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48 Min.

Na, wie alt fühlen wir uns heute? (Warum diese Frage wichtig ist, wenn wir lange leben wollen.) Mit Brigitte Huber & Stephan Seiler

In der ersten Folge sprechen Brigitte und Stephan über das gefühlte Alter, und was es mit uns macht.

Gesellschaft

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Überall, wo es Podcasts gibt:

Brigitte ist gerade 60 geworden, Stephan 45. Beide merken: Älterwerden ist nicht nur eine biologische, sondern v.a. eine soziale und emotionale Erfahrung.

Es geht um Fragen wie:

Wann fühlen wir uns eigentlich alt - und wann jung?Warum sagen so viele: „Ich bin 42, aber fühle mich wie 28?“Was hat das mit unserer Psyche, unserem Umfeld und unserer Sprache zu tun?Welche Herausforderungen wie z.B. Altersdiskriminierung sind mit der Zahl verbunden? Wieso leiden auch junge Menschen unter Altersdiskriminierung? Warum ist es so wichtig, neue Premieren im Leben zu schaffen?Welche Auswirkung hat das gefühlte Alters auf die tatsächliche Lebenszufriedenheit und Lebenserwartung?

Kapitelmarken

  • 00:00 Intro: Warum man beim Alter sofort in eine Schublade kommt

  • 03:30 Wie ein junges Fohlen: Floskeln und das Karrierefenster 42 bis 48

  • 09:26 Dein inneres Alter: Die Frage, die ganze Abende füllt

  • 12:32 Die toxische Beziehung zur Pulsuhr: ausgezeichnet für dein Alter

  • 17:07 Die Premieren-Formel: Warum erste Male die Zeit wieder dehnen

  • 20:09 Eure Sprachnachrichten: Naschtüte, Arthrose und eine Beerdigung

  • 22:23 Neugier als Schlüssel: Freundschaften über die Generationen

  • 26:32 Das Altersbild im Kopf: Nie eine alte weiße Frau sein wollen

  • 32:11 Das Umfeld entscheidet: Kanzler mit 70, kein Kurs mehr mit 55

  • 33:46 37,3 Jahre: Wie alt und wie jung sich die beiden fühlen

  • 37:33 Der Körper in der Kita: Wie man sich zum Sport belohnt

  • 40:02 Entweder/Oder: Cicero oder Pippi, Sudoku oder Spanisch

  • 44:19 Fazit: Was von dieser Folge bleibt

Transkript zur Folge

Brigitte Huber 0:00
Ich habe das manchmal früher komisch zickig fast gefunden, wenn Frauen uns bei Interviews oder so ihr Alter nicht verraten wollen. Heute verstehe ich das, weil man wird sofort in irgend so eine Kiste oder in irgendeine Schublade reingesteckt.

Stephan Seiler 0:13
Nach drei Wochen hatte das Handball Comeback wieder ein kleines Ende oder eine Pause zumindest. Ich habe nämlich einen Fersensporn gehabt und Fersensporn, die Medizinerinnen und Mediziner unter unserer Hören werden es womöglich wissen, hat die Eigenart, dass sie die Menschen befällt, die sich selbst überschätzen, überlasten gerade Männer um die 40 hieß es typisch, typisch kaum, kaum über 40 und dann noch mal anfangen mit Mannschaftssport, so wie früher. Hallo und herzlich willkommen zu unserem Podcast. Hallo Brigitte.

Brigitte Huber 0:56
Hallo Stephan.

Stephan Seiler 0:57
Jetzt geht's los.

Brigitte Huber 0:58
Wow. Endlich.

Stephan Seiler 0:59
Ja, oder? Jetzt geht's los mit die Sache mit dem Älterwerden.

Brigitte Huber 1:03
Ja, unserem Podcast.

Stephan Seiler 1:04
Unserem Podcast. Du bist Brigitte Huber und warst jahrelang Chefredakteurin der Zeitschrift Brigitte.

Brigitte Huber 1:10
Genau. Und das war ein reiner Zufall, dass ich genauso hieß, wie dieses Heft immer noch heißt und diese Marke immer noch heißt. Und du bist Stephan Seiler.

Stephan Seiler 1:19
Richtig. Wir wollen Fragen rund ums Älterwerden stellen und die hoffentlich auch alle beantworten.

Brigitte Huber 1:25
Da bin ich recht zuversichtlich. Wir strengen uns an.

Stephan Seiler 1:28
Wir beide haben ja durchaus auch Erfahrung mit dem Selbst. Älterwerden. Du bist wie alt jetzt?

Brigitte Huber 1:33
Ich bin letztes Jahr 60 geworden und finde das schon eine Ansage. Also das ist so irgendwas zwischen sehr viel Grund zur Dankbarkeit und auch irgendwie eine Unverschämtheit.

Stephan Seiler 1:44
Das kann ich jetzt schon nachvollziehen. Ich bin 44 und finde das schon bisweilen als Unverfrorenheit des Lebens.

Brigitte Huber 1:51
Aber vielleicht kann ich da gleich schon mal eine Entspannung reinbringen. Ich habe ja dann überlegt, tatsächlich ein Buch über dieses Thema zu schreiben. Es hat gut reingepasst auch in mein Leben. Und je mehr ich zu diesem Thema Älter werden recherchiert habe, umso mehr Lust habe ich tatsächlich auch auf diese Lebensphase bekommen.

Stephan Seiler 2:11
Davon würde ich sehr gerne profitieren, denn ich habe quasi seit 15 Jahren schon eine vorgezogene Midlife Crisis und mache mir große, große Sorgen rund um das Thema Älter werden. Vor allem um die Wie kann man denn älter werden mit Stil und einigermaßen würdevoll, ohne wie so ein Berufsjugendlicher herumzulaufen? Wie ich manchmal wirke womöglich.

Brigitte Huber 2:33
Ja, und vor allem, wie kann man es mit Freude und wie kann man tatsächlich das Geschenk, das wir letztlich kriegen, dass wir jetzt heute so alt werden können? Wie können wir das optimal nutzen?

Stephan Seiler 2:43
Um solche Fragen soll es gehen in diesem Podcast, aber auch um viele andere, die man sich stellt, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat. Und damit meine ich, wie gesagt, nicht nur die Menschen mit einer sechs oder sieben vorne, sondern auch mit einer vier oder einer fünf vorne. Zum Beispiel Fragen ab wann ist man für etwas zu alt?

Brigitte Huber 3:01
Da kann man auch durchaus sagen, das beginnt ja sehr früh. Also selbst Kinder oder Jugendliche fühlen sich ja in manchen Situationen für Dinge zu alt und umgekehrt fühlen sich auch Menschen mit 40, 50, 60 in manchen Situationen.

Stephan Seiler 3:16
Wieder jung und manchmal sogar zu jung. Auch darüber würde ich gerne reden. Heute geht es aber erstmal los mit unserer Auftaktfolge und die Frage na wie.

Brigitte Huber 3:28
Alt fühlen wir uns heute?

Stephan Seiler 3:30
Ist es wirklich wichtig, wie alt ich mich fühle oder auch wie jung ich mich fühle? Das alles ist mit dieser Frage gemeint. Es soll also um ein Phänomen gehen, das vermutlich recht viele Menschen kennen. Wohl alle haben schon mal so Sätze gehört oder gesagt wie Ach Mensch, heute fühle ich mich so wie eine Oper oder heute springe ich herum wie ein junges Fohlen. Ich fühle mich wie neugeboren, sagt man ja auch gerne. Oder da fühlt man sich doch gleich wieder jung nach dem Konsum eines Getränks aus der Jugend vielleicht. Warum greifen wir so oft auf solche Formeln, auf solche Floskeln zurück? Geben die uns Halt, geben die uns Sicherheit?

