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Was müssen wir essen, damit wir uns in unserer Haut (lange) wohlfühlen, Yael Adler? (1/2)

Eigentlich sollte es in dieser Folge um die Haut gehen. Darum, wie wir sie frisch halten und gut aussehen.

Gesundheit

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Überall, wo es Podcasts gibt:

Aber unser Gast Dr. Yael Adler hatte so viel mehr zu sagen. Daher bringen wir das Interview mit der Bestseller-Autorin in zwei Teilen.

In dieser Episode verrät Adler, wie wichtig unsere Ernährung ist, um nicht nur die Haut, sondern auch Zufriedenheit, Darmflora und Lebenserwartung zu verbessern. Sie gibt konkrete Tipps, um uns buchstäblich wohler in unserer Haut zu fühlen. Brigitte und Stephan haben viel gelernt im Gespräch mit der Hautärztin, Ernährungsmedizinerin und Bestsellerautorin („Haut nah“, „Genial ernährt“). Zum Beispiel:

Wie 30 verschiedene Pflanzen pro Woche sofort einen positiven Effekt auf unser Wohlbefinden haben (Haut, Psyche und Immunsystem inklusive).Warum ein Esslöffel Tomatenmark täglich ein Anti-Aging- und ein krebshemmender Effekt sein kann.Wie Snacks wie Chips unser Suchtzentrum triggern – und was dagegen hilft (außer sie nicht zu essen).Wieso wir vor dem 65. Lebensjahr andere Eiweiße essen sollten als Ü65.Welche Rolle Krafttraining spielt, wenn wir lange leben wollen.Weshalb ihre Hypochondrie ein Motor für Yael Adler wurde (und was Hypochonder Stephan davon lernen kann).Was es bringt, Nuss-, Samen- und Faser-Mischungen ins Frühstück zu rühren.Wie Möhrensaft oder Grünkohl vor Sonnenlicht schützen.

Kapitelmarken

  • 00:00 Intro

  • 02:15 30 Pflanzen pro Woche - Trend oder Wissenschaft?

  • 06:08 Frühstück mit zehn Pflanzenpunkten

  • 09:06 Woran merkt man, dass der Darm glücklich ist?

  • 10:09 Was Ballaststoffe wirklich tun

  • 16:12 Die drei goldenen 30er-Regeln fürs Älterwerden

  • 16:35 Die Macht der Pflanzenfarben - von Tomate bis Rote Beete

  • 20:41 Chips, Sucht und Glukose-Fallen

  • 26:03 Eiweiß im Alter - pflanzlich oder tierisch?

  • 33:35 Hypochondrie & Selbstwirksamkeit als Lebensstil

Transkript zur Folge

Yael Adler 0:00
Und Studien haben herausgefunden, dass Menschen mit einem Möhrengesicht sexier sind als künstlich sonnengebräunte Gesichter. Nö, also ich meine, für Menschen ist es ja grundsätzlich irgendwie kränkend, eine narzisstische Kränkung letztendlich, dass wir altern, krank werden und irgendwann sterben, Das ist, glaube ich, für alle schwer. Und als Hypochonder habe ich Angst vor Krankheiten und vor dem Tod. Und ich habe irgendwie das Gefühl, ich habe noch so viel vor, möchte noch so viel lernen und ausprobieren und kennenlernen. Und wer hohen Blutdruck hat für fünf Jahre. Und so kann man verschiedenen Faktoren Punktabzug zuordnen und vielen Faktoren lebensverlängernde Effekte zuordnen. Zum Beispiel eine Handvoll Nüsse ist statistisch gesehen mit zehn Jahren mehr Leben verbunden.

Stephan Seiler 0:41
Heute zu Gast in die Sache mit dem Älterwerden. Eine Frau, die wie kaum eine andere weiß, wie eng unser Äußeres mit unserem inneren verbunden ist. Dr. Yael Adler ist Fachärztin für Haut und Körper, Geschlechtskrankheiten. Außerdem ist sie Bestsellerautorin, und zwar reihenweise. Sie bringt komplexe medizinische Themen so verständlich und humorvoll rüber, dass man sofort zuhören möchte. So ging es mir. Deshalb ist das Gespräch heute auch ein bisschen länger als die anderen. Es lohnt sich aber, denn ich habe einiges gelernt. Ich musste zum Beispiel mit ein paar Gewissheiten aufräumen. Sie hat einige meiner Glaubenssätze ins Wanken gebracht. Ich sag nur Hyaluron, Vitamin C und all das andere Zeug, das ich mir so gerne ins Gesicht klatsche. Sie hat außerdem mich überrascht mit einer recht konkreten Angabe, welche Anzahl an Lebensjahren draufgehen, wenn man X oder Y tut, Bluthochdruck, Rauchen und anderes, Aber wie man auch Lebensjahre gewinnen kann, wenn man dieses oder jenes isst. Ich sag nur eine Handvoll Nüsse und irgendwas mit Tomaten, aber dazu später mehr. Brigitte, was hast du mitgenommen?

Brigitte Huber 1:45
Also ich weiß jetzt, wie ich mein Müsli, das ich ohnehin vorbildlich jeden Morgen esse, in Zukunft so pimpe, dass es noch viel gesünder wird. Ich habe gelernt, dass ein einfaches Pulver aus Baumrinde die Sterblichkeit um angeblich 14 Prozent reduzieren soll. Ich weiß jetzt, dass wir mit etwa 65 unsere Eiweißzufuhr ändern sollten und dass ein Esslöffel Tomatenmark am Tag mehr bringen soll als teure Cremes.

Brigitte Huber 2:14
Ich bin Brigitte Huber.

Stephan Seiler 2:15
Ich bin Stephan Seiler und das ist die Sache mit dem Älterwerden. Herzlich willkommen bei der Sache mit dem Älterwerden, liebe Yael Adler. Ich beginne mal ganz eigennützig heute. Seit einer Weile grassiert ein neuer Trend durch die sozialen Medien. Man soll pro Woche möglichst dreißig verschiedene Pflanzen essen, darunter Körner, Früchte, Gemüse, alles Mögliche, eben alles, was so wächst. Und ich, als ich davon vor zwei Wochen gehört habe, sagte mach ich doch gleich mal mit. Bin nun in Woche zwei. In der ersten Woche habe ich es immerhin auf neun geschafft. Heute in der zweiten Woche ist erst Dienstag. An dem Tag, an dem wir aufzeichnen, habe ich immerhin schon 14 verschiedene Pflanzen gegessen. Wie g*** ist das? Kannst du mir gleich mal ein riesen Lob ausstellen. Und dabei ist auch die Ist das wirklich ein ernstzunehmender Trend? Was soll das überhaupt?

Yael Adler 3:12
Also erstmal, wenn du das schaffst, dann bist du nicht nur von außen schön, sondern auch von innen. Denn das ist kein Trend, sondern es ist Wissenschaft. Da gibt es eine große Studie dazu, das American Gut Project. Dort wurden sehr viele Kaki Proben von sehr vielen Menschen in vielen Ländern analysiert.

Stephan Seiler 3:29
Kaki? Kaka? Fekalien. OK, alles klar, Dankeschön.

Yael Adler 3:38
Ja, und zwar hat man Stuhlanalysen analysiert, und zwar eine molekulargenetische Stuhlanalyse, wo man sieht, welche Bewohner leben denn im Darm Mikrobiom Stichwort. Und man hat gesehen, dass die Menschen, die es schaffen, dreißig verschiedene Pflanzen pro Woche zu sich zu nehmen, die tollste Darmflora haben, welche wiederum verbunden ist mit mehr Gesundheit, mit verlangsamtem Altern. Und wir wissen auch, dass die Haut vom Mikrobiom intensiv profitiert. Das heißt, man wird auch besonders schön eben von außen und von innen. Und diesen Trend, wie du ihn nennst, habe ich auch in meinem Buch beschrieben, genial ernährt, weil es tatsächlich eben nicht irgendwas ist, was irgendwelche Influencer erfunden haben, sondern und das ist ja auch wichtig, dass dann endlich mal Glauben keine Rolle spielt, sondern wirklich Wissen eine Rolle spielt. Und dieses Projekt verfolge ich auch selber und es macht auch Spaß. Das ist eine richtig schöne Challenge, diese Pflanzenpunkte zu sammeln. Und du hast es gesagt, erstmal denkt man vielleicht auf den ersten Blick boah, das ist richtig schwer. Ich hatte heute Mittag Paprika, eine Gurke, eine Tomate, und ein bisschen Eisbergsalat macht vier, aber es zählt wirklich jedes Gemüse. Es zählt jedes Obst, jede Nussart, jede einzelne Saat, Körner, Hülsenfrüchte, außerdem Gewürze und Kräuter jedes einzelnen. Und gute Nachricht für alle, auch Kaffee darf man dazuzählen, das wusste ich gar nicht. Tee, auch wenn du beim Matcha Pulvertee bleibst, ja, denn da hast du das volle Blatt, welches benutzt wird. Da werden grüne Teeblätter erstmal noch mal beschattet, damit sie viel Chlorophyll bilden. Wenn sie richtig schön quietschgrün sind, dann werden sie geerntet und dann getrocknet. Und im Pulverform kannst du dann praktisch einen Teelöffel gemahlene Blätter in deinen Latte Macchiato Schäumer tun. Aber da tust du stattdessen statt Milchwasser rein, schäumst es auf, machst vielleicht noch einen Schluck Pflanzenmilch und genießt dann deine zwei Tassen Matcha Pulvertee am Tag. Und der Grund, warum diese Pflanzenkur, sagen wir mal, oder diese Pflanzenernährung so toll ist, ist, weil du kriegst eben alles Mögliche, was der Körper braucht von den Polyphenolen, den Pflanzenchemikalien, die die Pflanze schützen, aber auch dich als Mensch und natürlich eine ganze Menge Ballaststoffe, Faserige und lös natürlich Vitamine, Spurenelemente, Mineralien etc. Und damit machst du dich sehr gesund und reicht.

