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59 Min.

Wie treffen wir gute Entscheidungen? Wie korrigieren wir schlechte? Ist keine Entscheidung auch eine Entscheidung?

Entscheidungen pflastern jedenfalls unseren Lebensweg.

Psyche

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Überall, wo es Podcasts gibt:

Da sich der Autor dieser Zeilen nicht dafür entscheiden kann, wie er diesen Text beginnt, wird er einfach drei Zitate zum Thema der Folge bringen:"Im Moment einer Entscheidung stehen wir allein.""Triff nie eine Entscheidung, wenn du wütend bist!""Kompliziert wird es immer dann, wenn man keine Entscheidung fällt."Entscheidungen pflastern jedenfalls unseren Lebensweg.

Jede prägt uns.

In dieser Folge sprechen Brigitte und Stephan über die Macht (und OhnmachtI) kleiner und großer Entscheidungen.

Warum wir oft nicht die falschen, sondern die nicht getroffenen Entscheidungen bereuen. Wie viel Mut es braucht, das „vertraute Unglück“ gegen ein unbekanntes Glück einzutauschen. Bei welchen Entscheidungen keine Pro-und-Contra-Liste hilft. Wie das Älterwerden unseren Umgang mit Entscheidungen verändert. Wieso der Münzwurf unterschätzt wird. Und warum keine Entscheidung auch eine Entscheidung ist.

Außerdem wirken immer noch Yael Adlers Ernährungs- und Pflegetipps nach (Folge #4 und #5).

Vor allem bei Stephan, der da noch ein paar Anschlussfragen hat.

*Horst A Bruder, Bankkaufmann

**Werner Braun, deutscher Aphoristiker

***Marc D. Moschiri, Manager

Kapitelmarken

  • 00:00 Reue, Entscheidungen und der Satz, der alles lostritt

  • 02:31 Reichen 51 % richtige Entscheidungen?

  • 04:17 Die schwersten Entscheidungen sind oft die, die wir nicht treffen

  • 07:42 Das vertraute Unglück vs. das unbekannte Glück

  • 10:09 Was falsche Entscheidungen uns lehren

  • 11:26 Kopf oder Bauch?

  • 19:12 Warum wir im Alter gelassener entscheiden

  • 21:39 Torschlusspanik!

  • 29:54 Die Münz-Methode

  • 30:54 Kleine Entscheidungen, große Wirkung

  • 32:56 Fehlkäufe

  • 38:01 Drei kurze Fragen (u.a. Muss man sein Alter verraten?)

  • 43:32 30 Pflanzen pro Woche und ein Tag ohne Handy

  • 53:16 Premieren

Transkript zur Folge

Brigitte Huber 0:00
Reue für die Dinge, die wir getan haben, kann durch die Zeit geheilt werden, aber die Reue für etwas, was wir nicht getan haben, ist unheilbar. Na, Stephan, Heilbar. Was löst das bei dir aus?

Stephan Seiler 0:14
Danke, Brigitte. Das wirkt wie so ein zentnerschwerer Klotz am Bein.

Brigitte Huber 0:19
Das war die Absicht.

Stephan Seiler 0:21
Das ist ja gar nicht nett. Das klingt so. Da müsste ich jetzt noch mal alles reflektieren, was in den vergangenen Jahrzehnten so an Entscheidungen von mir getroffen wurde und welche Entscheidungen ich bereue. Es geht darum, welche Entscheidungen man bereut und welche falschen Entscheidungen man getroffen hat.

Brigitte Huber 0:35
Es geht aber auch vor allem darum, dass wir die Entscheidungen, die wir nicht getroffen haben, in aller Regel am meisten bereuen.

Stephan Seiler 0:42
Ach so, ja, jetzt habe ich es verstanden. Danke dir.

Brigitte Huber 0:45
Genau, Also wir haben uns tatsächlich auch immer wieder beruflich bei der Brigitte damit auseinandergesetzt und tatsächlich lässt sich das auch ein bisschen so eine falsche Entscheidung ist oftmals anscheinend für Menschen noch besser als gar keine Entscheidung. Aber da werden wir gleich tiefer einsteigen. Mein Name ist Brigitte Huber.

Stephan Seiler 1:03
Mein Name ist Stephan Seiler und das ist die Sache mit dem Älterwerden.

Brigitte Huber 1:19
Was machen wir hier eigentlich, Stephan?

Stephan Seiler 1:21
Ja, was machen wir hier eigentlich? Vielleicht noch mal ganz kurz zur Erklärung für alle. Das ist die Sache mit dem Älterwerden. Brigitte Huber und ich, Stephan Seiler, treffen uns hier jede Woche zu zu einem Austausch rund um die großen und kleinen Fragen des Älterwerdens. Alle zwei Wochen ungefähr haben wir jemanden zu Gast. Das seht ihr dann daran, dass auf der Kachel auf dem Cover von uns unten der Vermerk zu sehen ist. Interviewfolge. Und dazwischen treffen Brigitte und ich uns, um über gewisse Fragen zu sprechen, die wir auch ohne Expertin oder Experte gewuppt bekommen möchten. Wir sprechen über alles Mögliche, was uns an unserem eigenen Älterwerden auffällt, aber auch das, was euch beschäftigt, liebe Community da draußen. Schickt uns gerne, schreibt uns gerne. Das wollen wir hier verarbeiten. Wir wollen auch noch mal zurückblicken auf das, was wir vergangenes Mal gehört haben, vor allem in dem Interview mit Jael Adler. Da gab es ja einige Tipps und Ratschläge, Handreichungen, ich würde fast sagen Kommandos. So habe ich es wahrgenommen. Und auch, was wir uns vielleicht von den nächsten Interviewgästen erhoffen und erwarten. Wir werden nachher auch lüften wir wir das nächste Mal bei uns begrüßen werden das Geheimnis werden. Wir lüften das vielleicht noch mal ganz kurz zur Erklärung.

Brigitte Huber 2:31
Genau. Und heute geht es um Entscheidungen. Es geht um Entscheidungen, die wir getroffen haben und die wir nicht getroffen haben. Stephan, erinnerst du dich an eine Entscheidung, die du richtig bereust?

Stephan Seiler 2:41
Schön, dass wir gleich mal mit den.

Brigitte Huber 2:43
Negativen Punkten anfangen, aber das ist ja Sinn und Zweck der Sachen. Wir fangen ernst an und bewegen uns dann immer weiter nach oben und wir gehen dann leichtfüßig raus aus diesem Podcast und freuen uns des Lebens und entscheiden frei von der Leber weg.

Stephan Seiler 2:56
Also erst mal muss ich sagen, als du mir kurz vor der Folge, kurz vor der Aufzeichnung dieser Folge das Thema zugerufen hast, habe ich mich wirklich sehr gefreut, denn das ist ein ganz großes Thema, mit dem ich mich immer wieder beschä Was macht eine richtige Entscheidung zu einer richtigen und was macht eine falsche zu einer falschen? Wie beurteilt man das überhaupt? Worauf hört man da auf den Kopf oder auf den Bauch oder auf beides? Oder bei der Partnerwahl vielleicht auch noch ganz andere Körperteile? Was ist am Ende die lauteste Stimme, die einen zu einer Entscheidung führt? Und wenn du mich fragst nach Entscheidungen, die ich bereue, dann muss ich ehrlich sagen, ich glaube, ich kokettiere jetzt nicht. Ich hoffe es, dass ich falsche Entscheidungen nicht wirklich bereue, sondern dass es bei mir eher so eingepreist ist, dass eben eine von fünf, eine von zehn, wie auch immer, wie auch immer die Quote ausschaut, Entscheidung falsch ist. Ich glaube, mit mir hat mal ein früherer Chefredakteur gesagt, ich glaube Stefan Aust war das, der sagte mal zu Stephan Am Ende müssen 51 Prozent deiner Entscheidungen richtig sein, dann passt das schon. 51 Prozent mindestens. Und das hat mir tatsächlich manchmal auch so ein bisschen geholfen. Der Anspruch, dass alles richtig entschieden wird von mir, den kann ich, glaube ich, in die Tonne werfen. Das hat eh keinen Sinn. Ich würde sagen, ich bereue da nicht wirklich was und es bringt ja auch gar nichts. Wir haben, wenn ich es bereuen würde.

Brigitte Huber 4:17
Gut, aber wir wissen, dass Menschen sehr, sehr lange mit Entscheidungen hadern im Nachhinein. Also es ist eines der großen Themen, die Menschen immer wieder auch umtreiben. Ich habe das Recherche für unser Buch auch gemerkt, Dieser Rückblick dann nach hinten und hätte ich diesmal damals getan und so weiter. Das ist dann tatsächlich auch eine Herausforderung, damit klarzukommen. Und es ist super, dass du da anscheinend von Haus aus schon so ein unverkopftes und vernünftiges, gelassenes Verhältnis zu diesem Thema hast. Was bei dem Zitat, das stammt übrigens von Sidney Harris, der ist ein amerikanischer Kolumnist, hat 40 Jahre eine extrem populäre Kolumne gehabt, Strictly Personal, also ging es einfach um solche Themen auch immer wieder, was der natürlich meint, und das ist etwas, was auch immer wieder auftaucht, dass die falschen Entscheidungen oft gar nicht, das sind die vermeintlich falschen Entscheidungen, die wir bedauern, sondern die Entscheidungen, die wir vielleicht nicht getroffen haben, die wir ausgesessen sind oder sowas. Kennst du sowas?

Stephan Seiler 5:13
Ja, aber gibt es das überhaupt? Ist nicht auch keine Entscheidung zu treffen? Ist ja auch eine Entscheidung.

