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60 Min.

Schönheit ohne Ende? Was sind wir bereit, für unser Aussehen zu tun (ohne uns verrückt machen zu lassen)?

Eigentlich wollte Stephan mit Brigitte über den aktuellen Beauty-Trend sprechen. Darüber dass derzeit so viele Menschen Schönheitsbehandlungen vornehmen lassen.

Körper

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Aber dann sind die beiden ziemlich schnell bei den Themen Glücklichsein, Erwartungsmanagement und Statussymbolen gelandet. Wie wir aussehen und wie wir uns fühlen, hängt vielleicht doch stärker miteinander zusammen als gedacht (bzw. erhofft). Oder liegt die Themenwahl auch daran, dass sich Brigitte und Stephan bei der Aufnahme des Podcasts auch laufend selbst sehen – wegen des Videos, das bei der Aufzeichnung mitgeschnitten wird?

Während Stephan erzählt, dass sein Lieblingscafé einer ästhetischen Praxis weichen muss, erinnert sich Brigitte an die Zeit, in der Schönheits-OPs noch tabuisiert waren. Heute? Ein Markt so groß wie die Autoindustrie, und ein Druck, der immer früher beginnt.

Wie verändert es uns, wenn wir uns täglich auf dem Bildschirm betrachten? Warum schminken sich 16-Jährige eine halbe Stunde lang vor Schulbeginn, wieso verbringt jeder Deutsche im Schnitt täglich rund vier Stunden mit der eigenen Schönheit und weshalb schauen manche von uns mit Fünfzig entspannter in den Spiegel als mit Zwanzig?

Kapitelmarken

  • 00:00 Abraham Lincoln und die Frage, ob Glück eine Frage der Einstellung ist

  • 02:53 Erwartungen, Wünsche und der innere Druck

  • 04:10 Botox, Filler, Abnehmspritze

  • 06:28 Der Beauty-Hype der jungen Generation

  • 16:32 Body Positivity, Magersucht

  • 18:34 Warum wir uns heute viel öfter sehen als früher

  • 20:00 Corona, Kameras und verzerrte Selbstbilder

  • 23:37 Schönheit als Währung

  • 26:11 Adipositas und die Diskrepanz der Körperideale

  • 32:01 Feminismus und die unsichtbare Mitte

  • 35:13 Muskeln und Schönheitsdocs

  • 37:45 Gelassen älter werden

  • 41:37 Der Blick der anderen

  • 44:56 Premieren und erste Male

  • 51:44 Drei kleine Fragen zum Älterwerden

Transkript zur Folge

Stephan Seiler 0:00
Die meisten Menschen sind so glücklich, wie sie es sich selbst vorgenommen haben. Abraham Lincoln. Hallo Brigitte.

Brigitte Huber 0:09
Hallo Stephan.

Stephan Seiler 0:10
Was sagst du dazu? Was sagst du zu dem, was der Präsident der Amerikaner einst sagte?

Brigitte Huber 0:16
Muss ich drüber nachdenken.

Stephan Seiler 0:18
Die meisten Menschen sind so glücklich, wie sie sich selbst vorgenommen haben.

Brigitte Huber 0:22
Ich dachte immer, es gibt so ein Glückslevel, das angeboren ist, heißt es ja immer. Und dass man auch trotz starker Krisen und so weiter oder auch tollen Erlebnissen wie Lottogewinnen oder Mann fürs Leben und Pipapo nach ungefähr einem Jahr wieder auf dem gleichen Level ist. Und das hätte ja dann etwas mit einem natürlichen Glücksempfinden zu tun, das mehr oder weniger angeboren ist. Und da wäre es, dass man sich das vornimmt. Ja, gehe ich auch ein Stück weit mit, weil wenn man sich etwas vornimmt, wenn man sich vornimmt, zum Beispiel dankbar zu sein, sich auf das zu konzentrieren, auf das halbvolle Glas und so weiter, dann ist da mit Sicherheit auch viel Wahres dran. Wie siehst du das?

Stephan Seiler 1:06
Ich dachte früher, Glück und Glücksempfinden ist Schicksal oder ist von äußeren Dingen und Geschehnissen abhängig, vielleicht auch von Zuspruch oder von Komplimenten. Aber immer mehr bin ich der Überzeugung, dass es wirklich eine innere Haltung ist, dass man von sich heraus beschließen kann, ob man glücklich ist oder nicht und dann auch verstärkt Dinge feststellt und aufnimmt, die auf das Konto einzahlen. So wie wenn ich, hört man ja immer, wenn man schwanger ist, sieht man über Schwangere, wenn man einen Hammer in der Hand hält, sieht man überall Nägel etc. Und wenn ich sage, ich bin glücklich, dann fühlt sich auch vieles sehr viel besser und positiver an, als wenn ich mit einem miesepetrigen Gesicht durch die Welt laufe. Das sind meine 5 Cent zu dem Thema.

Brigitte Huber 1:50
OK, wobei, da muss ich schon wieder, ist vielleicht meine Aufgabe, ein bisschen Bitterwasser reinkippen, weil Glück ist ja kein Dauerzustand. Ich glaube, damit tun wir uns gar keinen Gefallen, wenn wir erwarten, dass wir glücklich sind. Immer. Also das sagt auch die Forschung, das ist ein vorübergehender Zustand und es ist schon ganz gut, glaube ich, wenn man so was wie Zufriedenheit, Dankbarkeit auch immer wieder reinholt. Aber Glück, also das, was wir als Glück empfinden, dass wir auch wirklich eine anständige Endorphinausschüttung haben, und so weiter. Das ist uns Menschen nicht gegeben, dass wir das über Tage, Jahre, Monate haben, außer wie du jetzt meinst, dass man sich immer wieder herholt und herarbeitet. Aber Glück kann auch zu einem sehr, sehr großen Zwang werden. Ich habe letztes Mal auch einen sehr schlauen Satz gelesen in einem Buch: “Das Geheimnis des Glücks ist nicht zu viel zu erwarten.” Das heißt, ich gehe einfach mit wenig Ansprüchen an die Sache ran und dann bin ich einfach schon froh, wenn alles halbwegs gut läuft.

Stephan Seiler 2:53
Ich habe mich ja versucht, mir auch Erwartungen abzugewöhnen, denn Erwartungen werden enttäuscht, aber ich kann ja trotzdem Wünsche haben oder Hoffnungen haben. Aber alleine dadurch, dass ich es umetikettiere, dass ich auf die Erwartungen verzichte, befreie ich mich selbst von ganz viel Schmerz. Denn Erwartungen sind auch immer mit der Möglichkeit verbunden, dass sie enttäuscht werden. Und Enttäuschungen fühlen sich nicht so gut an, mindern mein Glücksempfinden. Jetzt höre ich mich ein bisschen altklug an.

Brigitte Huber 3:17
Hauptsache klug. Ob altklug oder jungklug, Hauptsache klug oder Hauptsache klug.

Stephan Seiler 3:22
Genau. Damit sind wir auch mittendrin in der heutigen Folge. Sie beschäftigt sich mit einem Thema, das auf mich immer wieder einprasselt in den letzten Jahren, Monaten und auch Tagen. Warum erfahrt ihr gleich das Thema Beauty und Beauty Behandlung. Ich bin Stephan Seiler.

Brigitte Huber 3:41
Ich bin Brigitte Huber und das ist die Sache mit dem Älterwerden.

Stephan Seiler 3:56
Herzlich willkommen zu dieser kleinen, kurzen, knackigen Folge. Mal gucken, wie klein, knackig und kurz sie am Ende wirkt.

Brigitte Huber 4:03
Ich wollte es nicht sagen. Ich wollte nicht schon wieder Öl ins Feuer gießen. Brigitte hat Wir haben uns vorgenommen, dass die kurz und knackig wird.

Stephan Seiler 4:10
Brigitte hat eben schon mit mir geschimpft und hat gebeten, bei dieser Folge, die ich ja diesmal konzipiert habe, darauf zu achten, dass wir nicht zu lange werden. Ihr könnt uns aber auch gerne mal zurück freundlich erinnern. Ganz freundlich erinnert Die Chefredakteurin war da leicht herauszuhören. Ihr könnt uns aber auch gerne Ihr könnt uns sehr gerne, gerne, gerne zurückspielen, wie lang die Folge sein soll. Wann ist sie zu lang? Wann ist sie genau richtig für euch? Würde uns wirklich interessieren, denn wir wissen es ja einfach nicht genau. Brigitte Wir haben ganz viel Rückmeldung bekommen. Wir sind jetzt seit ein paar Wochen hier auf Sendung und immer wieder erhalten wir Rückmeldungen von euch da draußen. Ganz toll. Vielen, vielen Dank. Ihr könnt uns schreiben. Wir haben ja auch einen Instagram Kanal und eine E Mail Adresse. Post lautet, schreibt uns und schickt uns auch gerne Themenvorschläge. Das hat zum Beispiel auch Josefine gemacht, 30 Jahre alt, aus Freiburg. Josefine schrieb mir vor ein paar Wochen schon, dass sie ein bisschen besorgt ist, weil immer mehr Freundinnen in ihrer Umgebung mit Beauty Behandlung angefangen haben. Botox ist da so ein Thema, auch Kollagen, Hyaluron ist ja noch was, was sich einige in alle möglichen Körperteile spritzen. Fett wird abgesaugt und Deutschland ist da offenbar ganz weit vorne. Es gab ja vor kurzem auch diese Spiegeltitelgeschichte.

Brigitte Huber 5:36
Jetzt noch die Abnehmspritze.