Stephan Seiler 6:08
Dann auch schon einen Teelöffel Leinsamen und drei Kürbiskerne und eine Zwetschge oder muss es mehr sein?

Yael Adler 6:14
Nö, das ist je nachdem, wie viel du halt isst. Aber man kann sich auch, was ich zum Beispiel mache, ich habe ein großes Einweckglas, nennt man das so, diese großen Gläser mit dem Deckel drauf, das steht bei mir im Kühlschrank und da habe ich drin Chia Samen, Leinsamen, Hanfsamen, Weizenkeime, Akazienfaser und Flohsamenschalen. Macht sechs verschiedene Pflanzen. Die schütte ich mir, wenn ich mir zum Beispiel Obst schneide oder Haferkleie mache und darüber Quark oder Joghurt drüber. Das ist mein Topping. Und du hast es schon gehört, oder ihr habt schon gehört, natürlich sind noch weitere Pflanzen ins Spiel gekommen. Das ist ideale Frühstück. Also erstmal habe ich diese sechs verschiedenen Krümelchen drüber gemacht, zum anderen habe ich mir einen Apfel reingeschnitten und dann habe ich mir tiefgekühlte Blaubeeren genommen. Da komme ich noch an diese blaue Farbe. Die Wildheidelbeeren sind ja noch viel blauer als die Zuchtheidelbeeren, die man so einkauft, blaue Finger machen und dann nehme ich vielleicht noch Walnüsse und noch ein paar grüne Pistazienkerne. Das heißt, wir sind schon bei zehn Pflanzenpunkten alleine zum Frühstück. Und dann kann ich vielleicht noch ein bisschen Sojajoghurt dazu nehmen. Also das ist ja nach oben offen und es macht so einen Spaß. Man merkt sofort, dass der Darm innerhalb von wenigen Tagen glücklich ist und es immer wieder will, weil der Mensch weiß ja, was für ihn gut ist und das Bauchgefühl macht, dass wir das immer wieder wollen und dass das immer schöner wird, das Projekt.

Brigitte Huber 7:40
Zwei Fragen dazu. Also wir sind ja schon mittendrin im Thema Ernährung. Wer es bis jetzt nicht gemerkt hat, es geht um Ernährung, um unsere Haut, um dass wir möglichst lang gesund älter werden. Zwei Fragen hätte ich dazu. Wie lang brauchst du bis zu diesen 30 verschiedenen am ersten Tag nachmittags bist.

Yael Adler 7:56
Du da schon dran oder manchmal, je nachdem, was man halt so isst. Aber es ist ja nicht nötig. Ich habe ja eine ganze Woche Zeit. Ich hatte vorhin noch vergessen zu erwähnen, dass man auch Pilze mit einkalkulieren darf. Die sind ja eigentlich keine Pflanzen, aber die gelten genauso, weil die liefern ja auch ganz viele wichtige Inhaltsstoffe, zum Beispiel auch das Beta Glucan, welches hilft, den Cholesterinspiegel zu senken und den Blutzucker in Schach zu halten. Das gibt es auch in Haferflocken und Haferkleie. Nein, es kann mal so mal so dauern. Aber wenn ich mir zum Beispiel dann abends einen Eintopf mache, asiatisch sehr gerne mit ein bisschen Miso und dann ist da Tofu mit drin und dann sind da verschiedene Gemüsesorten, mein Zucchini oder auch, lass mich kurz nachdenken, was ich alles reinmache. Also ich mache oft mal Süßkartoffeln, verschiedene Kohl, Brokkoli, dann dieser China Kohl, dieser helle, den mache ich ganz frisch rein. Dann mache ich Koriander rein, mache ich Möhren rein. Also das immer, was man so im Kühlschrank hat und das wird dann eben entsprechend gewürzt. Dann kommt noch ein Schuss Sojasauce dazu und ein bisschen Chili vielleicht oder Sesamöl, je nachdem wie man das geschmacklich hat. Da hat man eben schon auch gleich noch viel mehr Pflanzen. Und deswegen, also auf jeden Fall kommt man auf viele, wenn man Lust hat. Aber man muss sich nicht unter Druck setzen. Es soll ja Spaß machen.

Brigitte Huber 9:06
JULIA ROTHERBL Du hast gesagt Und man merkt gleich, dass der Darm glücklich ist nach ein paar Tagen. Woran merkt man das?

Yael Adler 9:11
Ganz viele meiner Patienten haben Beschwerden. Und zwar wird das dann immer auf Reizdarm reduziert, die haben Blähungen und so. Und wenn man dann einfach mal sich damit beschäftigt, also man muss schon gucken, wenn jemand Darmbeschwerden hat, muss man das immer ernst nehmen. Und natürlich macht man eine Darmspiegelung und eine Magenspiegelung, um auszuschließen, Tumoren, Entzündungen, Divertikel, also Ausstülpungen in die falsche Richtung. Aber ganz oft sieht man nichts. Und die kommen zu mir in die Praxis. Ich bin ja Hautärztin und wir beschäftigen uns ja auch mit Allergologie. Und die kommen, weil sie denken, sie haben eine Lebensmittelallergie und können sie mal einen Allergietest machen? Und dann fragt Welche Lebensmittel vertragen sie denn nicht so? Und dann können sie es oft nicht so zuordnen. Dann kann man zum Beispiel im Blut nachgucken oder auch mit einem Hauttest, worauf reagiert die Person? Und dann fängt findet man ganz oft nichts. Das heißt, ich finde keine Nahrungsmittelallergie. 20 Prozent der Leute glauben, sie hätten eine, aber nur drei bis vier Prozent haben dann tatsächlich auch eine. Und die kann dann auch wirklich zu Symptomen führen. Da muss man dann das Allergen weglassen, den Auslöser. Bei den anderen könnte sein, dass zum Beispiel Laktose nicht vertragen wird, also Kuhmilch, Zucker, da muss man laktosefreie Produkte benutzen oder einfach auch Hartkäse, Da ist dann die Laktose auch abgebaut. Aber es gibt auch Menschen, die haben ja eine Zöliakie. Das ist, wenn man Gluten nicht verträgt. Das ist aber sehr selten. Und ganz oft ist es so, dass die Leute einfach mit diesen vielen Industrielebensmitteln nicht mehr klarkommen. Die kriegen Blähungen dadurch, dass sie zum Beispiel dieses schnelle Industriebrötchen und Brot essen, was es immer an den Bahnhofsbäckereien gibt. Das ist dann nicht lange gegangen. Die Teigführung war nicht lang. Das heißt, es sind viele der blähenden Inhaltsstoffe nicht abgebaut durch den Fermentationsprozess. Und wenn man diese Dinge erst mal weglässt, die einem nicht gut tun und dann hinzufügt, die Dinge, die einem gut tun, nämlich zum Beispiel viele Ballaststoffe, an die man sich vielleicht auch am Anfang erstmal gewöhnen muss, dann spürt man plötzlich, dass Blähungen weggehen, dass Bauchschmerzen weggehen, dass Verstopfung weggeht, dass Durchfall weggeht und dass man einfach einen flachen, glücklichen Bauch hat. Und das nenne ich gerne ein gutes Bauchgefühl. Und wir wissen ja auch, dass es eine Verbindung gibt vom Darm zum Hirn, also die Darm Hirn Achse. Und wir wissen eben auch, dass Depressionen, Autismus, ADHS, Demenz, alles auch im Zusammenhang stehen kann mit der Darmflora. Und die kann sich über Tage und Wochen massiv verbessern. Und dann will eben der Körper, weil er ja auch intelligent ist, immer wieder diese Lebensmittel, die einem so ein Wohlgefühl tun, so wie Rückenstreicheln, das will man auch immer wieder haben und das ist wie Bauchstreicheln.

Stephan Seiler 11:42
Was sind eigentlich Ballaststoffe? Kannst du es ganz kurz erklären?