Brigitte Huber 5:17
Letztlich ist es eine Entscheidung. Letztlich ist es eine Entscheidung. Aber das fand ich ganz spannend. Es geht darum, bin ich aktiv oder passiv, aktiv oder inaktiv in einer Situation? Da gibt es auch Studien, Menschen, die eben eine Entscheidung nicht treffen, passiv bleiben, die sind oft im Moment sogar happier mit der ganzen Geschichte, weil sie sich nichts Negativem ausgesetzt haben. Langfristig aber, und das zeigen Studien, sind mit Menschen, die Entscheidungen nicht treffen, hadern stärker damit. Also tatsächlich eine Entscheidung, die ich nicht getroffen habe. Ich hätte vielleicht die Chance gehabt, einen neuen Job zu machen. Ich bin, das ist vielleicht dann auch ein Thema, auf das wir noch mal zu sprechen kommen, in einer Situation, die ich nicht so toll finde, sehr, sehr lange gefangen, Entscheide mich also nicht aktiv da rauszugehen. Das ist etwas, was Menschen später hadern lässt.

Stephan Seiler 6:10
Sprichst du aus eigener Erfahrung?

Brigitte Huber 6:12
Ich habe natürlich auch darüber nachgedacht, Ich kenne diese Situation, dass ich mich vor einer Situation, vor einer Entscheidung drücke, zum Glück auch nicht so sehr. Es mag sein, dass ich manchmal in Situationen, die ich nicht so toll fand, sei das beruflich oder privat, einen bis drei Ticken länger verblieben bin, als es vielleicht gut war letztlich. Aber es ist jetzt nicht so, wie man es ja auch manchmal hört, dass Menschen 10, 20 Jahre in einer Situation verharren, die ihnen nicht gut tut. Also was ich zum Beispiel schon spannend fand, das ist schon ganz interessant, dass Menschen sich zum Beispiel noch mal in meinem Alter, so um die 60 rum, relativ häufig geht da die Trennungsquote noch mal nach oben. Das heißt, du beleuchtest noch mal eine Situation, die du vielleicht sehr lange so akzeptiert hast, weil sie irgendwie in dein Leben reingepasst hat noch, weil du in diesem Hamsterrad drin warst. Und dann sagst du aber in Wahrheit ist diese Beziehung nichts mehr, was mich so glücklich macht. Und manche oder etlichen das dann Anlass genug, tatsächlich eine aktive Entscheidung zu treffen. Wir wissen aber auch und da gibt es auch ganz, ganz viele Menschen, wo man einfach okay, wir waren schon lange nicht mehr wirklich glücklich oder sowas, Aber meine Güte, was soll ich denn machen? Man bleibt in dieser nicht so glücklichen Situation stecken.

Stephan Seiler 7:35
Ja, das nehme ich auch mal wahr. Für mich wäre das keine wirkliche Option, wenn ich ein dauerhaft ein unglückliches Leben führe.

Brigitte Huber 7:42
Nein, die Frage Ist es direkt unglücklich? Das glaube ich, ist der Punkt. Ist es unglücklich oder es gibt diesen Satz, wie heißt der denn? Das vertraute Unglück ist einem näher als das unbekannte Glück, Weil da weißt du eigentlich und du ahnst auch, wenn du eine Situation veränderst, lass uns mal beim Job, Du musst dich aktiv auf die Suche machen. Vielleicht musst du noch mal Zeit und Energie in Weiterbildung oder was stecken oder du musst dich auf jeden Fall umschauen, du musst mit Rückschlägen rechnen, du musst wo neu anfangen und so weiter. Und ob das dann tatsächlich der bessere Job ist, wirst du erst vielleicht nach einem Jahr oder sowas sagen können. Insofern ist natürlich zwischen diesem Verharren in einem mittelprächtigen Zustand und der aktiven Entscheidung ja, ich will was ändern, das ist auch manchmal ein schmaler Grat, oder?

Stephan Seiler 8:30
Ja, total. Ich glaube, dass wir uns aber auch aus ganz anderen Gründen manchmal jetzt entscheiden. Also ich merke das an mir selbst, dass ich das Entscheidungen, die ich früher getroffen habe oder auch nicht getroffen habe, mit einem anderen Maßstab bewerte. Also anders mit Anfang 20 war ich leidensbereiter, was schlechte Jobs anging. Jobs, in denen ich mich nicht wohlgefühlt habe, als ich es jetzt bin. Und jetzt bin ich eher entschlossen, eine Entscheidung, die sich nicht als die richtige herausgestellt hat, zu korrigieren und dann auch vehementer zu korrigieren. Vielleicht steckt dahinter auch das Bewusstsein darum, dass das Leben endlich ist, dass wir uns eine gewisse Anzahl an richtigen oder falschen Entscheidungen erlauben können. Aber wir sollten dann nicht zu lange in falschen Entscheidungswelten verharren und aushalten Dort dafür ist das Leben zu kurz. Ich möchte eigentlich meine Zeit nicht verschwenden und auch nicht zu lange unglücklich sein. Das ist natürlich leicht gesagt. Menschen, die in Abhängigkeitsverhältnissen stecken, vielleicht finanziell abhängig sind von einem Job oder von einem Partner oder einer Partnerin, bei denen ist es dann vielleicht schwieriger, sich daraus zu lösen. Vielleicht gibt es auch noch andere Gründe.

Brigitte Huber 9:43
Naja, du hast Familie, du mutest ja dem Rest der Familie unter Umständen auch einen Wechsel zu und so weiter und so fort. Klar, es gibt auch immer wieder, deswegen gibt es ja auch nicht diese glasklaren Entscheidungen. Es ist jetzt hundertprozentig links rum oder rechts rum, sondern eine Entscheidung hat ja, was du vorher gesagt Hast mit den 51 Prozent, das war zwar auf ein anderes Bild, aber letztlich gibt es viele 40, 60 Prozent Entscheidungen.

Stephan Seiler 10:09
Und ich habe ja auch den Eindruck, dass ich aus den falschen Entscheidungen meines Lebens oder nicht ganz optimalen Entscheidungen sehr viel gelernt habe.

Brigitte Huber 10:16
Ja, guck.

Stephan Seiler 10:18
Wahnsinnig viel gelernt habe und die mich auch meistens dann noch mal zu ganz neuen Orten, Zielen und Menschen gebracht haben und geführt haben, teilweise auch zur Partnerschaft. Wer weiß, ob ich meine jetzige Partnerschaft so hätte, wenn ich nicht vor ein paar Jahren eine Entscheidung gefällt habe, die zu einer anderen Entscheidung geführt hat und die wieder zu einer anderen. Zwei falsche Entscheidungen dabei. Aber am Ende sind wir die Summe unserer Erfahrungen noch so ein Schlaumeier Satz, den ich hier von mir gebe. Und ist ja klar, dass da auch negative Erfahrungen drin sind. Und das ist auch gar nicht schlecht. Im Gegenteil, ich glaube, das macht uns alle noch viel stärker und rüstet uns besser. Ich glaube, wenn wir damit richtig umgehen, wenn wir uns davon einschränken lassen im Sinne von, dass wir unseren Handlungsspielraum immer weiter verkleinern, weil wir ach, da habe ich eine falsche Entscheidung getroffen. Zum Beispiel, ich habe einmal, weiß ich nicht, ich habe jetzt angefangen mit Tennis und beim ersten Mal habe ich mich beim Aufschlag blamiert und es war peinlich, dann daraus die Konsequenz zu ziehen, nie wieder Tennis, nie wieder Ballsport, nie wieder Sport überhaupt. Das wäre, glaube ich, eine falsche Konsequenz. Aber ansonsten kann man ja sehr viel aus Entscheidungen, die nicht so gut liefen, lernen.

Brigitte Huber 11:26
Ja, also das hat mir auch immer geholfen bei größeren Entscheidungen, auch wenn es um so was geht, mache ich mit jemandem ein gemeinsames Projekt oder mache ich es nicht und ich kann nicht so hundertprozentig sagen, wie das laufen wird, egal ob das jetzt privat ist oder beruflich. Und da hat mir immer die Einsicht geholfen, dass quasi keine Entscheidung irreversibel ist, bis auf die Entscheidung für ein Kind. Wenn du dich für ein Kind entscheidest, solltest du auch, ich sage jetzt mal 18 bis 20 Jahre irgendwie bei der Stange bleiben. Aber bei allem anderen kann man eben okay, ich habe es mir anders vorgestellt und ich wickele das jetzt zurück ab. Wir wissen alle, dass das nur bedingt geht, aber in den meisten Fällen geht es tatsächlich. Was mich interessieren würde, Stephan, wenn du vor einer Entscheidung stehst, wie gehst du vor? Hast du da feste Strategien?

Stephan Seiler 12:18
Pro und Contra Liste macht ihr da oder ehrlich? Ne, mache ich eigentlich viel zu selten. Es gibt ja also ich folge da, ich habe alles Mögliche schon ausprobiert und es kommt wirklich darauf an, ob sind es kleine Entscheidungen oder große Entscheidungen? Sprechen wir vielleicht erstmal über die großen bei den großen Lebensentscheidungen, also neuer Job, neuer Wohnort, Lebensmittelpunkt, welches Studium soll ich aufnehmen oder welche Ausbildung? Für welche Fächer entscheide ich mich da? Welche Sportart möchte ich jetzt als nächstes ausprobieren? Das ist so mittelgroß, keine riesige Entscheidung, aber kann ja auch eine ganz neue Welt eröffnen oder auch vorenthalten. Und die Partnerwahl ist ja auch nochmal eine ganz große Entscheidungswelt. Für welchen Partner, für welche Partnerin entscheide ich mich? Aus welchen Gründen? Und bei all diesen Entscheidungsarten würde ich sagen, agiere ich anders und agiere. Es gibt die Situation, dass ich mir tatsächlich Listen schreibe und mir überlege, was sind die Konsequenzen davon? Short term, long term, Also was ist kurzfristig, was langfristig dadurch zu erwarten? Auch bei Jobs überlege ich mir manchmal, was ist, zahlt das jetzt ein auf etwas, was meiner Karriere irgendwie so hilft? Karriere ist ein blödes Wort, aber du weißt, was ich meine. Es ist so deine Entwicklung, meine Entwicklung. Genau. Wo kann ich was dazulernen? Wo werde ich gefordert? Wo kann ich mich einbringen mit meinen Kapazitäten, mit meinen Kompetenzen, mit meinen Erfahrungen und Erkenntnissen? Das spielt auf jeden Fall eine Rolle. Aber heute ist mir zum Beispiel ein anderer Punkt auch da noch wesentlich wichtiger als früher, nämlich der, wie gefällt mir das Team? Wie ist es das Zwischenmenschliche? Verstehe ich mich mit meinem Chef oder meiner Chefin? Da passt es auf irgendeine Art und Weise. Und da war ich früher in meinen ERN noch wesentlich mehr statusgetrieben oder titelgetrieben. Wir Journalisten und Journalistinnen definieren uns ja auch immer wieder über die Medien, für die wir arbeiten. Wenn eine große Marke dahinter stand, dann hat das, glaube ich, meinem Ego damals durchaus geschmeichelt. Das sehe ich heute weniger so. Es ist immer noch toll, für tolle Titel zu arbeiten, mit tollen Teams zusammenzuarbeiten. Aber das Wichtige ist für mich das Menschliche, das es funktioniert in der Zusammenarbeit, dass ich abends nicht mit einem Kloß im Bauch nach Hause gehen muss. Und das ist natürlich gar nicht so leicht, das zu antizipieren, bevor man die Unterschrift unter den Vertrag setzt. Aber es gibt ja durchaus Möglichkeiten, indem man vielleicht mit Leuten spricht, die dort arbeitet, die man kennt oder vielleicht kennenlernen kann, indem man vielleicht ein Gespräch mehr dem Chef oder der Chefin führt und gibt ja auch noch so Arbeitgeberportale im Internet, die man sich angucken kann. In unserer Journalisten und Medienwelt ist es ja oftmals auch wirklich so klein, dass man immer jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der dort arbeitet. Das lohnt sich durchaus bei solchen Entscheidungen. Aber bei der Partnerwahl zum Beispiel ist es für mich ganz anders. Da würde ich nicht so vorgehen mit Pro und Kontralisten überhaupt nicht. Aber ist es für dich denn meistens eine Kopfentscheidung oder eher eine Bauchentscheidung, wenn du entscheidest?

