, dass wir unter Rachitis leiden. Es ist diese Krankheit, dass zu wenig Calcium ins Blut gerät und die Knochen erweichen und sieht man oft dann bei Kindern, also in der Industrialisierung gibt es eindrucksvolle Fotos, wo also die Knochen unter dem Gewicht des Oberkörpers einknicken. O Beine oder X Beine. Ja, und das war auch eine interessante, total interessante Entdeckung, dass man mit einer Lampe konnte man das heilen und was auch bemerkenswert war, sozusagen ein Arm im Grunde ausreicht, dass er offenbar irgendwie einen Blutfaktor hast, der sich dann überall ausbreitet und und das Problem behebt. Und das war eben Vitamin D, das sozusagen in der Haut gebildet wird. Aber es stimmt, der Rachitis ist nicht das Problem. Das reicht, das gibt es nicht mehr oder kaum noch in Deutschland vielleicht so eine Handvoll von Fällen. Aber was man dann nach und nach entdeckt hat, dass Vitamin D nicht nur wichtig ist für diese Calciumaufnahme, sondern fast alle Zellen, sehr viele Zellen im Körper haben einen Vitamin D Rezeptor. Es wirkt als Hormone. Das führt dann dazu, wenn dieser Rezeptor aktiviert wird, dass dann Gene aktiviert werden oder stillgelegt werden. Die ganze Genaktivität wird verändert dann in der Zelle und es könnte beim Krebsschutz eine gewisse Rolle spielen. Bei Autoimmunerkrankungen scheint es eine Rolle zu spielen, wie Rheuma zum Beispiel. Und da könnten eben diese idealen Werte einen gewissen Schutz entfalten. Und da sieht man eben sehr klaren Studien, dass die allermeisten von uns unter diesem idealen Bereich liegen, in dem man relativ leicht dann kommen kann, wenn man supplementiert mit so einer Dosis von bis 2000 internationale Einheiten Vitamin D. Insbesondere im Winter.

Stephan Seiler 27:18
Am Tag.

Bas Kast 27:18
Ja, am Tag, aber auch das immer sozusagen, muss ein bisschen aufpassen. Multivitamin hat es auch schon. Vitamin D oft steckt in dem Omega 3 wenn man das nimmt, auch Vitamin D. Nicht, dass sie jetzt dann das auch übertreibst. Also dass du auf diese 1000 bis 2000 kommst und dann ja im Sommer, ich mache das so, wenn ich jetzt im Urlaub bin und wirklich Sonne abbekomme, dann nehme ich das nicht. Ich vergesse das dann auch, aber da habe ich auch keine Lust. Das ist auch nicht so wichtig. Du hast ja auch ein Depot in deinem Körper, muss das nicht sklavisch jeden Tag nehmen. Und wenn es aber so ist, dass du natürlich jetzt Sonnenmilch, Sonnencreme mit Vitamin, mit UVB Filter hast und das haben natürlich alles, warum sonst sollte man es nehmen? Also UVB braucht man für die Bildung von Vitamin D. Also wenn du diese Sonnenmilch perfekt aufträgst, was die wenigsten tun, dann bildest du unter Umständen so gut wie kein Vitamin D. Und natürlich auch, wenn du, es ist ja auch doof diese Situation, dass immer nur das Gesicht dann exponiert ist. Da willst du ja auch Sonnencreme oder sogar einen Hut, um halt dieser Hautalterung vorzubeugen, die von der aggressiven Sonnenstrahlung. Also es ist besser.

Stephan Seiler 28:32
Ja, das will ich.

Bas Kast 28:34
Genau. Also es ist besser, was ich mache. Was ich mache im Sommer ist, das ist empfehlenswert, wenn du dein Gesicht schützt mit dem Hut und dann so in der Mittagssonne, wenn es wirklich ordentlich ist, 10 Minuten splitternackt, freuen sich auch deine Nachbarn drüber, Flitter nackt raus und dann Einfach mal so 10 Minuten, nicht zu lange natürlich, bevor da überhaupt eine Rötung stattfindet. Und dann hast du schon mehr als diese 1000 Einheiten über eine Tablette. Was auch interessant ist, ist das, wenn das über die Haut kommt, das sieht man auch so an Blutwerten, das hat man alles gemessen, dass wenn du so eine Tablette nimmst, dann geht das Vitamin D hoch und sinkt dann wieder sehr schnell. Wenn du aber in die Sonne gehst, dann geht das hoch und bleibt dann so gemächlich. Das ist viel physiologischer. Vermutlich eine gute Sache, aber du darfst es halt nicht übertreiben. Und zur Hilfe, es gibt so eine schöne App von einem prominenten Vitamin D Forscher entwickelt, die nennt sich die Minder, angelehnt an Reminder, aber Vitamin D Minder. Und dann kannst du einfach gratis sehen, wie viel Vitamin D an dem Ort, an dem du dich befindest, zu der Zeit im Sommer, Winter, whatever, um 14 Uhr gehst du mit deiner App raus, wenn du willst und du siehst wirklich so ein Vitamin D Zeiger wieder so läuft, wie viele Einheiten du gerade bildest. Du musst dann sagen, wie nackt du bist, ob es Wolken gibt etc. Aber dann kannst du das so ein bisschen abschätzen.

Brigitte Huber 30:15
Ich übernehme mal. Also ich würde sagen, bevor wir splitternackt auf den Balkon gehen, sollten wir erst mal was für unsere Muskeln tun. Nein, im Ernst, also es ist jetzt so seit geraumer Zeit weiß man auch ein Geheimnis des gesunden Älterwerdens ist nicht nur Ausdauersport und so was, sondern auch wirklich Muskeltraining. Und ich mache das jetzt auch, ich würde jetzt mal sagen, schon seit geraumer Zeit nicht mit viel Leidenschaft, aber ich mache es. Also dass ich regelmäßig ins Studio gehe. Ich wäre aber noch nie im Entferntesten auf den Gedanken gekommen, jetzt auch irgendwas zusätzlich zu nehmen. Also ich würde sagen, ich ernähre mich so weit gesund. Findest du, ich kann so weitermachen, was?