Yael Adler 11:44
Ballaststoffe hören sich nach Ballast an und eher was Negativem. Mittlerweile sagt man aber, oh ne, ist ganz, ganz, ganz wichtig. Es gibt zwei Arten von Ballaststoffen. Und zwar zum einen die faserigen Ballaststoffe, das sind die, die man so auch wirklich als Härchen oder Fasern oft im Lebensmittel sieht oder auch wenn man sie schon ausgeschieden hat, die dann da unverdaut wieder rauskommen. Und dann gibt es, ach so, und die sind dazu da, natürlich, dass der Stuhl schön geformt ist, die Stuhlwalze möchte den Sphinkter aufdehnen und dann mit Kontrolle von unserem Bewusstsein dann in der Kloschüssel landen. Das heißt, dieses regelmäßige ist auch für Menschen wichtig für die Lebensqualität, dass man auch regelmäßig auf die Toilette kann, sich entleeren kann und dieses auch vollständig. Und da helfen die groben, faserigen Ballaststoffe ganz wesentlich. Und dann gibt es die löslichen Ballaststoffe, die sind Dünger für die lieben Bakterien, also das Fressen. Und die sind auch in vielen pflanzlichen Lebensmitteln versteckt. Mein absoluter Liebling, den habe ich auch hier gleich mal vor Ort, ich darf es mal kurz zeigen, dieses Pulver, ich bin aus Berlin, das sieht aus wie Koks. Es ist aber natürlich kein Koks, sondern kein Koks. Das sind lösliche Ballaststoffe. Meine Lieblinge Akazienfasern, das ist ein Baum, Akazie und das ist sozusagen aus der Rinde der Harz quasi getrocknet und pulverisiert. Und da kann man einen Esslöffel zum Beispiel am Tag entweder in seinen Joghurt mischen oder in sein Müsli oder in ein Glas Wasser und umrühren schnell trinken die Quellen dann im Magen und machen erst mal ein gewisses Sättigungsgefühl. Alleine dadurch, dass meine Patienten das zu ihrem Essen hinzufügen, nehmen sie manchmal einfach sechs Kilo ab. Das sagen sie mir. Also interessant, dass man abnimmt nicht durch weglassen und sich Dinge verbieten, sondern hinzufügen von löslichen Ballaststoffen, die also Quellen, die satt machen, schon ein bisschen vorsättigen und die die Schlankmacher Bakterienflora sich vermehren lassen. Es gibt Patienten oder Menschen, die haben eine Dickmacherflora und die anderen haben mehr überwiegend eine Dünnmacherflora. Und klar, in einer Hungersnot ist das sehr sinnvoll, wenn man Dickmacher Bakterien hat, weil da sind alle längst tot und man selber lebt noch, weil man in der Lage ist, 20 Prozent mehr Kalorien aus dem Essen zu gewinnen und zum Beispiel auch aufs Salatblatt noch Kalorien zu gewinnen in den Zeiten des Überflusses. Allerdings sind diese Menschen natürlich etwas benachteiligt, weil sie wahnsinnig schnell zunehmen. Und die Akazienfasern sind zum Beispiel ein tolles Lebensmittel, was man nehmen kann, um seine Darmflora, die Artenvielfalt insgesamt anzureichern und die gesundheitsförderlichen Bakterien sich vermehren zu lassen. Es gibt viele weitere Lebensmittel, die das können Bittere Salate machen, das Wurzelgemüse, weißer Pfirsich, Wassermelone, Knoblauch, Spargel etc. Es gibt eine ganz große Liste. Ich finde es nur ganz charmant, diese Ballaststoffzufuhr durch Akazienfasern. Wenn man einen Esslöffel nimmt, sind das 5 Gramm Ballaststoffe und die Forderung der Wissenschaft für mehr Gesundheit lasst uns doch bitte 30 Gramm, noch eine dreiig dreiig Gramm Ballaststoffe am Tag schaffen. Und wenn man das mal mit so einer App, mit einer kostenlosen trackt, sieht man, dass man oft nicht auf die Dreiig kommt. Und das ist doof, weil das ist mit mehr Krankheit und Sterblichkeit verbunden. Wenn man aber fünf Gramm hinzufügt, ein Esslöffel Akazienfasern, reduziert man seine Gesamtsterblichkeit um 14 Prozent. Das ist richtig viel.

Stephan Seiler 15:17
Wie hat man das denn rausgekriegt?

Brigitte Huber 15:18
Wie kann man das denn?

Yael Adler 15:19
Man kann es statistisch sehen und zwar geht es da, also wenn man guckt, was Menschen essen und vor Gesamtsterblichkeit bedeutet an allen Todesursachen, also außer jetzt aus dem Fenster stürzen oder so, aber alles was mit Gesundheit zu tun hat, was wiederum beweist, wie relevant die Darmflora für die Gesamtgesundheit für alle Organe einfach ist. Und neben Akazienfasern einem Esslöffel kann man aber auch 2 Esslöffel Haferkleie nutzen oder 3 Esslöffel gekochte Linsen. Und wenn du schaffst 5 Gramm und vielleicht noch mal 5 Gramm mehr zu nehmen, bis du endlich auf die Dreiig kommst, dann hast du jedes mal 14 prozent reduzierung der Gesamtsterblichkeit. Also es ist irgendwie ziemlich g***. Natürlich ist das immer ein Mittel und Ernährungsmedizin ist nie Mathematik, aber das sehr anerkannte und offizielle Zahlen und ich finde das wahnsinnig motivierend.

Brigitte Huber 16:12
Ja, also ich kann mir vorstellen, dass du dich seit Jahren beschäftigst damit, dann kommen immer neue Erkenntnisse und so. Jetzt haben wir jetzt mitgenommen als Hörerinnen und Hörer die 30 Pflanzenstoffe. Dann habe ich mir natürlich auf meinen inneren Zettel schon Akazienfaser super. Und was wäre deine Top 3, wenn ich mit drei Sachen rausgehen will heute?

Yael Adler 16:35
Also wir haben 30 Pflanzen pro Woche. Wir haben 30 Gramm Ballaststoffe am Tag und wir haben gut die Akazienfasern würde ich zu dem Thema Ballaststoffe zählen und ich würde dann eben auf viele bunte Pflanzenfarben noch mal setzen, dass man also noch mal die Farben auch sich anschaut. Und da würde ich auch sehr gerne ein paar Beispiele nennen meiner lieblingsbunten Pflanzen. Zum Beispiel ein Esslöffel Tomatenmark am Tag mit dem roten Farbstoff. Da drin ist Lycopin enthalten. Lycopin kann man gekocht oder pur, also Tomatenmark ist schon gekocht und passiert und konzentriert und dadurch kriegt man eine hohe Konzentration sehr gut bioverfügbaren, also vom Körper nutzbaren Lycopin, welches ganz viele Gesundheitseigenschaften, zum Beispiel Anti Aging und Krebshemmung und Reduzierung von freien Radikalen hat. Freie Radikale ist keine politische Vereinigung, bin ja auch aus Berlin, wie gesagt, sondern das sind aggressive Moleküle, wo ein Sauerstoffatom auch dranhängt und es würde so gerne verbinden mit einem zweiten O. Sauerstoff ist immer O und weil er einsam ist und frustriert, klebt er sich an irgendwelche Gewebestrukturen und macht die damit kaputt. Und Vitamine können das neutralisieren. Oder zum Beispiel das Lycopin ist antioxidativ gegen oxidativen Stress.

Brigitte Huber 17:51
Und nimmst du das jetzt dann einfach einen Esslöffel so aus dem Kühlschrank raus.

Yael Adler 17:55
Und genau, du kannst es in eine Suppe rühren, aufs Brot schmieren, in eine Soße mit reinmachen. Wenn du es jetzt mal einen Tag nicht machst, ist nicht schlimm, aber auf jeden Fall ist das ein ganz wertvoller, sehr preiswerter Gesundheitstipp. Zweitens, wir kommen zur nächsten Beta Carotin, Das ist der orangene Farbstoff aus dem Möhrensaft, auch ein Carotinoid, genauso wie Lycopin, Auch das ist ein Radikalfänger. Es lagert sich in der Haut ab und färbt die Haut leicht orange und dann sieht man nicht aus wie Donald Trump und auch nicht wie ein Möhrenbaby, nicht wie Trump, sondern man hat so einfach einen gesunden Tint. Wenn du guckst oder ihr schauen wollt, ob ihr das habt, dann nehmt ihr eure Handfläche. Hier hängt jetzt noch ein bisschen Koks dran, sorry. Also man nimmt die Handfläche und dann hat man hier so ein bisschen diese Hornknubbel und wenn ihr dann mal schaut, ob die leicht gelblich sind oder auch diese Haut zwischen diesen Fingergelenken, wenn sich da so ein gelber Schimmer ergibt, das sieht man jetzt am PC nicht so gut. Also ich sehe es hier unter meinem Licht bei mir natürlich sehr gut, das ist orangelich gefärbt und dann weiß ich, ah, bei mir lagert viel Pflanzenfarbstoff in der Haut. Und das geht auch übrigens, wenn man Grünkohl isst, der ist zwar grün, aber da ist zum einen Chlorophyll drin, aber zum anderen auch wiederum Beta Carotin. Das wird nur durch das Grüne übertüncht. Also man kann eben ein Glas Möhrensaft mit einem Tröpfchen Öl am Tag zu sich nehmen oder viel Grünkohl essen und dann lagert sich das in der Haut ab. Und das ist sehr interessant. Es verlängert den Eigenschutz der Haut gegenüber der Sonne um das zwei bis dreifache. Wenn also jemand nach zehn Minuten schon raus muss aus der Sonne. Heller Hauttyp, empfindlich Sonnenbrand kann der quasi mit Möhrengesicht 20 30 Minuten in der Sonne bleiben, ohne sich so direkt zu verbrennen und so viele Schäden zu kassieren. Das ist so ein bisschen wie eine leichte Sonnencreme von innen. Und Studien haben herausgefunden, dass Menschen mit einem Möhrengesicht sexier sind als künstlich sonnengebräunte Gesichter. Also diese Gesundheitsinformation wird abgedampft.