Brigitte Huber 4:07
Brigitte Nein, ich glaube, das ist sehr vielschichtig. Aber was auf jeden Fall Wir werden im Laufe unseres Lebens ja immer wieder damit konfrontiert, dass wir für etwas jetzt allmählich zu allem werden oder nicht mehr jung genug sind. Was man, glaube ich, ganz ernsthaft vorher schon mal sagen muss, hat jetzt gerade auch wieder die Antidiskriminierungsgesellschaft in einer Umfrage, in einer Studie leider nachgewiesen. Wir haben ein großes Problem mit Altersdiskriminierung und zwar sowohl bei jungen Leuten als auch bei älteren Leuten. Es fühlen sich auch ganz viele junge Leute diskriminiert, also nicht ernst genommen. Und ich habe mich auch mal für eine Diskussionsrunde mit einer Forscherin unterhalten, die sich da ganz viel Gedanken schon drüber gemacht hat. Und dann sind wir das so durchgegangen im Leben einer Frau jetzt in dem Fall Zuerst wird man als zu jung betrachtet, dann wird man vielleicht in die Familienphase verhaftet innerlich oder hat es auch tatsächlich Familiengründung und so weiter. Und dann kommt man schon schwuppdiwupp in die Wechseljahre und dann ist man sowieso zu alt. Und dann habe ich sie. Wann sind denn eigentlich zum Beispiel für Karriere die richtigen Jahre für eine Frau das richtige Alter? Und dann sagt Ja, das kann ich dir sagen, Das ist von 42 bis 48.

Stephan Seiler 5:27
Ernsthaft?

Brigitte Huber 5:28
Ernsthaft. Und dann hat sie Ja, das ist genau dann durch Studien belegt, dass man okay, die Frau ist jetzt wohl aus der härtesten Familienzeit raus und sie ist noch nicht alt. Und dann muss man natürlich sagen, wenn man sich das anschaut, dass es letztlich dann nur sechs oder sieben Jahre sein sollen, dann läuft irgendwas schief, weil selbstverständlich haben wir in jedem Alter irgendwas beizutragen, was wir vielleicht vorher oder nachher nicht hatten. Und weil wir gerade beim Thema Frauen sind als Frau, wenn ich mich so zurückbesinne, hat man da als allererstes immer wieder bei Gynäkologinnen damit zu tun. Ich weiß, als ich mit Anfang 30, ich hatte schon ein Kind, mit Anfang 30 zu meiner Frauenärztin ging und die hat mich dann wollen Sie eigentlich noch mein Kind? Und dann habe ich gesagt ich war damals 32, ich glaube schon. Dann hat sie Ja, dann würde ich mich mal beeilen. Und dann weißt du, da will dir jetzt jemand man sagen, die Uhr tickt. Das heißt tatsächlich, und das ist auch ein Phänomen, auf das wir immer wieder gestoßen sind. Frauen setzen sich, du bist eine löbliche Ausnahme, setzen sich immer wieder stärker auch mit diesem Thema Älter werden auseinander und sind dann tatsächlich auch ein bisschen gewappneter auf diese Veränderungen.

Stephan Seiler 6:38
Männer tun es nicht. Meinst du?

Brigitte Huber 6:40
Männer tun es weniger. Allein schon. Das hat tatsächlich mit diesen hormonellen Dingen zu tun. Die Forscherinnen und Forscher sagen unisono, dass Frauen einen Vorsprung von ungefähr 10 Jahren, wo sie sich einfach tatsächlich auch schon mit körperlichen Eintrübungen und so was auseinandergesetzt.

Stephan Seiler 6:56
Haben, fühlt man sich als Mann früher oder später alt.

Brigitte Huber 7:01
Tatsächlich gibt es keine Studien, wer sich früher alt fühlt, aber die Lebenserwartung der Männer ist kürzer. Also insofern haben sie natürlich, auch wenn sie sich damit befassen, wissen sie, es wird vielleicht nicht ganz so lange dauern. Und tatsächlich investieren Frauen oft noch mehr in ihren Körper als Männer Aber und das gibt es auch, es gibt ganz viele Männer, die beispielsweise in den ERN und auch in den ERN tatsächlich auch sich viel Adrenalin über Marathonläufe, Halb Marathon Sport Events und so was wirklich sich da auch spüren wollen. Und das hat ja auch immer damit zu tun, zu Hey, ich bin noch fit, ich bin im Vollbegriff meiner Kräfte.

Stephan Seiler 7:44
Ich habe eine Studie gefunden, die danach gefragt, ab wann man überhaupt glaubt, dass das Alter beginnt. Und Jährige, die 1955 geboren worden sind, die gaben an in einer Studie, dass das Altsein mit 75 Jahren beginnt. Für Jährige, die 1911 geboren wurden, also schon vor einiger Zeit, früher begann das Altsein hingegen schon mit 71 Jahren. Ist es so, dass wir das Älter werden, den Zeitpunkt, ab dem wir alt sein werden, immer weiter in die Zukunft verschieben?

Brigitte Huber 8:21
Also zum einen, glaube ich, ist es ein Phänomen, dass man Also alt sind immer nur die anderen oder so. Aber de facto ist es ja tatsächlich, dass die Lebenserwartung und einfach auch die Bedingungen, wie wir alt werden, sich radikal verändert haben zum Positiven. Und selbstverständlich ist eine Frau oder ein mann, der heute 55 oder 65 ist, in einem anderen körperlichen Zustand als die Generationen davor. Wir kümmern uns mehr um uns selbst im Großen und Ganzen. Wir informieren uns über Ernährung, Bewegung, was wir tun müssen. Psychologische Themen werden nicht mehr so tabuisiert. Es ist heute, wenn ich eine Depression habe, wenn ich eine seelische Erkrankung habe, ist es kein Tabu mehr, mir da Hilfe zu holen. Auf einem anderen Papier steht, ob ich einen Therapieplatz kriege. Das muss man sagen. Aber tatsächlich ist es so, dass ich auch viel investiere in mich und das bedeutet zum einen tut mir das gut, ich fühle mich wohler und zum anderen erhöht es meine Lebenserwartung.

Stephan Seiler 9:26
Jetzt finde ich es immer wieder bemerkenswert, wenn ich auf Partys bin oder auf Festlichkeiten und dann eine Frage höre, die man häufig hö Wie lautet dein inneres Alter? Wie alt fühlst du dich wirklich? Damit kann man ganze Abende bestreiten, Probiert es mal aus. Kann ich sehr empfehlen. Ist sehr, sehr aufschlussreich, denn man hört so gut wie nie, dass der oder die Befragte mit dem echten Alter antwortet. Kaum jemand sagt, dass er oder sie sich so alt fühlt, wie er oder sie auch wirklich ist. Fast immer hört man die Antwort, dass man sich älter fühlt oder jünger fühlt. Warum? Warum fällt es uns so schwer zu ja, ich bin 44 und genauso alt fühle ich mich.

Brigitte Huber 10:05
Ich finde, Alter ist halt nur eine Zahl und eine Zahl ist kein Gefühl. Und insofern, was du vorher auch gesagt hast, es gibt Tage, da fühlen wir uns vielleicht alt und an anderen fühlen wir uns jung. Und ich würde jung auch oft übersetzen mit auch lebendig. Also natürlich haben wir Beispiele, dass man sagt, man ist zu jung. Also man ist zu jung, weil man noch nicht volljährig ist und auf keine Party gehen darf oder sowas. Wir haben viel mit Leuten geredet, wann sie sich zuletzt jung gefühlt haben und dann sind das oft Situationen, in denen sie sich sehr lebendig gefühlt haben. Insofern finde ich gerade, dass man gucken muss, dass man eben Alter nicht an der Zahl festmacht, weil wenn es um die Berufstätigkeit geht, es gibt viele Menschen, die gerne länger arbeiten als 63 oder 67, ungefähr ein Viertel der Leute, die akademischen Abschluss haben, möchten länger als 67 arbeiten. Ganz, ganz tolle Role Models, die ich kenne mit über 80, die sind immer noch berufstätig. Gut ist daran. Also es ist vor allem für sie selber gut, weil sie dadurch wirklich wieder ihre Lebenserwartung erheben. Gleichzeitig gibt es natürlich Leute vielleicht die auch einen schweren körperlichen Job hatten oder die vielleicht auch das nicht sehr erfüllend fanden, die froh sind, wenn sie damit aufhören können. Und das immer an einer Zahl festzumachen, die für alle gleich ist, da sind sich inzwischen die Expertinnen und Experten auch einig, ist verkehrt. Also man sollte schon eher gucken, wer kann noch und wer will noch. Bei unserer Gesellschaft braucht das auch. Also sonst haben wir irgendwann tatsächlich ein Problem, weil wir einfach dann zu wenig junge Leute haben, auch für den Arbeitsmarkt. Wer möchte aber gern und findet da seinen Sinn drin? Warum magst du so gerne zahlen oder findest du es wichtig?