Bas Kast 30:54
Ja, finde ich, weil das Wichtigste für deine Muskeln ist das Training und bleibt das Training. Und ich finde es super, dass du es machst, auch wenn du es mit Widerwillen machst. Das ist an sich ein bisschen schade, dass du also nicht sozusagen vielleicht Programm finden kannst oder eine Art und Weise für dich des Trainings, wo das nicht mit so viel Widerstand, innerem Widerstand einhergeht. Ich glaube, das wäre vielleicht das Nützliche auch nicht du in die Gefahr kommst, dass du irgendwie keinen B*** mehr hast, dass du irgendwie so einen Weg findest. Könnte das so Highrocks oder ich sag jetzt einfach mal, muss ja nicht Highrock sein, aber manche motiviert das. Mein Schwager zum Beispiel macht das mit seinem Sohn. Das hat die dann haben diese Jungs haben, die wurden ja auch von Deutschen erfunden, haben einfach so einen Weg, Marketing Gag am Ende natürlich, aber haben so einen Weg gefunden, Leute wieder zu motivieren. Ich glaube, das ist das Wichtigste, dass man das tut. Und dann als nächstes könntest du dir überlegen, ob du zum Beispiel, ich tue das, mache auch sehr regelmäßig Krafttraining und könntest dir überlegen, ob du ein bisschen Kreatin nimmst, was gut wäre für, wenn du extra Muskelwachstum willst. Wenn du auch wahrscheinlich fördert, ist auch ein bisschen diese Fettverbrennung. Das sieht man zumindest so ein bisschen in Studien. Die Befunde sind sehr, sehr überzeugend eigentlich.

Brigitte Huber 32:21
Genau, weil man muss ja sagen, man baut ja jedes Jahr automatisch Muskelmasse und auch Muskelkraft auf. Das sind die zwei Parameter, oder wie war das?

Bas Kast 32:30
Genau, das eine nennt man ja genau Sarkopenie. Das ist die Maße, die abnimmt, aber nicht, wenn du Krafttraining betreibst. Das ist ja genau eines dieser schönen Sachen bei dem Älterwerden das allermeiste, da können wir nichts tun, außer so ein bisschen so mit den Symptomen umgehen und hier haben wir diesen einen Bereich, wo wir wirklich gezielt zu gezielt gegensteuern können. Also du kannst Sarkopenie und den Verlust von Muskelmasse, der normalerweise so ab 40 losgeht, ein Prozent pro Jahr, so als Faustregel, Muskelmasse, die du verlierst, so dass du immer schwächer wirst, was dann irgendwann die Sturzgefahr erhöht etc. Und auch physiologisch natürlich nicht so gut ist. Das kannst du verhindern.

Brigitte Huber 33:21
Absolut.

Bas Kast 33:23
Ich würde sagen zu 90 Prozent. Und das ist einfach Krafttraining regelmäßig machen. Und was man unterschätzt, es gibt nicht nur im Alter einen Verlust der Muskelschieren, Muskelmasse, sondern auch der Kraft. Und das nennt man inzwischen in Anlehnung an Sarkopenie, Verlust von Muskelmasse, gibt es inzwischen so Sarkopenie, Powerpenie und Dynamopenie oder wie auch immer versucht ein bisschen so Begriffe auch mittlerweile zu prägen, um dieses Phänomen zu erfassen, dass wir an Kraft verlieren und zwar noch viel mehr als an Muskelmasse. Und also du willst auch die Kraft erhalten.

Brigitte Huber 34:08
Absolut. Und jetzt aber eine Substanz, also Kreatin oder was würde ich aber nur an den Tagen nehmen, an denen ich Sport mache?

Bas Kast 34:16
Ja gut, das muss man nicht so genau nehmen, weil das ist ja nicht so sozusagen wie bei Vitamin D und bei fast all diesen Substanzen ist ja nicht so, dass das rumschwirrt und wartet. Brigitte macht gerade ihr Training. Jetzt, jetzt verschlingen wir. Komm her mit dem Kreatin. Jetzt können wir.

Brigitte Huber 34:34
Ach ja genau.

Bas Kast 34:37
Bis zum gewissen Grad mag das bei Aminosäuren so sein sogar. Aber bei Kreatin, das baut sich so auf und das kannst du, man spricht auch von Kreatin Loading, kannst du das vorher schon nehmen. Das sammelt sich dann an in den Zellen und in diesem Fall verhilft es einfach zu so einer schnellen Form von Energie. Und dann weiß Es gibt ganze Philosophien, oh, du musst das, du darfst das nicht. Weil neulich war ich in einem Gespräch und sagte, ja, ich nehme mein Kreatin vor dem Training. Warum? Weil dann weiß ich, okay, jetzt habe ich, jetzt muss ich trainieren. Für mich ist das so ein Commitment Device. Also ich habe jetzt mein Kreatin genommen, vielleicht sogar meinen Protein Shake. So jetzt kann ich nicht mehr drumrum. Jetzt muss ich wirklich mein Krafttraining machen, weil ich habe so diese Einstellung, du musst dir dann Kreatin verdienen. Und dann sagte die Person so, die so ein bisschen Insider war, ja, aber das soll man nicht das Kreatin danach nehmen nach dem Training. Ich glaube, da gibt es vielleicht eine Studie, die das dann zeigt. Ich glaube, das ist wirklich, also das macht keinen Unterschied.

Brigitte Huber 35:46
Nein, ich habe gerade einen sehr lustigen Roman gelesen, Jim heißt der, der lustig ist, aber auch sehr bizarr. Und da geht es um diese Fitnesswelt und um das Optimieren insofern. Ja, also ich glaube, die Gefahr, dass ich mich über optimiere, ist nicht so groß, aber es hat mich wieder neu motiviert. Danke, Bas.

Bas Kast 36:05
Sehr gerne da nicht für.

Stephan Seiler 36:08
Kommen wir zu einem weiteren Thema, das du eben schon mal angesprochen Hast, und zwar Omega 3, Omega 3 Fettsäuren. Ich habe immer noch Probleme, mir genau vorzustellen, wofür das eigentlich gut ist. Ich lese da immer nach Herz Kreislauf und Gefäßerkrankungen soll es vorbeugen, auch fürs Gehirn soll es gut sein. Du kannst gerne mich korrigieren oder noch was ergänzen. Die Frage für mich, wenn ich jeden Tag Leinsamen, geschrotete Leinsamen zu mir nehme und ab und zu ein bisschen Chia Samen über meinen Salat streue, habe ich da nicht schon genug? Muss ich Lachs essen? Muss ich Makrele essen oder brauche ich wirklich die Omega 3 Kapsel jeden Tag oder wann auch immer? Was ist deine Verzehrempfehlung?