Stephan Seiler 19:49
Lasst uns Möhren essen jeden Tag lieber.

Yael Adler 19:52
Trinken als gepresster S***, weil dann hast du mehr von diesen Beta Carotin und dann lagert es sich wirklich stark in der Haut ab. Außerdem die blauen Beeren, die im Tiefkühlschrank am besten, da ist das Vitamin mäßig alles eigentlich noch gut erhalten, aber du hast mehr blaue Farbe, weil du mehr Wildbeeren hast. Diese Anthocyane sind super für die Haut und überhaupt den ganzen Körper. Und dann das Chlorophyll aus dem grünen Blattgemüse oder auch aus dem Matcha Pulver Tee. In dem Matcha Pulver Tee hast du außerdem den Pflanzenstoff epigallocatechingalla drin, der ist auch super zum Abnehmen, anti aging, krebshemmend, cholesterinsenkend etc. Und dann hast du noch aus der Roten Beete Betanin, das ist ebenfalls dieser lila liche Pflanzenstoff, der nicht nur für Haut gut ist, sondern auch für dein Herz Kreislauf System. Und da sieht man, je bunter, desto besser in deinem Buch.

Brigitte Huber 20:41
Geht aber auch leider manchmal darum, was man nicht essen soll. Und da habe ich jetzt die Tage gelesen, ich soll mir gar keine Kartoffelchips kaufen und ich schätze, ich soll sie auch nicht essen. Wenn ich jetzt aber deine Regeln, wenn ich mich nach denen richte, dürfte ich dann manchmal Kartoffelchips essen oder warum sind die so schlecht?

Yael Adler 20:59
Also mein Buch steht an mehreren Stellen. Es gibt keine Zwänge und es gibt keine Verbote bei einer gesunden Ernährung. Der Untertitel heißt klüger essen, entspannter genießen, besser leben. Und es geht bei einer gesunden Ernährung überhaupt nicht um Perfektion, es geht rein um die Balance. Wenn du deinen Körper regelmäßig mit Gutem versorgst, kann der auch mal Kartoffelchips, Chips oder auch mal ein Würstchen vertragen. Aber das darf halt nicht deine Basis sein oder sollte es nicht sein. Das Ding ist, es gibt in unserem Gehirn hier oben ein Suchtzentrum und das springt dann an, wenn du süß isst. Also wenn ganz viel Glukose ganz schnell freigesetzt wird. Das kommt aus der Steinzeit, wo du dann auf der Jagd warst. Plötzlich war da ein Bienenkorb und dein Körper sagte jetzt nimm dir den Honig, weil du weißt ja nicht, wann das nächste Mal Energie für dich vorbeikommt. Also hast du diesen Honig gegessen und fühltest dich glücklich. Also wir haben ein tolles Gefühl, wenn es süß schmeckt. Das Ähnliche passiert, wenn du Fett isst. Das Ähnliche passiert, wenn du Salz isst. Und jetzt überleg dir in der Gibt es da ein Lebensmittel, was sehr süß und sehr fett zugleich ist oder gar sehr fett? Sehr süß und sehr salzig gibt es nicht. Aber Gott sei Dank, unsere Lebensmittelchemiker, die haben das Problem für uns gelöst. Die haben also lauter Lebensmittel kreiert, wo Fett und Zucker zusammenkommt oder sogar Fett, Zucker und Salz. Und das sind die Kartoffelchips. Da ist jetzt nicht Zucker in purer Form, sondern da ist einfach das ist halt ein salziges Produkt, aber aus diesem Mehl kommt also Weißmehl im Grunde ganz aufgeschlüsselt, da kommt einfach diese Glukose ganz schnell raus, als wäre es Zucker. Und wir wissen aus der Forschung, dass vor 200 Jahren die Menschen pro Kopf zwei Kilo Zucker pro Jahr zu sich genommen haben, Aber Heute sind es 70 Kilo Zucker pro Kopf pro Jahr. Und da gehört das Weißmehl. Die schnell freisetzende Mehle, die in diesen Chips auch drin sind, zählt da mit rein. Das heißt, wir haben einen absoluten Suchteffekt, wenn wir diese künstlichen, hochverarbeiteten Lebensmittel zu uns nehmen. Wir können gar nicht mehr aufhören zu essen, weil es hier immer bling bling bling macht. Sucht, Sucht ist weiter. Und genau dafür sind diese Lebensmittelchemiker ja unterwegs. Sie werden dafür bezahlt, dass wir gute Käufer und gute Kunden sind und wir deren Produkte sehr, sehr gerne essen. Und dann sieht natürlich die Lage so aus, dass wir dann auch ganz schnell einfach mal 500 Kalorien pro Tag mehr zu uns nehmen, wenn wir viel dieser hochverarbeiteten Lebensmittel essen.

Brigitte Huber 23:25
Ich verstehe das gut, weil bei den Kartoffelchips ist es so, die Männer in meinem Haushalt, die machen dann gern mal Kartoffelchips auf und dann sage ich, da nehmt sie aber auch mit, weil in dem Moment, wo so eine Tüte auf ist, da kann ich dann ehrlicherweise ganz schlecht widerstehen. Solange die zu ist, geht es noch einigermasse. Aber es ist halt dann wirklich das Suchtzentrum, dass da so ein bisschen getriggert.

Yael Adler 23:46
Wird Auf jeden Fall. Also dein Körper möchte, dass du davon mehr isst und er wird aber leider davon krank, weil du quasi seine normalen, also die normale Evolution oder Physiologie verarscht.

Stephan Seiler 23:58
Aber kann dann der Darm ganz schlecht damit umgehen, also richtig, richtig Schaden an? Oder ist es dann einfach nur so, dass ich dann weniger von dem guten Zeug zu mir nehme, weil ich eben schon so viel Schlechtes in mir habe?

Yael Adler 24:09
Naja, also da ist ja jetzt, wenn du das jetzt verpackt hättest, also Kartoffeln per se, jetzt wenn du da ist ja Kartoffelstärke drin, Kartoffeln werden immer gesünder, je schwieriger diese Stärke rauskommt. Und das ist zum Beispiel, wenn du Pellkartoffeln hast und diese noch erkalten lässt, dann hast du einen niedrigen sogenannten glykämischen Index, dann kommt da wenig Glukose raus und langsamer. Und wir wollen ja nicht immer so Glukose spitzen, weil das ist auch eben in der Natur so recht unphysiologisch. Also der Körper ist darauf ja nicht eingestellt. Auch in den 200 Jahren hat sich unsere Evolution da nicht angekündigt. Das heißt, wir haben Zuckerspitze, dann haben wir eine Insulinspitze, das ist das Hormon aus der Bauchspeicheldrüse, was den Zucker schnell in die Zellen räumt, damit diese Energie haben und der Zucker nicht frei rumschwimmt. Irgendwann, wenn das dauernd passiert, dass man immer wieder solche Spitzen hat, sagt dann der Körper so in guter Berliner Türstehermanier, du kommst hier nicht rein und dann bleibt der Zucker draußen. Und das nennt man Insulinresistenz. Und das ist die Vorstufe vom Typ Diabetes. Und das ist bereits heute eine Pandemie.

Stephan Seiler 25:07
Und wir möchten Menschen in Deutschland betroffen.

Yael Adler 25:11
Also das ist ja weltweit in der westlichen Zivilisation, schau dir die USA an, diese ganzen übergewichtigen Menschen. Und das hat ja dann wieder Folgen auch für die Langlebigkeit und die Gesundheit. Das heißt, in Deutschland geht ja die Langlebigkeit schon wieder zurück, also die Lebenserwartung geht schon wieder zurück, weil zu viele Menschen zu übergewichtig sind. Und wir möchten Lebensmittel essen wollen, auf jeden Fall Energie rauskommt. Wir wollen die Glukose, wir brauchen sie auch, aber das soll ruhig langsam geschehen. Das heißt, wir möchten das in Form von komplexen Kohlenhydraten. Also wir wollen einen nicht so hohen glykämischen Index, dass wir etwas gleichmäßiger versorgt werden mit Energie. Dann ist es auch so, dass wir nicht so viel Insulin brauchen, das ja sehr fleißig versucht, den Zucker wegzuräumen und dann wird der richtig abfallen und viele haben dann gleich wieder Kopfschmerzen, Zittrigkeit, Übelkeit und Heißhunger und essen dann mehr.