Stephan Seiler 11:55
Die Frage finde ich so interessant und so bemerkenswert, weil man sich erstmal jeden Tag anders alt fühlt. Zumindest an den meisten Tagen fühle ich mich anders alt. Und eben weil auch kaum jemand genau die Zahl nennt, die zutreffend ist, die im eigenen Reisepass drinsteht, bezogen aufs Geburtsdatum, dass man sagt, ich fühle mich jetzt genauso alt, wie ich auch wirklich bin. Und dass viele Menschen dann auch gerne antworten Ich fühle mich doch eigentlich wie mit 25 das ist die meistgehörte Antwort darauf. Eigentlich bin ich immer noch 25, andere sagen Mitte 30, aber ich höre eben selten, dass Menschen ja, ich bin 42 und genauso fühle ich mich auch.

Brigitte Huber 12:32
Aber ich finde gerade dieser, ich sage jetzt mal, offene Umgang mit unserem Alter ist ja auch gut, weil wie gesagt, es ist eine Zahl, die steht in und Geburtsurkunde. Aber wie wir bis jetzt gelebt haben, wie unsere Grundeinstellung zum Leben ist und wie wir uns weiterentwickeln werden, darüber sagt die nichts aus. Und ich finde, wir müssen dann auch immer aufpassen, dass es eben nicht in diese Diskriminierung danach reinläuft. Also ich habe mich richtig alt gefühlt, beispielsweise als ich mit meiner Pulsuhr. Also ich habe echt eine toxische Beziehung zu meiner Pulsuhr, muss man sagen. Ich trage sie, obwohl sie mich tyrannisiert.

Stephan Seiler 13:04
Das ist dann Uhr, die dich trackt, dein sportliches Verhalten aufnimmt.

Brigitte Huber 13:08
Genau. Und es gibt da auch Faktoren, die gar nicht aufnehmen wollte, aber die Pulsuhr dann trotzdem aufgenommen hat. Und da gibt es ein Kriterium, das heißt Vomax. Und da geht es quasi um die Sauerstoffsättigung des Blutes während einer Anstrengung. Und dann sagt diese Uhr ungefragt zu Mein Wert wäre ausgezeichnet für mein Geschlecht und mein Alter. Dann muss ich Hey, du dummes Ding, das ist eine doppelte Diskriminierung. Also ich habe dich auch gar nicht gefragt. Dann soll sie Der Wert ist OK, Punkt. Aber er ist ausgezeichnet für eine Frau und für eine Frau mit 60. Ach, und das fand ich schon sehr frech.

Stephan Seiler 13:46
Ja, das kann ich mir vorstellen. Ich war vorgestern noch essen mit einem Freund von mir. Schöne Grüße an Philipp. Philipp hat mir eine ähnliche Geschichte erzählt. Er hat im Fitnessstudio sich überprüfen lassen, wie alt er ist und er wurde danach angezeigt, dass er zehn Jahre jünger sei. Dann wollte er ganz stolz zu seinem Freund rennen und ihm das erzählen. Und dann hat sich in der Zwischenzeit der Wert aber wieder verändert. Vorher hieß es 35, auf einmal stand da 55. Er ist gerade 40 geworden, muss man dazu wissen.

Brigitte Huber 14:13
Und das war bitter.

Stephan Seiler 14:14
Das war bitter. Und dann hieß es auch sein Rumpf kraftmässig ist sein gefühltes Alter oder sein tatsächliches Alter. 74 Jahre alt, 74 und das hat ihn erst mal ein paar Tage lang schlechte Laune beschert.

Brigitte Huber 14:26
Absolut. Es gibt auch einen Test, der ist auch in unserem Buch drin, wo man dann tatsächlich sein biologisches Alter ausrechnen kann. Und da muss man natürlich auch stark sein oder man schummelt und macht mehr Sport oder sonst irgendwas. Oder man macht ihn ernsthaft und dann kommt auch etwas Ernsthaftes raus. Und du erfährst auch noch, wie alt du werden willst. Also da musst du schon gut geschlafen haben oder irgendwie ein spannendes Getränk neben dir haben, dass dir da nicht die Laune vergeht.

Stephan Seiler 14:54
Oh je. Will man das wissen?

Brigitte Huber 14:56
Ja, will man es wissen. Das ist die Frage. Also was ich dir ja dann in meinem fortgeschrittenen Alter schon mal mitgeben kann. Es entwickelt sich ja wirklich sehr viel zum Positiven. Also zum Beispiel auch, was unsere Psyche angeht, unsere Persönlichkeit. In Wahrheit gelingt es den meisten Menschen, sich im Laufe ihres Lebens von so ein paar Eigenschaften zu verabschieden, die eher anstrengend sind. Also starke Selbstzweifel, überbordender Ehrgeiz und all diese Dinge. Und wir haben mit ganz, ganz vielen Leuten gesprochen und die Was ich heu kann, anders als vor 20 Jahren. Ich bin gelassener, ich muss mir nichts mehr beweisen, ich bin einfach auch geerdeter. Und da gibt es ganz, ganz viele Dinge, die einfach dazukommen, ein dazugewinnen und da drauf auch das Augenmerk zu richten, das finde ich sehr, sehr gut. Und diese Dinge wird es auch bei dir schon geben.

Stephan Seiler 15:51
Es gibt durchaus schon eine gewisse Gelassenheit, was eigene Macken angeht. Anderer Umgang mit Imperfektion. Da war ich, glaube ich, in den früheren Jahren in den Ern und frühen Ern strenger mit mir. Also ich bin da etwas milde Altersmilde, möchte ich sagen, mit mir selbst geworden, was sehr angenehm ist. Und wenn ich das jetzt mal so frei von aller Ironie sagen mö Ich leide auch jetzt nicht jeden Tag unter meinem Alter, dass da eine 4 steht. Im Gegenteil, ich empfinde das als großes Privileg und als Geschenk. Erstens, dass ich so alt werde, dass ich so fit bin immer noch und dass ich jetzt auch von ganzen Erfahrungen profitieren kann und zugleich noch eine große Energie in mir spüre. Ich glaube, eines Tages werde ich mich schlecht zurücksehen nach dieser Altersphase, nach dieser Phase meines Lebens. Aber zugleich gibt es eben die berühmten körperlichen Zipperlein die langsam zunehmen und es fallen manche Dinge nicht mehr so leicht wie früher. Egal ob es ums Tanzen geht, das geht immer noch, auch gerne stundenlang, aber dann spüre ich das einfach am nächsten Tag. Klassiker ist, den auch viele in meinem Alter, wenn sie mir auswarnen, wenn sie was getrunken haben, wenn sie mal richtig um die Häuser gezogen sind, dann bezahlen sie dafür zwei, drei Tage lang einen Preis. Wurde mir aber auch schon vor 10, 20 Jahren so gesagt, dass das passieren wird, ist jetzt auch nicht die große Überraschung.