Bas Kast 36:47
Ja, Genau. Also Grundkurs Omega 3 für dich? Also Fettsäuren gibt es in unterschiedlichen Gestalten und diese gesättigten Fettsäuren haben so eine gerade, kerzengerade Struktur. Das ist wichtig, weil die ungesättigten Fettsäuren haben einen Knick im Molekül, wie ein Zahnstocher, der verbogen ist oder wie ein Ast mit Verzweigungen. Und Omega Fettsäuren sind, wenn man so will, besonders geknickt oder wenn man so will, besonders verzweigt. Und du kannst dir vorstellen, wenn du jetzt anfängst, Fettsäuren aneinander zu lagern, wenn die gesättigt sind, dann kannst du die sehr, sehr raumsparend zusammenpacken. Und deshalb ist Butter bei Raumtemperatur fest, eine feste Maße, weil man das so schön gut stapeln kann. Hingegen, wenn die diese Verzweigungen haben, wird das locker. Das heißt, ein Olivenöl ist bei Raumtemperatur flüssig und Lachse zum Beispiel haben. Kannst du dir vorstellen, wenn die in eiskaltem Wasser schwimmen, dass es einen gewissen evolutionären Vorteil wahrscheinlich hat, wenn du nicht steif wie Butter bist, sondern etwas geschmeidiger bist als Lachsfisch. Die haben Viele dieser ungesättigten Omega 3 Fettsäuren mit den ganzen Knicks und letztlich brauchst du diese langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega Fettsäuren. Die kannst du im Grunde nur von diesen Kaltwasserfischen bekommen. Es gibt Omega 3 Fettsäuren, das stimmt schon, auch von pflanzlicher Land, von Leinsamen hier Samen, Walnüssen etc. Weil die sind nicht genau die gleichen wie diese langkettigen, ungesättigten, mehrfach ungesättigten der Tiere. Die sind also in der etwas länger. Das ist jetzt einfach biochemisch etwas anderes. Und es gibt Hinweise darauf, dass Frauen diese pflanzlichen umwandeln können in die langkettigen, die man haben, die man auch haben will, weil es wahrscheinlich in der Schwangerschaft sehr wichtig auch für das ungeborene Kind ist, dass die eingebaut werden in die Augen, in das Gehirn. Aber gerade Männer auch nicht so gut sind in diesem Umbau, weil es für sie etwas weniger wichtig ist. Nicht überleben.

Stephan Seiler 38:57
Wir können nicht gut bauen, das kann ich mir gar nicht vorstellen.

Bas Kast 38:59
Genau, die Natur, die ist radikal sozusagen. Alles kostet Energie, wenn du solche Umbauprozesse machst, das kostet Energie und die Energie musst du wieder futtern. Und da es keine Supermärkte gab, war jede Kalorie kostbar. Also die Evolution ist hier sehr streng vorgegangen. Brauchen wir das unbedingt oder können wir auf eine gewisse Augenschärfe und Gehirnkapazität bei Stephan verzichten? Können wir darauf verzichten? Weg mit dem Umbauprozess. Okay, also aber Brigitte kriegt das, weil es für das Kind wichtig, wichtig ist. Also hier bleibt der Umbauprozess bleibt drin, diese Mechanik. Ja, genau. Ja, und ich meine Evolution kümmert sich ja auch nicht um Langlebigkeit natürlich, aber egal. Ja, und insofern, ich rate immer noch zum Verzehr von so, sagen wir mal zweimal die Woche irgendwie Lachs, Hering, Makrele, irgendein fettreicher Fisch. Das ist so ein bisschen ein doofes Thema, weil die Fische natürlich auch mit Giften belastet sind und Mikroplastik, Nanoplastik und Social ist manchmal dann auch so ein bisschen oder auch sonst in den Medien so getan wird als Fisch jetzt vollkommen vergiftet, bis zum gewissen Grad ist da was dran. Aber ich manchmal habe ich auch das Gefühl, das ist auch so ein bisschen so ein Marketing Narrativ geworden für die Supplement Industrie, die dann sagen kann, hier hast du das reine Omega 3 von uns als Algenöl ist es rein oder eventuell sogar ein Fischöl, aber dann molekular gereinigt, wirklich eigens so dass da keine Gifte mehr drin sind. Ich bin mir nicht genau, ich bin mir nicht ganz sicher, aber die Vehemenz, mit der so in den socials auch für Omega 3 Supplements und gegen Fisch argumentiert wird, spricht für mich so ein bisschen dafür. Und auch die Vehemenz, das ist wirklich einer dieser Bereiche, wo ich immer und immer wieder Ärger bekomme, so aus den Social Media, wo die Leute sagen, wo hat er das her und so weiter, ist doch Quatsch und hör auf, ich nehme meine 2 Gramm ist, wenn ich einfach nur auf diese sehr soliden Studien, Meta Analysen hinweise, die zeigen, dass wenn du eben allgemein pauschal im Schnitt, Wenn du über 1 g Omega 3 täglich hinausgehst in Form von Supplement Supplementierung, insbesondere bei Fisch, ist die Situation nicht so ganz klar, dass du dann dein Risiko für eine Herzrhythmusstörung namens Vorhofflimmern erhöhst. Und wenn ich das sage, dieses ist, ich weiß nicht, du darfst über andere Risiken reden. Bei Vitamin D sind die Leute auch verärgert, da lieben sie irgendwie, gibt es eine Fraktion, die liebt auch ihre hohe Dosen. Das sind so diese Bereiche, wo das darfst du nicht irgendwie oder reagieren die Leute irritiert und ich weiß ehrlich nicht nicht ganz warum. Also es gibt so Hinweise, wenn ich versuche es nachzuvollziehen, Omega 3 ist super, ich meine, ich empfehle es ja nun notabene selber und es gibt Hinweise darauf, dass auch höhere Dosen eventuell für das Gehirn einen schützenden Effekt haben können, zum Beispiel auch langfristig mit Blick auf Demenz. Es hat sich nicht als Medizin, als wirksame Medizin bei Alzheimer nebenbei gesagt herausgestellt, das hat man getestet, aber eventuell prophylaktisch kann es einen Schutz bieten und da vielleicht höhere Dosen, vielleicht kommt es daher. Aber was das Herz betrifft, gibt es ab einer gewissen Dosis diese Risiken und

Brigitte Huber 42:40
da sollte man dann auch hinschauen.

Bas Kast 42:42
Ja, und ich werde es weiterhin sagen, bis ich Daten sehe, die das widerlegen. Leute sagen dann, ja, das trifft nur zu auf Leute, die irgendwelche Vorgeschichten mit dem Herzen haben. Das stimmt nicht, das ist nicht wahr.

Stephan Seiler 42:56
Aber kurz zusammengefasst, du nimmst, also du isst zweimal die Woche Fisch und habe das richtig verstanden. Du nimmst zusätzlich auch noch Omega 3 Substitut.