Brigitte Huber 26:03
Wenn gehen ja auch mit Menschen jetzt bei diesem Podcast auf die zu, die älter werden. Gibt es denn tatsächlich unterschiedliche Ernährungsregeln für unterschiedliche Altersgruppen oder würdest du sagen, wenn man sich gesund ernährt, ernährt man sich gesund. Punkt.

Yael Adler 26:19
Also Stephan hat ja gerade noch gefragt, ob die Darmflora kacken geht, wenn man so schlechtes Essen isst. Ja, tut. Sie ist dann im A****. Wenn wir zu viel Zucker essen, wenn wir zu viel Salz essen, auch das schädigt die Darmflora. Und zu wenig Ballaststoffe essen, auch das schädigt die Darmflora. Die Darmflora wird auch geschädigt durch den Alterungsprozess per se. Die altert leider auch. Es ändert sich so ein bisschen von den Milchsäurebakterien hin zu den Fäulnisbakterien, aber da kann man gegensteuern. Außerdem schlechterer Schlaf verändert die Darmflora, zu wenig Muskelarbeit verändert die Darmflora. Da viele Medikamente, vor allem auch Antibiotika, verschlechtern die Darmflora. Außerdem Pestizide, Mikroplastik, Nanoplastik, oh mein Gott. All das hat leider einen schlechten Einfluss auf die Darmflora. Das heißt, es ist nicht immer nur eine Sache. Und ja, die Ernährung ändert sich im Laufe des Lebens. Wir haben unterschiedliche Phasen. Wenn wir im Wachstum sind, haben wir mehr Bedarf zum Beispiel an Protein. Aber auch wenn wir alt sind und gegen den Abbau anstinken wollen, auch dann brauchen wir mehr Protein. Die Form des Proteins tierisch oder pflanzlich ist relevant. Walter Delongo, der Altersforscher. Bis Zum Alter von 65 sollte man unbedingt mehr pflanzliches Protein als tierisches essen, weil das hat eine Reduzierung der Gesamtsterblichkeit zur Folge. Wenn wir aber sehr viel tierisches Protein essen würden, könnte das so schlecht sein wie Rauchen. In Hinblick auf die Entwicklung von Zivilisationskrankheiten.

Brigitte Huber 27:58
Scheint jetzt aber auch schon Eier oder Milch muss noch kein Fleisch essen.

Yael Adler 28:02
Genau, es geht hier um tierisch versus pflanzlich. Das tierische Eiweiß und übrigens auch Zucker triggern einen Zellschalter, der heißt M Talk, der geht dann immer an und der macht immer Wachstum, Wachstum, Wachstum und manchmal eben auch zu viel Wachstum in Hinblick auf Zivilisationskrankheiten. Und wenn wir eben immer sehr viel tierisches Eiweiß essen und zu wenig pflanzliches Eiweiß, dann kippt das und dann haben wir zu viel ungünstiges Wachstum. Es geht wie immer um die Balance. Es ist nicht verboten, tierisches Eiweiß zu essen, aber zu viel ist nicht gut. Und ab dem Alter von 65 sagt der Muskelabbau ist so rapide, die Menschen werden hinfälliger, sie kriegen Osteoporose und das ist sehr gefährlich. Und das tierische Eiweiß ist besser bioverfügbar. Das heißt, da kann man schon wieder ein bisschen mehr tierisches Eiweiß essen, damit wir nicht so schnell abbauen. Mit 80 hingegen ist dann die Verdauung von tierischem Eiweiß wieder etwas schwieriger, weil man schon ein bisschen älter ist und Magensaft, Lama und alles Lama. Dann kann man wieder ein bisschen mehr pflanzlich essen. Also es gibt diese Untersuchung, aber ich will euch was von mir erzählen, okay? Also ich will sagen, in der Ernährungsmedizin gibt es viele, sagen wir auch wissenschaftliche Strömungen und die sind nicht immer auf alle verallgemeinbar. Aber ich finde diesen Trend zu verstehen, ja, pflanzliche Eiweiße sind per se eine tolle Sache und man hat dann auch keinen Mangel. Man muss nur die Geschick kombinieren, ist eine tolle Sache. Aber ich bin noch nicht 65 ich bin 80 und ich finde dank meiner Therapien sehe ich sehr gut aus.

Stephan Seiler 29:33
Das ist nicht wahrscheinlich.

Yael Adler 29:37
Ich bin 52 okay. Also eine Frau im kritischen Alter, man muss da schon ein bisschen mehr auf sich aufpassen und da weiß man auch, dass man da durchaus ein bisschen mehr Eiweiß wieder essen soll, weil auch hier Wachstumshormone und Hormone überhaupt und Muskelabbau und dicker werden und All dieses, ich bin ziemlich vegetarisch, also ich esse sehr selten Fleisch, außer wenn ich mal auf einer Grillparty eingeladen bin, dann esse ich das natürlich auch, aber so eigentlich vegetarisch. Und dann habe ich bei mir im Blut geguckt und ich bin eben Ernährungsmedizinerin. Ich weiß, wo alles pflanzliches Eiweiß in tollen Mengen drin ist und ich kombiniere das geschickt. Bei mir hat man gesehen, mein Gesamteiweisswert ist top, aber ich habe ein Aminogramm gemacht, das heißt eine Aminosäure Untersuchung. Das sind die Bausteine, aus denen das Eiweiß im Einzelnen zusammengesetzt wird. Und es gibt neun essentielle Aminosäuren, die müssen wir unbedingt essen, sonst können wir nicht alle Eiweiße, ja, ja, essentiell. Ohne die kann unser Körper nicht alle Eiweiße aufbauen und die müssen wir zu uns nehmen. Und bei mir haben gerade die Aminosäuren gefehlt, die für den Muskelaufbau ganz wichtig sind, sind. Und die habe ich jetzt, musste ich dann ein bisschen mehr Milchprodukte essen und ich esse ein bisschen mehr Eier, weil es hat mit der reinen oder mit der überwiegenden Pflanzenkost bei mir individuell nicht gereicht. Und obwohl ich eben noch nicht 65 bin, habe ich gesehen, okay, so ein bisschen mehr tierisch könnte mir persönlich nicht schaden. Und wenn man da unsicher ist, kann man das ruhig messen. Und das Ding ist ja auch Proteine, die brauchen mehr Energie für die Verstoffwechslung als die anderen Makronährstoffe, sie machen auch länger satt und sie liefern eben Baustoff für die Muskulatur. Und wenn wir jetzt schön hoffentlich im Muskel Muskeltraining sind, weil wir müssen ja dem Abbau entgegenwirken, dafür brauchen wir dann Baumaterial. Und wenn wir die Muskeln stimulieren, ohne denen Baumaterial zu geben, ist doof, aber Muskeltraining ist das Wichtigste. Und meistens kommt man an genügend Aminosäuren ran, aber wenn man das nicht im Blick hat und zu wenig ist, dann neigt man zum fetter werden, weil wenn man nicht genug Muskeln hat und auch nicht genug schläft, dann gibt es mehr Fett und weniger Muskeln. Und das passiert eh von selber, weil wir weniger Wachstumshormone haben. Und dadurch, da beklagen sich gerade viele Frauen in dem Alter, die nehmen einfach auch ein bisschen zu, so um die Hüften Progesteron geht runter, der Bauch wird dicker, das Wachstumshormon geht runter, Muskulatur wird abgebaut, Fett wird aufgebaut. Und da muss man mit Kraftsport dreimal in der Woche und einer guten Aminosäure.

Brigitte Huber 31:59
Dreimal in der Woche ist ja richtig viel, gell? Das ist schon richtig. Du bist auch manchmal eine Spaßbremse, aber das muss man dann so nehmen.

Yael Adler 32:07
Man kann sich ja einen netten Trainer nehmen.

Brigitte Huber 32:09
Ja, ja, selbstverständlich. Ja, ich bin schon bei zweimal die Woche und bin da sehr, sehr stolz auf mich, weil ich finde Kraftsport ist ja so eine Mischung ist langweilig und anstrengend zugleich, oder?

Yael Adler 32:19
Ich weiß nicht. Also ich finde, nö, also ich finde, mir macht es Spaß. Ich gehe mal mit dir gern mit anderen. Ja, und man kann sich auch inspirieren lassen. Es gibt ja auch tolle Apps, die man nutzen kann oder man guckt online, was andere einem so vorturnen. Ich gehe sehr gerne auch zum Pilates, aber ich mache auch wirklich so funktionelles Training. Das ist auch übrigens wichtig. Also Muskelkraftsport, der funktioniert ja so, dass man, sagen wir mal, 3 Sätze macht und innerhalb der 3 Sätze eine Übung 8 mal wiederholt und zwar so, bis der Muskel wirklich echt nicht mehr kann. Also die letzten beiden Male, die müssen so schwer sein, dass man es eigentlich nicht mehr schaffen kann. Nur dann hat man genug Reiz gesetzt, um den Muskel zum Wachsen zu bringen. Und früher sagte man ja immer, Ausdauer, Ausdauer, Ausdauer, geh mal joggen und Radfahren ist auch wichtig für Herz Kreislauf und kleine Blutgefäße und überhaupt, dass man so ein bisschen im Training ist und beweglich ist. Aber dieses Kraftsport, das weiß man mittlerweile, ist ganz wichtig, um diesen Altersabbau entgegenzusetzen. Und es gibt auch eine Kommunikation des Muskels mit der Darmflora über Myokine. Das heißt, die machen auch eine schickere, jüngere Darmflora. Deswegen sehen Sportler auch oft so lange so jung aus, weil die eben ganz viele tolle Stoffe in ihrem Körper produzieren, die auch zum Beispiel freie Radikale, neutral. Die müssen nur Sonnenschutz benutzen.

