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64 Min.

Wie ist das Leben mit 76, Jan Hofer?

Er war mehr als drei Jahrzehnte das Gesicht der Tagesschau, aber wer glaubt, dass Jan Hofer mit 76 Jahren den Ruhestand auf dem Sofa genießt, der irrt gewaltig.

Lebensgestaltung

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Eine Folge über Mut zur Veränderung, die Freiheit des „Neinsagens“ und das Geheimnis, wie man im Kopf 10 Jahre jünger bleibt. Wenn es nach Jan Hofer geht.

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  • 00:00 Intro

  • 05:55 Drohnen statt Kältekammer

  • 08:07 Warum „Nein“ das neue „Ja“ ist

  • 09:39 Dschungelcamp & die Sache mit der Kontrolle

  • 13:59 Älterwerden als Zumutung, Kräfteverfall und Disziplin

  • 18:29 Reißleine ziehen nach der Tagesschau

  • 25:55 Social-Media-Phänomene

  • 29:22 Spätes Vatersein: Wie ein 10-jähriger Sohn den Blick auf die Welt verändert

  • 31:47 Kommunikation zwischen Generationen: manchmal lieber schweigen?

  • 39:23 Bildung & Technik: Churchill-Biografien und Gadget-Liebe

  • 45:03 Premiere: Die Jan Hofer Modekollektion kommt!

  • 51:23 Bleib du selbst!

  • 53:37 Entweder/Oder: Zwischen früher Vogel und Lebensenergie

  • 1:00:59 Outro mit Brigitte und Stephan

Transkript zur Folge

Jan Hofer 0:41
Man ist einfach nicht mehr jung. Man ist vielleicht jung im Kopf, aber man muss auch ein bisschen aufpassen, dass man nicht zum Berufsjugendlichen wird. Mir sagen die Leute Mensch, du bist jünger im Kopf als viele junge Leute, die ich kenne. Ich glaube auch wirklich, dass es so ist, weil ich mich halt für unfassbar viele Dinge interessiere. Also ich versuche gerade das ein bisschen wieder gut zu machen, was ich als junger Vater bei meinen älteren Kindern versäumt habe.

Stephan Seiler 1:05
Heute in Huber Seiler, die Sache mit dem Älterwerden haben wir jemanden zu Gast, dessen Stimme und Gesicht in Deutschland fast jeder kennt. Jan Hofer, 35 Jahre lang hat er die Tagesschau moderiert, war sogar ihr Chefsprecher gewissermaßen So was wie Mr. Tagesschau. Nach dem Abschied von der ARD ist er mit über 60 noch mal zu RTL gewechselt.

Brigitte Huber 1:27
Ja, und jetzt macht er mit Mitte 70 noch mal was ganz anderes und geht auf Tournee mit seinem eigenen Bühnenprogramm.

Stephan Seiler 1:35
Er hat vier Kinder. Das älteste ist 42 Jahre alt, also kaum jünger als ich. Das Jüngste ist wesentlich jünger, hat nämlich mit 65 Jahren noch mal ein Kind bekommen bzw. Seine Frau, die hat sie eigentlich bekommen. Heute wollen wir mit Jan Hofer über ziemlich viel reden, so worüber Brigitte ja

Brigitte Huber 1:55
zum Beispiel wie es ist, wenn man mit Mitte 70 noch mal was ganz ganz Neues startet. Aber auch über Momente, wo einem der Körper oh, das mag ich jetzt nicht mehr so gerne. Übers späte Vatersein natürlich. Und auch darüber, was er inzwischen über das Älterwerden gelernt hat.

Stephan Seiler 2:15
Auch über ein neues Projekt von ihm wollen wir reden. Eines, das von seinem bisherigen Weg völlig abweicht. Mehr soll jetzt hier noch nicht verraten werden.

Brigitte Huber 2:24
Ich bin Brigitte Huber,

Stephan Seiler 2:28
ich bin Stephan Seiler und das ist die Sache mit dem Älterwerden. Jan mit 75 fangen ja viele an, kürzer zu treten. Du machst das erste Bühnentournee voller Terminkalender, präsent wie eh und je. Woher kommt dieser Drang, gerade jetzt mehr statt weniger zu tun?

Jan Hofer 2:54
Also ich fühle mich nicht so alt, wie ich bin. Ich fühle mich weitaus jünger. Ich hab auch so einen Fitnessarmband. Das sagt mir auch, dass ich jünger bin, als mein Alter mir das vorschreibt. Und ich denke überhaupt nicht daran, alt zu werden. Ich habe ja noch, wie ihr wisst, einen kleinen Sohn, der ist jetzt 10, der fordert mich, der hält mich jung. Ich bin sehr interessiert an dem, was auf der Welt passiert und ich möchte alles mitnehmen.

Brigitte Huber 3:17
Es ist ja so ein kleiner Rollentausch, der dir jetzt bevorsteht. Also du warst ja jahrzehntelang die Stimme, die Deutschland um 20 Uhr gesagt hat oder dann auch später zu anderen Zeiten, was passiert ist. Und jetzt wirst du ja quasi auch ein bisschen zur Nachricht, vielleicht jetzt nicht für die Tagesschau, aber durchaus für andere Kanäle. Wie fühlt sich das denn an, auf einmal selber zur Show zu werden?

Jan Hofer 3:42
Das war ja schon immer so, das hat man vielleicht nicht so mitbekommen, aber ich habe ja immer einer sehr hohen Sozialkontrolle unterlegen. Also ich konnte ja viele Dinge einfach nicht machen. Und wenn ich mal was gemacht habe, dann sind auch die Boulevardmedien gern darauf eingestiegen. Das heißt, man hat sich dann schon darauf eingestellt, jetzt ziehe ich das ein bisschen für mich, für meine sozialen Kanäle, für Instagram, TikTok und was es alles so gibt, weil das eben die Aufmerksamkeit benötigst du, um da Erfolg zu haben. Sonst braucht man es nicht zu machen.

Brigitte Huber 4:11
Viele Menschen haben ja eher Angst, auch auf die Bühne zu gehen, weil klar, dann setzt man sich ja unter Umständen auch Kritik aus. Würdest du die Leute trotzdem ermutigen? Traut euch das?

Jan Hofer 4:21
Nö, ich finde, man muss ja nicht auf die Bühne gehen. Also wer auf die Bühne geht, der ist halt selber schuld. Aber man muss ja nicht. Ich meine, das Leben ist ganz schön, auch ohne Öffentlichkeit. Also ich lebe ja auf Mallorca, wie ihr wisst. Ich werde immer wieder gefragt, ob es mich stört, dass Leute mich ansprechen. Natürlich stört es mich nicht, aber hier auf Mallorca zum Beispiel sprechen sie mich nicht an, weil sie mich gar nicht kennen, Außer vielleicht ein paar deutschen Touristen, die mir über den Weg laufen. Aber wir bewegen uns hier auch in einem sehr spanischen Umfeld. Also ich lebe hier sehr anonym und ich kann da sehr, sehr gut mit leben. Also ich kann auf Bühne privat sehr gut verzichten.