Stephan Seiler 5:37
Abnehmspritze, genau. Und ich glaube, sehr viele Menschen, die sich schon mal die Augen haben lasern lassen, so wie ich vor vielen Jahren, können jetzt auch nicht sagen, sie hätten noch nie was machen lassen, denn auch ich habe bei der Entscheidung gegen die Brille und für eine brillenfreie Sicht mich auch durchaus von ästhetischen Aspekten leiten lassen. Das war jetzt nicht nur Bequemlichkeit und das kann man dann immer weiterspielen. Die Hörerin Josefine, die mir geschrieben hat, die schrieb mir, dass Freundinnen von ihr Krankenschwester sind, im Krankenhaus arbeiten, teilweise in einer Beziehung sind, teilweise Singles sind und Geld, viel Geld ausgeben für Behandlung. Und die lassen sich auch gar nicht so unbedingt beim Beauty Dog machen, bei so richtigen Schönheitschirurgen, sondern sie gehen dazu zum Hautarzt oder zu, nee, noch stärker zum Beauty Salon.

Brigitte Huber 6:28
Also ich hab vor ein paar Jahren mal mich vorbereitet auf so eine Podiumsdiskussion, die ich moderiert habe zu diesem Thema. Und dann bin ich bei der Recherche darauf gestoßen, dass angeblich die Eingriffe, die bei den Schönheitschirurgen und Beauty Dogs da gemacht wurden, rückläufig wären. Und das konnte ich nicht so ganz glauben, bis wir da ein bisschen tiefer recherchiert haben. Und dann war klar, die Zielgruppe, die am meisten machen lässt, das sind die ganz Jungen. Also in dem Fall war es vor drei Jahren waren es die 18 bis jährigen. Ich schätze, das geht so bis Mitte dreiig. Dass die aber eben nicht mehr zu den Schönheitschirurgen und Schönheitsdoktoren gehen, sondern ins nächste Beauty Studio, das eine Zusatzausbildung zu Hyaluron und Schieß mich tot gemacht hat und sich da diese Eingriffe natürlich auch kostengünstiger, unter Umständen aber auch ein bisschen riskanter machen lassen.

Stephan Seiler 7:23
Und Brigitte um das Thema noch ein bisschen größer zu Der Markt wächst wahnsinnig. Ich habe gelesen, so groß wie die Automobilindustrie oder wie die Öl und Gasindustrie, so groß ist die Schönheits und Wellnessindustrie. Völlig irre riesengroß. Und es betrifft ja wirklich alle. Und es betrifft ja auch Menschen, von denen man gar nicht gedacht hätte, dass sie es machen bzw. Dass sie öffentlich drüber reden. Die sehr feministische Autorin Sophie Passmann zum Beispiel beschrieb ihren Gang zum Lipfiller Ärztin angeblich seltsam kathartisch, schrieb der Spiegel. Ich bin gerade eben hier nach Hause gekommen und bin vorbeigelaufen am Mauerpark hier in Berlin-Prenzlauer Berg und vorbeigelaufen an. Einem Café, das ich immer gerne gegangen bin. Da stand jetzt vorne dran ein Schild, dass sie jetzt schließen würden und bald käme da rein eine ästhetische Praxis, ästhetische Medizin in Berlin Mitte. Dann bin ich reingegangen, habe den Verkäufer gefragt, warum, wieso, weshalb? Und dann meinte Ja, Kaffee trinken die Leute offenbar immer weniger. Aber das Geschäft mit der Schönheit, das floriert und wundert mich irgendwie auch nicht, wenn ich sehe, dass Bill Kaulitz in seiner Show auf Netflix sich beim Botoxen filmen lässt oder dass andere wie Riccardo Simonetti sich irgendwelche Lipfiller spritzen lassen und dann wieder rausnehmen lassen, auch offen darüber reden. Kim Kardashian ist ja auch einer übrigens in meinem alter. Kim Kardashian, 45, gilt ja so als die das Postergirl in Sachen Beautybehandlung. Viele Menschen laufen dann offenbar mit Bildern von Kim Kardashian zu den Doktoren, zu den Kosmetikerinnen etc. Und so will ich auch aussehen. Ist das eine neue Qualität. Brigitte Ich meine, du hast so viele Jahre für Frauenzeitschriften gearbeitet oder sagst du, das ist alter kalter Kaffee, das kommt in Wellen. Das ist immer wieder der Fall. Wir sollten uns da jetzt nicht so verrückt machen lassen, nur weil jetzt auch Jährige in Scharen dahinlaufen.

Brigitte Huber 9:16
Naja, wir haben uns schon längst verrückt machen lassen. Ich glaube, das lässt sich auch nicht so einfach abstellen. Das Thema gibt es schon immer. Natürlich, Schönheitsideale gibt es schon immer, aber das hat schon extrem an Fahrt angenommen. Ich kann mich erinnern, als ich vor gut 20 Jahren bei der Brigitte angefangen habe, gab es ein Dossier zum Thema Schönheitsoperationen, ein Zweiteiler, der war schon geplant, als ich da kam. Und das war relativ sehr neu, dass man so offen mit diesem Thema umgeht. Und es war da auch noch ganz klar die Meinung vorherrschend, Schönheitsoperationen ist nichts Gutes. Wir sollen uns mehr mit unseren inneren Werten auseinandersetzen und ansonsten alles andere ist Natur. Und das war da aber schon so im Wechsel, auch in der Dynamik. Und das fand ich auch gut, dass es in der Redaktion so war. Ich musste dann da auch einen Kommentar schreiben und habe mich damit beschäftigt mit dem Thema so ein bisschen. Und da gab es ein paar Sachen, die mich dann doch erstaunt haben. Ich habe zum einen recherchiert, wie Menschen Jahre später auch noch auf diese Schönheitsoperationen schauen. Und es war überraschend für mich so dass sehr viele froh waren, dass sie das machen haben lassen. Da ging es jetzt von Ohren anlegen, Augen, Schlupflider operieren, aber eben einfach rundum Beauty Eingriffe, auch etwas, was wir wirklich rein in die Richtung weniger verhalten und so geht. Das musste ich erst mal veratmen mit meinem Bild, das ich von dem hatte, weil da dachte ich ja auch immer noch, ja klar, es ist vor allem wichtig, wie du denkst und was du fühlst und so weiter und nicht so sehr, wie du aussiehst. Wobei das war mir schon auch damals wichtig mit Ende dreiig. Das war tatsächlich so ein Punkt. Und dann überlegt man auch, wo ist denn eigentlich die Grenze? Darf ich mir die Ohren anlegen lassen, weil ich werde dafür gehänselt? Darf ich mir den Schneidezahn wieder einsetzen lassen, aber die Nase nicht operieren? Und dann war für mich schon so der Jeder Mensch hat das Recht, sich zu verändern, solange er sie weiß, worauf sie sich einlässt. Und seitdem beobachte ich das Thema sehr genau. Dann kam auch sehr schnell die ersten Zahlen, also für mich dann neu, wie Magersucht und Bulimie nach vorne gehen, dass das immer problematischer wird, dass das natürlich auch mit Schönheitsidealen zu tun hat. Und so sehe ich tatsächlich jetzt auch die Entwicklung der letzten Jahre, finde ich schon besorgniserregend. Ich finde es schwierig, heute ein junger Mensch zu sein, der mit diesen ganzen Bildern von Social Media aufwächst und in Wahrheit selten das Gefühl haben kann, ich bin schön genug, gut genug. Also das ist schon ein immenser Druck. Also insofern würde ich sagen, das ist keine natürliche Wellenbewegung, sondern das ist schon so ein kleiner Beauty Hype Tsunami, mit wem wir es da zu tun haben.

Stephan Seiler 12:12
Deine Meinung nehme ich auch so wahr, wobei ich das vor ein paar Jahren noch gar nicht groß beachtet habe. Aber jetzt muss ich sagen, viele Menschen, immer mehr Menschen in meiner Umgebung, von denen ich es nicht erwartet hätte, dass sie was machen lassen, lassen nicht nur was machen, sondern reden auch ganz offen drüber. Und das jetzt, egal ob h*** oder heterosexuell sei, da noch anzumerken, auch bei heterosexuellen Männern scheint es eine andere Bereitschaft zu geben. Bei Frauen, die vor Jahren noch abgestritten haben oder abgelehnt hätten, irgendwas verschönern zu lassen, vielleicht sogar gelästert haben über Personen in der Öffentlichkeit, die haben was machen lassen, sagt man ja oft so, wenn man dann so hört, ah ja, guck mal, da ist die und die, die hat aber auch wieder was machen lassen, oder und diesen Satz höre ich schon lange nicht mehr so, zumindest wenn ich ihn höre, schon nicht mehr so aufgeladen mit so einer Häme, sondern fast eher höre ich jetzt so eine Art von Selbstentschuldigung. Ja, ich bin in meinem Alter, ich müsste jetzt auch mal was machen lassen. Und das finde ich so frappierend, dass es da offenbar eine andere Konnotation, eine andere Bewertung gibt.