Brigitte Huber 33:35
Ich stelle jetzt eine Frage für den jungen Mann in diesem Raum auch. Du hast vorher schon erwähnt, du bist 50 geworden vor zwei Jahren und der ist nämlich Hypochonder bekennender. Und wir wissen von dir, du bist auch so ein kleiner Hypochonder. Wie ist denn das für so ein Hypochonder 50 zu werden. Ist das schwieriger noch als für andere?

Yael Adler 33:56
Ne, also ich meine, für Menschen ist es ja grundsätzlich irgendwie kränkend, eine narzisstische Kränkung letztendlich, dass wir altern, krank werden und irgendwann sterben, das ist, glaube ich, für alle schwer. Und als Hypochonder habe ich Angst vor Krankheiten und vor dem Tod und ich habe irgendwie das Gefühl, ich habe noch so viel vor, möchte noch so viel lernen und ausprobieren und kennenlernen und dass das sozusagen abläuft, diese Zeit. Und das finde ich irgendwie schwierig. Ich habe auch Angst vorm Funktionsverlust und vom Schwachwerden, aber ich habe ja auch. Aber mein Trick ist halt, mein Trick, also meine Methode damit umzugehen ist halt sehr viel Sport zu machen. Also was heißt, ich arbeite ja auch viel, aber ich mache halt sehr regelmäßig Sport, weil ich das Gefühl habe, da hast du irgendwie was selber in der Hand, du kannst selber gestalten. Und wenn ich spüre, dass ich Übungen kann und dass ich einen Kraftzuwachs habe oder auch mich weiterentwickle, also trainierter werde, dann habe ich das Gefühl, mein Körper ist im Aufbau und nicht im Abbau und das gibt mir irgendwie ein gutes Lebensgefühl. Und ich mache ja weitere Maßnahmen. Ich messe mein Blut, ich nehme Mikronährstoffe, ich versuche meinen Schlaf zu optimieren, Stressmanagement klappt noch nicht so gut, ich versuche mich immer möglichst mit guten Menschen zu umgeben. Meistens gelingt es das, Familie, Freunde und bei der Arbeit versuchen, irgendwie auch nette Patienten zu haben. Also sowas kann man ja alles machen. Und Hormone, also für Frauen in der kritischen Phase, bioidentische Hormonersatztherapie, eine ganz tolle, wichtige Methode, um jung zu bleiben.

Stephan Seiler 35:18
Und so tut man was in Wechseljahren.

Yael Adler 35:20
Ja, also zumindest ab der Menopause. Genau, also Wechseljahre sind ja so 40 bis 50, da muss man jetzt noch nicht unbedingt Hormone nehmen. Aber ab dem Moment, wo die Hormone ausbleiben, also der Zyklus ausbleibt, die Eier alle, alle sind, ist es sehr sinnvoll mit bioidentischen Hormonen zu arbeiten, auch wenn man keine Beschwerden hat im Übrigen. Da ändert sich jetzt gerade die Haltung, weil man sieht, dass Frauen dann langsamer und gesünder altern, denn die Hormone schützen an ganz vielen Stellen und diese alte Angst, die immer eingeredet worden ist, dass die irgendwie Krebs machen würden, die ist ja auch schon verlassen worden. Also diese Hormone sind nicht kanzerogen und nicht mutagen. Das heißt, sie machen keinen Krebs und machen auch keine Erbgutschäden, sondern das Progesteron zum Beispiel hilft ja beim Stoffwechsel, dass der Bauch nicht so anwächst, hilft beim Schlaf, dass man besser regeneriert und das ist ein großer Gesundheitsfaktor. Es hilft auch bei der psychischen Resilienz, also dass wir nicht so shaky werden und unsicher und mein Gehirn lässt mich so, man wird so ein bisschen fluffy, wenn dieses Hormon fehlt. Und das Östrogen hilft natürlich auch genauso wie das Progesteron auch mit gegen Osteoporose, was ja für Frauen, aber übrigens auch für Männer ein Problem. Und die Östrogene helfen. Was ist das genau, die Osteoporose Knochenbrüchigkeit, ja, dass die schwach werden und das hat was mit Vitamin D, Calcium, Phosphat zu tun, mit Magnesium, mit Silizium, mit Kraftsport, aber ganz wesentlich auch mit den Hormonen. Und das Östrogen hilft auch, dass die Herz Kreislauf Gesundheit bestehen bleibt, dass man weniger Demenz bekommt, dass man keine Herzrhythmusstörungen hat und dass die Gelenke nicht so wehtun, dass die Haut schöner Kollagen bewahren, dass die Haare besser wachsen und dass einfach weniger Entzündungen im Körper stattfinden. Und das sind alles Anti Aging Faktoren oder Langlebigkeitsfaktoren. Da muss man nicht so große Mengen Hormone nehmen, aber so, dass es der Frau gut geht oder dass man auch die Spiegel sonst sich mal anguckt. Wichtig ist beim Östrogen, Brustspannen bedeutet ein bisschen zu viel genommen und beim Progesteron, wenn jetzt eine Frau Pickel bekommt oder Haarausfall, dann hat man auch ein bisschen zu viel genommen. Also das kann man auch individuell dosieren.

Stephan Seiler 37:25
Das Projekt Langlebigkeit, neudeutsch Longevity genannt, das scheint, wenn man dir zuhört, die Bücher liest und so weiter, reizvoll zu sein, aber auch wahnsinnig kompliziert bzw. Anstrengender wie so ein Fulltime Job zu sein.

Yael Adler 37:40
Diese Verrückten, die sich den ganzen Tag perfektionieren und angestrengt dem Zug des ewigen Lebens hinterherrennen.

Stephan Seiler 37:48
Viele sagen auch, dass es so teuer ist. Also das muss man sich auch erstmal leisten, diese ganzen Hormone und auch die ganze Vielzahl an Lebensmitteln. Also was sagst du denn den Kritikerinnen und Kritikern?

Yael Adler 38:00
Ja, also erstmal sagt man, dass die Wissenschaft sich entwickelt und dass es immer neue Dinge gibt, die teilweise bleiben und wieder gehen auch zum Teil, dass man nicht jedem Trend hinterherlaufen muss. Alleine durch Lebensstil gelingt es, 22 Lebensjahre zu gewinnen. Und natürlich durch negative Lebensstilmassnahmen viele Jahre auch wieder zu verlieren. Zum Beispiel wer regelmäßig raucht, verliert statistisch gesehen neun Jahre, wer zu viel Alkohol trinkt, fünf Jahre, wer hohen Blutdruck hat fünf Jahre und so. So kann man verschiedenen Faktoren Punktabzug zuordnen und vielen Faktoren lebensverlängernde Effekte zuordnen. Zum Beispiel eine Handvoll Nüsse ist statistisch gesehen mit zehn Jahren mehr Leben verbunden.

Brigitte Huber 38:42
Pro Tag, wenn du es pro Tag.

Yael Adler 38:45
Und wenn du die großen Säulen im Blick hast, wie eine gesunde, pflanzenbasierte Kost, regional und saisonal, ohne hochverarbeitete Lebensmittel, das ist überhaupt nicht teurer. Im Gegenteil, du sparst ja auch an Krankheitskosten und Tabletten, die du nehmen musst und Ausfall bei der Arbeit. Nein, überhaupt nicht. Also gesunde Lebensmittel zu essen muss nicht teuer sein. Und selber kochen ist auch billiger, als sich ständig irgendwas zu kaufen. Also die großen Säulen sind die Ernährung, ist die Bewegung, auch die gibt es kostenlos. Man muss nicht in ein Fitnessstudio gehen, man kann ganz viel mit seinem eigenen Körpergewicht machen oder sich so Equipment selber holen und vor vom Handy turnen, also Bewegung. Dann haben wir den Schlaf, auch der kostet nicht so viel. Und die guten menschlichen Kontakte, auch die gibt es gratis. Und Einsamkeit ist ein ganz schlimmer lebensverkürzender Faktor. Und da gibt es aber gute Nachrichten. Du musst auch als Single keine Angst haben, dass du kürzer lebst. Du darfst auch Freunde haben, die gelten genauso, manchmal sogar mehr. Eine toxische Beziehung kostet mehr Lebensjahre, als man gewinnt. Und wenn es aber eine schöne harmonische Beziehung ist, dann rettet sie Leben und dann wird man langlebig. Aber du kannst auch als Single 30 verschiedene Menschen kennenlernen. Interessant immer diese Dreiig und einen Freund gewinnen. Das sagt Ein bekannter Psychologe, Dr. Krüger. Du kannst also immer in jeder Lebensphase, wenn du auf Menschen zugehst, neue Freunde dazugewinnen und nicht mehr einsam sein. Das heißt, geh in Vereine, geh ins Museum, geh in irgendwelche Volkshochschulkurse, mach, worauf du B*** hast und dann findest du Gleichgesinnte. Es muss ja nicht mal mit einer.