Brigitte Huber 4:55
Lass uns mal über das Thema, ich sage jetzt mal, Neustart sprechen. Also bei mir war es so, ich habe mit Ende 50 bin ich eben aus meinem Chefredakteurinnen Korsett ausgestiegen, das heißt Korsett, das war auch ganz, ganz toll und habe schon ein Stück weit noch mal so einen Neuanfang gemacht. Das hat mich auch so beschäftigt, dass ich ein Buch darüber schreiben musste, wie es ist, 60 zu werden und das irgendwie alles wegzuatmen. Du machst ja jetzt auch, es ist ja auch wenn es eine Weiterentwicklung ist von etwas, was du vorher schon gemacht hast, ist es auch ein Stück weit schon noch mal ein Neustart. Hast du das Gefühl, dass Alter solche Sprünge und Versuche leichter macht?

Jan Hofer 5:32
Nein, glaube ich nicht. Ich glaube, es wird schon schwieriger, weil man natürlich, man ist einfach nicht mehr jung. Man ist vielleicht jung im Kopf, aber man muss auch ein bisschen aufpassen, dass man nicht zum Berufsjugendlichen wird.

Stephan Seiler 5:42
Woran erkenne ich das? Ich frage für einen Freund.

Jan Hofer 5:47
Ja, das ist eine ganz schwierige Frage. Also ich finde, man sieht, wie jemand spricht. Also wenn ich jetzt zum Beispiel ständig in der Jugendsprache sprechen würde, dann würden mich die Jugendlichen für verrückt erklären, wenn ich ihre Klamotten anhätte, obwohl sich das Gott sei Dank schon ein bisschen geändert hat. Also wir Älteren tragen inzwischen ja auch Sachen, die durchaus modisch und jugendlich sind, aber eben, aber eben keine, ja wie soll ich sagen, keine Klamotten, die für Jährige gemacht sind. Also ich finde, man muss sein Alter schon vertreten, aber eben auf eine positive Art und Weise und nicht alt. Man kann ja auch ein Vorbild im positiven Sinne sein. Mir sagen die Leute, Mensch, du bist jünger im Kopf als viele junge Leute, die ich kenne. Ich glaube auch wirklich, dass es so ist, weil ich mich halt für unfassbar viele Dinge interessiere.

Stephan Seiler 6:34
Macht das den Unterschied aus?

Jan Hofer 6:36
Ja, das macht, glaube ich, einen großen Unterschied aus. Also es gibt nichts, wofür ich mich nicht interessiere. Ich lese sehr viel, das habe ich mein ganzes Leben lang gemacht. Ich habe mir gerade wieder eine neue Drohne gekauft.

Stephan Seiler 6:47
Eine Drohne, Ja.

Jan Hofer 6:49
Und fliege jetzt FPV, Also FPV, das ist mit so einem Goggle. Ich, wisst ihr was? Das ist so eine Brille, ne?

Stephan Seiler 6:56
Das ist so eine Brille, die sich aufknallt, so wie diese

Jan Hofer 7:01
Drohne hinfliegt und super. Unglaublich. Und also ich weiß dann schon, wovon ich rede. Und ich erlebe auch in meinem Umfeld, ich umgebe mich halt nicht mit alten Leuten, ich umgebe mich mit Leuten, die jung geblieben sind. Ich war gerade am Wochenende auf einem Fest und sprach mit einem Jährigen, der gerade seine Firma verkauft hat und eine neue Firma gerade gründet und eine äußerst spannende Angelegenheit. Ich finde es ganz toll, dass man seine Erfahrung einbringt, aber ich glaube auch, dass man sie weitergeben muss und weitergeben sollte.

Brigitte Huber 7:32
Aber deswegen fand ich auch, also zum Thema Neuanfang oder noch mal was Neues starten, haben wir nicht ab einem gewissen Alter schon auch den Vorteil, dass wir gelassener sind, dass wir auch damit umgehen können, dass was nicht funktioniert. Also ich sehe das in der jüngeren Generation jetzt bei eigenen Söhnen oder so schon, dass da mehr Perfektionsansatz zum Beispiel ist. Und wir haben es ja auch schon viel auch mit Forschung, Stephan, ja auch dann immer wieder gesehen, die möchten das hundertprozentig genau wissen, während ab einem gewissen Alter sagt man, ja, das wird schon hinhauen. Also das wäre meine Erfahrung. Und auch so der Punkt, wo man sagt, okay, ich probiere jetzt einfach noch was Neues, weil so viel habe ich nicht zu verlieren. Oder siehst du es anders?

Jan Hofer 8:15
Ich glaube, man wird gelassener. Das finde ich auch. Ich habe lernen müssen, gelassen zu sein. Ein Leben, das immer pünktlich war, das immer akkurat war, das immer auch in der Öffentlichkeit war, hat für mich schon einige Zeit gebraucht, um da loszulassen. So ganz wird man das nie können. Aber ich bin schon gelassener geworden. Und das, was ich heute mache, das möchte ich natürlich auch mit Erfolg machen. Also ich mache das nicht so, gucken wir mal, was daraus wird, sondern das muss schon einen ernsthaften Hintergrund haben. Sonst sollte man es, glaube ich, nicht tun.

Brigitte Huber 8:48
Wie letztes Mal war ich im Urlaub und trotzdem muss ich jeden Tag irgendwie arbeiten. Und dann denke ich mir mal, warum machst du das eigentlich alles? Und dann denke ich mir, ja, weil es mir Freude bereitet, weil ich Auch, bin mit 19 Mutter geworden, ehrlicherweise gar nicht so irgendwie große Hobbys oder so was entwickelt habe. Und kennst du diese Sätze, die man sich selber sagt, warum tue ich mir das alles noch an? Oder ist das für dich auch noch mal jetzt einfach diese Entscheidung zu so einer Bühnen Tournee und so was, eine 100 Prozent Entscheidung gewesen Nein, nein, ich

Jan Hofer 9:21
finde das ein ganz wichtiger Satz. Warum tue ich mir das an? Und der kommt mir auch öfter mal ins Gedächtnis, denn ich mache nicht mehr alles. Also ich mache nur noch die Dinge, die ich machen möchte. Das ist der große Vorteil. Früher musste ich Dinge machen, wo ich am Ende dann des Tages Ja, das hättest du auch ersparen können. Aber heute gehe ich ein bisschen sorgsamer mit meiner Zeit um, weil die ist halt endlich. Und ich versuche eben die Dinge zu machen, die mir Spaß machen und die ich, glaube ich, auch bewältigen kann.

Brigitte Huber 9:51
Und bei welchen Dingen sagst du Nein?