Brigitte Huber 13:20
Ja, und letztlich auch jeder Mensch hat einfach das Recht, das für sich selber zu entscheiden. Ich finde es schwierig, wenn man da so eine Ersatzreligion draus macht. Du darfst gar nichts machen lassen oder du lässt dich gehen oder so. Es gibt ja da auch teilweise wirklich nicht zwei Schulen, aber wo man dann schon manchmal das Gefühl hat, man geht nicht gerade zimperlich mit dem Gegenüber an. Also dieses Ja, also in meinen Augen ist es wirklich die Entscheidung von jeder Person selber und ich will mich auch wohlfühlen in meiner Haut und Ich hätte seit 20 Jahren graue Haare, habe ich nicht, Ich lasse mir meine Haare färben. So ist das nun mal. Und was mir wirklich Sorge bereitet oder was mir wirklich leid tut, ist, wenn man sich die jungen Leute anschaut, weil der Druck ist wirklich ganz, ganz immens. Und es ist natürlich dann auch schon so, wo du wow, die fangen da mit 20 an, was machen zu lassen. Die kaufen sich mit 25 so Pflaster, dass irgendwelche Falten überhaupt nicht entstehen. Auf der Stirn und so weiter und so fort. Und da denke ich mir, wie weit ist das von meiner Jugend entfernt? Also als ich Teenager war, war unser Benchmark, war das Bravo Girl. Sagt dir das noch was? Ja, also genau, es gab die Zeitschrift Bravo und einmal im Jahr haben die das hübscheste Mädchen gewählt und man konnte da irgendwie teilnehmen. Habe ich nie teilgenommen, natürlich nicht, aber man hat gesehen, aha. Und das war so die Benchmark. Und ansonsten, es gab überhaupt nicht diese Vergleiche, was du sagst mit Kim Kardashian. Ich meine, in meiner Jugend gab es irgendwie zwei bis drei Fernsehsender, da war einfach nicht so viel. Und das gab dann dementsprechend auch wenig Druck. Und da muss man tatsächlich sagen, durch die Social Media Entwicklung ist da tatsächlich vieles in Bewegung gesetzt worden, womit die jungen Leute zu kämpfen haben. Also ich finde es schon erstaunlich, wenn ich dann hör von der Tochter einer Freundin, dass die einfach jeden Morgen eine halbe Stunde früher aufsteht, um sich zu schminken zur Schule mit 16. Wenn ich mich schminke, ich weiß gar nicht, wie man sich länger schminkt als 5 Minuten. Das klingt jetzt auch irgendwie ein bisschen dürftig, aber meine Güte, also ich freue mich, wenn ich gestylt werde von jemandem und ich finde, dann sieht man auch anders aus und ich mag das auch gerne, aber selber wüsste ich gar nicht, was ich so lang mach vorm Spiegel.

Stephan Seiler 15:39
Mit meinen Rat mal bitte, wie viel, Brigitte, wie viele Stunden jeder Mensch in Deutschland im Schnitt mit der Schönheit beschäftigt ist pro Tag?

Brigitte Huber 15:48
Ja, drei, vier Stunden.

Stephan Seiler 15:50
Ja, stand auch vor kurzem in dieser Geschichte drin, der Titelgeschichte im Spiegel hier täglich vier Stunden kümmern sich Menschen um ihr Aussehen. So das Ergebnis einer Studie mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 93 Ländern. Und dazu gehören natürlich dann verschiedenste Maßnahmen, sowas wie Schminken, Frisieren, Körperhygiene und auch Sport, der um des Aussehens willen betrieben wird. Da kann man jetzt drüber streiten, ob da Yoga dazugehört oder Pilates oder und Gewichtheben nicht, weiß ich nicht. Und im Schnitt verwendeten Frauen ungefähr 24 Minuten mehr auf die Optik als Männer. Aber vier Stunden, das ist halb so viel, wie man schläft.

Brigitte Huber 16:32
Das ist ein Wahnsinn. Wahrscheinlich schlafen die Leute deswegen zu wenig, weil sie dafür zu viel tun. Ja, und das finde ich wirklich schon bedenklich. Und was mich da auch ein bisschen schmerzt. Ich habe in den letzten 20 Jahren mit sehr großem Wohlwollen die Body Positivity Bewegung angeschaut. Also ich fand das, ich dachte, wow, endlich gibt es eine Phase, wo eben an diesen festgezurrten Schönheitsidealen gerüttelt wird. Weil wenn man sich mit der Schönheitsgeschichte der Menschheit beschäftigt, dann sieht man immer das, was wahnsinnig schwer zu kriegen ist, wird als das absolute Schönheitside quasi auserkoren. In Ländern, wo ganz viel Sonne scheint, ist es total super, wenn man blass ist. In Ländern, wo es kaum was zu essen gibt, ist Leibesfülle angepfiffen. Und bei uns, wo wir gar nicht wissen, wo wir als erstes hinschauen vor lauter Verführungen, die der Lebensmittelmarkt so von sich bringt, wird selbstverständlich Size propagiert. Wir haben das damals bei der Brigitte ja auch mal versucht mit ohne Models, also dass man tatsächlich sagt, man geht weg von diesen festgezurrten Schönheitsidealen. Und es wirkte zehn Jahre so, als würde da viel passieren. Allerdings bin ich dann schon so ein bisschen stutzig geworden, als mir unsere Modechefin erzählt hat, ich weiß jetzt nicht mehr, wann es Genau, aber vor 6, 7 Jahren gab es so einen Peak, dass tatsächlich auf den internationalen Laufstegen, ich weiß es nicht genau, eine zumindest sichtbare Zahl an Menschen jenseits der normalen Schönheitsideale, also die einfach etwas dicker waren und auch etwas älter waren, aufgetreten sind. Zwei, drei Jahre später habe ich sie gefragt, dann hat sie Das ist mü Das ist nur noch ganz klein. Also es sind nur noch ganz, ganz wenige Prozent. Und das heißt dieser Trend so wichtig, der eigentlich ist, so parallel läuft er neben einem absoluten Selbstoptimierungstrend. Und ehrlicherweise scheint mir so, als wäre dieser Selbstoptimierungstrend um einiges stärker.

Stephan Seiler 18:34
Ja, das glaube ich auch. Hab mich aber auch gefragt in den letzten Tagen, als ich mich auf diese Folge vorbereitet habe, woran das liegen könnte und ob es vielleicht auch daran liegt, dass wir uns einfach so oft selbst sehen. Als ich vor 20 Jahren oder als ich zur Schule gegangen bin in den er Jahren, wie oft habe ich mich da selbst gesehen? Einmal vor der Schule, dann wenn ich auf Toilette gegangen bin beim Händewaschen und dann, ja, weiß ich nicht, irgendwann abends noch mal, wenn man duschen war nach dem Sport oder so, aber man sah sich ja gar nicht die ganze Zeit so an. Und jetzt wir beide sehen uns jetzt gerade für alle da draußen. Wir sprechen hier miteinander mit Hilfe eines Programms. Du bist in Hamburg, ich bin in Berlin, wir reden miteinander, wir sehen uns auch dabei und wir sehen uns auch selbst. Also ich sehe dich und ich sehe mich dabei. Genauso wie sehr viele Menschen, die jetzt in Bürojobs arbeiten, seit Corona es gewohnt sind, an Konferenzen, an diesen Videokonferenzen teilzunehmen. Und auch da ist es so, dass wir uns immer selbst sehen. Jetzt habe ich die Tage gelesen, dass diese Kameras, diese Selfie Kameras zu einer optischen Verzerrung führen, dass man die eigene Nase und die Oberlippe anders wahrnimmt, verkürzt oder was auch immer. Auf jeden Fall so, dass sich viele Leute nicht mehr so hübsch finden, hat uns Corona und hat uns Microsoft Teams und Zoom und all diese anderen Programme aus der H**** haben, die uns alle so eitel werden lassen und so unzufrieden, dass wir jetzt zum Schönheitsdoc pilgern.

Brigitte Huber 20:00
Also das weiß man aus Corona Zeiten, dass gerade durch diese ganzen Homeoffice Geschichten und was du beschreibst, die Zahl der Schönheitseingriffe wirklich nach oben gegangen ist, weil die Leute sich den ganzen Tag anstarren müssen. Bei mir ist es nicht so schlimm, ich habe meine Brille nicht auf.

Stephan Seiler 20:18
Das ist ein super Schutz.

Brigitte Huber 20:19
Ja, das ist super. Das ist ein Weichzeichner ohne Ende. Also das heißt, ich weiß gar nicht, wovon du sprichst.

Stephan Seiler 20:25
Das bereue ich meine Augenoperation wieder.

Brigitte Huber 20:28
Du siehst für mich aus wie 22,5 und ich bin ein paar Jahre drüber, Also jetzt ganz im Scherz und es ist schummriges Licht. Also das geht schon. Also das ist tatsächlich bei Corona ein absoluter Effekt gehabt. Und was du sagst, ist auch die Fülle der Fotos. Ich habe letztes Mal für einen bestimmten Anlass Fotos aus meinen Zwanzigern suchen sollen, für so eine NDR Dokumentation, so eine kleine. Und dann bin ich das ganze Wochenende im Keller gewesen und habe da in verschiedenen Fotostapeln da rumgeguckt Und es gibt ganz wenig Fotos von mir aus meinen Ern. Man hat damals Fotos gemacht zu Weihnachten, im Urlaub und vielleicht auf Familienfesten. Und manchmal hatte man die Augen zu und manchmal war das Licht so schlecht, dass man kaum gewusst hat, ob man selber ist oder irgendwie eine Großnichte. Und das bedeutet, es gab wenig Bilder von einem. Und das, was du auch sagst, mit eine zweite Ebene. Und heute, wenn ich mir anschaue, wie sich junge Leute dann auch fotografieren, dass sie dann oft so 30 40 Bilder innerhalb kürzester Zeit machen. Du bestimmt auch, oder? Stephan? Einmal so quer so rum. Ich kenne das aus meinem Familienkreis bei den jungen Menschen und wo ich mir Was ist denn los? Also und selbstverständlich führt das zu einem extrem kritischen Blick. Ich weiß, ich diskutiere sogar mit meinem Sohn manchmal, wenn er dann sagt, er weiß nicht, ob er seine Nase so hundertprozentig gut findet, dann sage ich ich find meine Nase super. Dann sagt Na, ich weiß nicht, Mama, so super ist deine Nase auch nicht. Und dann ist mir Ich habe meine Nase noch nie wirklich angeschaut. Und da merkt man schon, es ist ein anderer Fokus, der da entsteht. Und ich glaube, was man sagen muss, wir wollen uns ja auch und ganz speziell auch immer wieder an die zweite Lebenshälfte richten. Wir Älteren sind da nicht völlig gefeit davon und erfasst es selbstverständlich auch noch. Aber das würde ich schon sagen, so stark wie die jungen Leute erfasst dieser Beauty Hype im Moment niemanden.