Bas Kast 43:07
Ja, ich nehme ein bisschen, Ja, ich nehme ein bisschen Algenöl an Tagen, wo ich keinen Fisch esse. Ja, genau. Eigenöl, genau, das ist, das sind diese Langkettigen, die kommen aus dem Meer. Diese Langkettigen kommen eben nur aus dem Meer und die Lachse bekommen ihr eigenes Omega 3 von Algen, die sie fressen. Das Problem ist, wenn man direkt Algen essen würde, Algen sind nicht sehr fettreich. Das heißt, du müsstest, ich weiß nicht wie viel Kilo Algen futtern. Das heißt, hier bietet sich diese komprimierte Form von Algenöl an. Brauchst du nicht quantitativ nicht so viel, um auf dein Pensum zu kommen. Ich muss dazu sagen, ich glaube, mein Omega 3 Konsum ist an der oberen Grenze. Ich glaube, es reicht konservativ gesehen. Das wäre auch die allgemeine Empfehlung der allermeisten Fachgesellschaften. Würde zweimal Fisch pro Woche 100 Gramm Fisch, zweimal 100 Gramm würde reichen.

Brigitte Huber 44:16
Okay, super. Dann kümmere ich mich zum Abschluss allmählich. Wir haben ja dann noch zwei kleine Rubriken, die wir mit dir bespielen möchten. Aber noch mal kurz um unsere Optik. Viele Frauen in Social Media, aber ich kriege das auch so mit schwören auf Kollagen. Was hältst du davon für straffe Haut, Skinfluencer.

Bas Kast 44:35
Ja, Kollagen war ich sehr hin und hergerissen und kann sogar sagen, dass meine Buchversion sich immer entwickelt hat. Das war ich fast schon pro, dann bin ich wieder kontra. Am Ende ist das ich für den Leser nach wie vor durch das Für und Wider. Und ich denke nicht, dass Kollagen irgendwie riskant oder problematisch ist. Also das Einzige wäre vielleicht, Kollagen entsteht auch so aus Knochenabfall und manche haben schon hingewiesen, dass auch dieser BSE Erreger potenziell da noch drin sein könnte, ins Kollagenpräparat landen könnte.

Stephan Seiler 45:11
Rinderwahnsinn war das damals.

Bas Kast 45:13
Rinderwahnsinn, genau, der Erreger. Und deshalb ist vielleicht ein Kollagen aus Fisch, gibt es das auch, Kann man auch nehmen. Da ist dann vielleicht mit allergischen Substanzen vielleicht wieder das Problem Quecksilber oder so, das vielleicht mit reinkommt, dass das zumindest getestet wird dann. Das kann man ja testen,

Stephan Seiler 45:34
aber die

Bas Kast 45:35
Befundlage ist dem ganz kurz gefasst. Es gibt unheimlich viele Studien mittlerweile, die zeigen einen positiven Effekt auf die Hautalterung, Falten, Feuchtigkeit etc. Grundgerüst unserer Haut besteht auch aus Kollagenfasern. Das Problem ist, dass die allermeisten dieser Studien von der Industrie finanziert wurden, was nicht unbedingt heißt, dass es alles Quatsch ist, aber einen skeptisch stimmt. Und was mich besonders skeptisch stimmt, ist, dass es mittlerweile Analysen gibt, wo man das aufgedröselt hat und man einfach okay, lass uns einfach mal die industriefinanzierten Studien uns ansehen und sie vergleichen mit jenen wenigen unabhängig finanzierten Studien. Und da sieht man eben ganz Die industriefinanzierten Studien finden einen Effekt, die unabhängigen nicht.

Brigitte Huber 46:26
Okay, das ist schon ein Hinweis, ein Hinweis, dass es doch mit Vorsicht zu genießen ist. Wir haben in dieser Sendung jetzt ein paar Mal von Hypes und so gesprochen. Gibt es denn irgendeinen aktuellen Hype, vor dem du ansonsten im Moment noch warnen würdest? Also auf eine Pflanze, auf eine Substanz, also auf ein Supplement bezogen?

Bas Kast 46:47
Es gibt immer so Hypes, wo ich dann denke ja, dann lächle ich so ein bisschen drüber und denke, das ist übertrieben, aber das ist harmlos. Zum Beispiel gibt es dann Magnesiumformen, die auf einmal gehypt werden, wie zum Beispiel Jetzt ist Magnesium bisglycinat, das musst du nehmen, das ist die Form und die kann man nehmen, die ist auch bio verfügbar, nimms ruhig und so, das ist okay. Dann gibt es so Hypes, wo ich mittlerweile denke, wo ich selber grundsätzlich positiv bin, wie Protein zum Beispiel. Ich glaube, in meinem Ernährungskompass habe ich geradezu ein bisschen dazu beigetragen, indem ich auch zu diesem Hype, indem ich auch gesagt habe, Proteine können so ein bisschen beim Abnehmen helfen. Proteine sind etwas sättigender als Kohlenhydrate und Fette. Insofern helfen sie schon beim beim Abnehmen. Sie sind wichtig als Aufbauprozesse. Aber ich glaube, mittlerweile haben wir eine Form von Protein Hype erleben wir, dass wir sozusagen das so in dieser Form auch übertrieben scheint. Und da will ich nur sagen, dass wenn du Protein nimmst, wir haben eben schon darüber gesprochen, ein Muskel besteht natürlich aus diesen Muskelfasern, aber und diese Muskelfasern bestehen aus Proteinen. Das stimmt, das ist diese Grundsubstanz, die du brauchst, um Muskeln aufzubauen und zu erhalten auch. Ja, das ist schon wichtig, aber immer mehr Protein ist insofern auch nicht so eine super gute Idee, als sozusagen Alterungsprozesse gerade auch von Proteinen angefeuert werden. Das weiß man auch aus der Altersforschung. Proteine spielen hier eine maßgebliche Rolle über Mechanismen, die ich im Ernährungskompass relativ ausführlich beschrieben habe. Und warum ist das auch bei den Muskeln wichtig? Weil Muskel Kraft gerade entsteht eben nicht nur durch Muskelfasern, sondern diese Muskelfasern müssen ja vom Gehirn, letztlich werden die gesteuert. Ich sage ja hier meinem Gehirn hier Hand bewege die, mein Gehirn gibt ja das Kommando. Das heißt, wir haben eine Nervenbahn, eine Nervenleitung, die geht vom Gehirn über das Rückenmark zu den Händen oder zum Bizeps und führt diesen Muskel zur Kontraktion. Und wenn du Krafttraining betreibst, stimulierst du nicht nur die Nervenfasern, sondern du stimulierst auch diese neuromuskuläre Verschaltung, diese ganze Verdrahtung wird stimuliert und du kannst natürlich unheimlich viel Protein essen und diesen Rohstoff geben für deine Fasern, aber das aktiviert ja nicht deine Nervenbahnen und die musst du auch aktivieren. Das tut aber Protein nicht. Das heißt, diese Proteingeschichte ist nur ein Teil von Muskelwachstum und wichtig für Muskeln. Aber noch viel wichtiger ist die Aktivierung, die neuromuskuläre Aktivierung, die du nur durch Krafttraining bekommst.