Brigitte Huber 17:07
Ne, also ich glaube, das ist so der Punkt. Also zum einen, let's face it, wir können an unserem Alter nichts drehen. Es macht also Sinn, dass wir die Zeit, die wir jetzt haben, genießen, so gut wir es können und dass wir die Weichen richtig stellen, weil das, was einem die Leute früher gesagt haben, als man jung war und auch nicht zufrieden war mit sich, an irgendeiner oh, du wirst irgendwann noch zurückschauen und oh, wäre ich noch mal so jung, bringt es das nicht? Und zum anderen, wollen wir wirklich noch mal 20 sein? Nein, die meisten von uns nicht. Körperlich ja bestimmt. Aber wie gesagt, diese anderen Dinge, man muss sich da erst durchstruggeln, Selbstzweifel und so weiter, da ist schon noch sehr viel des Weges da. Und was schon auch der Punkt ist, und das scheinst du auch schon zu haben, dieses zu realisieren, das Leben ist kostbar und es vergeht auch relativ rasch. Es vergeht auch deswegen relativ rasch, weil wir dann irgendwann in einer Überholspur oder Wiederholspur sind. Also die Dinge passieren immer ähnlich und es gibt wenig Dinge, die neu passieren. Und man weiß, das Zeitgefühl wird eben ganz, ganz klar beeinflusst, wenn wir etwas Neues erleben und zwar positiv beeinflusst, wenn wir eine Premiere erleben. Die ersten 18 Jahre unseres Lebens sind gefühlt so lange wie der Rest. Also das ist schon mal ganz schön hart, ist klar. Erster Schultag, an den erinnern wir uns noch, an den ersten Kurs, erster Urlaub ohne Eltern, all diese Dinge, das waren immer Meilensteine, die auch tatsächlich im Gedächtnis natürlich sich verankern. Ja, und irgendwann haben wir uns dann eingegroovt in unsere Jobs und all das. Und dann die Premieren, die dann kommen, sind auch oft dann gar nicht mehr so spannend. Dann ist es halt, keine Ahnung, der erste Bandscheibenvorfall oder auch die erste Trennung oder was auch immer. Und deswegen, wenn es darum geht, das Leben jetzt tatsächlich mit beiden Händen zu greifen, und das ist ja, finde ich, schon etwas, was durch das Älterwerden ausgelöst werden kann und sollte, dann ist es zum Beispiel ein sinnvoller Weg, wieder neue Premieren ins Leben reinzuholen, weil dann wird auch unser Gedächtnis wieder wach, dann verankert es auch wieder Erinnerungen und diese Lebendigkeit kommt.

Stephan Seiler 19:21
Also brauchen wir erste Male, um jung zu bleiben.

Brigitte Huber 19:24
Erste Male sind gut, um jung im Sinne von lebendig sich zu fühlen und ein bisschen mehr die Herrin der eigenen Zeit wieder zu werden. Und wir haben unter anderem auch mit Achtsamkeitsspezialisten gesprochen. Der hat natürlich dann auch noch mal Tipps gegeben, weil ein Schlüssel ist da auch die Achtsamkeit. Wenn wir richtig im Hier und Jetzt sind, dann ist es umso einfacher. Und der hat und das war auch total spannend auch gleich Wir können auch versuchen, in einer Wiederholung eine Premiere zu finden, indem wir noch mal mit einem anderen Mindset da reingehen. Also lauter so Dinge, wo man ja, okay, dass eben nicht dieses Phänomen passiert ist, ist Silvester und man Wo ist dieses Jahr schon wieder hin? Weil nichts fest bleibt.

Stephan Seiler 20:09
Heute in unserer ersten Folge ist das große Thema gefühltes Alter. Wie alt fühlen wir uns? Wann haben wir uns zum letzten Mal jung gefühlt? Wann haben wir uns zum letzten Mal alt gefühlt? Diese Frage haben wir auch euch gestellt, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Und uns haben da ein paar, wie ich finde, hörenswerte Sprachnachrichten erreicht.

Brigitte Huber 20:29
Ja, lass mal hören.

Stephan Seiler 20:31
Wollen wir reinhören? Ja, sehr gut.

Zuhörer 20:34
in 1: Mein Name ist Iliane, ich bin 53 Jahre. Und wann habe ich mich das letzte Mal so richtig jung gefühlt? Sehr, sehr lustiger Moment. Mit einer Freundin zusammen gingen wir an einem Kiosk vorbei, guckten uns an und hatten beide die gleiche Idee. Wir sind wie früher, als wir ganz jung waren, in Schulzeiten an diesen Kiosk gerannt und haben uns für wenige Euros so eine richtig schöne Naschtüte gemacht. Das war so eine schöne Jugenderinnerung, die hat uns und vor allen Dingen mich in dem Moment wieder richtig, richtig jung fühlen lassen.

Zuhörer 21:08
in 2: Mein Name ist Peter, ich bin 62 Jahre alt und ja, ich fühle mich alt, wenn ich nach dem Essen im Restaurant aufstehen muss, habe da mehr als eine Stunde gesessen und stehe auf, als wenn ich 100 Jahre alt wäre, weil ich Arthrose in beiden Knien habe. Und das ist schon sehr niederschmetternd. Und moralisch trifft mich das jedes Mal wieder so, dass ich jetzt heimlich unter dem Tisch immer schon Übungen mache, bevor ich aufstehe. Und das sind immer wieder die Momente, wo ich mich sehr, sehr alt fühle.

Zuhörer 21:40
in 3: Das letzte Mal alt habe ich mich gefühlt an der Beerdigung von meiner Oma tatsächlich, weil halt einfach ganz viele kamen, die ich schon lange nicht mehr so gesehen hab. Und dann hat jeder gesagt: “Boah, Emma, du bist so groß geworden, du bist so alt geworden, Man sieht dir das richtig an, wie du dich entwickelt hast.” Und irgendwie hat das dann so in mir so gewirkt, als ob ich schon extremst alt wäre. Aber eigentlich bin ich ja noch nicht so extremst alt.

Stephan Seiler 22:03
Vielen Dank. Das war ein kleiner Ausschnitt aus den Sprachnachrichten, die uns erreicht haben. Die letzte Sprachnachricht stammt von Emma, 17 Jahre alt, aus Kaiserslautern. Da fehlte der Name in der Sprachnachricht. Bei allen anderen war es ja, glaube ich, selbsterklärend, inklusive Altersangabe. Was nehmen wir daraus mit, aus diesen Sprachis, wie die jungen Leute sagen?

Brigitte Huber 22:23
Also zum einen ganz klar der Körper, der manchmal nicht mehr mitmacht. Und das ist auch gar nicht leicht, da tatsächlich dann so seinen Frieden damit zu machen, weil klar gibt es dann immer noch Möglichkeiten. Aber das kriege ich bei ganz, ganz vielen mit einer Freundin, die Ey, ich tu mich jetzt schwerer, wenn ich irgendwie eine Mineralwasserflasche beispielsweise aufmache oder so was. Und das ist so. Aber da würde ich Let's face it. Wir müssen uns damit auseinandersetzen, was wir positiv beeinflussen können. Und das merken wir schon, Mit wem umgeben wir uns? Und das ist individuell durchaus unterschiedlich. Es kann sein, dass ich mich jung fühle, weil ich mit ganz vielen jungen Leuten zusammen bin. Und es kann aber auch sein, dass ich mich jung fühle, weil die Generation über mir mit mir am Tisch sitzt, weil dann bin ich vergleichsweise jung. Und was man aber weiß, was ganz, ganz gut ist, und das war auch ein Tipp von den Expertinnen, ist, sich generationenübergreifend zu befreunden.

Stephan Seiler 23:22
Ach, okay.

Brigitte Huber 23:23
Zum einen hält dich das natürlich neugierig und Neugierde ist ein Schlüsselmoment fürs glückliche Altwerden. Also neugierig und offen zu sein. Es gibt ja auch all diese Sprüche, die begegnen auch immer wieder und es ist auch Use it or Lose it. Wenn du aufhörst, deine grauen Zellen zu bewegen, wenn du aufhörst, deine Knochen zu bewegen und so weiter und so fort. Gilt übrigens auch für Sexualität, dann wird tatsächlich das ganze Programm darunter gefahren und das ist nicht zu deinen Gunsten. Und deswegen ist es einfach immer wieder gut, diese neugierigen Herausforderungen zu suchen. Und da sind natürlich generationenübergreifende Bekanntschaften da manchmal auch gar nicht verkehrt.