Stephan Seiler 22:27
Apropos Fotos, Wollen wir ganz kurz einen Vergleich machen? Wie viele Fotos hast du auf deinem Telefon?

Brigitte Huber 22:32
Okay, 2560, okay, ich habe das ist also zehnmal so krank. Nein, Selfie ist ja nicht per se schwierig. Selfie haben wir ja zum Beispiel auch, wenn wir eine Podcast Aufnahme hatten und dann gehen wir raus und dann machen wir von uns beiden ein Selfie oder ich sitze mit irgendjemandem nett und dann machst du ein Selfie. Auch dass ich mich allein fotografiere, da glaube ich, da komme ich nicht auf zwanzig.

Stephan Seiler 23:02
Ja, ich glaube, beim iPhone wird auch als Selfie gewertet, wenn da noch andere Leute mit drauf sind. Aber wenn die Selfie Genau, das ist.

Brigitte Huber 23:09
Bei mir jetzt, wenn ich die anschaue, da bin ich bei keinem einzigen allein drauf, sondern sind immer zwei Leute und irgendjemand, oder? Ja, manchmal schon. Dann, wenn wir was für unseren Podcast aufnehmen. Doch, ein paar habe ich auch, aber wenige. Und ich kenne da junge Leute, die haben an einem Tag so viel wie ich in einem Jahr.

Stephan Seiler 23:28
Ja, glaube ich dir auch Nur das macht ja was mit allem, wenn wir uns so oft sehen. Und dann haben wir natürlich noch mehr Chancen, uns auch defizitär wahrzunehmen.

Brigitte Huber 23:37
Absolut, absolut. Und gleichzeitig müssen wir Schönheit spielt halt leider auch wirklich eine Rolle im Leben. Es wäre falsch zu sagen, dass es egal ist, wie gut man aussieht, wie attraktiv man ist. Ich habe einen sehr, sehr schönen Satz letztes Mal gelesen in einem Roman von Barbara King Solver, Die Unbehausten. Das ist die gleiche Frau, die David Copperhead geschrieben hat. Vielleicht kennt das die eine oder andere. Und da ist ein Satz, den habe ich mir Schöne Menschen behaupteten immer, gutes Aussehen sei unwichtig, während sie mit dieser Währung um sich warten wie unerfahrene Bankräuber. Und ich mag das sehr, sehr gerne, weil wenn man sehr gut aussieht, dann tut man sich leicht zu. Also meine Karriere, das hat nichts mit meinem Aussehen zu tun oder dass ich, keine Ahnung, so spannend und sonst was gelte. Und das finde ich schon ganz interessant, weil alle Studien belegen, dass du sowohl im Beruf auch als in finanziellen Angelegenheiten auch, dass das Aussehen, dass gutes Aussehen eine Rolle spielt.

Stephan Seiler 24:43
Ja, ganz genau. Man profitiert tatsächlich davon, wenn man schöner ist. Und ich habe auch aus der Arbeitswelt das so mitbekommen, dass der Wohlstandsbauch jetzt nicht unbedingt mehr das Statussymbol von heutigen High Performern sind, sondern heute ist es von Vorteil, wenn man im Office möglichst schlank, möglichst muskulös herumläuft, so ein bisschen wie Steve Jobs, als er noch lebte. Immer agil, immer sportlich, immer auf dem Sprung. Ich kenne auch ein paar Manager, die gehen Morgens dann um 4 Uhr ins Fitnessstudio oder um 4, halb 5, um dann um 6 Uhr fit am Bürotisch zu sitzen, Schreibtisch zu sitzen und gleich loszulegen. Das auch auszustrahlen auf keinen Fall. Aber dafür will ich Was wäre denn.

Brigitte Huber 25:31
Deine früheste Aufstehzeit, um keinen Wohlstandsbauch zu kultivieren?

Stephan Seiler 25:36
Also im Zweifelsfall wäre mir mein Schlaf wichtiger und ich habe auch dafür nichts dagegen, wenn ich abends noch Sport mache. Das habe ich vor kurzem auch, als ich in Usbekistan war. Ich war in Usbekistan, liebe Leute, danke für die Nachfrage für eine Recherche. Als ich da war, habe ich dann auch abends noch gerne um 23 Uhr das Fitnessstudio aufgesucht, um dann um Mitternacht ins Bett zu gehen. Das finde ich eigentlich ganz gut, vor dem Schlafen sich noch mal kurz auszupowern. Ich brauche auf jeden Fall Bewegung, aber nicht morgens und dann auch nicht, um dann kurz danach im Büro zu zeigen, dass mein Bizeps noch mal um drei Millimeter gewachsen ist.

Brigitte Huber 26:11
Nee, und ich finde, das wird jetzt auch dann noch mal, spitze ich noch mehr zu. Ich weiß nicht, ob du es mitgekriegt hast. Vor kurzem gab es so eine Kampagne, die fand ich richtig gut. Da ging es um Adipositas und die ist von der Apotheken Umschau gestartet worden. Und wo man sagt eben Adipositas ist ein so Riesenthema und es ist einfach nicht so, als hätten sich die Leute einfach jetzt mal einfach nur faul und bequem da irgendwie ein Bäuchlein angegessen, sondern es ist eine gesellschaftliche Entwicklung, die mit unseren Lebensmitteln zu tun hat, mit einem Suchtverhalten, was daraus entsteht und so weiter. Und jedes Jahr werden es mehr Menschen und es ist wahnsinnig schwierig. Und wenn du das an der einen Seite hast und an der anderen Seite weißt, dass ein schlanker, athletischer Körper möglichst dann aber doch noch mit Muskeln, mit Muskelchen hübsch bepackt, dass der als das Maß aller Dinge, dann klaffte das noch nie so weit auseinander wie heute. Und das ist schon etwas, wo ich Boah, wie veratmen wir das?

Stephan Seiler 27:10
Ja, wie vert wir. Da fällt mir noch ein Zitat ein, die britische Philosophin Heather Widows Wir möchten uns nicht nur schön machen, sondern wir müssen uns schön machen. Sie spielt damit an auf den Bilderhagel, auf die Schönheitsnormen etc. Also es wirklich ein Druck ist. Aber ist es so? Haben wir gar keine andere Wahl oder müssen wir einfach nur ein bisschen warten, bis der Trend vorbei ist und es dann auf einmal wieder in ist, sich ganz natürlich zu zeigen im Sinne von, wenn es sich quasi jeder leisten kann und jeder leisten will, sich beim Schönheitsdoc irgendeine Spritze oder Skalpell zu legen, ist es dann nicht schon wieder so verbreitet, dass man sagt, ich mache es einfach nicht und bin dadurch dann special?

Brigitte Huber 27:57
Also es gibt ja schon immer wieder die Ansätze, auch bei prominenten Frauen, dass sie sich immer wieder ungeschminkt auch vor die Kamera wagen, sage ich jetzt wagen. Und ich glaube, dass das letztlich auch entlastend sein kann, weil man sieht, okay, wenn die Person jetzt nicht geschminkt ist oder eine Dreiviertelstunde eine Maskenbildnerin da dran war, dann sieht die vielleicht eher so aus wie ich morgens im Spiegel, als wenn ich sie auf irgend so einem tollen Hochglanzbild sehe. Das ist, glaube ich, schon ein ganz wichtiger Punkt, dass man das auch immer macht. Aber was war jetzt noch mal die.

Stephan Seiler 28:31
Frage, ob wir uns am Ende dem Trend beugen werden müssen, so oder so, ob wir irgendwann, ob es am Ende dann quasi auch so eine Art von Klassenzugehörigkeit irgendwie auch dann signalisiert im Sinne von, wenn du nichts machen lässt, dann ist dir dein Aussehen nicht wichtig. Oder aber du hast andere Prioritäten. So ein bisschen wie Rauchen konnotiert ist. Rauchen wird ja immer unsexy und in den USA ist man wirklich fast Paare, wird man fast von der Gesellschaft ausgestoßen, wenn man raucht im Sinne von, du hast dein Leben nicht im Griff, du kriegst nichts hin. Warum soll ich mit dir zusammenarbeiten, wenn du noch nicht mal das hinbekommst? Ich überzeichne das ein bisschen, ich dramatisiere etwas, der Journalist dramatisiert, aber läuft.

Brigitte Huber 29:15
Ich suche auch noch die Parallele zum Alterungsprozess vom Rauchen. Rauchen ist ja etwas, was uns schädigt und Beauty, also sagen wir mal, diese Beauty Geschichten schädigen uns nicht.

Stephan Seiler 29:27
Aber wenn man es nicht macht, ach so, meinst du?

Brigitte Huber 29:31
Ach so, nein, das würde ich so nicht sagen.

Stephan Seiler 29:32
Genauso ausgeschlossen im Sinne, warum lässt du dich so gehen? Und das ist ja ein bisschen auch das, was Josefine meinte mit ihrer Nachricht. Wir haben dann noch ein bisschen hin und her geschrieben und sie hat mir die Beispiele genannt von ihren Freundinnen, die sie auch alle mag. Und sie sagt, sie ist total happy mit ihrem eigenen Aussehen eigentlich, auch wenn sie sagte, die Haut sei nicht mehr so straff wie mit achtzehn oder neunzehn, jetzt mit dreiig. Aber dennoch denkt sie, sie muss was tun, weil die anderen machen ja auch alle was. Und wenn sie jetzt nicht damit anfängt, hat sie irgendwann einen Nachteil.