Brigitte Huber 15:16
Also bei, sagen wir mal, bei den engen Entscheidungen in meinem Leben, die große Wirkung hatten. Ich verpflanze meinen Wohnort um 800 oder 900 Kilometer oder ich fange Das war damals bei mir eine große Entscheidung. Ich kriege ein ganz tolles Jobangebot, aber mein kleiner Sohn ist leider erst anderthalb und eigentlich hatte ich mir gedacht, ich bleib länger als freie Journalistin. Mehr bei ihm hatte da das Angebot einer Vier Tage Woche. Da war für mich auch immer das Umfeld wichtig. Ich habe mit Menschen gesprochen darüber. Und in dem Fall, also bei letzterem, als ich diese Möglichkeit hatte, diesen Job zu machen, da hätte ich, glaube ich, wenn ich allein das hätte entscheiden müssen, mich dagegen entschieden. Damals war es so, dass mein Umfeld, inklusive mein Ex Mann quasi auch gesagt Hey, das musst du machen, wenn du merkst, es läuft nicht, es wird zu viel, dann kannst du es immer noch stoppen. Da bin ich heute noch froh. Das war für mich so eine fast fifty fifty Entscheidung und da war es wirklich auch wichtig, was andere dazu sagen. Mit der Umzugsgeschichte war es für mich letztlich schon auch so, dass ich mir gedacht habe, okay, ich probiere das jetzt mal aus. Also ich bin schon einmal umgezogen, ich bin mehrfach umgezogen und auch auf so eine große Distanz ist mit Kindern dann immer nicht so ohne. Aber da hat Bauchgefühl plus dieses wenn ich mich dagegen entscheide, werde ich es vielleicht irgendwann mal bereuen. Plus was sagen Menschen in meinem nahen Umfeld? Welche Erfahrungen haben Menschen in ähnlichen Situationen? Das hat mir da immer ganz gut geholfen. Und trotzdem, und da sind wir jetzt auch bei dem Thema noch was ist eine gute und was ist eine falsche Entscheidung? Nichtsdestotrotz, wenn du rückblickst dann auf dein Leben, kannst du dann auch immer wieder War die Entscheidung immer so viel gearbeitet zu haben, oft weniger Zeit für Kinder vielleicht zu haben? War die richtig oder hätte ich mich da anders entscheiden sollen? Und da glaube ich, ist es total wichtig. Also zum einen hilft es mir da immer mit anderen Frauen zu sprechen, sowohl welchen, die gesagt haben, ich habe so ähnlich gemacht wie du, okay, es passt schon oder so, als mit welchen, die gesagt naja, ich habe es anders gemacht, aber ich finde deinen Weg irgendwie auch in Ordnung. Also dass man sich auf die Ebene begibt. Also da ist es für mich einfach wichtig, seinen Frieden mit diesen Entscheidungen zu machen, weil man hat in dieser Situation das gemacht, was einem am vernünftigsten oder am besten vorgekommen ist. Und dann war das ein Ich in dieser Zeit und das war richtig oder zumindest für diese Situation angemessen. Und das, glaube ich, ist mir inzwischen ganz gut gelungen. Ich bin wirklich niemand, der lange noch hadert und sagt, das und das hätte ich anders machen sollen. Insofern bin ich eher bei dir. Ich habe in meinem Leben so unfassbar Tonnen, tonnenweise Entscheidungen getroffen. Da werden gute, mittlere und schlechte dabei gewesen sein. Und so ist das Leben. Und wir wissen ja auch vorher gar nicht, was ist eine gute oder schlechte Entscheidung? Das, was du auch gesagt hast. Manchmal sind einfach drei Umwege wichtig, um dann beim vierten zu Ach so, wird irgendwie doch ein schönes Spiel draus.

Stephan Seiler 18:24
Ja, spielst du dennoch manchmal das Spiel?

Brigitte Huber 18:27
Was wäre Wenn, nee, das mache ich nicht mehr. Also das mache ich wirklich nicht, weil ich habe das Gefühl, ich habe eine Familiensituation letztlich geschaffen, die für mich in Ordnung war, die gut war. Ich habe aus meiner Situation sehr, sehr Jun Mutter geworden zu sein, glaube ich, das Beste gemacht. Ich bin komplett d' accord. Das ist für mich ein Vorteil, was meine berufliche Entscheidung angeht. Ich hadere nicht damit, dass ich einen anderen Beruf gern erwählt hätte. Und ich finde, das ist welchen anderen? Eben keinen anderen. Es gibt für mich ja, also ich habe jetzt da nicht so große. Es gäbe zwei, drei Sachen, die mir im Kopf umkamen, aber muss ich einfach sagen, da bin ich jetzt noch 40 Jahre danach im Reinen damit. Also das ist ganz schön.

Stephan Seiler 19:10
Was wären die anderen gewesen?

Brigitte Huber 19:12
Also wenn, dann wäre es für mich dann so was gewesen, dass ich Psychologie studiert hätte unter Umständen. Das hätte mir auch Spaß machen können. Aber das muss ich auch ganz ehrlich sagen. Ich glaube auch nicht, dass dieser Alltag als Therapeutin für mich der richtige wäre. Da befrage ich lieber ab und zu Psychologinnen und Psychologen und verwerte das journalistisch und auch für mein eigenes Leben. Aber so eine Entscheidung, die ich irgendwie bedauere, habe ich zum Glück nicht in meinem Leben. Was ich noch ganz spannend fand, das habe ich auch rausgefunden noch mal jetzt tatsächlich werden wir, wenn wir älter werden, darum geht es ja auch in unserem Podcast, schlauer, reifer, klüger in unseren Entscheidungen. Es gibt so was tatsächlich wie eine Altersintelligenz. Das heißt, als junge Menschen versuchen wir tatsächlich eher die beste Entscheidung zu finden. Also wir maximieren eher und das heißt, man gleicht ganz viel ab und man informiert sich fast über und so weiter. Wenn wir älter werden, dann wären wir eher gut genug. Wir haben natürlich unseren Erfahrungsschatz und das, was auch du sagst, wir wissen von einer Entscheidung hängt in aller Regel das Leben nicht ab. Und es führt zu einer größeren Gelassenheit bei den Entscheidungen und häufig auch zu einer guten Zufriedenheit. Und das finde ich eigentlich einen sehr, sehr guten Punkt.

Stephan Seiler 20:29
Letztlich Entscheidest du dich heute öfter dafür oder dagegen als früher?

Brigitte Huber 20:34
Da müsste ich jetzt wirklich rekapitulieren, was die letzten Entscheidungen wären. Ich traue es mich auch dagegen zu entscheiden, zum Beispiel zu sagen, also zum Beispiel die Angst, irgendwas zu verpassen, die habe ich nicht mehr, wenn ich irgendwie das Gefühl habe, wenn ich jetzt diese Gelegenheit noch wahrnehme, dann wird das irgendwie meinen Horizont so maximal bereichern. Das ist ganz selten. Ich mache das gerne, aber nur, wenn ich das Gefühl habe, es passt gut in mein Leben. Das, was du vorher gesagt hast, das habe ich zum Glück irgendwann so mit Ende 40, 50 gemacht. Da habe ich Jobangebote gehabt, wo ich gewusst hätte, die hätte ich wahrscheinlich zehn Jahre vorher angenommen, aber sie hätten mich maximal herausgefordert und ich habe gemerkt, das brauche ich nicht. Mein Leben ist gut, wie es momentan dasteht. Ich bin jetzt auch vielleicht als Frau nicht ganz so ehrgeizig und weiß ich nicht, Etiketten und sonst was abhängig. Und das war für mich dann schon gut, sich gegen Dinge entscheiden zu können, wo man weiß, vielleicht hätte ich zehn Jahre vorher Wow, das ist so eine Chance, das musst du machen. Weißt du, was ich mein?