Jan Hofer 9:53
Naja, ich habe jetzt zum Beispiel gerade heute einen Anruf bekommen, ob ich für drei Tage auf irgendein Schiff gehen sollte, um irgendeine Promotion zu machen. Warum soll ich das machen? Nö, keine Lust. Das sind Dinge, da würden sich andere Leute vielleicht die Finger nachlecken und das gerne machen. Aber für drei Tage dann irgendwo hinzufliegen, mich dann der Öffentlichkeit wieder auszusetzen, wieder 24 Stunden einer gewissen Kontrolle zu unterleben, muss ich glaube ich nicht haben.

Brigitte Huber 10:20
Und deswegen auch nie Dschungelcamp. Das haben wir jetzt ein paar Mal auch gelesen. Das wird dir nicht passieren.

Jan Hofer 10:26
Ja, das würde mir deswegen nicht passieren, weil ich glaube ich Also die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, weil sich das so geändert hat. Inzwischen sind da Leute drin, die nutzen das für ihre Prominenz, für berufliches Weiterkommen, ob sie es schaffen oder nicht. Eine andere Frage, aber auf einem ganz anderen Level, den ich gewohnt bin. Ich möchte mich einfach nicht niedermachen lassen. Also ich möchte einfach nicht als Person so in den Senkel gestellt zu werden und auch ohne, dass ich in der Lage bin, das zu beeinflussen. Ich bin da vollkommen ausgeliefert. Ich bin ausgeliefert den Leuten, mit denen ich da zusammen bin. Und da muss ich ganz ehrlich sagen, ich hatte einen Bekannten, der war im Dschungel und dem habe ich vorher Mein Lieber, du bist dem nicht gewachsen. Du bist viel zu nett. Diese Leute, die da sind, die sind gewohnt auf Krawall ihre Sendezeit zu generieren. Das schaffst du nicht. Und genau so war es. Und dann habe ich ihn getroffen, als er aus dem Dschungel raus war. Und er Weißt du, ich muss immer deine Worte denken. Du hattest einfach so recht und ich habe dazu keine Lust. Warum soll ich das tun? Das ist zum Beispiel etwas, wo ich Ich habe mein Leben lang hart gearbeitet, Ich habe gut verdient, ich habe mir auch gut gehen lassen, aber ich muss mich nicht um Teufel komm raus, um alles kümmern. Das muss nicht sein.

Stephan Seiler 11:41
Du wirkst ja trotzdem wie einer, der auch wenn er was anfängt, das dann auch weitermacht. Zumindest 35 Jahre Tagesschau und dann auch RTL direkt. Das lief nicht ganz so lange, aber du bist dabei geblieben, bis dann RTL den Stecker gezogen hat irgendwann. Wie findest du denn dann zu deiner Entscheidung auf der langen Ebene? Also reflektierst du immer wieder, ist es das wirklich? Muss ich mir das noch antun, auch wenn ich vielleicht vor einem Monat, vor einem Jahr, vor fünf Jahren meine Unterschrift drunter gesetzt habe? Wie sieht es da bei dir aus?

Jan Hofer 12:13
Also bei RTL direkt war es ja so, ich hatte einen Vertrag über drei Jahre, den habe ich überöffnet, Ich war fast vier Jahre dabei. Als ich dann aufgehört habe, hat der Sender noch eine Zeit lang weitergemacht und sich dann entschieden, die Sendung einzustellen. Ich glaube, das hatte aber wenig mit mir zu tun, sondern das hatte damit zu tun, dass dieses Format nicht in das Sendeschema gepasst hat. Zu der Zeit, wo es da gesendet wurde. Wir waren sehr erfolgreich, war ja so

Stephan Seiler 12:36
eine Art Tagesthemen Abend um manchmal sogar wurde dann irgendwie wurden Sendungen unterbrochen extra für RTL direkt. Das mochten die RTL Zuschauer offenbar nicht ganz so sehr wie erhofft.

Jan Hofer 12:47
Ja, trotzdem großen Erfolg. Also wir hatten Einschaltquoten, die waren wirklich sehr, sehr anständig. Das kann ich nicht anders sagen. Und wir haben teilweise auch Konkurrenzsendungen zu dem Zeitpunkt überholt. Wir haben es ja jeden Tag gesehen, zumindest was die Zielgruppe. Da muss man ja immer so ein bisschen vorsichtig sein, was die Zielgruppe betrifft. Also wir waren da schon mit dem Ergebnis sehr zufrieden, aber ich hätte nie nach einem Monat gesagt, ich mache da nicht mehr weiter. Ich hatte die Aufgabe übernommen und es hat mir großen Spaß gemacht, so etwas auch mal zu entwickeln. Hat man ja auch nicht alle Tage.

Stephan Seiler 13:19
Wie hat sich deine Einstellung gegenüber der Arbeit, aber auch gegenüber dem Ausbalancieren zwischen eigenen Bedürfnissen, vielleicht auch körperlichen Bedürfnissen und dieser Leistungsbereitschaft, dieser vielleicht fast preußischen Art? Ich muss arbeiten, ich muss irgendwie den Erwartungen gerecht werden. Wie bist du damit umgegangen? Wie hat sich das verändert? War da 2019 vielleicht auch die Sache. Hat die für dich eine Rolle gespielt, als du während einer Tagesschau Sendung nicht mehr weiter moderieren konntest? War das so ein Punkt oder wie willst du da einen Verlauf beschreiben?

Jan Hofer 13:48
Nein, das hatte überhaupt gar keinen Einfluss darauf. Da hatte ich einen Schwächeanfall. Ich hatte wohl eine leichte Lebensmittelvergiftung oder man weiß es nicht. Ich habe mich untersuchen lassen, man hat überhaupt nichts festgestellt. Ich bin einfach gerade einen Kreislaufzusammenbruch. Warum das war, weiß man nicht. Da habe ich mir natürlich ein paar Tage Sorgen gemacht, aber dann war das weg und ist auch nie wieder aufgetaucht und das war kein Grund. Nein, nein. Ich bekomme immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich etwas anfange und das nicht richtig zu Ende führe. Also ich bin halt so gepolt, ich mache jeden Tag Sport oder fast jeden Tag. Und wenn ich mir vornehme, morgen Sport zu machen, dann ziehe ich das auch durch. Also dann morgen früh habe ich wieder Personal Training. Also da weiß ich schon, dann gehe ich mit drei Tage Muskelkater nach Hause. Aber ich habe es mir ja so gewollt, also kann ich mich auch nicht beschweren.

Brigitte Huber 14:40
In unserem Podcast geht es ja ums Älterwerden auch und wir fragen uns und andere auch regelmäss Was wird jetzt besser und was wird schlechter jetzt außer Bindegewebe und so naheliegenden Dinge? Was würdest du sagen, was wird besser und was wird definitiv schlechter?