Brigitte Huber 30:00
Ja, also ich gucke da manchmal in andere Länder. Ich weiß, ich war ja vor zwei Jahren, als ich rausgegangen bin bei der Brigitte, hatte ich ja so eine lange Reise, die mich auch nach Australien und Neuseeland geführt hat und habe da zum Beispiel wahrgenommen, dass die Frauen unterm Strich viel weniger die Haare färben. Es gibt viel mehr Frauen, die früh graue Haare haben. Das ist für mich jetzt ein Schritt, den ich so nicht gehen würde. Ich weiß aber, dass ihn viele machen, Also dass die Natur quasi da durch darf und waren auch deutlich, deutlich. Ja, ja, habe ich gesagt, schon im Laufe dieser Sendung. Ich habe irgendwie so mit 27 die ersten grauen Haare gekriegt und irgendwie mit Mitte 30, also als ich Mitte 30 war, hat die Friseurin gesagt, entweder färben wir jetzt mit dem Tönen, kommen wir nicht mehr weiter. Und das wäre für mich immer so ein Schritt gewesen, wo ich mir gedacht ne, mich mit grauen Haaren ist halt für mich jetzt nicht so die Entscheidung. Aber ich fand auch, sie waren weniger geschminkt und ich finde, es ist eben gar nicht gut oder schlechter, nur es setzt halt Normen und entspannter ist es schon, wenn man eben nicht eine halbe Stunde für mein Dafürhalten vorm Spiegel stehen muss, bevor man das Haus verlässt. Und insofern, ich bin mir nicht sicher, wie sich das weiterentwickeln wird. Es wird ja ohnehin, also was wir vorher kurz besprochen haben, auch mit der Abnehmspritze wird es dann zu einer Demokratisierung quasi der schlanken Linie kommen, weil das vielleicht niedrigschwellig zu machen ist. Also das finde ich ist ja schon etwas, was mindestens, also Figur war ja immer mindestens so relevant wie jetzt glatte Haut oder habe ich schon so empfunden. Also meiner Altersklientel habe ich nicht das Gefühl, dass die sich so ig anstecken lässt von diesem Trend. Wir sind davon alle nicht frei. Wir sind davon alle nicht frei und selbstverständlich schaue ich in den Spiegel, aber ich gehe auch aus dem Haus und bin nicht geschminkt.

Stephan Seiler 32:01
Jetzt ist ja auch dieser Trend irgendwie eine Umkehrung dessen, was wir in den vergangenen Jahren doch erlebt haben. Der Feminismus war doch eigentlich schon auf dem Weg Richtung Gerechtigkeit, als er gesagt egal wie wir aussehen, wir sind alle wunderschöne Menschen. Bei Germany's Next Top Bottle sollen bitte nicht nur die ganz superschönen dünnen Mädchen, um die weiß nicht, wie alt muss man da mittlerweile sein, 17, 18 sein und teilnehmen dürfen, sondern eben auch andere Frauen, die etwas älter sind oder vielleicht auch ein bisschen mehr Pfund haben auf den Rippen als andere etc. Etc. Dazu natürlich auch gerne vielfältig sind, verschiedene ethnische Hintergründe haben und so weiter. Und jetzt, das schwingt doch alles wieder in ein ganz anderes Extrem, jetzt wieder in Richtung Einheitsmaß. Ich habe ja auch gehört, dass so bei den Schönheits Docs alle nach einem gewissen Ideal streben, was aber so ein Kompromiss ist aus allen möglichen Schönheitsidealen der Welt. Und das kann man eigentlich gar nicht.

Brigitte Huber 33:06
So ein durchschnittliches und sehr symmetrisch. Immer sehr symmetrisch. Und ja, ich bin nicht ganz sicher, Stephan. Also ich bin ja auch immer jemand, der sehr grundoptimistisch ist. Gleichzeitig muss man sagen, gerade wir Frauen 50 plus haben einen großen Schritt aus der Unsichtbarkeit rausgemacht. Früher warst du als Frau quasi abgemeldet ab dem 40. 45. Geburtstag. Die Menopause, also die Wechseljahre wurden tabuisiert vor 20 Jahren noch. Da hat sich wahnsinnig viel verändert und wir Frauen untereinander reden sehr, sehr offen über viele Dinge. Das heißt nicht, dass es nicht trotzdem einen Anspruch an Äußeres gibt und so weiter. Nur ich habe dann immer das Gefühl, dass durch diesen offenen Austausch, den wir miteinander haben, dass das eigentlich die beste Grundlage ist, sich nicht völlig verrückt machen zu lassen. Ich sehe deinen Punkt auch und das dann tatsächlich auch, was ich ja vorher auch gesagt habe mit den Laufstegen, dass man das Gefühl, die großen Werbekampagnen waren dann auf einmal auch mit fülligen Frauen und so weiter und so fort. Plus Size Models waren total angepfiffen. Das scheint eher wieder etwas rückläufig zu sein. Da gibt es noch so ein paar Ikonen, aber es ist nicht zu einem Mainstream Trend geworden, das muss man ganz klar sagen. Und nichtsdestotrotz spielen Frauen auch in den unterschiedlichsten Altersgruppen heute eine andere Rolle in der Sichtbarkeit. Und bei dem Thema, über das wir überhaupt sprechen, Beauty Hype ist es so, das betrifft beide Geschlechter ganz klar, Aber Frauen sind in der Regel immer noch etwas stärker betroffen. Das sieht man schon allein daran, dass sie noch mehr Zeit verwenden ins Schönsein. Und wahrscheinlich würde ich jetzt mal wetten, dass sie auch mehr Geld investieren. Ich würde sagen, vom Bauchgefühl und von meinem immensen Erfahrungsschatz der letzten 30 Jahre würde ich sagen, dass Frauen deutlich mehr beim Schönheitschirurgen sind, deutlich mehr sich Botox und Hyaluron spritzen lassen. Im Fitnessstudio ist es wahrscheinlich dann wieder mindestens ausgeglichen und wird in den Muckibuden natürlich deutlich mehr Männer zu finden sein. Also dann haben wir da auch wieder unterschiedliche Kriterien.

Stephan Seiler 35:13
Das kann ich dahingehend bestätigen, dass ich für Recherchen dieses Jahr sowohl im Fitnessstudio war, für eine Zeitmagazin Geschichte über junge Männer, die reihenweise ins Fitnessstudio rennen und zwar schon mit 12, 13, 14, 15 dahin gehen und ich muss solche Muskeln haben, ich brauche einen guten Oberkörper, ich brauch Labs und hierher mit den Kraftübungen und außerdem ganz viel Protein. Shakes brauche ich auch, sonst sehe ich ja aus wie ein Lauch. Aber das stark aussehen, männlich, also männlich in Anführungszeichen, was auch immer man da rein projiziert, männlich auszusehen etc. Das ist sehr, sehr wichtig, weil sie auch da gewissen Rollenbildern folgen von sozialen Medien, so scheint es zumindest zu sein. Und zweites, ich hab Kontakt mit einem Schönheitsdoc aus Hamburg und der hat mir gesagt, dass es gerade jetzt in dieser Phase vor Weihnachten so ist, dass seine Praxis überläuft. Er ist eigentlich Dermatologe, verdient aber sehr viel Geld mit den Schönheitsbehandlungen und da geht es auch um Botox, geht es um Kollagen, geht es um diese Filler, diese Hyaluron Filler und so, was man sich den Lippen und sonst wo reinspritzt. Und er sagte mir auch, Stephan, das Allermeiste ist komplett unnötig. Also viele Maßnahmen sind wirklich nicht notwendig, aber es ist eben ein großer Markt und viele kommen dann wirklich mit so Bildchen an und so will ich jetzt auch aussehen und darunter sind es auch immer mehr Männer. Ich habe ja schon mal erzählt von der Penisgeschichte, die ich geschrieben habe. Viele Männer, auch im älteren Alter, über 60, gehen dann zum Doc und ich möchte einen größer ausschauenden P**** haben, denn in den Filmen, die ich dann mal mir nachts angucke, haben alle viel, viel größere als ich. Auch das ist ein Thema. Auch viele jüngere Männer machen das auch das mit Hyaluron etc. Kann man das dann befüllen. Das sind alles solche Trends und Untertrends und Seitentrends, die aber alle bei mir so ein Bild erzeugen. Wir sind offenbar nicht happy mit uns, nicht glücklich genug, sodass wir immer das Gefühl haben, dass wir noch mehr tun müssen, noch mehr machen müssen, um irgendwie mitzuhalten, um einigermaßen Anschluss halten zu können an die Welt der in Anführungszeichen erfolgreichen, was auch immer das bedeutet. Und deshalb, letztes Wort, deshalb habe ich am Anfang auch das Zitat gewählt mit dem Glücklichsein, weil vielleicht, wenn ich mir sage, ich bin glücklich, dann bin ich vielleicht ein bisschen immuner, so ist jetzt meine Frage und these, immuner gegen all das, was von außen auf mich einprasselt. Oder würdest du jetzt, Stephan, du hast jetzt 5 Minuten geredet, aber vor allem viel Müll und Ich denke es ganz anders darüber.