Stephan Seiler 21:39
Ja, ich glaube ich zu wissen, was du meinst. Ich bin während du geredet hast, gerade in Gedanken durchgegangen, wie das bei mir ausschaut, denn ich habe durchaus auch den Eindruck, dass ich heute öfter Nein sage und öfter mich gegen etwas entscheide als früher. Andererseits spüre ich aber auch aufgrund des Älterwerdens so eine kleine Torschlusspanik im Sinne Panik ist vielleicht ein zu großes Wort, ein kleiner Torschluss, ein Torschluss Panikchen, das mich eilt, weil ich spüre, wer weiß, wie viele Sommer ich noch habe. Also gerade jetzt hier am Ende eines Sommers, jetzt ist Herbst, frage ich mich, was mache ich denn mit den nächsten Sommern, die ich noch quasi habe, bis ich dann irgendwann mal 50 bin. Was mache ich, wenn jetzt Freunde von mir noch mal feiern gehen wollen, ausgehen wollen, weiß nicht, ins berghain oder ins KitKat oder in eine andere verwegene wilde Umgebung, bei der ich weiß, ich weiß gar nicht, ob ich da in 10 Jahren auch noch mal so rein will oder auch die Möglichkeit habe, mit meinen besten Freunden dahin zu gehen. Also wie viele Möglichkeiten ergeben sich denn überhaupt noch gewisse Dinge zu tun, die mir früher sehr viel Spaß gemacht haben, heute immer noch Freude bereiten, aber in seltenen Abständen und bei denen ich nicht irgendwann mal zurückblicken möchte, auf die ich nicht irgendwann zurückblicken möchte. Mit dem Gefühl hätte ich doch nur, wäre ich doch nur damals öfter mal dahin gegangen oder wäre ich doch nur öfter mal zum Handballtraining gegangen, mit dem ich habe angefangen habe oder wäre ich nur nicht öfter mal noch da und dort zum Arzt gegangen im Sinne, warum habe ich mich da nicht manchmal dafür entschieden statt dagegen?

Brigitte Huber 23:15
Ja, also ich würde da jetzt einfach sagen, das würde ich eh immer von der Situation abhängig machen. Ich würde auf jeden Fall auch gern mal ins Berghain gehen, das hast du mir eh schon versprochen.

Stephan Seiler 23:25
Ja, wann gehen wir Grund das Haus zu verlassen?

Brigitte Huber 23:28
An einem Samstagabend auf jeden Fall. Und trotzdem gibt es ja vielleicht auch manchmal das Gefühl, also letztlich, also ich bin jetzt nicht so so der Pro und Contra Listen Typ, weil in meinen Augen hat einfach manchmal dann das argument auf position 3 so viel mehr gewicht als fünf andere und das spürt dann letztlich bloß wieder mein Bauch. Also da hilft mir eine Pro und Contra Liste nicht und deswegen fühle ich mich da dann eher, fühle ich in mich rein und sage, okay, nee, das mache ich jetzt nicht oder das mache ich nächstes Jahr oder nie mehr. Und ich glaube, das ist auch so ein Punkt, wenn es darum geht, so ein bisschen wird es da glaube ich auch in unserer nächsten Podcast Folge geben, mehr im Jetzt und Hier sich zu befinden. Dann versuche ich, glaube ich heute eher zu gucken, was ist jetzt im Moment für mich gut und weniger, was bringt mich jetzt strategisch so mördermässig weiter. Klar kann ich auch mit 60 noch sagen, ich entscheide mich jetzt für irgendeine Fortbildung zum Beispiel, das könnte ich sofort machen, ich entscheide mich für sowas, ich investiere noch mal was und da werde ich noch die nächsten 20 30 Jahre was davon haben. Oder ich entscheide mich, einen ganz besonders tollen kleinen Urlaub noch mal zu machen, das würde ich sofort machen. Aber allzu viele Dinge, die vielleicht dann mit irgendwas späterem, einem zukünftigen besseren Zustand zu tun haben, das ist vielleicht nicht mehr so der Punkt. Wobei bei dem zukünftigen, Ja, sag du erstmal, ich habe nämlich noch ein ganz.

Stephan Seiler 24:54
Schlaues Zitat, dann sag erst mal das Zitat.

Brigitte Huber 24:57
Ja, das finde ich nämlich auch. Also es gibt ja diesen amerikanischen Psychiater, Yalom heißt, der weiß nicht, wie er sich genau ausspricht, der eben auch wahnsinnig viel über die Liebe, aber eben auch über die gesamte Persönlichkeit geforscht hat. Und ich habe einen Film mal über den gesehen und der hat gesagt, dass viele seiner Patienten einfach manchmal kommen und die sagen Ich bin einfach unglücklich mit den Entscheidungen, die ich bis jetzt getroffen habe. Mein Leben ist an so vielen Stellen irgendwie nicht, nicht eben und das könnte anders sein. Und er sagt seine Botschaft, Du kannst die Vergangenheit nicht ändern, aber du kannst die zukünftige Vergangenheit formen. Also diesen Moment jetzt, auf den du eines Tages zurückblicken wirst. Und das finde ich schon einen sehr, sehr schlauen Satz, vor allem, wenn es um Entscheidungen geht und um das Hadern. Was Geschichte war, ist Geschichte. Es ist schlau, wenn wir da was mitnehmen in unsere Gegenwart und Zukunft und uns darauf besinnen. Aber das ist, glaube ich, ganz, ganz wicht, dass wir nicht zu viel Zeit und Energie mit dem Hadern, ich weiß, es klingt einfacher als es ist, aber mit dem Hadern verbringen. Und das versuche ich. Und bei den Entscheidungen heute versuche ich auch schon ein bisschen stärker ans Jetzt und Hier zu denken, als ans Über, Über, Übermorgen.

Stephan Seiler 26:14
Spürst du denn sofort, wenn du eine Entscheidung getroffen hast, ob die Entscheidung richtig oder falsch war?

Brigitte Huber 26:18
Ne, natürlich nicht. Ich glaube, das kann man gar nicht wissen. Vor allem, was Wir sagen mit 40, 60 prozentigen Entscheidungen, die es ja oft sind. Also es ist jetzt einfach nicht schwarz oder weiß. Das Leben ist selten schwarz oder weiß, sondern hat viele Schattierungen. Und wenn ich mich dann auf den vermeintlichen 60 Prozent Weg entscheide, dann ist es vielleicht, ich sage mal so, wenn ich mich, obwohl ich gerade so ein bisschen einen faulen Anfall hatte, mich trotzdem dazu entscheide, Sport zu machen und zum Fitnessstudio zu gehen, dann werde ich spätestens in Minute 5 im Fitnessstudio das Gefühl haben, die Entscheidung war gut. Aber so simpel ist es in aller Regel ja nicht. Wir müssen auch abwarten, was kommt dann bei irgendeiner Entscheidung unterm Strich dabei raus. Aber was ich dann doch noch immer wieder versuchen würde, ist nach vorne zu gehen und zurück zu gucken. Also das war für mich dann auch so, sagen wir mal, ich habe mich zu irgendetwas angemeldet oder ich könnte mich zu was anmelden, was meinen Mut herausfordert, wie Paragliding. Ja, und dann ist es kurz davor und dann kriege ich so eine Entscheidungsreue und denke mir, oh puh, ist vielleicht doch ein bisschen unheimlich oder so. Also kannst du jetzt auf jede andere Situation übertragen und dann ist der erste Reflex, das abzusagen, aber dann gehe ich nach vorne und dann denke ich Wie fühlt sich das morgen an, wenn du es abgesagt hast? Also außer du bist abgestürzt, dann bist du vielleicht froh, aber dann wirst du es auch nicht wissen. Oder wie fühlt sich es auch in einem halben Jahr an? Also das sind dann bei mir manchmal so Tricks, dass ich versuche, die Situation noch mal von außen zu beleuchten und rauszufinden, wie viel ist da bei mir jetzt im Moment vielleicht eine Bequemlichkeit, eine Ängstlichkeit? Ich weiß es nicht. Irgendwelche Ressentiments, die mich abhalten, eine Entscheidung zu treffen.

Stephan Seiler 28:02
Das ist gut. Ich stelle mir auch manchmal die Does it count a year from now? Also wird das in einem Jahr noch eine Rolle spielen, das, was ich jetzt zu entscheiden habe? Oder vielleicht auch ein anderer Punkt, der mich gerade ärgert. Das hilft mir dann, mich weniger zu ärgern oder mich leichter zu entscheiden. Das ist auch an den Stephan gerichtet, der sich in einem Fast Food Restaurant 20 Minuten vor dem Display aufhält und nicht weiß, ob er jetzt Burger A oder Burger B nimmt und sich dann dadurch dann auch schneller selbst in den Po treten kann.

Brigitte Huber 28:34
Ja, also das ist bei mir zum Beispiel so ein Punkt, da bin ich manchmal selber erschreckt über mich selber, dass ich auch relativ große Entscheidungen relativ schnell treffe. Also für mich sind sie dann anscheinend nicht groß, wenn es darum geht, welches Auto ich fahre und welche Farbe das hat. Dann würde jeder Mann in meinem Beisein, wie du sagst, ach, das hat der mir empfohlen, dann nehme ich das und in der Farbe, weil die gerade vorrätig war. Dann sage ja, ist halt ein Auto. Das kann mir leider auch bei einer Kücheneinrichtung passieren, dass es so schnell geht. Und danach denke ich mir was habe ich mir jetzt gleich wieder dabei gedacht, dass der Küchenblock so und so ist. Aber da bin ich schon relativ sehr hemdsärmelig und entscheide da so locker durch. Ja, da wäre vielleicht sogar manchmal ganz gut. Ich würde eine Pro und Contra Liste.

Stephan Seiler 29:19
Führen, aber da bin ich total happy, dass du sagst, denn ich habe letzte Woche festgestellt, als ich shoppen war, diese Woche montags abends, ich war innerhalb einer Stunde fertig, ich war in zwei Geschäften und ich wusste ungefähr, was ich wollte und zack, zack, zack, habe innerhalb von Minuten entschieden und bin raus. Das hätte früher in meinen Ern oder auch Anfang frühen Ern Stunden gedauert, Hätte noch mal vor Ort recherchiert hätte noch mal gegoogelt, hätte noch mal geschaut, was für Alternativen gewesen Wo gibt es das billiger und wie ist es hier, wie ist es da? Und ich habe dann einfach Das habe ich hinter mir gelassen. Darauf bin ich echt auch ein bisschen stolz. Das spart eigentlich wahnsinnig viel.