Jan Hofer 14:58
Naja, zunächst einmal muss ich sagen, ich bin ja kein Apostel des Älterwerdens. Also das muss ja jeder für sich selber entscheiden. Wenn jemand mit 65 seine Rente bezieht. Und dann das war es jetzt, Ich kann davon einigermaßen auskommen und ich setze mich jetzt aufs Sofa und lass da den Tag guten Mann sein, dann finde ich das vollkommen in Ordnung. Aber ich wollte das nie. Ich merke natürlich, dass man älter wird und dass bestimmte Dinge einfach nachlassen. Kräfte lassen nach. Also ich stemme nicht mehr die Gewichte, die ich vor fünf Jahren gestemmt habe zum Beispiel. Ich laufe nicht mehr so schnell, ich bin auch schneller müde, alles Mögliche, aber alles in einem Rahmen, den ich gut verkraften kann. Und ich glaube, wenn man gesund ist, das ist ja wirklich, das ist die zentrale Frage bei der ganzen Geschichte. Wie macht der Körper damit? Wenn man gesund ist und ich fühle mich gesund, dann kann ich das glaube ich noch einige Zeit durchziehen, dann hole

Brigitte Huber 15:52
ich da raus, dass du von dieser ganzen Longevity Bewegung jetzt nicht arg viel hältst. Also möglichst alt zu werden um jeden Preis oder welchen Preis bist du bereit zu zahlen?

Jan Hofer 16:05
Ne, ich bin gar nicht bereit, den Preis zu zahlen. Ich mache das so, wie ich denke. Ich habe einen Freund, der macht das, der geht immer in irgendwelche Kältekammern, weil er glaubt, dass da das Leben verändert wird. Dazu habe ich keine Lust. Also nein, nein, wir sind endlich. Ich glaube, ich werde im Gegensatz zu meiner Familie mit meinem Ableben ganz gut umgehen können. Ich hatte ein unfassbar gutes Leben bisher. Also ich hab viele Dinge machen können, von denen andere Leute träumen. Es war jetzt nicht so, dass ich jetzt immer im vollen Geschöpf habe. Natürlich nicht, Aber ich habe Kinder, die gesund sind. Ich habe eine Familie, die in Ordnung ist. Ich lebe auf einem der schönsten Plätze der Erde. Also mehr kann man doch eigentlich gar nicht erwarten. Und irgendwann ist es dann eben so. Und wenn ich nicht mehr kann, also wenn ich das körperlich nicht mehr schaffe, dann muss ich mich darauf einstellen. Im Augenblick muss ich das noch nicht. Also kann ich noch nicht sagen, wie ich mich darauf einstelle, aber ich werde es dann tun.

Stephan Seiler 17:00
Du bist ja wirklich fast mein ganzes erwachsenes Leben da gewesen. Als du auf Sendung gegangen bist, war ich zehn Jahre alt und du bist eine der Fixsterne in meinem Leben. Ich habe Du warst immer da, immer wenn meine Eltern Tagesschau geguckt haben. Das haben sie sehr, sehr häufig.

Brigitte Huber 17:15
Mama, Papa und Jan Hofer, die drei wichtige Beziehungen.

Jan Hofer 17:19
Weißt du, was das Schöne ist, mein lieber Stephan? Ich habe auch nicht vor mich, dich zu verlassen.

Stephan Seiler 17:25
Das ist doch sehr gut.

Brigitte Huber 17:26
Genau. Wir sind dann auch beim Thema, was du vorher schon angesprochen hast, gefühltes Alter. Da beschäftigen sich Stephan und ich jetzt, seit wir den Podcast machen, auch sehr, sehr stark damit. Was würdest du denn sagen, wie alt fühlst du dich im Schnitt?

Jan Hofer 17:42
Das kann ich nicht in Zahlen beziffern. Ich wundere mich auf jeden Fall, wenn ich darüber nachdenke, was mein Geburtsalter ist. Also das kapiere ich gar nicht, ehrlich gesagt. Also ich denke mein Gott, bist du wirklich schon so alt? Also das kann doch gar nicht sein, weil ich nicht so alt denke. Und deswegen mache ich mir da keine Gedanken drüber.

Brigitte Huber 18:05
Und es ist auch komplett Richtig, das hätte ich jetzt vor ein paar Jahren auch noch nicht gewusst. Die meisten Menschen in Deutschland, das gilt nicht für ärmeren Ländern, ist es wieder anders. Die meisten Menschen hierzulande fühlen sich jünger und zwar so roundabout sieben bis zehn Jahre. Also je älter die Menschen dann werden, umso jünger. Also umso größer ist der Unterschied auch weil man was ich bin jetzt 70 und meine Großeltern damals mit 70 waren so und so. Und was aber schön ist an der Geschichte, es ist sehr gesund, sich jünger zu fühlen, weil ich am Anfang auch gedacht habe, vielleicht ist es so eine Art Verdrängung oder Tabuisierung oder sonst irgendwas. Aber nein, es ist sehr gesund und lebensverlängernd und auch gesundheitsförderlich, wenn man sich jünger fühlt. Also wir dürfen da ruhig weitermachen auf dem Weg.

Jan Hofer 18:51
Naja, ich habe ja noch den großen Vorteil, dass ich mich optisch ganz gut gehalten habe. Also ich habe wenig Falten. Ich kenne Leute, die sind viel, viel, viel jünger als ich, also 10 Jahre jünger, die sehen 20 Jahre älter aus. Also ich muss sagen, da bin ich schon, bin ich von der Natur schon wirklich gut dabei bestückt worden.

Stephan Seiler 19:10
Ja, ich würde noch mal auf diesen Punkt von eben zurückkommen. Du als mein ständiger Begleiter in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten, du warst und bist ja gewissermaßen immer noch so eine Art von Gesicht der Nation und jeder konnte dir beim Älterwerden auch zugucken. Ich ja auch. Wie bist du denn damit umgegangen? Hat das bei dir quasi so eine Art von Druck ausgelöst? Wie stark war der und was hast du auch konkret getan? Also hast du dann ab und zu was konfrontiert mit Zuschauernachrichten, Briefen, so nach dem Motto, siehst du blass aus, was ist los? Oder hier warst du im Urlaub. Warum siehst du jetzt weniger erholt als vorher, wenn man sowas dann mal liest und wenn es nur Einzelfälle sind, man orientiert sich dann ja oft an den negativen Geschichten und nicht an den positiven. Wie bist du damit umgegangen? Oder war dir das völlig egal?