Stephan Seiler 24:03
Also wenn ich mich aber jung fühlen möchte oder einigermaßen jung, mindestens aber altersgerecht fühlen möchte, dann wäre es ratsam, wenn ich eine gewisse Mindeststruktur habe in Sachen Neugierde, Offenheit.

Brigitte Huber 24:18
Ja, die Neugierde, wie neugierig wir als Menschen sind, das ist bis zum gewissen Punkt auch angeboren. Aber wenn ich nicht so ein neugieriger Typ per se bin, dann habe ich die Möglichkeit, mich von anderen inspirieren zu lassen. Das ist zum Beispiel auch bei dem Thema Premieren. Wenn dann die Leute Was soll ich denn als nächstes machen? Soll ich jetzt in den Escape Room gehen oder mit dem Fahrrad nach Münster oder was auch immer? Und auch da sagen die Psychologinnen, sich mit Leuten auszutauschen und inspirieren zu lassen. Und dann kommt man vielleicht nach Hause und Ey, das finde ich jetzt spannend und jetzt habe ich vielleicht auch Lust, wie die eine, die dann mit 60 noch eine DJ Ausbildung gemacht hat und die anderen gehen auf einen großen Wanderweg oder was auch immer. Also die eigene Neugierde zu fördern, die auch zuzulassen und aber auch die Ideen und Gedanken der anderen in mein Leben reinzulassen.

Stephan Seiler 25:11
Aber es gibt ja auch Menschen, die sagen, dass sie diese Neugierde gar nicht in sich spüren. Du sagst, dann kann man sich inspirieren lassen, aber verliert man ja ganz viel Inspiration, vielleicht ein Überangebot. Und trotzdem kann es ja passieren, dass die Person dann gar nicht viel fühlt, dass sie emotional nicht drauf anspringt.

Brigitte Huber 25:27
Sie wird bei der Erfahrung, die sie dann macht, trotzdem etwas fühlen, aber sie hat vielleicht vorher keinen Plan, was ihr gut gefallen könnte. Und da sind wir auch wieder bei dem Thema Beziehungen. Je älter wir werden, umso wichtiger sind Beziehungen. Die sind immer in unserem Leben komplett wichtig. Das Wichtigste, damit wir alt und glücklich werden oder auch wirklich eine hohe Lebenserwartung haben, sind die Beziehungen zu anderen Menschen. Und das ist dann auch wieder ein Punkt, wenn man Mensch, ich würde eigentlich gerne mal was Neues machen, aber so richtig weiß ich gar nicht wie und wo und was und dass man sich dann entweder da noch ein paar Impulse geben lässt oder auch vielleicht einen Verbündeten, mit dem man was zusammen mach.

Stephan Seiler 26:04
Apropos, da würde ich gerne noch mal eine Zuhörer Sprachnachricht einspielen und zwar von Stephan, 42 Jahre alt. Zuhörer:in 4: Hi, hier ist Stephan. Das letzte Mal richtig jung gefühlt hab ich mich, als ich meinem jüngeren Bruder so einen neuen Szene Dönerladen zeigen konnte und er Wow, der ist Voll famous auf TikTok. Und ich ihn nur so anzwinkerte und.Ja, ich bin hier jede Woche.

Stephan Seiler 26:32
Das fand ich sehr charmant. Auch so schon ehrlich fühlen wir uns jung durch die Bespiegelung unserer Umwelt, gerade unserer Liebsten.

Brigitte Huber 26:40
Bestimmt spielt das natürlich eine Rolle. Wenn du das Gefühl hast, deine Umgebung nimmt dich als langweiligen älteren Jährigen wahr, der nicht mehr weiß, was ich weiß es nicht, der gerade angepfiffene Hype ist, dann wird es deinem Selbstwertgefühl nicht gut tun, nehme ich an. Gleichzeitig ist es schon extrem wichtig, dass wir an unserem eigenen Altersbild arbeiten, weil das ist so die volle self fulfilling prophecy. Also da gibt es auch wirklich Studien. Wer sich eben auch alt redet, der wird sich auch alt fühlen und das ist dann teilweise auch gesundheitlich nicht ohne Ich werde mich zum Beispiel nie als alte weiße Frau bezeichnen. Dazu weiß ich auch zu viel über Sprache. Ich weiß, dass wir mit Sprache Wirklichkeit abbilden und aber auch Wirklichkeit erzeugen und ich würde mich deswegen nie als alte Frau bezeichnen. Ich habe auch Freundinnen, die Ach Mensch, wir alten Weiber oder so. Ich Nee, das will ich nicht und das bin ich nicht und das möchte ich nicht sein. Also das Altersbild, das in uns selber abläuft, das ist schon zentral und selbstverständlich färbt das wiederum auch ab auf das, wie wir auf andere abstrahlen.

Stephan Seiler 27:53
Ist es denn auch eine Frage, wie ironisch wir damit umgehen wollen? Ich habe manchmal den Eindruck, dass Menschen schon in recht frühen Jahren dazu neigen, sich selbst als alt zu skizzieren. Und dann irgendwann wird daraus so eine selbsterfüllende Prophezeiung und sie richten sich dann auch so ein in diesem Ach ja, ich bin jetzt zu Anfang 40, dann kann ich jetzt ja auch ein altes, in Anführungszeichen langweiligeres, wirklich gesetztes Leben führen, vor dem sie früher vielleicht erschrocken wären, wenn man ihnen das als Zukunftsbild skizziert hätte.

Brigitte Huber 28:23
Ach, also zum einen denke ich da jetzt an die Zeitschrift Neon früher.

Stephan Seiler 28:28
Die war toll.

Brigitte Huber 28:28
Genau. Und die ja als Claim hatte, wir sollten längst erwachsen sein.

Stephan Seiler 28:32
Eigentlich sollten wir erwachsen sein. Genau.

Brigitte Huber 28:34
Und das richtete sich aber an Leute bis Ende dreiig. Also das heißt, man ist spielerisch umgegangen mit dem Thema und hat sich aber noch nicht so erwachsen gefühlt. Und natürlich kippt es dann irgendwann dann bist du 40 und dann denkst oh, war jetzt vielleicht schon Mitte oder sonst irgendwas. Wenn du das dann magst, dass dein Leben erstmal ruhiger ist eine Zeit lang und du nicht jetzt irgendwie spannende Sachen machst, ist es ja alles in Ordnung. So what? Ich glaube, man sollte nur immer wirklich im Hinterkopf Wie entwickelt sich das für mich weiter? Und das ist das, was ich anfangs dann auch gesagt habe. Spätestens wenn du dann so mit Mitte, Ende 50 auch irgendwann mal in diese Phase kommst, wo du Wie lange geht denn das mit dem Job noch? Was hat das Leben für mich noch vorgesehen? Dann wirst du dich diesen Fragen des Älterwerdens eigentlich nicht mehr entziehen können.

Stephan Seiler 29:30
Du hast ja vorher, wie ich finde, zu Recht darauf hingewiesen auf die Macht der Sprache und ich selbst pflege bisweilen auch mal zu Ach ja, in meinem Alter mache ich eben das und das. Und dann skizziere ich mich aber quasi älter, als ich eigentlich bin. Und das machen, glaube ich, auch viele Menschen gerne, wenn sie dann vielleicht schon Anfang dreiig sind, Mitte dreiig sind 40, in welchem Alter auch immer. Und dann werden sie immer mehr, habe ich den Eindruck, zu der Bestätigung dieses am Anfang eher so ironisch hingeworfenen Satzes.

Brigitte Huber 30:02
Und irgendwann wird aus dem Witz ernst.

Stephan Seiler 30:04
Genau.