Brigitte Huber 29:54
Da kommen wir nämlich schon fast zu unseren kurzen Fragen, die jetzt gleich kommen. Ich hätte aber noch Du darfst auch noch gleich was loswerden. Aber ich habe noch einen ultimativen Tipp bei kleinen Entscheidungen, den ich irgendwie die letzten Monate mal aufgeschnappt habe und der wirklich gut ist. Wenn man vor so Kleinentscheidungen Soll ich da abends hingehen oder nicht? Soll ich lieber, ich sage jetzt mal lernen oder irgendwie auf die Party gehen oder so? Wenn man das Gefühl hat, man steht fifty fifty da, dann soll man eine Münze werfen. Und zwar in dem Moment, wo die Münze sagt, ich bleibe jetzt zu Hause und das Innere jault total auf, Dann weißt du, das wäre die falsche Entscheidung. Und das finde ich ganz spannend, weil dann tatsächlich dann das Pegel sich doch in eine Richtung stärker ausrichtet. Du willst es dir nur nicht eingestehen und das mache ich jetzt auch manchmal. Und wenn es in mir innerlich so oh ne, wieso war das jetzt Kopf und nicht Zahl? Dann denke ich Hey, du bist Herr in dieser Situation, Dann entscheide dich halt gegen die Münze, ist meine Entscheidung ja.

Stephan Seiler 30:54
Bei solchen kleinen Alltagsentscheidungen bin ich total bei dir. Sobald du dich entschieden hast, sobald ich mich entschieden habe, spüre ich sofort, ob ich das wirklich wollte oder nicht. Und da betrügt man sich ja vorher offenbar selbst, dass man vorher sich vorgemacht hat, Man ist unentschieden. Dabei hat man die Entscheidung innerlich schon gefällt oder zumindest eine Tendenz. Das finde ich total gut. Ich habe auch noch einen Gedanken zu den kleinen Entscheidungen. Ich möchte fragen jetzt nicht vorgreifen. Falls es der Fall sein sollte, sagt bitte jetzt Stopp, ne? Soll ich? Kann ich eine Frage stellen zu den kleinen Entscheidungen? Und ich glaube, dass kleine Entscheidungen eine wahnsinnige Macht haben können und dass es auf ganz viele kleine Entscheidungen ankommt. Ich habe mal diesen Satz gehö Das Leben besteht aus Entscheidungen und jede Entscheidung, die du triffst, prägt dich. Also auch ganz, ganz kleine Entscheidungen. Und sowas habe ich selbst erleben dürfen in den letzten zehn Jahren. Dadurch, dass ich gewisse Entscheidungen getroffen habe, die zu Gewohnheiten wurden. Zum Beispiel jeden Morgen einen Apfel zu essen, hat mich nachweislich gesünder werden lassen. Meine Arztbesuche wurden dadurch weniger. Jeden Tag zu meditieren oder fast jeden Tag hat dazu geführt, dass ich insgesamt strukturierter, zufriedener und weniger wütender auf mich selbst bin. Und vielleicht wird auch so was wie die Essgewohnheiten, die Jael Adler letztes Mal in der letzten Folge mir mitgegeben hat, wird das auch sowas hervorrufen. Ich sehe mich da manchmal wie so einen großen Tanker, der über den Ozean fährt und jede kleine Entscheidung, die ich treffe, ist dann wie so eine kleine Kurskorrektur, vielleicht nur um ein halbes Grad, Aber es kann ja dann auf eine ganz lange Distanz eine ganz andere Zielsetzung bedeuten. Dann komme ich dann am Ende am Nordpol an und nicht in Mexiko oder wo auch immer und merke, dass es so ganz kleine Entscheidungen, wenn ich sie immer wieder treffe, daraus eine Gewohnheit wird, dass das wirklich eine Veränderung meiner Lebenszufriedenheit herbeiführen kann. Kennst du das auch?

Brigitte Huber 32:56
Ja, absolut. Also neudeutsch ist es, glaube ich, dann schon ein Microhabit, was wir dann teilweise auch haben, dass wir uns einfach in kleinen Teilen verändern. Ich merke das manchmal, wenn ich wieder ein bisschen enttäuscht bin, dass Menschen untereinander nicht so freundlich sind oder man kommt aus einem anderen Land zurück und denkt, Mensch, wie nett die alle untereinander sind. Und bei uns ist es ein bisschen müffelig. Und dann nehme ich mir manchmal vor, dass ich jetzt jeden Tag einfach erstmal versuche zu irgendjemand bedingungslos und ohne Erwartung nett zu sein. Und das klingt jetzt in Wahrheit tue ich mir den größeren Gefallen, Das ist jetzt gar nicht so altruistisch, weil in Wahrheit merkst du dann wieder, du kriegst so zu 80, 90 Prozent was positives zurück und natürlich halte ich das dann nicht ewig durch und dann bin ich wieder genauso mühselig wie die anderen auch oder ich versuche es nicht so zu sein. Aber das merke ich schon. Und ich sage jetzt mal mit den kleinen Ernährungsgeschichten und sowas, da bin ich schon länger dran als du. Aber es ist auch schön, dass dich ja Elda ein bisschen aufgerüttelt hat, aber kommen wir jetzt gleich noch mal drauf zu sprechen. Also ich glaube, es war eine gute Entscheidung, über das Thema Entscheidungen zu sprechen. Wir wissen, man könnte ewig über dieses Thema sprechen. Es füllt Bücher, es füllt unser Leben und wir kommen bestimmt noch mal mit irgendeiner tollen Expertin da drauf oder wir beides noch mal, wenn wir noch mal schlauer geworden sind. Aber jetzt würde ich überleiten zu drei kurzen Fragen. Das eine hast du schon angeschnitten, das schließt sich nämlich an unser Thema Entscheidungen auch an. Und zwar wollte ich von dir wissen, wann hast du denn deinen letzten Fehlkauf getätigt?

Stephan Seiler 34:27
Meinen letzten Fehlkauf habe ich getätigt. Da ist mir vor kurzem ganz, ganz viel erwähnt.

Brigitte Huber 34:33
Anscheinend hast du keine Fehlkäufe, jede Menge.

Stephan Seiler 34:37
Und jetzt fragst du mich danach oder zählst du nicht sofort ein? Ich schaue mich gerade um.

Brigitte Huber 34:41
Es ist aber keine Lösung, sich wegzuwenden vom Mikro.

Stephan Seiler 34:45
Ich dachte, vielleicht sehe ich es hinter mir, Aber ich habe doch eine Sache Ich habe mir vor einem Jahr in einem Berliner Laden richtig fancy schwarze Schuhe gekauft, die so eine Spezialanfertigung waren. Turnschuhe, SpezialanfertigunG. Rat mal, wie oft ich sie bisher angehabt habe.

Brigitte Huber 35:05
Zero.

Stephan Seiler 35:06
Genau, nicht einmal. Und schwarze Schuhe ziehe ich sowieso nicht gerne an. Das hätte mir eigentlich alles im Laden auch schon klar sein können. Aber manchmal verliebt man sich ja in so eine Idee, dass man ja so ein Mensch sein könnte, der jetzt schwarze Schuhe trägt und dann vielleicht noch was anderes dazu und dann wird er auch so auflaufen und mit einem ganz anderen Gang über die Straßen laufen. Und de facto trage ich einfach nach wie vor meine geilen alten weißen Sneakers und da kann ich mir immer neue besorgen, wenn die alten durchgelaufen sind, warum dann die zu den schwarzen fancy wechseln, die ein Vielfaches gekostet haben. Das war sicherlich einer der Fehlkäufe, der letzten Fehlkäufe meines Lebens, aber bestimmt nicht der einzige. Ich kann dir wahrscheinlich noch eine Liste nachreichen.

Brigitte Huber 35:49
Oh nein, musst du, musst du nicht. Ich finde, es ist doch auch gut. In Wahrheit glaube ich, dass wir im Laufe unseres Lebens weniger Fehlkäufe haben, auch durch unsere Erfahrung. Also ich kann mich echt in den letzten fünf Jahren nur in einen einzigen Fehlkäuf, Fehlkauf erinnern. Und das war so ein leuchtend rotes Kleid im Schlussverkauf, wo ich gedacht habe, das ist jetzt genau für so einen Cocktailabendempfang ideal. Also zum einen habe ich wenig Cocktailabende in meinem Leben, muss man ganz ehrlich sagen. Und zum anderen ist leuchtend rot eine Farbe. Dazu musst du in der Verfassung sein. Und jedes Mal, wenn ich diesen Anlass hätte, schaue ich mir und denke, ne nicht leuchtend rot, wo du dann die Blicke auf dich ziehst, allein schon wegen der Farbe. Also ich weiß es nicht. Und das Schlimme ist, dieses Kleine leuchtet halt wirklich. Das heißt, wenn ich in den Schrank reingehe, dann sehe ich das als erstes in dieser Richtung Kleider.

Stephan Seiler 36:40
Also, ach wie schön. Sehr gut. Wollen wir mal so mal ausgehen, wir beide.

Brigitte Huber 36:44
Ach so, ja, mal gucken, mal gucken, mal gucken, ob ich in der Verfassung bin.

Stephan Seiler 36:48
Mir ist aber noch was dazu eingefallen, wenn ich was noch ergänzen darf. Ich tätige regelmäßig Fehlkäufe in Museumsgeschäften. Ich bin total aufgeladen, wenn ich ins Museum gehe und finde alles toll. Zuletzt im Bauhausmuseum in Erfurt, davor in der Hamburger Bahnhof Museum hier in Berlin. Und auch egal wo ich hingehe, egal wie groß, wie klein, ich finde immer was und verliebe mich dann so auch in die Thematik Anderes Gerhard Hauptmann Haus war ich vor einem Jahr auf, fällt mir der Name dieser Insel nicht ein, oben an der Ostsee, Gerhard Hauptmann Haus. Ich war da und habe mir drei Bücher mitgenommen, das ganze Leben von Gerhard Hauptmann vermessen von vorne bis hinten, dachte, die lese ich jetzt in einem durch so eine inspirierende Person, bringe sie nach Hause und seitdem liegen sie auf dem Denkmal der Schande bei mir, der ungelesenen Bücher. Und schrei mich jedes Mal an und denke, Warum hast du 70 Euro ausgegeben für diese drei Bücher? Warum habe ich so viel ausgegeben für ein Plakat aus dem Bauhausmuseum, das ich nicht aufhängen werde? Und warum habe ich dieses und jenes ausgegeben für einen Kunstdruck, den ich wahrscheinlich auch nie aufhängen werde? Warum verliebt man sich, wenn man einmal so ein bisschen inspiriert wurde durch Kultur, durch die große Kunst um einen herum dazu irgendwelche Fehlkäufe zu tätigen.