Brigitte Huber 37:45
Also zum einen glaube ich wirklich schon, also es wäre jetzt meine Lebenserfahrung, dass der Druck im Laufe der Jahre nachlässt. Das kann man wirklich bestimmt nicht für alle sagen, aber für viele. Naja, ganz im Ernst, Spätestens wenn du 50 wirst, dann kannst du auch davon ausgehen, dass irgendwann die Show vorbei sein wird. Das Thema Endlichkeit kommt dann natürlich und dann ist dir auch völlig klar, du wirst den Zahn der Zeit vielleicht ein bisschen aufhalten können, aber du wirst das nicht verändern können. Und in Wahrheit gibt es da nicht so wahnsinnig viele Möglichkeiten. Du kannst verdrängen und auch versuchen dagegen anzuarbeiten. Aber das glaube ich, machen die meisten erwachsenen Menschen in meinem Umfeld auch ein Stück weit Akzeptanz natürlich. Also ich kenne zum Beispiel auch wahnsinnig wenig Menschen, die um aufstehen, um irgendwie den athletischsten Körper aller Zeiten zu haben. Und ich kenne zum Glück auch noch genügend Menschen, die nicht Dinner canceln, sondern lieber irgendwie ihre Nudel in guter Gesellschaft essen und so weiter und sich damit auseinandersetzen. Ein weiterer Punkt ist tatsächlich also wirklich der Austausch mit anderen. Und klar, also ich bin zum Beispiel ja jemand, ich habe Freundinnen, die ja, jetzt sind wir schon alte Frauen, dann sage ich Stopp, ich werde in meinem Leben, werde ich mich niemals als alte Frau bezeichnen. Das möchte ich auch nicht, weil ich finde, das ist dann so eine self fulfilling prophecy und das bedeutet natürlich auch, dass ich nicht uralt aussehen möchte. Aber ich habe nichts dagegen, meinem Alter entsprechend auszusehen. Und da würde ich schon sagen, verändert sich das Ganze. Es bleibt uns auch gar nichts anderes übrig. Also ich kenne jetzt auch nicht mehr so viele Jährige, die ständig nur an sich rumschnippeln lassen. Ich glaube, das ist dann auch irgendwann mal vorbei und das ist auch gut so. Ich habe auch gelesen tatsächlich, dass man sich dann vom äußeren Bild doch wieder ein bisschen stärker aufs Innere fokussiert. Genau, das wollte ich vorher noch mal sagen tatsächlich. Das habe ich schon vor ein paar Jahren mal auch gesagt, tatsächlich vor einer laufenden Kamera. Und es war für uns Frauen noch nie so wichtig, gut auszusehen, weil es hat dann immer geheißen, ja, ist ja nicht so wichtig, wie ihr ausseht, sondern was ihr sprecht. Aber wenn du dann weißt, wie entscheidend die Optik ist, wie etwas rüberkommt, wie du bei deinem Gegenüber rüberkommst, dann musst du natürlich Spielt das auch eine Rolle? Also insofern, ja, es spielt eine Rolle und jeder und jede wird sich wahrscheinlich ein bisschen Gedanken drüber machen, aber meine Erfahrung ist, es wird im Laufe der Jahre eher einfacher und oder man sollte sich damit auseinandersetzen. Ich glaube wirklich ein Punkt, was du vorher auch gesagt hast, ist bei Sport und Bewegung die Beschäftigung mit dem Körper. Die führt schon auch dazu, dass ich mag meinen Körper, wenn er einfach mich gut durchs Leben trägt. Weißt du, was ich mein? Und ich verlange nicht mehr, dass ich die Beine einer Jährigen habe oder weiß der Teufel, was für Körperteile ich da jetzt ins Rennen schicken sollte, sondern tatsächlich, dass ich mir denke, ich finde das gut, wenn der noch seine paar Kilometer läuft und so weiter und ich gebe ihm auch was zu trainieren und so weiter. Aber ich habe nicht mehr diese ganz hohen ästhetischen Ansprüche. Und dann ist auch immer, es gibt ja diesen Punkt, Kennst du den Selbstfürsorge? Also das war auch, wo ich mich im Buch damit beschäftigt habe, Christine Neff, wo es darum geht, dass man mit sich selber umgeht wie mit einer guten Freundin. Und deswegen würde ich auch nicht wie so eine Beauty Ärztin mit mir umgehen oder wie so ein Fitnesscoach, sondern einfach wie eine gute Freundin, die Ey, pass, das geht schon. Ja, komm, mach die Strähne aus dem Gesicht. Hast dir heute deine schönen Ohrringe reingetan. Normalerweise habe ich die nur abends, aber heute habe ich die schon mal tagsüber, weil es ist ja ein besonderes Thema und dann geht das schon.

Stephan Seiler 41:37
Kennst du auch dieses Phänomen, dass du dich manchmal gar nicht so hübsch fühlst und dann Kompliment bekommst und umgekehrt brezelst du dich manchmal auf und dann merkst du, es kommt gar nicht so viel zurück. Weißt du, dass es genau andersrum ist, als man sich selbst fühlt?

Brigitte Huber 41:50
Ja, was mir dann manchmal so geht, dass Leute finden, dass ich gerade so fit und gesund aussehe und das stimmt dann manchmal nicht, aber das finde ich gut, das nehme ich gern. Umgekehrt, wenn ich mich eigentlich ganz fit und gut fühle und auch so dezent geschminkt und jemand kommt dann und du hast, glaube ich, momentan keine so leichte Zeit. Da habe ich auch schon zu Leuten gesagt, bitte sagt das nie wieder, weil Dann geht mein Laune und Fitness und Stabilitätsbarometer irgendwie sackt von 8 auf 3 runter. Kennst du das? Da dachte ich noch, mir geht es ganz gut. Bis die gesagt oh, du siehst aber ein bisschen angegriffen aus.

Stephan Seiler 42:27
Das kenne ich. Und ich habe doch eben von der Usbekistan Geschichte erzählt, als ich abends dann im Fitnessstudio war. Das war genau an einem Abend, nachdem wir eingecheckt sind, ein neues Hotel. Und ein Kollege sagte zu Mein Gott, Stephan, was ist denn mit dir los? Du siehst ja scheiße aus. Das war abends um 22 Uhr. Der hat wirklich genau diese Worte gesagt. Wir waren vorher den ganzen Tag im Auto unterwegs und ich habe jetzt auch nicht so viel Sonnenlicht an dem Tag gesehen und wahrscheinlich auch wenig geschlafen. Und da dachte okay, ich sehe vielleicht scheiße aus, aber ich gehe jetzt noch ins Fitnessstudio und mich dann sofort besser zu fühlen.

Brigitte Huber 42:57
Ja, aber guck mal, und vielleicht weil wir unsere alten Sprüche von vorhin wieder aufwärmen, ist es auch das Geheimnis des Glücks ist nicht zu viel zu erwarten. Also ich glaube, wenn man natürlich davon ausgeht, dass man mit 40 aussieht wie mit 20 und mit 60 wie mit 40 und so weiter und so fort, dann wird da kein Schuh draus. Also wenn man sagt okay, der Zahn der Zeit neigt an uns. Wie gesagt, ich finde für meine Altersgruppe bei den meisten hadern natürlich auch ab und zu oder so, aber im Großen und Ganzen sehe ich da auch eine große Akzeptanz. Aber das würde mich auch interessieren bei unseren Hörerinnen und Hörern. Wie groß ist denn der Kram? Wie stark setzen wir uns da unter Druck und auch was hilft dagegen?

Stephan Seiler 43:46
Ja, das würde mich wirklich auch sehr interessieren. Schreibt uns, schickt uns Sprachnachrichten. Vielleicht können wir auch mal die eine oder andere hier abspielen. Schickt uns gerne, was immer ihr dazu zu sagen habt.

Brigitte Huber 43:55
Also ganz im Ernst, ich merke das natürlich, wenn man mal eine halbe Stunde oder Stunde durch Instagram surft, dass man auf einmal oh, jemine, oh, oh, OK, verstehe. Und das ist natürlich ein ganz, ganz anderes, als wenn man halt eine halbe Stunde in dem Roman liest und Figuren, die entstehen vor unserem inneren Auge und die sind menschlich und haben vielleicht Falten und haben ihre Ecken und Kanten, während das, was uns natürlich da präsentiert wird mit Bildern und mit aus 10 Bildern sortiere ich 9 aus. Und das eine, das mache ich dann aber noch ein bisschen, keine Ahnung, was man macht Goldschimmer hintendran, dass wir uns damit selber das Leben nicht leichter machen, ist klar. Und ich als jetzt doch sehr erwachsene Frau, ich entziehe mich dem dann einfach. Das lachst du, weil ich sehr erwachsen schon bin.

Stephan Seiler 44:47
Ja, weil du unfassbar. Also jetzt wirkst du auch wirklich sehr erwachsen fast. Streng, streng.

Brigitte Huber 44:53
Okay, gut.

Stephan Seiler 44:56
Damit möchte ich überleiten zu unserer Rubrik, die mit den kleinen Premieren. Falls es einen Jingle geben sollte, dann würde der jetzt beginnen. Tut er aber vermutlich nicht, denn, und das war ja meine letzte Premierenankündigung vor zwei Wochen habe ich ja angekündigt, dass ich mich mit unserem Dashboard auseinandersetze. Und ich muss bekennen, liebe Brigitte, ich habe es noch nicht hinbekommen, ich habe es noch nicht geblickt, deshalb ist wahrscheinlich jetzt kein Jingle zu hören, es sei denn, es gelingt mir noch in den nächsten Stunden, das mir beizubringen. So viel Fail, mein Scheitern, ich habe leider nicht wirklich was Neues dazugelernt.

Brigitte Huber 45:31
Und du heißt das dann, das ist dann deine Premiere auch gleich das nächste Mal oder kommt da jetzt eine zweite Hausaufgabe drauf?

Stephan Seiler 45:40
Es kommt auf wieder vor Lage. Ich würde gerne eine andere Premiere wagen, die mit unserem heutigen Thema Beauty zu tun hat. Aber erstmal zu dir, Brigitte, zu mir. Wie schaut es denn bei dir aus?

Brigitte Huber 45:51
Genau, meine Premiere war, ich wollte 30 Sekunden auf einem beIN mit geschlossenen Augen stehen können, weil diese Balanceübungen sollen wahnsinnig gut und wichtig sein. Ich bin da dran, sage ich mal. Aber der Punkt ist ja, wenn man die Augen geschlossen hat, kann man nicht die Sekunden zählen. Das heißt, man zählt im Kopf und ich würde mal sagen, ich zähle dann relativ schnell und da habe ich schon 17 geschafft. Aber ob diese 17 Sekunden eher 17 Sekunden sind oder 7,3, weiß ich nicht, weil meine gedachte Zählgeschwindigkeit, meine gedachte Zählgeschwindigkeit ist nicht ohne, vor allem, wenn es schon so wackelig da so irgendwo rumsteht.