Stephan Seiler 40:18
App sein, egal wie alt ich bin. Das geht immer. Ja, natürlich, weil viele in meinem alter mit Mitte 40 sagen, ach, es ist gerade, wenn sie nach Berlin ziehen, in andere Großstädte, dann höre ich immer wieder, dass sie vereinsamen, dass sie kaum jemanden kennenlernen, dass es so schwierig ist, Anschluss zu finden, dass die Einheimischen schon alle ihre Freundinnen und Freundinnen haben und dann haben sie vielleicht noch Kontakt zu den Eltern von ihren schulpflichtigen Kindern, fühlen sich da vielleicht auch nicht mehr so wohl. Ist dann vielleicht auch gar nicht so einfach für manche.

Yael Adler 40:48
Das kann sein, dass eine Großstadt manchmal auch nicht sehr sozial ist. Das stimmt. Und trotzdem, glaube ich, darf man auch ein bisschen rausgehen und gucken. Also ich sehe zum Beispiel, wenn ich in meinen Pilates Kurs gehe, da sind immer nette Leute und mit denen kann man sich super unterhalten und dann sagen, komm, lass uns was trinken gehen oder so etwas. Oder auch bei der Arbeit, da gehen Leute zum Sport oder verabreden sich zum Wandern und dann kann man sie kennenlernen. Das darf man auch als Challenge sehen. Also offen bleiben, neugierig bleiben, Menschen Fragen stellen, ihnen zuhören, sich für sie interessieren und das kann eine gute Basis sein, dass man dann da eine Beziehung entwickelt. Klappt nicht immer, aber man sollte nicht die Großstadt und dann bin ich einsam. Ich glaube, man hat immer Optionen. Aber ich gebe zu, dass Social Media, also ich finde, wenn man so in der Bahn sitzt und alle gucken nur in ihr Handy, da kann man gar nicht mehr. Das ist schon ein bisschen schwieriger. Aber ich glaube, es ist nicht unmöglich.

Brigitte Huber 41:41
Du bist Dermatologin und wir wollen heute auch viel über die Haut sprechen. Was hat dich an diesem Beruf gereizt?

Yael Adler 41:49
Die Haut ist ein Netzwerkorgan, Die hat mit allem zu tun, mit der Umwelt, mit dem Klima, mit den Mitmenschen, aber auch mit allem in uns. Also mit der Organgesundheit, der Darmflora, den Mikronährstoffen, den Hormonen, dem Nervensystem, der Psyche und auch der Sexualität. Ich finde also dieses Faszinierendste aller Organe kann man nur verstehen und auch gut behandeln, wenn man alle diese Bereiche mit betrachtet, sodass es immer sich lohnt, über den Tellerrand zu schauen und ganzheitlich zu arbeiten. Und als Hypochonder möchte man natürlich die Welt des Körpers, des Universums verstehen, weil falls mal was ist, dass man rechtzeitig erkennt, wie man dagegen steuert. Und deswegen habe ich Medizin studiert, weil ich hoffte, Tipps, Geheimtipps zu finden, niemals zu erkranken, niemals zu sterben. Dann habe ich festgestellt, doch, doch, es gibt noch viel mehr Krankheiten, das hättest du gar nicht gedacht und irgendwie schrecklich. Ach so, ja, aber trotzdem ist es schön, denn ich habe natürlich als Hypochonder auch ein ganz tolles Netzwerk von anderen Fachrichtungen und auch natürlich Dermatologen, aber tolle Kollegen. Und da merkt man, wie schön es ist, Schwarmintelligenz walten zu lassen, um Gesundheit besser zu praktizieren und zu verstehen. Und ich finde, dass ich als Hautärztin eben privilegiert bin, weil ich mit allen Organen und allen Fachrichtungen zu tun haben darf.

Brigitte Huber 43:01
Und sich wohl in der Haut fühlen, das ist ja so ein Begriff, hat auch tatsächlich viel mit unserer Haut zu tun, oder? Ich meine, es ist ja auch im übertragenen Sinne, wenn man sich wohl in seiner Haut fühlt, dann macht es auch was aus, mit welchem Mensch man sich umgibt wahrscheinlich, ob man gerade eine gute Verdauung hat, all dieses. Aber es hat letztlich auch mit unserer.

Yael Adler 43:20
Haut zu tun, da hast du recht. Die Haut ist ja auch für jeden sichtbar. Das heißt, Menschen mit Hautkrankheiten sind stigmatisiert. Menschen gehen oft auf Abstand, wenn sie kranke Haut sehen, weil sie irgendwie so instinktiv als Steinzeitwesen glauben, sie könnten sich anstecken und ihren Stamm auch womöglich gefährden, obwohl viele Hautkrankheiten ja eben gar nicht ansteckend sind. Aber dieser Urreflex ist schlimm und ist sehr kränkend und verletzend für die Betroffenen. Und es ist umso erfüllender, wenn ich als Hautärztin ihnen helfen kann. Und ich sehe, dass das nur mit Kortisonschmieren und Antibiotika nicht klappt, weshalb wieder die Ernährung und der Lebensstil ins Spiel kommt, weshalb ich auch Ernährungsmedizinerin geworden bin, weil ich dann endlich die Haut nachhaltig, nachhaltig heilen kann, indem man der Haut diese ganzen Baustoffe, Makronährstoffe und Mikronährstoffe zufügt. Und man wundert sich, wie groß der Einfluss ist. Also es gibt Ja, so Leute, auch in der Wissenschaft, die diese ganzen Nahrungsergänzungsmittel, ist ja alles nur Quatsch. Wenn du Leuten Omega Fettsäuren gibst und dann drei Monate lang das machst, dann gehen einfach so viele Entzündungen zurück. Wenn du ihren Vitamin Vitamin D Spiegel korrigierst, ihren Zinkhaushalt normalisierst, das Selen wieder auffüllst und mal im Blut guckst, was denn sonst noch so fehlt. Ich erzähle euch eine geschichte. Patient vor zwei Jahren, 50 Jahre alt, isst alles gesund, keine Krankheiten, keine Medikamente, hat auf dem Oberarm hier so einen roten Flatschen, rot schuppig. Was ist das Ekzem, Was gibt die Hautärztin? Cortisoncreme. Cortisoncreme hat nicht geholfen, Adler ist immer noch da, sage ich, okay, wir nehmen eine Probe, schick die Probe dem Pathologen. Der Pathologe, ja, ekzemartig, doch, doch. Und ich scheiße, was kann das sein, wenn das nicht auf Kortison anspricht? Also gucken wir im Blut, weil es könnte sein, dass er einen Zinkmangel hat. Häufig haben Menschen eine Neurodermitis, die gar keine ist, kriegen immer Cortison, hilft alles nicht und dann ist es nur Zinkmangel. Gibst du den drei Wochen Zink und schon heilen die ab, muss man Halt mal für 5,81 diesen Wert bestimmen. Also am besten noch mehrere andere, dann kommt man auf mehr von der Summe her. Aber es lohnt sich so bei dem. Also nachgeguckt, was hat er gehabt? Biotinmangel. Biotin ist in pflanzlichen und in tierischen Lebensmitteln hat man eigentlich nicht so schnell einen Mangel. Aber es gibt, sehe ich öfter, hab ihm Biotin gegeben als Nahrungsergänzungsmittel. Zack, drei Wochen später schreibt er, Frau Adler, mein Ekzem ist abgeheilt. Jetzt vor kurzem kam er wieder in die Praxis und ist was ganz Schreckliches. Der Neurologe möchte bei mir gucken, Hirnwasser, Nerven, MRT, irgendwas Neurologisches. Ich hab was Schreckliches. Schauen Sie bitte, kann es sein, dass ich eine Allergie auf dem Rücken habe? Es fühlt sich an, als hätte ich tausende von abgeschnittenen kleinen Haaren, die in der Haut stecken. Ich gucke mir den Rücken an, ich sehe gar nichts, sieht alles super aus. Sie haben nichts, aber sie hatten doch damals diesen Biotinmangel. Wollen wir mal gucken, vielleicht haben Sie jetzt so einen B Mangel oder einen B Mangel? Das hat doch so mit Nerven zu tun, gucke ich nach. Ne, der hat schon wieder einen Biotinmangel. Typisch Mann damals. Die Sache war erledigt, der war genesen, hat er vergessen, hat er nicht weitergehen. Jetzt zwei Jahre später, alles wieder leer. Nerven haben darunter gelitten. Ich habe ihm wieder Biotin gegeben. Drei Tage später schreibt Alles abgeheilt, es geht mir wieder gut. 2 Wochen weitergemacht, nach 2 Wochen wieder abgesetzt.

Brigitte Huber 46:27
Nein, das glaube ich.