Brigitte Huber 38:01
Ja, das ist vielleicht aber eine Seite in dir, die da zum Schwingen kommt und die du nach Hause bringen möchtest. Und zu Hause sind dann deine anderen Seiten wieder zu stark? I don't know. Aber interessant. Zweite Frage, hat was ein bisschen Aktuelles. Jetzt war ja kürzlich Halloween und es gibt Ja, so Festtage, Feiertage, also die man feiern kann, die uns so der bunte Kalender vorgibt. Bist du ein Typ, der da mitgeht, also von Fasching bis Halloween oder lässt du das schön an dir vorbei tribbeln?

Stephan Seiler 38:33
Ich lasse viele Feste erfolgreich an mir vorbeitribbeln, bin aber weniger negativ gestimmt, wenn sie stattfinden als früher. Das ist wirklich so die Altersspanne, die ich langsam spüre. Also früher bin ich durchgedreht, wenn ich an Halloween oder rund um den Volkstrauertag junge Menschen in gruseligen Kostümen rumgelaufen bin. Was für ein Kommerz. Warum macht ihr alles nach? Was soll das, dass ihr jetzt quasi auch noch dieses Konsumfest feiert?

Brigitte Huber 38:58
Wieso denkt ihr nicht an Martin Luther? Um den geht es doch heute eigentlich.

Stephan Seiler 39:02
Ja gut, der war mir da auch schon nicht mehr so wichtig. Aber klar könnte man auch so natürlich die religiöse Karte noch ziehen. Nur ich hab diesen Groll ein bisschen zur Seite stellen können. Hilft mir ja sowieso nicht, wenn ich mich darüber ärgere. Und jeder soll seine Feste so feiern, wie er sie feiern möchte. Ich feier meine, möchte dann auch nicht für mein Äußeres bewertet oder abgewertet werden, beurteilt werden. Beim Karneval ist es echt noch so ein bisschen ambivalenter. Ich habe ja früher auch mal in Köln gewohnt und auch mal in Mainz und hab da auch quasi mitgemacht, hab mich aber auch immer so gefühlt, als hätte ich wirklich nur mitgemacht und nicht wirklich teilgenommen, als wäre ich da so ein Teilzeitbesucher und hat mir aber auch nie so richtig gefallen beim Karneval. Es ist zu kalt, du schwitzt dann in diesen Kostümen, wenn du drin bist, wenn du draußen bist, dann frierst du. Das hat mir alles nicht so gefallen. Ein Fest, das mir wirklich zusagt. Mittlerweile ist das Oktoberfest. Du als Bayerin wirst dich vielleicht drüber freuen, wenn ich das sage. Für mich war das ein, ist das ein Fest, das ich früher wirklich abgelehnt habe, aus allen möglichen Gründen. Und mittlerweile fahre ich hin und tanze auf den Bänken und freue mich, dass ich Lederhose tragen kann, dass ich auch so ein festes Kostüm habe, was ich quasi jedes Jahr wieder anziehen kann und das auch immer irgendwie gut aussieht. Ich glaube, Lederhosen sieht man ja nie blöd und es ist warm genug, es ist nicht zu kalt, es ist angenehme Temperaturen, man hat Spaß und man ist dann irgendwann auch wieder zu Hause und kann dann nach Hause fahren. Beim Karneval war mir das fast zu anarchisch. Beim Oktoberfest finde ich das alles geordneter. Das hat alles irgendwie so eine Zeltgrösse. Da drin findet das statt.

Brigitte Huber 40:37
Ob man in Lederhosen zwangsläufig immer gut aussieht oder im Dirndl, da könnten wir, glaube ich, streiten. Aber das tun wir nicht. Meine dritte Frage. Meine dritte FrAGE dreht sich um Älterwerden. Hast du schon mal geschwindelt, wenn es um dein Alter ging?

Stephan Seiler 40:52
Ja, bestimmt doch. Habe ich bestimmt schon mal gemacht. Klar, du nicht.

Brigitte Huber 40:56
Also zuerst fällt mir natürlich ein, wenn man zu jung ist für Dinge, dass man schwindelt, dass man natürlich sagt, man ist schon 18 und so weiter und so fort. Das habe ich erinnert.

Stephan Seiler 41:06
Ja, das habe ich auch gemacht.

Brigitte Huber 41:08
Aber jetzt in die andere Richtung, dass man sich jünger macht.

Stephan Seiler 41:11
Ja, beim Dating hast du das da mal gemacht.

Brigitte Huber 41:14
Ne, hab ich nicht. Ich weiß nicht, was ich davon haben soll. Wenn man sich gegenübersitzt, dann möchte ich nicht, dass jemand ach so, du hast deine ältere Schwester jetzt vorbeige oder deine Mutter vorbeigeschickt. Hätte ich jetzt kein gutes Gefühl, sondern ich habe da ganz klar mit Zahlen.

Stephan Seiler 41:30
Ja, so bei seriösen Dates habe ich das auch nicht gemacht. Aber es gab schon mal so Situationen, wenn man sich dann irgendwie zusammengesetzt hat und dann irgendwann ach ja, du siehst ja aus wie so und so und das Thema dann weitergegangen ist. Das habe ich jetzt auch nicht korrigiert. Wenn es irgendwie fünf Jahre jünger war, mein Gott, dann glaub das halt gerne.

Brigitte Huber 41:49
Ja, das mache ich auch. Also wenn jemand sagt falsche Antwort, ich bin jetzt 50 geworden, also wir sind jetzt in einem ähnlichen Alter, dann fühle ich mich nicht berufen zu Nee, nee, ich bin jetzt exakt so und so viel Jahre älter als du. Das mache ich auch nicht, sondern dann schwimme ich auf dieser Welle. Wir sind alle ü. Schwimme ich gern mit. Bin ich ja auch. Bin ja ü. Das stimmt. Es gibt so eine Halbschwindelei bei mir, dass ich immer gern sage, ich bin im letzten Jahr 60 geworden. Das stimmt auch. Aber damit vermeide ich zum einen, dass ich zum 61 geworden bin und da ich relativ früh im Jahr Geburtstag habe, dass dann schon der andere Geburtstag vor der Tür steht. Aber das ist halt nicht geschwindel Als hyperkorrekte Bayerin würde ich das mit oder ohne Dirndl nicht als Schwindelei bezeichnen.

Stephan Seiler 42:34
Eine Schwindel, das andere das Auslassen von gewissen Fakten. Ich hatte mal einen Kollegen, der wollte dann bei uns in der Zeitschrift nie sagen, wie alt er ist. Also er wollte nie, dass das Alter von ihm angegeben wird. Und bei manchen Zeitungen ist es ja wirklich Standard, dass man immer das Alter verrät, dann auch quasi bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wenn die mal was geschrieben haben. Es gab einen Kollegen, der wollte das nie und ich habe mich da früher gerne drüber echauffiert, aber mittlerweile kann ich dem sogar ein bisschen was abgewinnen, weil man wird ja auch manchmal auf ein Alter reduziert, auf die Zahl reduziert und sagt einem dann ja doch eigentlich viel weniger aus, als ich damals dachte. Wie siehst du das?

Brigitte Huber 43:11
Absolut, absolut bei mir komplett meine Erfahrung. Ich fand es früher dann auch immer fast schon immer ein bisschen zickig, wenn Frauen ihr Alter nicht gesagt haben. Heute sage ich fühl dich, ich mag das überhaupt nicht, weil du wirst halt in eine Schublade gesteckt.

Stephan Seiler 43:25
Also liebe Grüße an den Kollegen von früher, wenn er es hören sollte. Ich möchte Abbitte leisten. Ich kann das jetzt besser verstehen als damals.

Brigitte Huber 43:32
Ja, ich kann das auch bestens verstehen und ich schlage mich komplett auf eure Seite derer, die ihr Alter nicht verraten wollen oder zumindest niemanden aufdrängen wollen. Komplett. Gut. Unser nächster Wir haben uns was vorgenommen für letztes Mal. Wir haben so kleine Premieren uns vorgenommen und vielleicht erinnerst du dich noch. Und ich hätte gern gewusst, Stephan, wie du mit dieser Herausforderung umgegangen bist. Möchtest du noch mal mit deinen eigenen Worten sagen, worum es ging bei dir?

Stephan Seiler 43:58
Ja, ich habe 30 Pflanzen zu mir genommen bzw. Das ist die Aufgabe, 30 Pflanzen pro Woche zu sich zu nehmen, in welcher Form auch immer. Das können Körner sein, das können Saaten sein, das können Früchte sein, das kann Gemüse sein. Auch Kaffee zählt absurderweise dazu, was ich als Nicht Kaffeetrinker zwar toleriere, aber jetzt auch nicht wirklich gutheiße für mich. Ich habe das gemacht. Ich habe sogar Streber.

Brigitte Huber 44:23
Du bist nur sauer, weil Coca Cola nicht dazu zählt.

Stephan Seiler 44:26
Genau, Coca Cola zählt nicht dazu. Ich hab's gemacht, auch nach den Hab's ja schon begonnen, bevor wir mit Jael Adler gesprochen haben. Für alle, die die Interviews mit ihr nicht angehört haben, Das sind die beiden vorhergegangenen Folgen. Richtig gute Tipps hat sie gegeben zur Ernährung, vor allem aber auch zu anderen Dingen des Lebensstils. Und da habe ich durchaus danach eine ganz große Motivation geschöpft und ganz viele Früchte und Körner und alles Mögliche gegessen. Hab Akazienfasern mir bestellt, hab Flohsamen mir gekauft, hab Hanfsamen gekauft, Leinsamen hatte ich sowieso, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Walnüsse, ungesalzene Cashews, alles besorgt und das meiste davon ist auch gar nicht so teuer. Gibt meistens so größere Packungen, die man manchmal auch bestellen kann oder im Reformhaus. Ich habe übrigens auch gehört, dass einige gerade Akazienfasern in Hamburg ausverkauft waren. So haben es zumindest.