Stephan Seiler 46:33
Aber ich ganz moderne Geräte mit so zwei bis drei Zeigern, da kann man so was Verrücktes machen wie die Zeit stoppen. Brigitte, wusstest du das?

Brigitte Huber 46:41
Ja, aber nochmal, Stephan, der Punkt ist ja, der mit geschlossenen Augen. Das heißt, ich muss da drauf und da muss ich die Augen schließen. Ich dachte immer, da gibt es eine Timerfunktion. Ich zähl halt innerlich. Ich sag mal, wenn ich das Gefühl habe, es sind echte und reelle 30 Sekunden, werde ich das mit dem Timer machen. Und wenn ich dann nach fünf Minuten wieder die Augen öffne, werde ich oh, Ich habe heute 5 Minuten geschafft, aber gefühlt bin ich jetzt. Aber ich mache schon kleine Fortschritte und es ist zu keinen größeren Umfällen gekommen.

Stephan Seiler 47:18
Zum Glück. Es gibt nämlich die Geschichte eines Freundes von mir, der ist vor kurzem beim Meditieren umgefallen und hat sich das Gesicht gebrochen, die Nase, Nase gebrochen, ohne Witze beim Meditieren. Er hat sich nicht hingelegt, sondern hat sich hingesetzt und so eine Tiefenmeditation gemacht, dass er irgendwann von übergefallen ist und mit dem Kopf auf die Tischkante und danach musst du ins Krankenhaus. Okay, habe ich noch nie vorher gehört, ne? Augen auf, bitte aufpassen beim Meditieren mit offenen Augen die Augen schließen.

Brigitte Huber 47:46
Bitte mit offenen Augen die Augen schließen und vielleicht sie vors Bett stellen oder so.

Stephan Seiler 47:51
Ja, sowas.

Brigitte Huber 47:52
Okay, danke. Ich lerne ja immer gern dazu. Also ich sag mal, es steht mir eine Premiere ins Haus. Ich muss da jetzt kurz persönlich privat werden. Ich bin seit 16 Jahren mit meinem Partner zusammen, aber wir wohnen nicht zusammen. Jetzt steht eine Knie OP bei ihm an und es wird so sein, dass er nach dieser OP bei mir sein wird.

Stephan Seiler 48:19
Okay, in Obhut.

Brigitte Huber 48:22
Ich würde mich jetzt nicht als Pflegerin bezeichnen, aber das ist schon für mich eine richtige Premiere. Also ich habe Kinder großgezogen und war für die natürlich auch da. Aber wie gesagt, wenn man seit 16 Jahren glücklich getrennt zusammenlebt und eben nicht in einer Wohnung, nicht in einer Wohnung ist, dann ist das schon eine Premiere. Würdest du das abkaufen als Premiere?

Stephan Seiler 48:49
Ja, total. Stelle ich mir wirklich spannend vor. Und ich meine, es kann ja auch eurer Beziehung dann nochmal eine ganz neue Note oder Qualität verleihen.

Brigitte Huber 48:59
Ich sag nur, eine Freundin von mir, die vor zwölf Jahren eine Knie OP hatte, die hat es schon sehr, sehr jung gehabt, Die hat gesagt, ihr tut mir beide leid. Also das war jetzt nichts, wo ich jetzt so wahnsinnig viel Hoffnung und Zuversicht. Aber man wird sehen, man wächst ja mit seinen Aufgaben.

Stephan Seiler 49:14
Ja, absolut.

Brigitte Huber 49:15
Ich möchte gern machen. Ich möchte es ja gern machen.

Stephan Seiler 49:18
Ich bin sehr gespannt, was dann auch dein Partner dazu zu sagen hat, wenn es dann mal vorbei ist mit der Obhut.

Brigitte Huber 49:25
Ich werde ihn dann fragen, falls er noch mit mir spricht.

Stephan Seiler 49:28
Ja, super, können wir dann zuschalten dann bei der nächsten Folge oder bei der übernächsten. Wie viele Wochen, über wie viele Wochen reden wir da?

Brigitte Huber 49:35
Naja, also es ist so, dass erstmal, das habe ich heute erst erfahren, eine Woche lang wird nur für die Wundheilung quasi investiert. Da gibt es noch gar keine Reha und er macht die Reha aber von zu Hause aus. Und dann ist das, glaube ich, drei Wochen, dass du jeden Tag vier Stunden außer Haus gehst. Wir werden sehen.

Stephan Seiler 49:54
Aufregend. Oh je, nicht dass drei Wochen. Beim nächsten Mal sagst du so, Stephan, ja du, lass uns doch mal eine Folge machen über wie finde ich meinen nächsten Partner zum Beispiel.

Brigitte Huber 50:03
Wir werden sehen. Lenk mal nicht ab von deiner Premiere. Was hast du vorgenommen?

Stephan Seiler 50:09
Meine nächste. Ich möchte gerne Beauty Behandlung dieser Art machen, Kollagen oder sowas. Das machen doch jetzt alle. Dazu muss ich eine Sache einordnen. Normalerweise sind mir solche Sachen völlig egal, so was wie Kollagen, bis ich es dann ungefähr drei bis acht Mal höre und dann merke ich irgendwann, oh, das scheint doch ein Trend zu sein. Oh, und dann tue ich natürlich so, als wäre es nur meine journalistische Neugier und gar nicht meine Eitelkeit oder irgendwelche anderen niederen Instinkte, die in mir schlummern. Ich möchte das wirklich gerne machen oder so was ähnlich. Ich werde meinen Schönheits-Doktor in Hamburg konsultieren. Und fragen, was wir machen können und werde dann darüber berichten. Oder aber alternativ kann sie wünschen. Oder aber ich lasse meine Haare, meine grauen Haare, die du hier siehst, an der Seite und an meinem Bart, dass die färben. Wobei das wäre mir wirklich unangenehm eigentlich. Ich würde lieber was ins Gesicht spritzen lassen, als mir die Haare zu färben.

Brigitte Huber 50:56
Ja, und vor allem Bart ist ja eine sehr vorübergehende Geschichte, oder? Und auch diese Haarstoppeln da, oder?

Stephan Seiler 51:01
Das sieht wahrscheinlich auch ziemlich dämlich aus, oder? Wenn das nachwächst und dann, wenn es alles einheitlich ist.

Brigitte Huber 51:07
Also da würde ich dann fast die Brille aufsetzen, wenn du mir gegenüber sitzt, damit ich das genau verfolgen kann, wie du dich verschönst.

Stephan Seiler 51:15
Ja, aber sonst würde ich jetzt irgendwas machen lassen.

Brigitte Huber 51:18
Okay, okay, gut. Wir können ja so tun. Also du sagst, dass du was machen lässt und ich muss beim nächsten Mal gucken, ob ich was sehe. Gerade ist was und wie viel es gekostet hat.

Stephan Seiler 51:32
Ja, genau, das machen wir. Sehr gut. Oh Gott, oh je, es kostet ja auch noch Geld. Stimmt. Also gut, das wird mein erstes Mal. Ich lasse mich, lass mich, lass mich irgendwie verschönern.

Brigitte Huber 51:42
Super.

Stephan Seiler 51:44
Sehr gut. Und dann hätten wir jetzt noch drei kurze Fragen rund ums Älterwerden. Brigitte Drei ganz schnelle Fragen an Wenn du morgen eine Beauty Behandlung machen müsstest, was würdest du machen? Du hattest ja gesagt, dass du bisher noch verschont geblieben bist davon. Was würdest du machen, wenn ich dir die Pistole auf die Brust setzen will?

Brigitte Huber 52:07
Es würde nicht wehtun.

Stephan Seiler 52:10
Wer schön sein muss leiden. Wer schön sein will, muss leiden.

Brigitte Huber 52:13
Ja, ich würde wahrscheinlich schon irgendwas auch im Gesicht machen lassen oder Hals. Hals finde ich ja auch, aber ich glaube, Hals ist sehr schwierig.

Stephan Seiler 52:21
Also was würdest du am Hals dann machen? Also welchen Effekt hättest du gerne am.

Brigitte Huber 52:24
Ende, dass es glatter wird.

Stephan Seiler 52:28
Ist da nicht Kollagen das Richtige? Weil ist doch das dafür, dass alles nicht mehr so hängt oder so.

Brigitte Huber 52:32
Du probierst es jetzt mal aus und dann kommst du mit deinen Du als Versuchskaninchen. Ich schicke dich mal als Versuchskaninchen.

Stephan Seiler 52:38
Vorher habe ich dann so eine Gesichtslähmung aus wie Quasimodo beim nächsten Mal total. Zweite schnelle Um welches Jugendwort beneidest du die Jugend?

Brigitte Huber 52:51
Oh, ich glaube, ich kenne die alle gar nicht. Kannst du mir mal fünf vorschlagen und ich darf mir eins auswählen?

Stephan Seiler 52:57
Gunen, Grinch.

Brigitte Huber 52:58
Was heißt denn das? Grinch? Ach Grinch ist doch. Das ist doch schon uralt. Ist das nicht schon Grinch? Wer Herr Grinch sagt?

Stephan Seiler 53:05
Ja, ich glaube ja, ich glaube, du hast vollkommen recht. Gunen ist ein sehr modernes Wort für Selbstbefriedigung, aber irgendwie ganz lange Selbstbefriedigung im Sinne von, dass man das stundenlang machen würde oder so.

Brigitte Huber 53:18
Okay, ich glaube, ich beneide sie nicht. Verwende ich so wenig das Wort. Also diese Man will doch ein Wort, was man so raushauen kann, was halt früher so war. Wie, weiß ich Nicht, wenn du 17 oder 15 bist und du sagst g*** oder so. Ja, richtig. Ja, und das wäre jetzt das Gunen nicht. Ich weiß gar nicht, wann ich Dann würde ich sagen, Stephan, Hör mal auf zu guhnen, wenn du dich so verlierst in irgendwas, soll ich das dann machen?