Jan Hofer 19:55
Also ich habe solche Amtszuschriften nicht so wirklich wahrgenommen. Also das sind immer so subjektive Eindrücke, die jemand da schreibt. Hat damit zu tun, ob man jemanden mag oder nicht mag. Ich persönlich habe das ganz deutlich gemerkt. Das war so vor 15 Jahren, 20 Jahren ungefähr, als ich plötzlich zugenommen habe und ich war immer schlank. Ich war immer extrem schlank. Ich habe immer eine gewisse Kleidergröße gehabt, die immer perfekt gepasst hat. Und plötzlich fing das an, doch enger zu werden. Und es wurde immer enger und immer enger und die Größen wurden immer größer. Und dann kam irgendwann der Punkt, wo ich gesagt Jetzt musst du die Reißleine ziehen, sonst kriegst du das nicht mehr in den Griff. Und dann hat es ein bisschen gedauert, muss ich sagen. Und da habe ich auch ein bisschen gelitten eine Zeit lang, weil ich Jetzt wirst du alt, jetzt kriegst du deinen Körper nicht mehr in den Griff. Aber ich habe es dann Gott sei Dank noch mal geschafft.

Brigitte Huber 20:45
Also mit einer Ernährungsumstellung oder wie hast du das gemacht?

Jan Hofer 20:48
Mit Ernährungsumstellung und Sport? Ja.

Brigitte Huber 20:50
Was würdest du sagen, ist es als Mann immer noch einfacher vor der Kamera älter zu werden als für Frauen? Hier spricht die Feministin und ehemalige Brigitte Chefredakteurin.

Stephan Seiler 21:03
Liebe Brigitte, wir begrüßen heute unseren ersten Werbepartner. Um wen handelt es sich?

Brigitte Huber 21:08
Der Werbepartner unserer heutigen Folge ist der Verein Natur und Medizin e. V. Und die dazugehörige Carsten Stiftung.

Stephan Seiler 21:16
Diese unterstützt naturheilkundliche Forschung und sie sorgt dafür, dass diese fundiert und alltagstauglich verständlich vermittelt.

Brigitte Huber 21:25
Für mich ist Naturheilkunde immer schon ständiger Begleiter. Ich setze auf Ingwertee und andere starke Pflanzen, ich mache Yoga und gehe auch immer mal wieder zur Akupunktur. Das Ganze wirkt übrigens auch bei Tieren. Ich hatte mal einen sehr unruhigen Hund, den wir auf Anraten der Tierärztin Johanniskraut verabreicht haben. Mit Erfolg.

Stephan Seiler 21:45
Ich komme aus einer Familie mit vielen Ärzten und Pflegerinnen. Bei uns zu Hause war immer wichtig, dass alles wissenschaftlich fundiert ist, alles erprobt und getestet. Daher freue ich mich, dass unser heutiger Werbepartner ein Ziel Mit den Mitgliedsbeiträgen soll die naturheilkundliche Forschung ermöglicht werden, damit man auch wirklich weiß, was wie wirkt.

Brigitte Huber 22:05
Außerdem unterstützt euch der Verein bei Gesundheitsfragen. Ihr profitiert von einem Netzwerk erfahrener Ärztinnen und Ärzte SoWie einem umfangreichen Online Bereich mit praktischen Selbsthilfe Tipps.

Stephan Seiler 22:18
Eine Mitgliedschaft gibt es bereits ab 47 Euro im Jahr. Wer mehr erfahren oder die Arbeit von Natur und Medizin unterstützen möchte, findet alle Infos unter natur medizin de naturmedizin de. In einem durchgeschrieben und jetzt weiter mit der aktuellen Folge.

Jan Hofer 22:45
Green with Envy. I'm going to be joined every week during the FIFA World Cup Twenty Twenty Six by Former Ireland. Internationals Darren Randolph and Alan Judge. Auch heute sehe ich das nicht mehr so. Wenn ich mir Dagmar Berghoff ansehe, die aufgehört hat auf ihren eigenen Wunsch, sie hätte sehr alt werden können bei der Tagesschau. Wenn ich mir heute die wirklich hervorragende Kollegin Susanne Daubner anschaue, die inzwischen auch, glaube ich, an die 60 geht, die macht einen super Job und kein Mensch kommt auf den Gedanken, die ersetzen zu wollen. Und ich glaube, da sind wir auf einem guten Weg. Also bis vor einem Jahr gab es genau drei Leute meiner Generation, die übrig geblieben waren. Das waren Gottschalk, Günther, Jauch und ich. Mehr gab es nicht. Jetzt sind zwei davon schon wieder weg. Der Jauch ist der letzte Mohikaner bei der ganzen Geschichte. Aber ich habe immer auch den. Ich habe immer nicht das Geld, sondern den Spaß im Vordergrund gesehen. Und das hat mir schon viel gebracht, muss ich sagen.

Stephan Seiler 24:06
Kann man denn beim Vorlesen von Nachrichten von Spaß reden? Also wie kann ich mir da die Freude vorstellen? Denn, also korrigiere mich bitte, aber fällt mir da nicht vor allem auf, wenn man Fehler macht, also wenn man was nicht so gut ausspricht oder nicht den passenden Gesichtsausdruck aufsetzt, wie wird man da überhaupt gelobt?

Jan Hofer 24:24
Die Nachrichten waren das, bei denen ich natürlich bundesweit wahrgenommen wurde, aber das war ja nur ein ganz kleiner Bereich meiner Tätigkeit. Ich habe 21 Jahre lang eine Talkshow für den MDR gemacht, Riverboat. Ich habe unfassbar viele Sendungen gemacht. Ich habe auch Shows gemacht mit Kai Pflaume zusammen. Ich habe mit Ornella Muthi auch schon wieder Namen, den die meisten vergessen haben. Und ich behaupte ja immer, ich bin einer der wenigen, der Orinal Mutima geküsst hat, wenn auch nur auf die Wange, aber immerhin. Also ich habe mir diese Gedanken nie machen müssen. Wenn ich aber abhängig gewesen wäre von der reinen Vorlesefunktion, dann wäre das etwas anderes gewesen. Ich war ja auch der erste der dafür gesorgt hat, bei Tagesschau 24 zu moderieren und eben dann anders in den Ablauf eingebunden zu sein, als bei der reinen Tagesschau gewesen? Also für mich hat sich diese, dass

Stephan Seiler 25:14
dieser Nachrichtensender, der bald abgeschaltet wird, glaube ich, der bald abgeschaltet wird.

Jan Hofer 25:18
Ja. Und daher gesehen habe ich mir diese Gedanken nie machen müssen.

Brigitte Huber 25:22
Und es waren immer auch Entwicklungsmöglichkeiten eben innerhalb dieses Jobs. Ich glaube, das macht auch sehr, sehr viel aus.

Jan Hofer 25:29
Naja, und ich war ja auch 16 Jahre lang Chefsprecher, also zuständig für viele Bereiche. Ich habe eine Software entwickelt damals, um die Dienstpläne online zu machen. Und ich weiß nicht, was ich alles getrieben habe. Das habe ich alles selber gemacht. Also nicht mit einem Sender, der das finanziert hätte oder der dahinter gestanden hätte mit seinem Wow. Nein, nein, das war alles von mir persönlich gemacht.