Brigitte Huber 45:21
Ja und auch über den Versand, das habe ich auch gehört. Also Jael hat viele Leute mitgerissen. Wir müssen vielleicht auch dazu sa Das Ganze nutzt dem Mikrobiom im Darm. Also das heißt, es hilft halt unserer Gesundheit und letztlich auch unserer Lebenserwartung, oder?

Stephan Seiler 45:37
Ja, total. Ich hab auch versucht diesen Trick zu nehmen, umzusetzen mit dem Tomatenmark. Jeden Tag einen Esslöffel Tomatenmark zu mir zu nehmen.

Brigitte Huber 45:45
Wir bleiben jetzt bei den 30 Stoffen. Wie lange hast du denn gebraucht?

Stephan Seiler 45:50
Das ist ja auch quasi eine davon.

Brigitte Huber 45:51
Ach so, ja stimmt. Kannst du dazu noch nehmen. Genau. Und wie lange hast du gebraucht? Also wir hätten eine Woche Zeit, um diese 30 Pflanzenstoffe in uns aufzunehmen. Nach wie viel Tagen hast du die Dreiig erreicht?

Stephan Seiler 46:03
In der einen Woche nach drei, in der anderen Woche nach vier, in der anderen Woche nach fünf.

Brigitte Huber 46:09
Und wie viel neue Bekannte hast du da quasi dann in deinem Mikrobiom willkommen heißen dürfen? Also ich glaube, Akazienfaser war dir und deinem Darm neu.

Stephan Seiler 46:18
Richtig, Akazienfaser ist neu. Hanfsamen habe ich vorher auch wenig Erfahrungen mit gehabt und Flohsamen vielleicht auch eher am Rande, muss man auch sagen.

Brigitte Huber 46:29
Hat nichts mit Flöhen zu tun.

Stephan Seiler 46:31
Ja, genau. Ganz kleine, ganz kleine, wie so eine kleine Saat, so stelle ich mir das vor. Ich habe vor allem jetzt auch wieder Dinge zu mir genommen, die ich vorher oft links liegen gelassen habe. So was wie Granatapfel. Ich habe so einen Granatapfelentkerner jetzt besorgt, auf den man drauf, dann kann man auf so ein Apparat draufhauen, darunter ist der halbe Granatapfel dann kann man die Granatapfelkerne besser rausbekommen. Und goldene Kiwi esse ich jetzt neben der grünen Kiwi. Damit habe ich auch wieder zwei verschiedene Pflanzen intus.

Brigitte Huber 47:04
Und spürst du deine Wirkung?

Stephan Seiler 47:06
Ich spüre tatsächlich eine Wirkung. Kann es auch Placebo Effekt sein? Vielleicht bilde ich mir das nur ein. Aber insgesamt ist die Verdauung beruhigter, wobei ich jetzt auch Selbstanklage betreiben muss. Denn wie schaut das mit der Kakaobohne aus? Ich habe ja einen recht großen Schokoladenkonsum und der Süssigkeitenkonsum, der unterminiert, kontaminiert, macht ihn kaputt. Mal den ganzen Effekt der 30 Pflanzen womöglich. Ich weiß nicht, wie viel Kakaobohnen man zu sich nehmen darf, also verwandelt in prozessierte Schokolade.

Brigitte Huber 47:37
Also ich fürchte, da müssen wir ja EL noch mal einladen Und ich glaube, sie wird ein kritisches Gesicht machen. Ich glaube, Kinderschokolade zählt sich auf Pflanze, auf Kakao. Also das heißt aber unterm Strich, du hast nur ein paar Sachen zusätzlich gegessen, aber du hast deine Ernährung nicht wirklich verändert. Oder würdest du sagen, du hast auch ein bisschen weniger Süßigkeiten oder irgendwas in der Richtung?

Stephan Seiler 48:02
Also ich glaube schon weniger. Allein dadurch, dass ich so viel mehr anderes gegessen habe. Das ist richtig. Gerade am Tage habe ich weniger Lust auf Süßes gehabt, aber am Nachmittag, so gegen 16 Uhr habe ich dann trotzdem immer so ein kleines Schoko Jieper oder wie man das nennt. Und ich würde auch behaupten, dass ich ja vorher jetzt nicht ganz ungesund gelebt habe. Ich esse ja kein Fleisch oder nur ganz, ganz selten Fisch und sowas. Von daher war es schon vorher recht pflanzenorientiert. Aber ich habe mich davor auch gerne mal begnügt mit dem einfachen Gericht. So ein Gericht, das dann vielleicht nur aus Kartoffelbrei, Möhren und einer vegetarischen Fleischersatzprodukte bestand. Da hätte ich dann nur zwei Pflanzen gehabt und hätte gedacht, das ist eine vollwertige Ernährung, ist jetzt auch nicht schlecht. Aber dadurch, dass Yael uns aufgetragen hat, so viele Pflanzen zu essen im Sinne unseres Mikrobioms, im Sinne unseres Darms. Aber das hat ja auch Auswirkungen angeblich auf die Haut, auf die Fitness, auf die Müdigkeit, auf die oder Wachheit etc. Also da muss ich schon Danke ja, noch profitiere ich davon. Ich hoffe, dass aus dieser Entscheidung eine Gewohnheit wird und diese Gewohnheit mich dann am Ende in ein langes, langes, schönes, gutes Leben führen wird. Das klingt so pathetisch, aber du weißt, was ich meine.

Brigitte Huber 49:24
Ja, super. Dann erzähle ich kurz von meiner Premiere. Ich habe mir vorgenommen, einen Tag ohne Handy und Co. Also Digital Detox zu machen, was viele Menschen schon seit Jahren immer wieder machen. Das war für mich schon angang. Ich habe mir dann auch einen Sonder ausgesucht, was jetzt wahrscheinlich am niedrigschwelligsten ist. Und ich habe mit mir so ein paar kleine Vereinbarungen getroffen. Ich glaube, ansonsten wäre es mir schwergefallen. Ich durfte einmal morgens kurz ins Handy gucken, um zu sehen, ob über Nacht nicht irgendwas Gravierendes passiert ist, was ich wissen müsste. Ich war auch nicht in Hamburg, das kommt noch dazu. Also ich wollte mich da irgendwie absichern. Und dann ist mir aufgefallen, wie viel tatsächlich mit meinem Handy zu tun hat, was jetzt gar nicht vielleicht unter, weiß ich nicht, Digital Waste oder sonst irgendwas zu sehen ist. Meine Meditations App ist auf dem Handy, mein Spanisch Sprachkurs ist auf dem Handy. Dann musste ich also abwägen, darf ich das dann machen? Weil dann gehe ich automatisch ins Handy. Das habe ich dann für mich auch bestimmt. Das habe ich dann auch gleich morgens dann gleich gemacht. Und dann habe ich es aber ausgemacht, das Handy. Ich habe dann aber gemerkt, dass ich meine Umgebung an mancher Stelle dann quasi als mein verlängertes Handy sehe. Zum Beispiel, wenn du irgendwie einen Weg finden musst. Und dann habe ich mir Jetzt darfst du natürlich auch nicht mehr auf Google Map gehen und das eingeben oder sowas. Dann musste ich meinen Begleiter bitten, dass er das eingibt. Dann denke ich mir, das ist dann so mittel, du machst es nicht selber. Aber ja. Aber das fand ich ganz interessant und das merkt man auch, wie oft man tatsächlich das Handy für irgendwas nutzt. Oh man, ich habe da ein Zitat im Kopf und ich möchte wissen, von wem das ist und solche Dinge. Aber es ging dann ganz gut. Ich war dann auch etliche Stunden außer Haus, Da habe ich es einfach zu Hause gelassen. Und irgendwann hat mein Unterbewusstsein verstanden, das Ding ist zu Hause und ich möchte unterm Strich Es hat mir tatsächlich gut getan. Ich bin ruhiger, weil ich bin Leider wirklich ein Typ, der reflexhaft dann immer wieder auch aufs Handy guckt, wenn er irgendwie unterwegs ist und irgendwie guckt, gibt es irgendwie eine Mail oder sonst was und man wird es kaum glauben. Die Welt hat sich weitergedreht, ohne dass ich dieses Handyhand genommen habe. Und es sind jetzt auch keine richtig entscheidenden Messages eingetroffen in der Zeit, wo ich quasi weg war. Und es gibt mir tatsächlich jetzt so das Gefühl, dass ich das ein Stück weit weitermachen möchte, weil mir geht es ja immer auch ein bisschen darum, noch stärker im Jetzt und Hier zu sein. Und das ist einfach ein guter Weg, wenn du eben nicht ins Handy guckst. Und insofern habe ich mir jetzt vorgenommen, ob es nicht möglich wäre, dass ich vielleicht jeden Tag ein, zwei Stunden einziehe, wo ich tatsächlich das Ding ganz weglege. Es ist für uns jetzt natürlich als Journalistinnen und sowas manchmal nicht so einfach, weil man das Gefühl hat, man muss erreichbar sein oder soll erreichbar sein. Aber es geht in der Regel ja auch nicht um eine oder zwei Stunden. Also das war meine Erfahrung. Ich kann es nur für mich sagen, für mich war es gut und wertvoll.