Stephan Seiler 49:48
Noch mal kurz zur Schönheit. Wir haben ja über Nahrungsergänzungsmittel gesprochen, aber es gibt auch Mittel, die wir auf unsere Haut schmieren. Retinol vor der Nacht, Vitamin C am Morgen, Sonnencreme, darüber haben wir eben schon gesprochen, da gibt es noch Hyaluron und alles mögliche andere. Ist das für dich alles in irgendeiner Weise wissenschaftlich gedeckt oder ist es am Ende reine Eitelkeit?

Bas Kast 50:13
Ja, also einige Cremes, da gibt es ja wahrscheinlich beides. Genau. Also ich glaube, das Wichtigste, das ist wissenschaftlich sehr, sehr, sehr gut nachgewiesen, ist Sonnencreme. Sonnencreme ist wirksam, ist das wirksamste Anti-Aging Mittel für die Haut. Schlechthin. Und viele wissen das inzwischen auch. Das Einzige, was man auch so ein bisschen in Studien sieht, ist dass wir zu wenig auftragen tendenziell. Also du sollst wirklich großzügig insbesondere dein Gesicht einschmieren mit dem hohen Lichtschutzfaktor. Ich würde sagen mindestens dreiig.

Stephan Seiler 50:48
Auch die Ohren nicht vergessen, habe ich gehört.

Bas Kast 50:50
Genau, auch die Ohren nicht vergessen, Die sind auch exponiert, den Hals, den Nacken und so weiter. Und Rauchen spielt eine große Rolle. Bei der Hautalterung sieht man auch. Es gibt für eine Zwillingsstudie oder schön nicht, aber schon aussagekräftige Zwillingsstudien. Der eine Zwilling hat geraucht, der andere nicht. Du siehst wirklich an der Haut drastische Unterschiede teilweise. Dann Retinol ist eine Form von Vitamin A und ist so mit das wirksamste, was freiverkäuflich, also ohne Rezept verkäufliche als Creme wahrscheinlich so ein bisschen wirksam gegen Falten. Aber hier haben wir so ein bisschen eine ähnliche Situation wie Kollagen, würde ich sagen. Die Studien zeigen das zwar, aber sind krass industriefinanziert, klar, l' Oreal und wer nicht alles dazu die Finger im Spiel hat.

Brigitte Huber 51:45
Ich würde jetzt gern auf die Rubriken zu sprechen kommen, weil ich vielleicht ganz kurz, wie viel, wie viel Nahrungsergänzungsmittel nimmst du denn am Tag? Hast du das im Blick?

Bas Kast 51:56
Ja, also das ist natürlich auch, hängt vom Tag ab. Mal experimentiere ich, mal vergesse ich es. Ich nehme so ab und zu, wie gesagt, Multivitamin, ich habe noch nicht das Richtige, die Dosierung ist oft zu hoch, vergesse ich es wieder alle paar zwei, drei Tage nehme ich das. Ich nehme sehr regelmäßig jetzt Lithium, Ich nehme regelmäßig Lutein, Zeaxanthin, ich nehme regelmäẞ Kreatin und dann, also Lithium experimentiere ich mit. Das würde ich nicht allgemein empfehlen, sicherlich nicht ohne Arzt. Und dann experimentiere ich jetzt auch so ein bisschen ein, zwei Fall, Das ist schon etwas sicherer als jetzt Lithium. Ist Taurin nämlich auch öfters. Also Taurin ist so eine Aminosäure, das hat sich in der Longevity so ein bisschen gehypt in der Longevity Welt, niemand weiß. Genau richtig. Aber es gab eine tolle Science Studie, wirklich Tiere, also Mäuse, aber auch Affen, Taurin, diese einfache Aminosäure, die es auch in der Nahrung gibt, Fisch und Muscheln und so, also oft so Lebensmittel, die wir nicht so oft essen. Und hat sich herausgestellt, dass diese Tiere mit schlichter Tauringabe länger leben. Aber nicht nur länger leben, sondern auch weniger chronische Krankheit entwickeln, also Diabetes, Übergewicht, Osteoporose, all diese Krankheiten, diese Sachen, über die wir geredet haben, nur durch die schlichte Gabe von Taurin. Und das siehst du bei Mäusen, aber auch bei Makaken, also bei Affen, die uns schon näher stehen. Und du siehst auch sehr viele Experimente bei Menschen, da hat man den Longevity Effekt nicht nachgewiesen, aber zum Beispiel, dass es den Blutdruck senken kann, dass es die Herzrate senkt, was allgemeines positiv bewertet wird. Und das ist das Risiko für das sogenannte metabolische Syndrom senkt. Das ist so eine Mischung aus erhöhtem Blutdruck, schlechte Blutfettwerte, die dein Herzinfarktrisiko steigern, also insgesamt sehr positive Befunde, aber immer noch so ein Fall, wo man sagt, kann noch nicht so richtig meine Hand dafür ins Feuer legen.

Brigitte Huber 54:02
Also es ist auch ganz viel im Fluss letztlich auch in der Wissenschaft. Und du wirst das Thema ja hoffentlich weiter für uns beobachten und immer wieder mal ein Update geben, weil ich glaube,

Bas Kast 54:13
wenn ich das sagen darf, ich kann ja nicht immer ein neues Buch schreiben, aber ich habe eine Webseite, vitaminkompass com, DE war schon vergeben, also vitaminkompass com, wo ich ein bisschen so kostenfrei, wo man einfach so ein bisschen Updates bekommen kann über Studien zum Beispiel auch nur als Beispiel, da habe ich auch so wirklich diese Studien gelistet, die begründen, warum ich jetzt persönlich mit Lithium experimentiere.

Stephan Seiler 54:44
Packen wir alles in die Show Notes, in die sogenannten, genauso wie die anderen Referenzen, die wir heute angesammelt haben. Doch eine ganz praktische. Wie kann ich mir das praktisch vorstellen? Hast du da eine Liste mit den ganzen Substanzen, die du jetzt nimmst? Jeden Tag hast du wie im Krankenhaus so ein Pillenfach, wo drin steht, Montag nehme ich das, Dienstag nehme ich das. Und worauf achtest du bei den Verpackungen, also auch bei den Herstellern, bei den Verpackungen, welches Produkt gut und schlecht ist für dich?