Brigitte Huber 30:04
Natürlich ist auch da wieder dieses Phänomen, dass man ja, ich bin Mitte, Ende 20, bin ja noch gar nicht richtig erwachsen und dann gar noch in den Ern und irgendwann dreht sich's dann und dann bist du 40 und dann bist du nicht nur erwachsen, sondern du hast schon ein gewisses Alter erreicht. Und da ist dann auch gar nicht mehr viel Ironie eigentlich. Wobei ich Selbstironie und Humor gerade auch für dieses Thema Älter werden extrem wichtig finde. Ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig, weil wir dann natürlich auch Klar ist noch vieles möglich. Alles ist schon lange nicht mehr möglich. Es ist noch vieles möglich, aber Wir müssen auch überlegen, was wollen wir noch? Wir sind natürlich auch in einer Gesellschaft der Selbstoptimierung. Und das bin nicht nur ich mit meiner kleinen Pulsuhr, sondern dass man dann irgendwann sagen ey, wo bin ich? Entwickle ich denn noch einen gnädigeren Blick mir gegenüber?

Stephan Seiler 30:56
Ja, die Gnade sich selbst gegenüber ist, glaube ich, ein großes, großes Thema für viele, auch ganz unabhängig vom Alter. Aber das kommt dann manchmal noch dazu. Vielleicht auch gerade dann, wenn der Selbstwert nicht der allergrößte ist. Dann hat man womöglich noch mal größere Schwierigkeiten, mit dem Älterwerden umzugehen. Bestätigen aus deinem Gespräch.

Brigitte Huber 31:17
Ja, absolut. Also ich denke beides. Also wenn man einen hohen Selbstwert hat, die Leute haben auch teilweise natürlich Probleme mit dem Älterwerden, weil sie vielleicht sehr erfolgreich im Job waren und das jetzt missen müssen oder sonst irgendwas. Wenn ich aber keinen hohen Selbstwert habe, dann würde ich sagen, das ist auch ein wichtiges Thema, finde ich auch in diesem Buch. Will ich mich noch mal verändern? Will ich noch mal was in mich investieren, für mich investieren? Wo stehe ich? Und will ich mit meinem Selbst jetzt so weitergehen? Oder will ich da noch mal was dran machen? Und das finde ich, ist dann auch ein wichtiges Feld. Also dieses Spannungsfeld einerseits zwischen Selbstoptimierung und Selbsterwartung und dann tatsächlich aber auch Selbstakzeptanz, dass man okay, in diesem Leben werde ich es vermutlich nicht mehr schaffen, das so und so zu drehen. Aber vielleicht finde ich so ein Mittelding.

Stephan Seiler 32:11
Und dann gibt es ja auch immer wieder Umfelder, in denen man sich besonders alt oder jung fühlen kann. Um dazu überzuleiten, würde ich gerne einmal Lukas zuhören, der uns Folgendes geschickt hat. Zuhörer:in 5: Moin, mein Name ist Lukas. Ich bin 27 Jahre alt und das letzte Mal richtig alt habe ich mich gefühlt, als ich bei meinem Stadionbesuch beim HSV bemerkt habe, dass die Mannschaft zweieinhalb Jahre jünger ist im Durchschnitt als ich. Wunderbar. Ich meine, es kommt wirklich darauf an, in welchem Umfeld man sich befindet.

Brigitte Huber 32:41
Absolut, absolut.

Stephan Seiler 32:42
Ein Jähriger kann sich schon uralt fühlen. Umgekehrt kann sich aber vielleicht ein Politiker, Politikerin mit Ende 30 Anfang 40 fühlen wie ein Baby, wenn er oder sie dann umgeben ist von Senioren, die ja meistens die Politik bestimmen.

Brigitte Huber 32:58
Ja, absolut. Da merkt man aber auch noch mal die Zweischneidigkeit, wie mit dem Thema Alter umgegangen wird in unserer Gesellschaft. Wir haben überhaupt gar kein Thema damit, einen Menschen zum Kanzler zu machen, der 70 ist. Aber ich krieg vermutlich keine Weiterbildung mehr in meinem, wenn ich 55 bin, weil ab 5 beginnt da schon so die Zäsur. Und das ist so auch der Punkt. Eigentlich gehen wir davon aus, dass Erfahrung ein hoher Wert ist und das ist er auch. Und solange die Menschen das auch wollen, sollen sie auch tatsächlich, glaube ich, diese Erfahrung einbringen können. Und das ist aber, glaube ich, schon auch so, dass wir alle gemeinsam da, glaube ich, das einfach einfordern müssen, dass wir einfach nicht ab einem gewissen Moment schon uns selber aufs Abstellgleis schieben.

Stephan Seiler 33:46
Brigitte Eine Frage liegt ja auf dem Tisch und steht wie ein Elefant hier im Raum. Bessere Metaphern fallen mir gar nicht ein. Wie alt fühlst du dich denn heute?

Brigitte Huber 33:57
Also ich hab tatsächlich, weil ich die Sex ja richtig schwierig fand, also ich musste vorausschicken, ich habe mir aus Alter nie viel gemacht und ich habe auch nie meine runden Geburtstage gefeiert. Ich habe überhaupt keine Geburtstage gefeiert. Und selbstverständlich habe ich auch vor meinem Geburtstag soll ich jetzt wirklich mal eine Party machen und habe das Thema so rausgeschoben und hab mir vorgenommen, dass ich in diesen Geburtstag mich reingleiten lasse wie in jeden anderen. Am besten noch vor Mitternacht ins Bett gehen und ey, ist doch nur eine Zahl. Und was passierte? Irgendwann saß ich um halb 12 komplett hellwach im Wohnzimmer und mein Partner sagte willst du jetzt doch reinfeiern? Und ich okay, es ist passiert. Ich komme damit wirklich nicht so richtig gut klar. Und dann habe ich wirklich gemerkt, okay, du musst dir da jetzt ernsthaft Gedanken drüber machen, wie du damit umgehst. Und eine Sache, die ich dann wirklich für mich gesagt Ich mache das an dem Alter nicht fest. Ich habe das manchmal früher komisch zickig fast gefunden, wenn Frauen uns bei Interviews oder so ihr Alter nicht verraten wollen. Heute verstehe ich das, weil man wird sofort in irgend so eine Kiste dann oder in irgendeine Schublade reingesteckt. Klar sage ich ganz offen, wie alt ich bin, aber wenn ich jetzt hier so mit dir sitze, würde ich me 37,3.

Stephan Seiler 35:23
Das ist ja lustig. Ich fühle mich genauso alt. 37,9 Mensch, sind wir gleich alt?

Brigitte Huber 35:28
Sind wir gleich alt?

Stephan Seiler 35:29
Wahnsinn. Und wann hast du dich zuletzt richtig jung gefühlt?

Brigitte Huber 35:33
Also ich fühle mich oft in so Situationen, das ist so ein bisschen ähnlich vielleicht von den Beispielen, die wir gehört haben. Ich bin gestern Abend mit einem E Roller durch ein paar Straßen gefahren. Hier in Berlin bin ich ja sonst nicht so häufig, wo ich noch nie war. Und dann war das Wetter ist ja angenehm gewesen, also die Luft war warm und ich war ganz allein mit mir unterwegs. Und ich konnte immer genau ü Fahre ich jetzt links oder rechts? Und das ist so der Moment, wo ich mich jung fühle.

Stephan Seiler 36:00
Ich habe vor ein paar Monaten das akute Gefühl gehabt, richtig alt zu sein, als ich wieder mit Handballspielen anfing, da fühlte ich mich erst mal wahnsinnig jung. Allein dieser Entschluss hat mich gefühlt wieder in die Handballschuhe eines jährigen Stephans gemorpht. Aber nach drei Wochen hatte das Handball Comeback wieder ein kleines Ende oder eine Pause zumindest. Ich habe nicht einen Fersensporn gehabt. Und Fersensporn, die Medizinerinnen und Mediziner unter unseren Hörern werden es womöglich wissen, hat die Eigenart, dass sie die Menschen befällt, die sich selbst überschätzen, überlasten. Gerade Männer um die 40 hieß es typisch typisch kaum, kaum über 40 und dann noch mal anfangen mit Mannschaftssport, so wie früher Basketball, Fußball, was auch immer. Dann geht's los und dann passt man nicht richtig auf sich auf. Aber man hat noch diese Energie und glaubt genauso aufspringen, aufstützen, aufschlagen zu können wie eh und je. Dann reißt irgendwas, zwickt irgendwas, wobei du.