Stephan Seiler 52:24
Das freut mich. Ich kann das so verstehen, nachvollziehen. Das Handy allein für ein paar Stunden wegzulegen, gerade am Morgen ist für mich manchmal so eine Entlastung. Ich hatte mich die letzten Tage mit einem Text schwergetan, den ich schreiben sollte und wollte abgegeben habe gestern Abend dann und hab den aber erst dann so richtig mit vollem Tatdrang umsetzen können, als ich mich gezwungen habe, morgens nicht nichts zu machen, keine sozialen Medien, auch nicht auf unserem Social Media Kanal, auf unserem Instagram Kanal was zu machen. Das ist ja immer wunderbar, sich da rein zu flüchten und dann auch zu korrespondieren und zu antworten und was zu posten. Aber es lenkt einen dann doch auch ab von der eigentlichen Arbeit. Und wenn ich mich morgens einfach direkt hinsetze, ohne einmal aufs Telefon geguckt zu haben und mich an Text setze, dann wird das am besten. Dann wird der Text am besten, würde ich behaupten.

Brigitte Huber 53:16
Genau, Ist doch super. Also insofern haben wir beide was mitgenommen. Beide. Vielleicht haben wir beide noch mal eine Premiere mitgenommen, die wir so in zwei, drei Sätzen erklären zum Abschluss. Hast du eine Idee, was du als nächste Challenge dir rausholst?

Stephan Seiler 53:30
Ja, ich würde gerne das Dashboard installieren. So ein Podcast Dashboard habe ich mir besorgt, mit dem man Podcasts noch besser produzieren kann. Das steht seit zwei Monaten bei mir in der Kommode. Dann, weißt du, dann kann ich nämlich ja auch auf so Knöpfe drücken und dann laufen die Jingles automatisch ab und dann werden wir noch besser Podcast produzieren können. Das ist womöglich noch mal ein paar Stunden Arbeit. Aber das ist etwas, was ich lernen möchte.

Brigitte Huber 54:01
Okay, mache ich für uns Pakete.

Stephan Seiler 54:03
Ich lerne was Neues für uns.

Brigitte Huber 54:04
Ich merke das total. Ich habe jetzt schon fast ein schlechtes Gewissen, weil ich möchte, das habe ich mitgenommen, was so eine tolle Übung wäre, wenn man eine halbe Minute mit geschlossenen Augen auf einem beIN balancieren würde. Das soll wahnsinnig gut sein für die gesamte Körperspannung, für die ganzen Muskeln und so weiter. Meine Co Autorin Anne Bärbel Köhle, mit der ich das Buch geschrieben habe, die kann das inzwischen und bei mir klappt es, glaube ich, irgendwie so. Weiß ich nicht. Ich möchte es nicht ausprobieren. Ich kann das nur mit geöffneten Augen. Und ich habe mir jetzt vorgenommen, das jeden Tag zu üben. Also wenn ich umfall, dann musst du den Podcast allein machen und mir irgendwie blöd den Kopf aufschlagen. Aber das ist jetzt meine kleine Herausforderung, die eben überhaupt nicht intellektueller Art ist, sondern rein körperlich.

Stephan Seiler 54:51
Ich habe auch mal gehört, das soll auch was aussagen über die, dass es auch Ärzte manchmal machen würden in Altersheimen, um zu gucken, wie lange die Leute noch leben.

Brigitte Huber 55:00
Oh Gott, dann dürfte man das bei mir gar nicht machen. Aber ich weiß, ich habe mich mal bei einer Untersuchung drüber lustig gemacht, als der wissen wollte, wie lange ich auf einem beIN stehen kann. Und ich habe gesagt, ich habe gar nicht vor, noch mal in die Manier zu gehen und Zirkus und so. Dann hat er haha, es geht nur darum, ob sie im Alter dann auch wieder aufstehen können, wenn sie irgendwie umfallen und so weiter. Er fand jetzt meinen Humor da ein bisschen sehr flach. Und insofern muss ich sagen, hat mich das jetzt wieder auch einfach durch diese Folgen, die wir momentan auch gehört haben, was man an kleinen Dingen, da sind wir beim Thema Entscheidungen. Kleine Entscheidungen können uns doch ganz schön weit bringen. So, und jetzt machen wir eine kleine Ausschau noch auf unseren nächsten Gast. Das wird nämlich auch sehr, sehr spannend. Also ich freue mich dass wir in unserer nächsten Folge den Zeitforscher Dr. Marc Wittmann zu. Gast haben. Der forscht seit vielen Jahrzehnten zum Thema Zeit, gefühlte Zeit und wie wir das Beste daraus holen. Eine seiner Aussagen, die uns beide, glaube ich, auch wirklich sehr fasziniert haben, ist Der gute Umgang mit der Zeit ist für Erfolg im Leben wichtiger als ein hoher IQ. Und da würde ich Das wollen wir ab nächsten Mittwoch lösen, dieses Problem mit ihm gemeinsam und ganz viele andere Dinge.

Stephan Seiler 56:18
Ja, ich bin sehr gespannt, was er uns verraten wird, vor allem mit Blick auf das Zeitmanagement. Das ist ein Riesenthema für Menschen, vielleicht auch für einen der beiden an diesem Podcast beteiligten Menschen. Scheint das ein Eventuell könnte das ein Thema sein.

Brigitte Huber 56:31
Macht Kann es sein, dass es der ist, der das Dashboard jetzt erstellen möchte womöglich. Wir lassen uns überraschen und er wird uns einiges sagen, wie wir es schaffen, dass die Zeit nicht ganz so schnell vergeht und wir noch ein bisschen mehr Glück und Erfüllung und Zufriedenheit ins Leben reinholen können.

Stephan Seiler 56:50
Ja, vielleicht auch, warum sich Zeit anders anfühlt. Früher als Teenager verging die Zeit ganz langsam, heute rast sie. Das Gefühl kennen ja, glaube ich, sehr, sehr viele Menschen. Vielleicht kann er auch dazu was sagen.

Brigitte Huber 57:02
Absolut. Und bestimmt auch zu unserem Thema Premieren, ersten Wahlen, die wir ins Leben holen.

Stephan Seiler 57:07
In diesem Sinne, ich freue mich drauf.

Brigitte Huber 57:09
Danke für Hat viel Spaß gemacht.

Stephan Seiler 57:11
Danke, ihr Lieben da draußen. Schön, dass ihr zugehört habt. Schaltet nächste Woche wieder ein. Jeden Mittwoch erscheint eine neue Folge. Schreibt uns, hört uns, teilt uns, empfehlt uns. Bis nächste Woche.

Brigitte Huber 57:23
Wir freuen uns. Es wird eine gute Entscheidung sein, wenn ihr wieder einschaltet, hoffe ich. Ich hoffe, er bereut es nicht.

Stephan Seiler 57:30
Ich auch. Macht's gut. Ciao. Das war die Sache mit dem Älterwerden, der Podcast mit Brigitte Huber und Stephan Seiler.

Brigitte Huber 57:40
Vielen Dank an Leo Ebert Klang für die Titelmelodie, das Sounddesign und den Schnitt.

Stephan Seiler 57:45
Und an Alina Sawalis für die Covergestaltung.

Brigitte Huber 57:49
Die Sache mit dem Älterwerden erscheint mittwochs auf allen gängigen Podcast Plattformen.

Stephan Seiler 57:54
Folgt uns, abonniert uns, dann verpasst ihr.

Brigitte Huber 57:56
Keine Folge und empfehlt uns bitte weiter. Das würde uns sehr freuen.

Stephan Seiler 58:02
Wenn ihr uns Feedback schicken möchtet, egal ob positiv oder negativ oder wenn ihr Themenvorschläge für uns habt, schreibt uns eine E Mail, eine Textnachricht oder Sprachnachricht auf unserem Instagram oder Facebook Kanal.

Brigitte Huber 58:15
Alle Infos findet ihr auch schriftlich zu dieser Folge in der Zusammenfassung in eurem Podcast Plan.

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Folge

14

·

61 Min.

Mit

Brigitte & Stephan

Wie finden wir raus aus der Selbstoptimierungsfalle? Wann reicht „gut genug“?

Impulse aus dieser Folge

💡

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Kleine tägliche Gewohnheiten wirken wie Kurskorrekturen: täglich ein Apfel, eine kurze Meditation. Stephan Seiler hält es so.

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Bei beruflichen Entscheidungen hilft eine Liste mit kurz- und langfristigen Folgen. Bei der Partnerwahl hat eine Pro-und-Contra-Liste nichts zu suchen.

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Täglich ein bis zwei handyfreie Stunden einführen. Ein Tag ohne Handy bringt mehr Ruhe und weniger reflexhaftes Nachschauen.

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Bei beruflichen Entscheidungen hilft eine Liste mit kurz- und langfristigen Folgen. Bei der Partnerwahl hat eine Pro-und-Contra-Liste nichts zu suchen.

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Täglich ein bis zwei handyfreie Stunden einführen. Ein Tag ohne Handy bringt mehr Ruhe und weniger reflexhaftes Nachschauen.

Empfohlen in dieser Folge

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mensch

Amerikanischer Kolumnist („Strictly Personal“) – Reue für Getanes kann die Zeit heilen, Reue für Nichtgetanes ist unheilbar

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mensch

Amerikanischer Psychiater – „Du kannst die Vergangenheit nicht ändern, aber du kannst die zukünftige Vergangenheit formen“

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Amerikanischer Kolumnist („Strictly Personal“) – Reue für Getanes kann die Zeit heilen, Reue für Nichtgetanes ist unheilbar

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Amerikanischer Psychiater – „Du kannst die Vergangenheit nicht ändern, aber du kannst die zukünftige Vergangenheit formen“

Zitate aus dieser Folge

Reue für die Dinge, die wir getan haben, kann durch die Zeit geheilt werden. Aber die Reue für etwas, das wir nicht getan haben, ist unheilbar.

Sydney J. Harris, amerikanischer Journalist

Folge

6

·

Das Leben besteht aus Entscheidungen, und jede Entscheidung, die du triffst, prägt dich.

John C. Maxwell

Folge

6

·

Reue für die Dinge, die wir getan haben, kann durch die Zeit geheilt werden. Aber die Reue für etwas, das wir nicht getan haben, ist unheilbar.

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6

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Folge

6

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Huber & Seiler

Die Sache mit dem Älterwerden.

Klüger älter werden, ohne sich jünger machen zu müssen.

Ein unabhängiger Podcast von Brigitte Huber & Stephan Seiler.

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