Brigitte Huber 25:52
Und wann fühlt sich das dann wirklich so an, dass man Mr. Tagesschau ist? Also kommt das dann irgendwie nach drei Jahren oder nach fünf Jahren oder wenn es 100 Leute gesagt haben?

Jan Hofer 26:01
Ich habe das gar nicht so wahrgenommen, ehrlich gesagt. Ich glaube, als ich Chefsprecher geworden bin, also als ich die Nummer 1 da war in der Tagesschau, wann war das? 1900 warte mal, ich habe auch 2019, 1993, 93 ewig her, da war ich

Stephan Seiler 26:18
13 Jahre alt und umgekehrt.

Brigitte Huber 26:20
Als das Etikett dann quasi, als du dir das selber losgelöst hattest, wie hat sich das angefühlt?

Jan Hofer 26:28
Ich habe das Etikett ja nie gehabt für mich persönlich. Ich habe es gar nicht gemerkt. Also ich habe das nie für mich in Anspruch genommen und habe doch nie Wert drauf gelegt.

Stephan Seiler 26:36
Du bist ja auch auf Instagram bemerkenswert aktiv und präsent. Was ist da so dein Antrieb? Warum Instagram? Warum die Art und Weise, die du da machst? Warum diese Inhalte? Man sieht dich ja auch immer wieder in sehr amüsanten Situationen. Wie ist deine Politik?

Jan Hofer 26:53
Es gibt keine Politik. Das ist ja das Dumme an der Geschichte. Das werden wir hoffentlich mit der Tournee und mit dem Buch, was wir dazu schreiben, ein bisschen ändern. Eine sehr erfolgreiche Person auf Instagram hat mir immer Jan, du kannst gar nicht so blöde Beiträge machen wie du. Das kannst du dir gar nicht vorstellen, wie erfolgreich die dann sind. Und genau das ist Also ich mache mir richtig Gedanken. Ich fliege mit einer Drohne durch die Gegend und zeige tolle Bilder und mache irgendwas und habe ich, weiß ich, ein paar tausend Likes und dann renne ich mit meinem Sohn mit der gleichen Badehose ins Wasser 10 Sekunden lang. Oder ich gebe meiner Frau ins Fitnesszentrum und 1,5 Millionen.

Stephan Seiler 27:35
Also alltägliche schlägt das Spektakuläre oder schlägt die Drohne?

Jan Hofer 27:40
Ja, absolut.

Stephan Seiler 27:41
Und wie gehst du dann damit um, dass manche jüngere Kollegen wie Klaas Heufer Umlauf, Tommy Schmidt in ihrem Podcast Baywatch Berlin auch zum Anlass nehmen, sich daran so ein bisschen amüsiert zu reiben? Reiben dann gerne auch deinen Kupolunder, den du gerade getragen hast in Comedy Formaten scheint das so eine wiederkehrende Pointe zu werden. Bekommst du das mit? Sagt das mehr über dich aus oder über die?

Jan Hofer 28:03
Ja, ich kriege das schon mit. Also ich lese ja keine Kommentare. Also Shitstorms gehen wirklich an mir vorbei, die kriege ich nicht mit bei mir. Mein gesamtes Umfeld hat die strikte Anweisung, mich damit nicht zu belästigen. Also wer mich nicht sehen will, der soll mich nicht einschalten, aber er soll mich bitte zufrieden lassen, Es sei denn, er hat eine wirklich konstruktive Kritik, auf die lasse ich mich gerne ein. Ansonsten ist mir das wurscht. Alle anderen leben auch ein bisschen davon. Also wenn ich nicht ab und zu mal dummes Zeug machen würde, dann hätten die auch wenig zu sagen und wenig zu berichten. Also von daher gesehen ist das für mich nur so eine Win Win Situation. Und ich meine, Klaas Heufer Umlauf ist ja auch nicht die schlechteste Adresse.

Brigitte Huber 28:45
Also das als, ich sage jetzt mal, starkes Beis für Selbstinszenierung. Also so ein Angriff, der touchiert dich auch nicht, oder?

Jan Hofer 28:54
Nein, überhaupt nicht. Überhaupt nicht.

Brigitte Huber 28:56
Also ich glaube, es ist auch total schlau, sich die Kommentare, das haben wir schon ein paar Mal jetzt auch mitgekriegt für Stephan, dass die Leute einfach sagen, wir lesen keine Kommentare, weil es einfach nirgendwo hinführt.

Stephan Seiler 29:08
Wir lesen sie aber, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wir lesen jeden Kommentar selbst. Also schreibt uns gerne, aber es sind bei uns.

Jan Hofer 29:16
Moment, ich muss mal sagen, ich erwarte ja keine Kommentare. Ich stelle ja keine Fragen. Ich sage ja, schreibt sie in die Kommentare, was denkt ihr darüber? Sondern ich mache da kleine lustige Videos, die findet man schön oder nicht schön Und dann Guckt man sich die an oder guckt die sich nicht an? Ich sehe ja, dass selbst etablierte Medien die gerne mal aufgreifen. Dann wundere ich mich immer ein bisschen, weil ich denke, Stern oder Spiegel haben nichts anderes zu tun. Aber es ist dann so, ich lebe nicht davon. Ihr braucht das Feedback, sonst braucht ihr das nicht zu machen. Bei mir ist es aber nicht so.

Stephan Seiler 29:50
Also macht es gar keinen Sinn, wenn ich irgendwas kommentieren werde unter deinem nächsten Drohnenvideo. Du wirst es nicht lesen. Ich kann es mir eigentlich auch sparen.

Jan Hofer 29:58
Doch, es gibt Leute, die lesen das für mich und wenn es ganz nett ist, werden sie es mir sagen.

Stephan Seiler 30:03
Verstehe. Okay. Du bist jetzt mit Mitte 60 noch mal Vater eines Sohnes geworden. Der kam, wenn ich das richtig gelesen habe, 2015 zur Welt. Wie verändert ein kleines Kind den Blick auf das eigene Älterwerden?

Jan Hofer 30:18
Na komplett. Also der spricht eine andere Sprache als ich. Der ist in vielen Dingen weitaus cleverer als ich. Also Der geht mit ChatGPT um, als wenn er nichts anderes gemacht hat in diesem Leben. Der spricht vier Deutsch, Englisch, Spanisch, Katalan und zwar perfekt. Der lebt ein anderes Leben und der nimmt mich halt mit auf diese Reise und ich unterstütze das.