Stephan Seiler 53:42
Okay, ja, benutzt das mal. Und jetzt nächste Frage, kurz und knackig. Für wen machst du im Bus oder in der Bahn deinen Sitzplatz frei und für wen nicht?

Brigitte Huber 53:55
Generell für jeden, wo ich das Gefühl habe, der braucht es nötiger als ich. Also das kann auch jemand sein, der so alt ist wie ich, aber viele Taschen hat und gerade erschöpft ist oder so. Und das mache ich gerne. Ich habe nämlich mal die Erfahrung gehabt, man muss aber aufpassen. Man muss aufpassen, dass man die Menschen nicht kränkt. Wenn mir jetzt eine Jährige den Platz anbietet, kann es ja auch sein, dass ich mich gekränkt fühle. Also das würde ich so ein bisschen abwägen. Aber mir ist es umgekehrt mal so gegangen. Bei einer Abi Veranstaltung, da habe ich einem älteren Menschen meinen Platz angeboten, weil ich sicher war, dass mir irgendjemand von den 18 Jährigen gleich den Platz. Anbieten wird als Ersatz. Du kannst dir vorstellen, wie es weiterging. Ich stand dann einfach anderthalb Stunden, weil die haben sich ja gedacht, okay, überleg es immer genau. Und vielleicht hätte ja das zum. Ja, bei einer langen. Man muss auch ganz ehrlich sein, es sollen ja kurze Fragen sein, aber bei einer kurzen Busfahrt würde ich es bei fast jedem machen. Aber stell dir mal vor, du fährst von Hamburg nach München und bist in der Bahn und hast sechs Stunden. Das überlegst du dir schon genau. Oder acht.

Stephan Seiler 55:08
Ja, richtig. Ich glaube, dass tatsächlich ein Thema ist, das gerne unterschätzt wird, auch gerade von Menschen, die vielleicht glauben, sie hätten ein Anrecht darauf, dass jetzt Jüngere für sie den Sitzplatz freimachen. Denn mir ist es so gegangen, wie auch unseren Podcast Kollegen Tommy Schmidt und Felix Lobrecht schön, dass ich mich jetzt auf eine Stufe mit den eigentlich erfolgreichsten Podcastern Deutschlands stelle. Natürlich. Aber die haben das in ihrem Podcast Gemischtes Hack vor kurzem auch behandelt und haben davon berichtet, dass es gar nicht gut ankommt, wenn sie den Sitzplatz freimachen. Und so ist es mir auch gegangen. Ich habe mir richtig bösen Blick und einen dummen Spruch anhören müssen, als ich mal einer älteren Frau den Sitzplatz anbieten wollte und sie meinte, sehe ich so alt aus? Ist ja eine Frechheit. Okay. Und das ist wirklich Stress. Es ist Stress. Es bereitet mir manchmal Stress abzuwägen. Wem ich dann den Sitzplatz anbieten soll, wem nicht. Und dann mache ich quasi wie so eine Invaliden Lotterie im Sinne von wer hat jetzt hier wirklich am Nötigsten, wer sieht am gebrechlichsten aus und dem gebe ich dann meinen Platz. Was ja irgendwie auch ganz, also, oder Also wenn ich mir das überlege, du.

Brigitte Huber 56:16
Redest dich um Kopf und Kragen in validen Lotterie.

Stephan Seiler 56:19
Ja, es tut mir wirklich leid. Ich bin, ich möchte wirklich dann meinen Sitzplatz anbieten, aber nach der Erfahrung frage ich mich, wem sollte ich denn den Platz als allererstes anbieten? Wer hat den wirklich am nötigsten und wen bereite ich damit? Vielleicht ungute Gefühle, wenn ich den Platz anbiete? Und wer möchte wirklich haben? Also das soll bitte jetzt nicht böse sein, bitte hasst mich jetzt nicht da.

Brigitte Huber 56:41
Draußen, Aber ich Problematisch fand ich das bis jetzt gar nicht. Aber jetzt, wo du sagst, man kann so viel falsch machen im Leben, bis jetzt habe ich Erfahrungen meistens gemacht und ich freue mich aber auch, wenn dann eine ältere Person Nee, ich steig eh bald aus oder so, dann denke ich mir, kann ich hier bequem sitzen bleiben?

Stephan Seiler 56:58
Also wenn ihr mal mit mir Bus fahren möchtet oder Bahn fahren möchtet, meldet euch gerne, dann können wir gemeinsam durch dieses Jammertal. Brigitte das war unsere kurze, knackige Folge. Ich freue mich auf die nächste Folge. Was machen wir beim nächsten Mal?

Brigitte Huber 57:14
Ja, da begeben wir uns, ich hätte fast gesagt, auf die Couch, nicht ganz, aber in die Tiefen der Psychologie. Wir sprechen mit Steffi Stahl, der mega Bestsellerautorin. Das Kind in dir muss Heimat finden. Ich glaube 3,4 Millionen verkaufte Exemplare. Und wir sprechen mit ihr über Einsamkeit. Also ein sehr, sehr ernstes Thema und auch wie das so ist bei ihr und mit dem Älterwerden, wie gelassen sie das nimmt.

Stephan Seiler 57:43
Ganz genau. Bei dem Themenfeld Einsamkeit interessiert mich ja auch vor allem die Perspektive auf die Einsamkeit als generationenübergreifendes Phänomen. Es betrifft ja wirklich nicht nur die ganz, ganz alten Menschen, sondern es betrifft Menschen in allen Altersgruppen. Bis nächste Woche, Brigitte.

Brigitte Huber 58:01
Ja, bis dann. Tschüss.

Stephan Seiler 58:03
Mach's gut. Das war die Sache mit dem Älterwerden. Der Podcast mit Brigitte Huber und Stephan Seiler.

Brigitte Huber 58:18
Vielen Dank an Leo Ebert-Glang für die Titelmelodie, das Sounddesign und den Schnitt.

Stephan Seiler 58:23
Und an Alina Sawalis für die Covergestaltung.

Brigitte Huber 58:26
Die Sache mit dem Älterwerden erscheint mittwochs auf allen gängigen Podcast Plattformen.

Stephan Seiler 58:31
Folgt uns, abonniert uns, dann verpasst ihr.

Brigitte Huber 58:33
Keine Folge und empfehlt uns bitte weiter. Das würde uns sehr freuen.

Stephan Seiler 58:39
Wenn ihr uns Feedback schicken möchtet, egal ob positiv oder negativ oder wenn ihr Themenvorschläge für uns habt, schreibt uns eine E Mail, eine Textnachricht oder Sprachnachricht auf unserem Instagram oder Facebook Kanal.

Brigitte Huber 58:52
Alle Infos findet ihr auch schriftlich zu dieser Folge in der Zusammenfassung in eurem Podcast Player.

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Folge

19

·

65 Min.

Mit

Ann-Marlene Henning

Wie verändert sich unser Sex, wenn wir älter werden?

Impulse aus dieser Folge

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Glück ist weniger Schicksal als Haltung: Man kann beschließen, glücklich zu sein, und nimmt dann mehr Positives wahr.

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Eine halbe Stunde durch Instagram scrollen macht unzufrieden, weil dort perfektionierte und ausgewählte Bilder stehen.

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Erwartungen in Wünsche und Hoffnungen umetikettieren. Das erspart viel Schmerz, denn Erwartungen werden enttäuscht.

💡

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Der offene Austausch, gerade über früher tabuisierte Themen, ist die beste Grundlage, sich nicht verrückt machen zu lassen.

💡

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Wer den Körper dafür schätzt, dass er einen gut durchs Leben trägt, senkt die ästhetischen Ansprüche an ihn.

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Wer den Körper dafür schätzt, dass er einen gut durchs Leben trägt, senkt die ästhetischen Ansprüche an ihn.

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Zum Ausprobieren

Eine halbe Stunde durch Instagram scrollen macht unzufrieden, weil dort perfektionierte und ausgewählte Bilder stehen.

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Zum Ausprobieren

Der offene Austausch, gerade über früher tabuisierte Themen, ist die beste Grundlage, sich nicht verrückt machen zu lassen.

Empfohlen in dieser Folge

🧠

mensch

Psychologin und Expertin für Selbstmitgefühl/Selbstfürsorge

🔬

forschung

Menschen verwenden täglich rund vier Stunden auf ihr Aussehen, Frauen etwa 24 Minuten mehr als Männer (zitiert nach dem Spiegel)

📍

web

Adipositas als gesellschaftliche Entwicklung statt individueller Bequemlichkeit

📕

buch

Barbara Kingsolver (Roman) – Schöne Menschen behaupten, gutes Aussehen sei unwichtig, „während sie mit dieser Währung um sich warfen wie unerfahrene Bankräuber“

🧠

mensch

Britische Philosophin – „Wir möchten uns nicht nur schön machen, sondern wir müssen uns schön machen.“

📍

web

Zum Boom der Schönheitsbehandlungen in Deutschland

📕

buch

Barbara Kingsolver (Roman)

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Zitate aus dieser Folge

Kein Satz hängen geblieben?

Doch, bestimmt. Wir haben ihn nur noch nicht rausgeschrieben.

Kein Satz hängen geblieben?

Doch, bestimmt. Wir haben ihn nur noch nicht rausgeschrieben.

Kein Satz hängen geblieben?

Doch, bestimmt. Wir haben ihn nur noch nicht rausgeschrieben.

Huber & Seiler

Die Sache mit dem Älterwerden.

Klüger älter werden, ohne sich jünger machen zu müssen.

Ein unabhängiger Podcast von Brigitte Huber & Stephan Seiler.

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