Brigitte Huber 37:01
Eigentlich alles richtig gemacht hast. Also du hast zwar nichts Neues angefangen, aber was Altes wieder begonnen gegen den Alterungs. Ja, selbstverständlich. Also lebenslanges Lernen ist da das Stichwort tatsächlich immer wieder Sachen neu für sich zu erobern oder an Dingen anzuknüpfen, die man früher schon gern gemacht hat.

Stephan Seiler 37:20
Na gut, nach einer halbjährigen Zeit, in der ich mich jetzt pflegen musste, habe ich jetzt auch wieder Handball begonnen vor einer Woche. Mal gucken, wie lange jetzt mein meine Ferse hält, Meniskus etc. Sind noch weitere potenzielle Problemzonen, auf die man aufpassen muss?

Brigitte Huber 37:33
Ja, also und ich finde auch tatsächlich, da war ich von mir positiv überrascht, so viel gibt es da immer auch nicht. Aber ich bin jetzt zum Beispiel 20 Jahre lang immer ins Fitnessstudio gegangen und habe Leichthandeltraining gemacht einmal die Woche, weil ich weiß, dafür habe ich genügend von dem Staff gelesen, dass es einfach wichtig ist, vor allem wenn man dann älter wird und dass man was für seine Muskeln tut, ist aber bisschen boring. Und ich habe da schon immer diese Vision entwickelt, Da gab es so eine Art Kita, wo man die Kinder abgeben konnte und ich hätte so wahnsinnig gern meinen Körper dort abgegeben irgendwo und einfach nach einer Stunde wieder abgeholt und hätte meinem Körper Jetzt üb doch bisschen und dann hole ich dich wieder ab. Und ich selber als Brigitte hätte mich irgendwo gemütlich hingesetzt und einen Kaffee getrunken. Also so ist meine Einstellung zum Sport. Ich finde, ist anstrengend und langweilig zugleich. Aber dann habe ich Bombenvoraussetzung. Bombenvoraussetzung. Und dann habe ich mir aber gedacht, mit dieser Einstellung kannst du aber auch nicht viel werden. Und hab dann tatsächlich okay, ich versuche mich jetzt zu steigern. Und tatsächlich, wo ich jetzt ein bisschen mehr Zeit hatte dann am Anfang bin ich dann tatsächlich zweimal die Woche gegangen. Und dann, wenn die Leute aber wenn es dich so wahnsinnig gestört hat oder wenn du es so ungern machst, wie hast du das geschafft? Aber es ist wirklich dann so ein Klassiker, wo man sagt, okay, ich habe es mir zu einem Termin gemacht und ich belohne mich nachher maximal, weil das habe ich auch gelernt. Um so Gewohnheiten einzuschleifen, musst du dir immer Sachen überlegen, die du danach gerne machst. Und wenn es der erste Milchkaffee des Tages ist oder was auch immer, irgendwas, was dir Spaß macht, damit du dich auch konsequent belohnst und bei der Stange bleibst.

Stephan Seiler 39:12
Und das funktioniert genauso mit 60 wie mit 50 wie mit 40 mit dem Belohnen.

Brigitte Huber 39:17
Ja, absolut. Und was ganz schlau ist, ist wenn du dann noch so lächelst, auch wenn du es nicht g*** findest, weil das Gehirn sagt ach so, das fand ich jetzt gar nicht so g***, aber irgendwie lacht die scheint zu klappen.

Stephan Seiler 39:29
Also kann man sich selbst manipulieren.

Brigitte Huber 39:31
Man kann sie manipulieren. Es gibt ja sogar diese Untersuchungen, dass es selbst schon sinnvoll ist, sich einen Bleistift in den Mund zu nehmen, weil dann die Mundwinkel nach oben gehen und das Gehirn dann Ach so, die Person findet irgendwas lustig oder gut positiv und speichert das ab. Und unser Gehirn ist sehr, sehr lernwillig, sehr, sehr lang. Aber es will halt auch bisschen besprechen werden. Insofern, also wenn du dir Dinge überlegst auf deinem Weg zum glücklicher Älterwerden und neue Gewohnheiten da reinholen willst, dann belohn dich.

Stephan Seiler 40:02
Okay, das will ich versuchen. Jetzt würde ich mich gerne mit folgender Sache belohnen und vielleicht haben auch die einigen oder anderen Zuhörerinnen und Zuhörer was davon. Ich hatte ja schon die große Ehre, ein paar Einblicke in dein Buch gewinnen zu können und da habe ich ganz viele tolle Sinnsprüche entdeckt. Hast du die alle noch beisammen? Könntest du hier in diesem Podcast immer einen Sinnspruch, einen Spruch, der sitzt mitbringen, der mir ein bisschen gute Laune beschert wegen Stichwort Lächeln und so Gehirn abspeichern, dass das alles nur gut ist mit dem Älterwerden, aber vielleicht auch dem einen oder der anderen da draußen guttun könnte.

Brigitte Huber 40:41
Wir haben tatsächlich auch immer wieder Gedanken und Zitate von klugen Denkerinnen und Denkern reingeholt und Und jetzt darfst du dir mal einen aussuchen, weil das mache ich ja auch immer gerne. Ich mache ja gerne so Entweder Oder Geschichten.

Stephan Seiler 40:55
Ah, sehr schön. Da haben wir doch gleich unsere ersten Rubriken hier schon.

Brigitte Huber 40:58
Ja, pass auf. Ja, fange nie an aufzuhören. Höre nie auf anzufangen. Verstanden? Ja, super. Der zweite Der Sturm wird immer stärker. Das macht nichts. Ich auch.

Stephan Seiler 41:18
Ich kann beiden sehr viel abgewinnen, aber der erste spricht mir noch mehr aus dem Herzen. Bei dem zweiten habe ich gleich innere Zweifel. Man kennt ja auch Orkanstärken, denen man dann niemand mehr gewachsen ist, egal wie stark man ist. Von daher halte ich den ersten noch für ein bisschen realistischer und das innere Betrugsdezernat von mir wittert Bei dem zweiten da könnte was faul sein.

Brigitte Huber 41:39
Also ich kann dir zeigen, einer ist von Cicero und der andere von Pippi Langstrumpf. Oh mein Gott, wem Würdest du was zu?

Stephan Seiler 41:46
Also ich glaube, dann wäre wahrscheinlich. Also da ich Nummer 1 gewählt habe, denke ich dann Nummer 1 ist von Pippi Langstube.

Brigitte Huber 41:52
Nein, natürlich. Du bist Cicero. Du bist Cicero. Ganz nah an Weise.

Stephan Seiler 41:56
Dankeschön. Das macht mich auch wieder ziemlich alt jetzt. Nein, überhaupt auf der einen Seite eine Jugendheldin.

Brigitte Huber 42:05
Suchen noch, dann passt das schon.

Stephan Seiler 42:08
Den ich dann meinem Neffen zeigen kann. Na gut, versuche ich es damit.

Brigitte Huber 42:12
Nein, aber das zum Beispiel, ich liebe diesen Satz auch. Ich mochte dieses Zitat schon immer wahnsinnig.

Stephan Seiler 42:17
Gerne fange nie an aufzuhören.

Brigitte Huber 42:20
Ja, und höre nie auf anzufangen. Das ist so. Das heißt, wir müssen immer wieder oder sollten immer wieder mit was Neuem anfangen. Das glaube ich, ist tatsächlich der Weisheit letzter Schluss. Dinge auch nicht aufhören.

Stephan Seiler 42:34
Ich habe auch mal versucht, in einem Jahr Schach spielen lernen, dann eine Sprache lernen, neue Sportart lernen, solche Sachen, um jedes Jahr das Gehirn auf eine neue Sache zu bringen.