Bas Kast 55:12
Ja, ich bevorzuge deutsche Produkte und ich würde auch grundsätzlich im Zweifel die Apotheke bevorzugen, auch wenn das keine Garantie für ein gutes Produkt letztlich ist. Die Apotheken kontrollieren diese Produkte auch nicht weiter. Wie gesagt, ist die Gesetzeslage sehr lax und es wird einfach nicht super gut kontrolliert, ob die Substanz in der Menge wie angegeben drinsteckt etc. Das ist ein Problem. Ich kann natürlich auch nicht jetzt konkrete Hersteller nennen, schon allein weil ich selber diese Hersteller nicht. Ich bin nicht Stiftung Warentest, die dem nachgeht. Ich vertraue auf bestimmte deutsche Hersteller. Das ist ein Problem. Und ja, ich wechsel die auch mal. Und ansonsten, ne, die stehen da, die Pätchen stehen da. Ich bevorzuge Pulverform oft, weil ich das dann einfach in meinen Smoothie machen kann und ich dann nicht so viele Pillen schlucken muss. Also Kreatin, Taurin, Magnesium. Ich habe zum Beispiel auch Magnesium, was ich anfangs erwähnt habe, was in dieser Studie vorkam mit den Demenzpatienten, das habe ich zum Beispiel auch in Pulverform und das nehme ich auch regelmäßig, auch so abends dann, weil es ein bisschen beim Einschlafen auch helfen, helfen soll, auch wenn die Effekte sich in Grenzen halten. Ja, und dann vergesse ich das auch mal wieder.

Brigitte Huber 56:38
Ich würde sagen, wir gehen jetzt in unsere Rubriken. Die erste Rubrik, da geht es immer darum, also lebensverlängernd ist auch, wenn wir etwas Neues machen, wenn wir uns Premieren ins Leben holen. Premieren halten uns jung, wir machen was Neues, holen neue Paare in unser Leben rein und damit dehnt sich die Zeit und es kann tatsächlich sich auch wieder was Neues in unserem Gedächtnis und letztlich auch in unserer Seele festsetzen. Was du machst ja ständig sehr viel Neues, haben wir gerade mitgekriegt. Was steht denn als nächstes für eine Premiere bei dir an?

Bas Kast 57:15
Ja, ich finde das auch, Brigitte, das hält einen wirklich jung. Ich versuche, ich mag dieses, im Englischen sagt man Beginners Mindset, dass du immer wieder dich selbst in Situationen bringst, wo du ahnungslos bist. Das Vitamin. Vitamin ist ein gutes Beispiel. Ich wusste anfangs sehr wenig darüber und mag eigentlich diese Situation, wo ich mich wieder wie ein Anfänger fühle und dann mich da einarbeite und wie Jugend, wie ein Kind, wie ein Jugendlicher. Und ich glaube in der Tat, dass das etwas ist, was mich dazu beiträgt, ein bisschen frischem Kopf zu bleiben, sofern das möglich ist bei einem alternden Kopf, wie bei mir. Mein konkretes Projekt jetzt, das Neue, ist dieses Projekt Slow Ager. Und das fasziniert mich jetzt wirklich. Also diese ganze Präventivmedizin, also angefangen, was bedeuten diese Ganzkörper MRT Werte oder genauere MRT Werte, was bedeuten all diese Biomarker, angefangen von den ganzen Cholesterinwerten, also nicht nur LDL, Cholesterin, sondern auch wirklich so feinere Sachen wie Apob oder GDF Biomarker wie GDF 15 P 217 Ja, da hast du

Brigitte Huber 58:37
Medizinstudium.

Bas Kast 58:39
Ihr merkt, da habt ihr noch nie von gehört und so geht's mir natürlich auch. P tau 217 ist ein marker im Blut, den man mit dem man 20 Jahre vor Ausbruch der Krankheit Alzheimer, dann Alzheimer in der Entwicklung hin zu Alzheimer feststellen kann. Das sind schon mittlerweile sagenhafte Diagnosemöglichkeiten. Als nächstes ist dann die okay, wenn ich jetzt 20 Jahre vorher hier sehe, dass so ein Biomarker in die Falsche Richtung geht, P Tau 217 ist erhöht. Wie kann ich das wieder in die korrekte Bahn bringen, sodass es erst gar nicht zum Ausbruch dieser Krankheit kommt? Das ist für mich das faszinierendste Projekt jetzt, diese Präventionsmedizin. Wie können wir im Grunde auf zellulärer Ebene meine Zellen oder auch meine Organe, wenn wir sehen, da läuft etwas schief, Wie können wir das wieder auf die gesunde Bahn bringen, bevor hier eine echte Krankheit sich manifestiert?

Brigitte Huber 59:40
Wenn du da weiter bist, dein nächstes

Stephan Seiler 59:42
Buch, ja, dann musst du unbedingt wieder zu uns kommen. Bist du herzlich eingeladen und ich will auch gerne wissen, wie das gelingt. Dann langsam als ein bisschen langsamer als.

Brigitte Huber 59:50
Die nächste Rubrik heißt entweder oder. Da darfst du nur ganz kurz antworten und zwar dich immer zwischen. Also wir geben dir zwei Begriffe vor und du wählst einen und der steht dann eigentlich für sich. Ich fange mal an. Es geht ganz leicht. Brokkoli oder Vitaminkapsel?

Stephan Seiler 60:13
Brokkoli, Vitamin D oder Sonnenlicht?

Brigitte Huber 60:17
Sonnenlicht Studie oder Bauchgefühl Studie.

Stephan Seiler 60:22
Mut oder Vorsicht?

Brigitte Huber 60:25
Mut, schlafen oder tanzen?

Stephan Seiler 60:28
Schlafen, langes Leben oder gesundes Leben?

Brigitte Huber 60:35
Gelassen, altern oder optimiert. Alternativ

Stephan Seiler 60:42
dann noch zwei Zitate, kannst du gerne auswählen. Wir hatten kurz darüber nachgedacht, hier einfach zwei Baskast Zitate zu nehmen, die wir

Brigitte Huber 60:49
Aber das hätten wir zu selbstreferenziell gefunden.

Stephan Seiler 60:52
Aber ich kann dir versprechen, die kommenden beiden Zitate stammen nicht von dir. Erstes Zitat. Ich beginne mal In der Natur gibt es weder Belohnung noch Strafe. Es gibt folgende gesagt von Robert G. Ingersoll, ein Rechtsanwalt und Politiker aus den usa aus dem 19. Jahrhundert.

Brigitte Huber 61:14
Oder es ist nie zu spät, um das zu werden, was man hätte sein können. George Elliot, Schriftsteller, die aber eine Schriftstellerin, Schriftstellerin, ich weiß, aber unter dem Namen George Elliot bekannt wurde.

Bas Kast 61:31
Ja, das sind sehr schöne Zitate, insbesondere dieses letzte spricht mich sehr an. Was soll ich jetzt damit machen?

Brigitte Huber 61:37
Du musst dich nur für eins entscheiden oder du solltest dich verändern.