Stephan Seiler 30:38
Und hätte ich jung. Also ich meine, es klingt ja immer so phrasenhaft, aber ist das am Ende auch ein Mittel, warum du jetzt angeblich weniger verhalten hast als andere? Denn ich kenne einige Eltern, die im Gegensatz zu kinderlosen Eltern mit Mitte 40 schon aussehen wie 20 Jahre älter. Also weißt du, die sagen auch durch die Kinder haben sie wenig Schlaf bekommen, sind so fertig. Wie machst du das? Oder habt ihr Personal, das sich dann darum kümmert?

Jan Hofer 31:01
Ne, leider nicht oder Gott sei Dank nicht. Nein, nein, der fordert mich natürlich, der gibt keine Ruhe. Also der, wenn der was will, jetzt will er angeln gehen. Ich versuche ihn gerade krampfhaft davon abzuhalten, angeln zu wollen, weil ich keine Lust habe, stundenlang neben dem zu sitzen und die Route ins Wasser zu halten. Aber ja, der fordert mich, Der spielt Tennis, der geht segeln, der macht alles Mögliche. Das kann man ja hier alles auch machen. Und ich mache das gerne mit und ich unterstütze das.

Brigitte Huber 31:31
Du hast ja vier Kinder, das heißt schon von Altersspanne her sehr unterschiedlich. Bist du ein anderer Vater jetzt mit eben dann Mitte 60, jetzt Mitte 70, als du es bei deinen anderen Kindern warst.

Jan Hofer 31:44
Ja, absolut. Ich hatte damals erstens die Zeit überhaupt nicht, weder mich zu kümmern, noch mir Gedanken zu machen, was glaube ich der schlimmere Teil ist. Mein ältester Sohn, der ist jetzt 42, der war gestern ein paar Tage hier, der kleine Zehnjährige, der fordert seine Familie ein. Das glaubt ihr nicht. Also der fordert seine Familie richtig ein. Der ruft die auch an und Hör mal zu, du warst jetzt schon wieder sechs Wochen nicht hier. Jetzt wird es mal wieder Zeit, dass du vorbeikommst und dann machen die das auch. Also ich habe zum Beispiel vorvergangen Jahr, letztes Jahr haben wir es nicht geschafft, alle Kinder mit Partner eingeladen hierher und haben Weihnachten und Silvester zusammen verbracht. Das war wunderschön. Also ich versuche gerade das ein bisschen wieder gut zu machen, was ich als junger Vater bei meinen älteren Kindern versäumt habe.

Stephan Seiler 32:28
Und wie kommt das an, auch bei deinen älteren Kindern? Gibt ja wahrscheinlich auch da draußen viele Zuhörer und Zuhörerinnen, die Ähnliches erlebt haben. Als Kind der Er sind ja viele Schlüsselkinder gewesen, die Eltern haben gearbeitet, das Haus musste abbezahlt werden und man hat viele oft die Eltern nicht gesehen. Und kann man sowas dann quasi, kann man das wieder gut machen?

Jan Hofer 32:48
Nein, natürlich nicht. Wir haben Gott sei Dank, muss ich sagen, ein sehr, sehr gutes Verhältnis miteinander. Also wir haben, wir telefonieren, wir sprechen miteinander, wir teilen uns auch natürlich unsere Sorgen oder sie teilen ihre Sorgen mit mir. Ich glaube, das ist das einzige Rezept, das man da haben kann. Meine große Tochter lebt in der Schweiz, die sehe ich natürlich jetzt nicht so häufig, aber wir telefonieren miteinander und wir haben ja heute eben über WhatsApp und andere Dinge die Möglichkeit, das per Videocall zu machen. Also wir sind ja nicht aus der Welt.

Brigitte Huber 33:22
Gibt es irgendwas, was du deinen Kindern übers Älterwerden mitgeben willst, was du auch selber gern gewusst hättest?

Jan Hofer 33:30
Ich glaube, das geht nicht so wirklich, weil Menschen unterschiedlich sind. Also wenn jemand sich entschließt, mit Mitte 60 in Rente zu gehen, dann entschließt er sich dazu und dann finde ich es auch vollkommen in Ordnung. Und ich werde einen Teufel tun, ihn dann irgendwie zu belehren. Ich mag Belehrungen ohnehin nicht so sehr gerne. Meine drei großen Kinder sind komplett unterschiedlich, verstehen sich untereinander tierisch gut, aber sind komplett unterschiedlich. Also ich habe ein mittlerer Sohn, ist 37, der ist sehr überlegt, der ist sehr straight in dem, was er tut. Der Ältere, der ist dann schon wieder ein bisschen mehr so mal gucken, was so kommt. Und meine Tochter, gut, die lebt in der Schweiz, ist verheiratet und hat halt einen normalen Job, aber ich glaube, das geht nicht. Die können sich an mir und meiner Person orientieren, wenn sie das wollen. Ob sie das tun, weiß ich nicht.

Stephan Seiler 34:24
Du hast eben gesagt, dass du, wenn du mit deinen Kindern redest und ihr habt offenbar einen engen Kontakt, dass du dann häufig ihre Sorgen hörst, aber es fehlt dir der Teil, dass du auch über deine Sorgen sprichst. Redest du da ungern drüber mit deinen Kindern? Warum?

Jan Hofer 34:40
Keine Ahnung. Warum soll ich die belasten?

Stephan Seiler 34:42
Das finde ich interessant, weil ich kenne da sagen wir so, im erweiterten Familienkreis gibt es bei mir durchaus Menschen, die sehen das genau andersrum im Sinne von mag sein zu telefonieren, zu sich zu beklagen? Nö.

Jan Hofer 34:55
Also einer meiner Kinder hatte gerade ein bisschen private Probleme, dann habe ich gesagt, weißt du was, dann komm mal hierher und dann reden wir mal in Ruhe. Und das klappt wirklich sehr gut. Und ich kann dann vielleicht ein bisschen aus meinem reichen Erfahrungsschatz, auch was Trennungen betrifft, raushelfen, aber ich belaste nicht mit meinen Dingen.

Stephan Seiler 35:17
Aber mit dem redest du dann über deine Probleme mit meiner Frau. Okay, die gibt es ja auch. Freunde. Freunde? Ne, auch nicht.

Jan Hofer 35:26
Ich bin da. Nein, also ich weiß nicht, ob das eine Generationenfrage ist. Ich neige nicht dazu, mein Inneres nach außen zu kehren.

Stephan Seiler 35:33
Gibt es einen kleinen Teil in dir, der sich aber genau nach so einer Öffnung sehnen würde, wenn es ihm versprochen werden könnte, dass keine Verletzung damit einhergehen würde?

Jan Hofer 35:42
Ne, gar nicht.