Brigitte Huber 42:46
Ja, das ist schon sehr, sehr schlau, das zu tun. Also wir haben auch mit einer Neurobiologin gesprochen, Hannah Moniere, 67, die sagt, es ist ideal, jetzt gerade auch in diesem Alter, dann mit Ende 50 noch mal mit neuen Sachen anzufangen. Die ist allerdings selber sehr fortgeschritten, die war jetzt mit 6 das erste Mal auf dem Kilimandscharo und hat zu den bisherigen Sprachen, von denen sie schon vier kann, jetzt noch eine fünfte draufgesetzt und ein weiteres Musikinstrument. Und da ist halt der Punkt schon auch natürlich ist das total sinnvoll, aber jetzt mache ich ein neues Entweder oder. Und damit können wir das auch erklären. Und zwar das nächste Entweder Oder, das heißt Sudoku oder Spanisch lernen.

Stephan Seiler 43:32
Spanisch lernen, eindeutig Sudoku, das würde mich anöden. Also ich finde es für sich mal interessant, zwei, drei von diesen Spielen zu spielen, aber die Ähnlichkeit des Spiels, des Spielaufbaus und auch schon diese optische Langeweile, die mich da anbrüllt. Nein, das will ich nicht. Spanisch lernen ist aufregender.

Brigitte Huber 43:51
Intuitiv machst du das Richtige für dein Gehirn. Tatsächlich sind Sachen wie Sudoku. Du übst wirklich nur Sudoku. Das bringt jetzt tatsächlich deinen grauen Zellen und den Synapsen und den Neuronen, die sich da miteinander verbinden, nicht so wirklich viel das Spanischlernen selbstverständlich. Allerdings, es sollte dir auch Freude bereiten. Also wenn man die ganzen Sachen nur macht, ich sage jetzt mal wie so ein Straflager für die grauen Zellen, dann mögen die das auch nicht.

Stephan Seiler 44:19
Danke, Brigitte. Ich glaube, damit nähern wir uns langsam dem Ende dieser Folge.

Brigitte Huber 44:26
Schnell vergangen.

Stephan Seiler 44:26
So vergeht die Zeit ja sehr, sehr schnell. Und ich habe schon einiges gelernt, einiges erfahren rund um die Gefühltes Alter. Was soll das? Ist es richtig, sich ständig anders zu fühlen? Ist es wichtig, wie alt ich mich fühle? Wann habe ich mich zuletzt jung oder alt gefühlt?

Brigitte Huber 44:47
Und zumindest lebendig.

Stephan Seiler 44:48
Lebendig, ja.

Brigitte Huber 44:49
Lebendig ist doch ein schönes Ziel. Und wie am Ende einer guten Coaching oder Therapiestunde würde ich doch mal sagen, da ich ja heute mehr befragt wurde, als ich dich befragt habe. Was hast du denn mitgenommen, lieber Stephan?

Stephan Seiler 45:02
Ja, einiges durfte ich heute lernen. Erstmal, dass es völlig okay ist, sich übers gefühlte Alter Gedanken zu machen, wenn man auf Partys oder im Familienkreis im Freundeskreis über das gefühlte Alter spricht. Es ist gar nicht schlimm, sagt nichts Schlechtes über uns aus, sondern es ist auch so was wie sozialer Kitt ist ein Thema, das immer geht. Außerdem habe ich mitgenommen, Brigitte, dass es gar nicht wichtig ist, ob man sich alt fühlt und wie alt man sich fühlt, weil sich das verändern kann.

Brigitte Huber 45:33
Ja, und das vor allem Alter ist nur eine Zahl und kein Gefühl. Und letztlich kommt es auf unsere Gefühle an.

Stephan Seiler 45:40
Du hast gesagt, es ist wichtig, Premieren zuzulassen. Etwas zu lernen, was mir Spaß macht.

Brigitte Huber 45:46
Kann sich lohnen, zahlt auf unsere Lebendigkeit ein. Und darum geht es letztlich. Lasst uns lebendig bleiben.

Stephan Seiler 45:52
Und du hast gesagt, lose it or use it. Das Gehirn braucht ein Fitnessstudio.

Brigitte Huber 45:56
Ja.

Stephan Seiler 45:57
Außerdem habe ich noch gelernt, dass Sudoku nichts für mich ist und dass es völlig okay ist, wenn ich mit Sudoku nichts anfangen kann. Es reicht ja auch einfach, um jung zu bleiben, eine kleine Fremdsprache zu lernen, ein, zwei weitere Fremdsprachen und schon hat sich das mit dem Älterwerden, oder?

Brigitte Huber 46:12
Und da musst du auch gar nicht auf ein Kilimandschar, das geht dann auch von Berlin aus.

Stephan Seiler 46:16
Ja, es sind auch großartige Ausblicke. Vielen Dank dafür.

Brigitte Huber 46:21
Ja, hat mir sehr viel Spaß gemacht und wie immer haben wir wieder was gelernt.

Stephan Seiler 46:26
Allerdings, Brigitte, es war mir eine Freude. Vielen, vielen Dank und ich freue mich auf die nächste Folge mit dir.

Brigitte Huber 46:32
Ebenfalls danke, Stephan.

Stephan Seiler 46:37
Das war die Sache mit dem Älterwerden. Der Podcast mit Brigitte Huber und Stephan Seiler, Sounddesign und Leo Ebert-Glang, Alina Savalis. Diese Folge entstand in Kooperation mit Auf die Ohren. Die Sache mit dem Älterwerden erscheint mittwochs auf allen gängigen Podcast Plattformen. Folgt uns, abonniert uns, dann verpasst ihr keine Folge. Wenn ihr uns Feedback schicken wollt, egal ob positiv oder negativ oder wenn ihr Themenvorschläge für uns habt, schreibt uns gerne oder schickt uns eine Sprachnachricht, besucht unseren Instagram Kanal oder schickt uns eine E Mail. Alle Infos dazu findet ihr auch in den Shownotes.

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Folge

11

·

99 Min.

Mit

Oliver Kalkofe

Was ist so geil daran, ein Boomer zu sein? Darf man heute wirklich weniger sagen als damals?

Impulse aus dieser Folge

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Zum Ausprobieren

Ein erstes Mal hält wach. Brigitte Huber nimmt sich regelmäßig neue Premieren vor, etwas, das sie noch nie gemacht hat, damit das Leben lebendig bleibt.

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Auch eine bekannte Situation lässt sich wie eine neue erleben, wenn man die Aufmerksamkeit verändert.

💡

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Eine Sprache lernen statt Sudoku: Sudoku trainiert vor allem Sudoku. Und die Aktivität soll Freude machen.

💡

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Bekanntschaften über die Generationen hinweg entstehen selten von allein. Brigitte Huber pflegt sie deshalb bewusst.

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Bekanntschaften über die Generationen hinweg suchen: Sie bringen Neugier, Anregung und andere Blickwinkel.

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Feste Termine mit einer direkt anschließenden Belohnung halten eine ungeliebte, aber gewünschte Gewohnheit am Leben.

💡

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Neue erste Male verankern sich im Gedächtnis und geben das Gefühl von Lebendigkeit.

💡

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Aufpassen, dass ironische Sätze über das eigene Alter nicht mit der Zeit zu ernst gemeinten Selbstbeschränkungen werden.

💡

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Bewusstes Lächeln, notfalls mit einem Bleistift zwischen den Zähnen, signalisiert dem Gehirn positive Gefühle.

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Altersdiskriminierung trifft junge wie ältere Menschen

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Zitate aus dieser Folge

Fange nie an aufzuhören. Höre nie auf anzufangen.

Marcus Tullius Cicero, *106 v. Chr., †43 v. Chr

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Der Sturm wird immer stärker. Das macht nichts. Ich auch.

Pippi Langstrumpf

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Huber & Seiler

Die Sache mit dem Älterwerden.

Klüger älter werden, ohne sich jünger machen zu müssen.

Ein unabhängiger Podcast von Brigitte Huber & Stephan Seiler.

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