Bas Kast 61:40
Ich finde das letzte sehr, sehr. Ich finde das letzte sehr, Ja, ich habe hier mal einen Roman geschrieben, den keiner gelesen hat. Der hatte diesen Untertitel. Ja, das war so ein bisschen so mit Lebensweisheiten beim tollen Verlag, Diogenes Verlag, richtig gut. Ja, genau. Und der hat als Untertitel als, ja, ich finde super Lektorin, die die Lektorin von Friedrich Dürrenmatt war. Also ich war, ich fühlte mich wirklich sehr geehrt und super gut betreut. Ja, und der Untertitel von diesem Roman war, werde der du bist. Also ich verfolge in diesem Roman auch ein bisschen genau das, Wie kann man so in seinem Leben das entdecken, wofür man letztlich vielleicht wirklich so geschaffen ist? Wie tut man das? Wie merkt man man das? Wie kommt man dahin? Und das sind so Fragen, die ich im Roman so ein bisschen erzähle.

Stephan Seiler 62:39
Nachgehe jetzt zum Ende dieser Folge noch mal, möchte ich noch mal ganz trivial und plump werden. Was war deine letzte Ernährungssünde? Gehst du manchmal auch vielleicht von deinen Jungs, von deinen Söhnen angetrieben auch mal zu McDonald's und machst es dann oder sagst du, ne, ich kann doch nicht, ein Baskast darf doch nicht bei McDonald's gesehen werden, dann wäre alles vorbei. Also was war so deine letzte Ernährungssünde? Wie oft gönnst du dir sowas?

Bas Kast 63:05
Ja, McDonald's nicht. Das mache ich aus Prinzip nicht. Das finde ich finde das auch irgendwie unnötig. Den ganzen Laden mit dem Massenfleisch hier, gequälten Fleisch und so weiter, das steht stellvertretend.

Stephan Seiler 63:17
Du kannst auch, können wir uns auch Burger oder keine Ahnung.

Bas Kast 63:23
Ja, ja, ne, das nicht. Aber ich denke mal so das letzte, die Sünde wäre so etwas. Typisch wäre beim Bäcker, wo ich schwach werde und dann Schokomuffin oder sowas nehme und den dann auch bis zum wirklich genießen kann mit dem Kaffee dann, wo ich wirklich sage, okay, nicht jeden Tag oder Ja, aber jetzt genieße ich den aufs Richtig.

Brigitte Huber 63:48
Mich hätte jetzt zum Abschluss noch mal interessiert, weil du dich ja wirklich in deinen letzten Büchern sowohl mit einem gesunden, aber auch mit einem glücklichen Leben auseinandergesetzt hast und ich kann mich noch gut erinnern, war das dein vorletztes Buch, wo du die Krise auch geschildert hast, in die du gerutscht bist nach diesem großen Erfolg deines ersten Bestsellers. Und das war ja für dich dann der Anlass, den Kompass für die Seele letztlich zu schreiben. Und weil wir ja mit unseren Zuhörenden auch immer wieder darüber nachdenken, was denn so glücklich, ja, Regeln ist zu hart, aber was kann uns denn helfen in der zweiten Lebenshälfte, wie mit Krisen umgehen und so weiter. Hast du da noch irgendeine Essenz aus den letzten Recherchen, Jahrzehnten eigener Erlebnisse und Erfahrungen, die du uns mitgeben kannst?

Bas Kast 64:43
Ja, also ich denke, also ich habe ja schon meinen sehr unbeliebten Essay Look des Unbequemen erwähnt. Und für mich war das eine Erfahrung, die wichtig war, dass vieles, was lohnenswert ist im Leben, langfristig gesehen oft nicht vereinbar ist mit unmittelbarem Komfort oder unmittelbaren Glücksgefühlen. Und ich insofern auch nicht dieses sozusagen diese Happiness Kultur nicht so ganz unterschreiben kann. Also das fängt an mit Fasten, das ist erstmal unangenehm, aber langfristig kann dir das gut tun oder auch danach hast du ein gutes Gefühl, ein Eisbad erstmal unangenehm und danach fühlst du dich besser. Joggen gehen ist erst mal unangenehm, löst erst mal keine Glücksgefühle aus. Langfristig ist es gut. Umgekehrt Fast Food zum Beispiel, erstmal Glück, wenn du da reinbeißt oder das Extrembeispiel wären Drogen, die machen dich unmittelbar glücklich. Langfristig ruinieren sie dein Leben, aber es geht sogar noch weiter. Ich würde sogar sagen, dass Kinder dir etwas von deinem unmittelbaren Glück nehmen können, gerade so Baby, die erste Zeit mit Säuglingen und Babys und schlaflosen Nächten und das Gequengel und sozusagen kein Sex mehr und kein sozusagen, du kommst kaum noch zu was, du kannst nirgends mehr hingehen, du kannst nicht mehr reisen, du kannst mit deiner Frau oder deinem Mann nicht mehr in ein Restaurant gehen und so weiter. Und trotzdem haben die natürlich gerade so langfristig gesehen, aber auch dann in dem Alltag mit so einem sehr fordernden Baby oder Kindern hat das natürlich etwas sehr Erfüllendes auch. Und deshalb dieses Gefühl, dass du dieses eine Relativierung bei mir von was es ist. Du musst nicht die ganze Zeit glücklich sein, du musst nicht die ganze Zeit diesem flüchtigen Glück nachjagen. Wichtiger ist es, wenn du etwas nachgehst, was für dich sinnvoll ist und was deinem Leben Bedeutung gibt, wie Kinder zum Beispiel. Und das relativiert für mich das Glück so ein bisschen.

Brigitte Huber 67:05
Und das heißt auch ein bisschen das Aushalten von unangenehmen Situationen bis hin zu dem Herbeiführen von unangenehmen Situationen, weil man eben weiß, das Glück oder die Zufriedenheit, Glück ist ja auch immer so ein riesiges Wort, aber die Zufriedenheit kommt dann vielleicht als Momentum oder als Geschenk danach.

Bas Kast 67:26
Richtig, Ja, ich habe vor allem ein Problem, glaube ich, mit dem Glück nicht so sehr, das ist ein schönes Wort auch, aber ich habe mehr ein Problem, glaube ich, mit Spaß oder Spaßgesellschaft. Viele Leute, die mir auch sagen, was du so sagst, es klingt so sehr nach Verzicht. Wo bleibt da der Spaß, dass ich dann sage, ja, also das stimmt schon, dass ich unmittelbar auf ständige Muffins und Hamburger und Sesshaftigkeit und Scrollen vom Internet und Sitzen, sitzen, sitzen und so weiter verzichte. Aber für mich liegt ein größeres Vergnügen und eine größere Genugtuung darin, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch Leid zu vermeiden in der Zukunft. Und das, was ich bei meinem Vater gesehen habe, natürlich, ich habe keine vollständige Kontrolle über Parkinson, aber ich möchte schon versuchen, das zu tun, was ich tun kann, um diese Form von jahrelangem Leid zu vermeiden. Und für mich liegt ein größerer Spaß, wenn man so will, darin und eine Genugtuung darin, dann auch auf unmittelbaren Spaß zu verzichten, mit Blick auf dieses eher langfristige Ziel. Diese langfristige Genugtuung ist ja schon ein

Brigitte Huber 68:40
sehr schönes Schlusswort, oder Stephan? Findest du nicht?