Yael Adler 46:28
Die Symptome. Ja, die Symptome kamen wieder. Was der Beweis Dieser Mann, egal wie gesund er ist und wie gesund er sich ernährt, braucht einfach zeitlebens offensichtlich Biotin, damit er gesund ist, dass die Haut gesund ist, das Nervensystem gesund ist, Schleimhäute gesund sind. Und ich will nur manchmal und sehr oft, jeden Tag sehe ich es, dass Mikronährstoffmängel bestehen bei Menschen im Blut und wenn man die auffüllt, werden sie gesund ohne Medikamente. Natürlich gibt es trotzdem Krankheiten, Es gibt Krebs und Autoimmunerkrankungen und es gibt so viel Schreckliches. Aber erstmal bitte um die Basis kümmern, die einstellen und dann hat man schon ganz viel Krankheit einfach weggeixt.

Brigitte Huber 47:08
Und es kann dann auch sein, dass das gar keine Ursache in dem Sinn hat. Also ich weiß zum Beispiel, ich habe immer Eisenmangel gehabt, weil ich eben kein Fleisch gegessen habe.

Yael Adler 47:18
Und weil du eine menstruierende Frau bist natürlich. Also Frauen, die menstruieren, verlieren Eisen.

Brigitte Huber 47:23
Da würde ich fast sagen wahr. Genau. Und tatsächlich hatte das die Ursache. Aber es kann auch sein, dass du Nahrungsergänzungsmittel brauchen könntest, obwohl es gar keine Ursache für den Mangel gibt.

Yael Adler 47:36
Ja, und vielleicht hat aber dieser Herr mit dem Biotinmangel irgendeine Ursache, die wir nicht kennen. Vielleicht irgendeinen Transporter, der das nicht gut in den Körper fährt. Ich kann es dir nicht sagen. Man hat ja auch noch nicht immer alles entdeckt und wird nicht im Einzelnen immer alles finden. Also das ist offensichtlich seine Schwäche. Die meisten von uns haben einen Omega Fettsäuremangel, weil wir nicht jeden Tag Seefisch essen. Und wir sehen aber, dass sich die Omega-Fettsäuren in unsere Zellmembran ein. Ich will das mal sagen, als wenn du immer nur tierische fette Wurst oder Schinken und überhaupt fettes Fleisch oder auch Sahne und Butter und so, dann hast du Fettsäuren, die sind wie Latten, ganz gerade, S******* haben die ganz gerade und die setzen sich so in die Zellmembran. Und jetzt kommst du mit den Omega Fettsäuren, die sind mehrfach ungesättigt, die haben lauter Knicks in ihrem S******, das heißt, die setzen sich auch in die Zellmembran, aber haben Knicke. Und dann geht nicht mehr der Lattenzaun einfach so weiter, sondern dann wird der plötzlich da knickerig und dann fängt er an zu fließen und plötzlich werden die Zellmembranen fluide und das macht, dass die Blutgefäße weicher werden und besser den Blutdruck abfangen können, ohne hohen Blutdruck zu machen. Und die kleinen Zellen werden plötzlich flutschiger und gehen überall und machen eine bessere Durchblutung. Außerdem machen die Omega-Fettsäuren 30 40 Prozent der Zellmembranen im Gehirn aus und sind daher wichtig für ein gesundes Gehirn. Antidemittel und sie machen Antientzündung, sind gut fürs Herz Kreislauf System, die Haare wachsen besser, die Haut ist besser, alle Funktionen im Körper arbeiten besser mit Omega 3 und wenn du zu wenig hast, kannst du damit leben, aber du kannst eben nicht so gut damit leben. Deswegen sollte man darauf achten.

Stephan Seiler 49:14
Ihr Lieben, wir wissen, ihr habt nicht ewig Zeit, deshalb haben Brigitte und ich uns dazu entschieden, aus diesem wunderbaren Interview mit Yael Adler zwei Folgen zu machen. Die erste Folge habt ihr gerade gehört. In der kommenden Woche hört ihr dann Folge 2 des Interviews mit Yael Adler. Dann wird es gehen um das was schmieren wir uns alles so auf die Haut ins Gesicht und an andere Körperstellen? Ist das sinnvoll oder kann das weg? Wie schaut's aus mit dem Duft, den wir versprühen? Was müssen wir dafür zu uns nehmen, damit wir besser duften? Sehr interessanter Aspekt. Und ist das Dusch Ritual, was wir uns so gönnen, wirklich das Richtige? Auch darüber haben wir gesprochen und Yael Adler hatte eine sehr explizite Meinung zu. Also freut euch drauf. Nächste Woche Mittwoch erscheint die Neue Folge, Teil 2 des Interviews mit Dr. Yael Adler, Dermatologin und Bestsellerautorin. Das war die Sache mit dem Älterwerden. Der Podcast mit Brigitte Huber und Stephan sagt Sounddesign und Musik. Leo Ebert klang Alina Savalis. Diese Folge entstand in Kooperation mit Auf die Ohren. Die Sache mit dem Älterwerden erscheint mittwochs auf allen gängigen Podcast Plattformen. Folgt uns, abonniert uns, dann verpasst ihr keine Folge. Wenn ihr uns Feedback schicken wollt, egal ob positiv oder negativ oder wenn ihr Themenvorschläge für uns habt, schreibt uns gerne oder schickt uns eine Sprachnachricht, besucht unseren Instagram Kanal oder schickt uns eine E Mail. Alle Infos dazu findet ihr auch in den Shownotes.

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Folge

5

·

39 Min.

Mit

Yael Adler

Was (und was nicht) soll auf unsere Haut, damit wir länger jung aussehen? (2/2)

Impulse aus dieser Folge

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Zum Ausprobieren

Vielfalt schlägt Menge: Wer viele verschiedene Pflanzen isst, hat ein vielfältigeres Darmmikrobiom als wer wenige isst. Die Merkregel von 30 Sorten pro Woche ist dafür ein Anhaltspunkt, keine Grenze. Belastbar ist der Richtwert der DGE von mindestens 30 g Ballaststoffen am Tag, erreicht werden in Deutschland im Schnitt 18 bis 19.

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Zum Ausprobieren

Bis etwa 65 darf das Eiweiß überwiegend aus Pflanzen kommen, sagt Yael Adler.

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Ab etwa 65 kommt es darauf an, dass genug gut verfügbares Eiweiß dabei ist, auch tierisches. Yael Adler sieht darin den Schutz gegen Muskelabbau.

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Vielfalt schlägt Menge: Wer viele verschiedene Pflanzen isst, hat ein vielfältigeres Darmmikrobiom als wer wenige isst. Die Merkregel von 30 Sorten pro Woche ist dafür ein Anhaltspunkt, keine Grenze. Belastbar ist der Richtwert der DGE von mindestens 30 g Ballaststoffen am Tag, erreicht werden in Deutschland im Schnitt 18 bis 19.

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Ab etwa 65 kommt es darauf an, dass genug gut verfügbares Eiweiß dabei ist, auch tierisches. Yael Adler sieht darin den Schutz gegen Muskelabbau.

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Bis etwa 65 darf das Eiweiß überwiegend aus Pflanzen kommen, sagt Yael Adler.

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Bis etwa 65 darf das Eiweiß überwiegend aus Pflanzen kommen, sagt Yael Adler.

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Lösliche Ballaststoffe aus dem Harz des Akazienbaums, in Joghurt, Müsli oder Wasser; Alternativen: 2 EL Haferkleie oder 3 EL gekochte Linsen – Yael Adler, Folge 4

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essen

Beta-Carotin lagert sich in der Haut ab und verlängert den Eigenschutz gegen Sonne um das Zwei- bis Dreifache – Yael Adler, Folge 4

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mensch

Altersforscher – bis 65 mehr pflanzliches als tierisches Protein, ab 65 wieder mehr tierisches, mit 80 wieder pflanzlicher

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Chiasamen, Leinsamen, Hanfsamen, Weizenkeime, Akazienfaser und Flohsamenschalen – sechs Pflanzenpunkte auf Quark, Joghurt oder Haferkleie – Folge 4

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Aufgeschäumt mit Wasser; enthält Chlorophyll und Epigallocatechingallat – Yael Adler, Folge 4

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Psychologe – Faustregel „30 Menschen kennenlernen, einen Freund gewinnen“, in jeder Lebensphase möglich

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Zitate aus dieser Folge

Deswegen habe ich Medizin studiert, weil ich hoffte, Tipps, Geheimtipps zu finden, niemals zu erkranken, niemals zu sterben.

Yael Adler

Folge

4

·

Als Hypochonder habe ich Angst vor Krankheiten und vor dem Tod. Und ich habe irgendwie das Gefühl, ich habe noch so viel vor, möchte noch so viel lernen und ausprobieren und kennenlernen.

Yael Adler

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Huber & Seiler

Die Sache mit dem Älterwerden.

Klüger älter werden, ohne sich jünger machen zu müssen.

Ein unabhängiger Podcast von Brigitte Huber & Stephan Seiler.

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Die Sache mit dem Älterwerden.

Klüger älter werden, ohne sich jünger machen zu müssen.

Ein unabhängiger Podcast von Brigitte Huber & Stephan Seiler.