Stephan Seiler 68:43
Denke ich auch gerade. Wäre das am Ende auch die zentrale Botschaft, die du uns und unseren Zuhörerinnen und Zuhörern mitgeben kannst, egal ob wir jetzt, wie alt wir sind, je über 40 sind, dass es sich immer lohnt, noch den langfristigen Effekt im Auge zu behalten und nicht dem Spaß zu verfallen.

Bas Kast 69:04
Ja, genau. Aber mit dem Vermerk dann auch, dass sozusagen jeder da seinen eigenen Platz auf diesem Spektrum finden muss, diesen Extremen zwischen unmittelbarem Vergnügen und dieser langfristigen Genugtuung. Und es schon sein mag, dass ich ein bisschen mehr bei dem Extrem liege, langfristiges Genugtuung, zukünftiges Ich und so weiter und Verzicht und so im Moment selber und andere für sich einen Weg finden wollen, der etwas mehr in die andere, in die andere Extrem geht. Das muss ja nicht andauernder, unmittelbarer Spaß, Party und Drogen sein, aber dass es vielleicht ein bisschen mehr in die Mitte geht. Vielleicht ist das ein gesünderes Verhältnis und ich bin aufgrund meines Berufs oder was auch immer bisschen mehr näher an einem Extrem, das nicht für alle geeignet ist und nicht für alle das Ideale ist.

Brigitte Huber 70:09
Vielen herzlichen Dank, lieber Bas, für deine Zeit. Wir haben jede Menge mitgenommen, nicht nur Supplements wissen, sondern durchaus auch den einen oder anderen Gedanken.

Bas Kast 70:21
Ja, gerne. Sehr gerne. Vielen Dank für eure Neugierde und die Möglichkeit, ein bisschen ausführlicher auch zu reden. Ich finde das sehr viel interessanter als diese doch sehr kurzen, oft sehr kurzen Gespräche, zum Beispiel heute Morgen im Morgenmagazin, wo ich drei Minuten hatte, um diese lange Recherche, 400 Seiten und zwei Jahre Recherche in drei Minuten packen ist schwer.

Brigitte Huber 70:47
Das ist schon schwer. Das ist eine Challenge.

Stephan Seiler 70:49
Da haben wir ein bisschen mehr Zeit. Vielen Dank. Wir freuen uns, wenn du wieder ein Buch schreibst und dann würden wir uns freuen, wenn du zu uns kommen würdest. Bis zum nächsten Mal.

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Folge

36

·

81 Min.

Mit

Susanne Liedtke

Welche Ernährung hilft gut durch die Wechseljahre?

Impulse aus dieser Folge

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Nicht alle reagieren gleich auf Salz. Wer salzempfindlich ist, profitiert deutlich davon, weniger zu salzen: In Deutschland liegt der Schnitt bei etwa 10 Gramm am Tag, bei Jäger-Sammler-Gruppen bei etwa einem.

💡

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Solide Meta-Analysen zeigen: über 1 g Omega-3 als Supplement täglich erhöht das Risiko für Vorhofflimmern – das gilt nicht nur für Herz-Vorbelastete. Höhere Dosen könnten dagegen fürs Gehirn (Demenz-Prophylaxe) einen Schutz bieten.

💡

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Sonnencreme mit UVB-Filter bremst die Vitamin-D-Bildung im Labor deutlich – bei Menschen, die sich im Alltag schuetzen, findet sich trotzdem kein schlechterer Vitamin-D-Spiegel. Das Mass nennt das Bundesamt fuer Strahlenschutz: zwei- bis dreimal pro Woche Gesicht, Haende und Arme kurz unbedeckt in die Sonne, bei hellerer Haut und starker Sonne rund zwoelf Minuten. Wer laenger draussen bleibt, schuetzt sich; ein Sonnenbrand ist nie der Preis fuer Vitamin D.

💡

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Ab etwa 40 nehmen Muskelmasse und noch stärker die Muskelkraft um rund ein Prozent im Jahr ab. Krafttraining verhindert davon den größten Teil. Es gibt keinen Ersatz dafür.

💡

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Kaliumsalz (Ersatz eines Teils des Natriumchlorids durch Kaliumchlorid, meist ~25 %) senkte in großen Studien – u.a. in 600 chinesischen Dörfern – Herzinfarkte und Sterberisiko; ein einfacher, unterschätzter Austausch.

💡

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Langkettige Omega-3-Fettsäuren gibt es v.a. aus Kaltwasserfisch; pflanzliche Quellen (Leinsamen, Chia, Walnüsse) liefern kürzere Formen, die Frauen (für Schwangerschaft) besser umwandeln als Männer. Empfehlung: ~2× 100 g fettreicher Fisch/Woche reicht.

💡

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Bei Melatonin ist mehr nicht besser. Schon 0,3 mg heben den Blutspiegel auf normale Nachtwerte, und die Studienlage zur besten Dosis ist uneinheitlich: Die EFSA bezieht ihre Aussage zur kuerzeren Einschlafzeit auf 1 mg kurz vor dem Zubettgehen. Wer es versucht, faengt niedrig an, statt sich nach oben zu dosieren.

💡

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Der Vitamin-C-Mythos geht auf Linus Pauling zurück; hohe Dosen (v.a. intravenös) wirken prooxidativ und können giftig sein. Als Teil eines Multivitamins reichen ca. 100 mg; mehr braucht kaum jemand.

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In der Natur gibt es weder Belohnung noch Strafe. Es gibt Folgen.

Robert G. Ingersoll

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Sonnencreme ist wirksam, ist das wirksamste Anti-Aging Mittel für die Haut. Schlechthin.

Bas Kast

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Es ist nie zu spät, um das zu werden, was man hätte sein können.

George Eliot

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Ich mag dieses, im Englischen sagt man Beginners Mindset, dass du immer wieder dich selbst in Situationen bringst, wo du ahnungslos bist.

Bas Kast

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Werde, der du bist.

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Du musst nicht die ganze Zeit glücklich sein, du musst nicht die ganze Zeit diesem flüchtigen Glück nachjagen.

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Huber & Seiler

Die Sache mit dem Älterwerden.

Klüger älter werden, ohne sich jünger machen zu müssen.

Ein unabhängiger Podcast von Brigitte Huber & Stephan Seiler.

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