Brigitte Huber 35:44
Ne, ich glaube auch, dass generationenmässig ist das schon noch sehr. Das hatten wir schon ein paar Mal, das Thema. Stephan Also ich weiß nicht, Jan, wie du das bei deinen Söhnen siehst oder so. Mein jüngerer Sohn ist jetzt erst in den späten Zwanzigern, wie viel offener, die über ihre Probleme sprechen, auch mit Freunden. Das ist einfach im positiven Sinn schüttle ich da meinen Kopf. Ich bin wirklich total begeistert, weil das ist jetzt auch in meiner Generation überhaupt nicht Usus, dass Jährige oder jährige Männer sagen oder Jährige, wie es ihnen wirklich geht und andere da stark teilhaben wollen. Da ist tatsächlich in den Generationen, vermutlich auch durch unsere Erziehung und so weiter,

Jan Hofer 36:29
einiges passiert, glaube ich auch. Also ich sehe das bei meinen älteren Kindern auch und bei einem Kleinen sowieso, der hat da überhaupt keine offen. Ich finde das für mich sehr, sehr positiv, weil wir über viele Dinge offen reden können. Bei mir persönlich. Ich kann auch gut alleine sein, ehrlich gesagt. Ich kann gut mit mir umgehen. Ich muss auch nicht alles immer, ne? Also ich muss es nicht beitreten.

Brigitte Huber 36:56
Und sag jetzt noch mal so große Lebensentscheidungen, auch zum Beispiel noch mal nach deiner ARD Zeit zu RTL zu gehen, besprichst du dann ausschließlich mit deiner Frau oder auch nur mit dir?

Jan Hofer 37:09
Oder Also wenn spreche ich mit meiner Frau, aber erst mit mir, erst sprichst

Brigitte Huber 37:14
du mit dir und wie viele Stimmen hast du in dir dann?

Jan Hofer 37:17
Ich habe da schon eine gewichtige Stimme. Ja, weil letztendlich, weißt du, es ist ja so, ich bin, wenn meine Entscheidung die falsche ist, ich neige auch dazu, Entscheidungen in allen Konsequenzen zu durchleben, auch in den negativen. Aber letztendlich bin ich derjenige, der entscheiden muss, ob es uns gut geht oder nicht gut geht. Und das hat eben doch eine Menge mit mir zu tun. Das hat jetzt mit Macho Gehabe oder so überhaupt nichts zu tun, sondern ich war eben derjenige, der im Berufsleben stand und meine Frau, die bis vor einigen Jahren noch auch voll berufstätig war, die hat das für sich genauso entschieden. Also wir haben beide da, glaube ich, eine sehr klare, emanzipierte Haltung dazu.

Brigitte Huber 37:57
Und was war bei der RTL Entscheidung dann letztlich die Stimme, wo du dir selber gesagt hast, ich mache das? Ist das die Neugier gewesen oder?

Jan Hofer 38:06
Ja, natürlich. Ich meine, in meinem Alter nochmal die Möglichkeit haben, was komplett Neues zu machen. Wer hat denn das schon?

Stephan Seiler 38:11
Aber darf ich ketzerisch nachfragen, wenn man so lange in der ersten Reihe der deutschen Medien ist, so gesichtsbekannt, so namens bekannt ist wie du und dann das vorbei ist bei der Tagesschau ist es dann, könnte es dann nicht auch sein, dass quasi Angst vor fehlender Sichtbarkeit ist, vielleicht auch vor Bedeutungsverlust ist, die dann einen dazu vielleicht noch mal motiviert, genau bei so einem Engagement ja zu sagen? Oder würdest du sagen, das hat damit gar nichts zu tun?

Jan Hofer 38:38
Stephan die Entscheidung war ja insofern klar, weil wenn ich das nicht gemacht hätte, dann wäre ich vollkommen verschwommen gewesen. Also dann wäre ich ja wirklich weg gewesen. Und so war ich halt präsent. Und da ich ja immer vorhatte, in den sozialen Medien präsent zu bleiben, also damals noch mit Facebook und später mit Instagram und TikTok und YouTube, war das für mich die einzige Möglichkeit, überhaupt sichtbar zu bleiben.

Stephan Seiler 39:04
Also war das quasi wie so ein Tandem. Soziale Medienkanäle plus RTL plus noch weitere Auftritte.

Jan Hofer 39:09
Richtig.

Stephan Seiler 39:10
Dann warst du schon mehr als ein Tandem.

Jan Hofer 39:11
Weitere Auftritte gab es dann nicht mehr, weil ich war ja angestellt bei RTL und da war das natürlich nicht mehr drin. War aber auch gut so. Also nein, das war eine spannende Zeit. Ich war in Berlin, ich war nicht in Köln und das war eine sehr spannende Zeit.

Stephan Seiler 39:25
Und als es dann vorbei war, wie hat sich das dann angefühlt? Wird es loslassen mit etwas Übung leichter oder schwerer?

Jan Hofer 39:32
Ja, absolut. Also dass es irgendwann mal einen Punkt geben muss, wo man loslassen muss, das steht ja vollkommen außer Frage. Also ich bin ja heute bei weitem nicht mehr so präsent, wie ich das mal vor fünf oder sechs Jahren noch war. Ich muss dazu sagen, ich bin aber auch nicht so, dass ich jetzt auf Teufel komm raus die Präsenz suche. Wenn jemand was will, was weiß ich als Gast in der Talkshow oder was auch immer, dann mache ich das, wenn es mir Spaß macht, wenn nicht, dann lasse ich es. Aber ich gehe hier auch ganz gerne mal an den Strand, ehrlich gesagt, wir

Brigitte Huber 40:04
haben jetzt viel über Familie gesprochen, auch über den Job. Und es sind ja beides wichtige Anker, die unserem Leben jahrzehntelang Sinn geben. Gibt es in deinem Leben darüber hinaus Quellen, die deinem Dasein Sinn verleihen?

Jan Hofer 40:21
Ja, absolut. Bildung ist für mich etwas äußerst Wichtiges. Also ich lese extrem viel. Ich interessiere mich für unfassbar viele Dinge, auch Dinge, wo vielleicht jemand sagen wü Warum machst du das in deinem Alter noch? Also ich bin so ein technikgläubiger Mensch, habe immer die neuesten Computer und technischen Gadgets, die es so gibt und mir macht das einfach Spaß. Und das ist für mich, glaube ich, der Anker. Also wenn ich mein Kindle nicht dabei habe mit einem Haufen Bücher, dann fühle ich mich sehr nackt. Ich habe gerade die Churchill-Biografie von Frau Augstein. Gelesen, fand ich äußerst spannend, weil das mir einen gewissen Blick wieder auf bestimmte Dinge des Zweiten Weltkrieges gegeben hat, die ich nicht wusste. Und das finde ich einfach sehr spannend. Ich habe Gott sei Dank auch Freunde mit denen ich mich da austauschen kann.

Stephan Seiler 41:09
Liest und konsumierst du denn auch noch die täglichen Nachrichten Oder geht es dir so wie vielen Menschen, egal welchen Alters, die jetzt auch diese News Fatigue spüren? Also diese Übersättigung, die Ich kann so nicht mehr schlafen. Ich versuche mir das zu ersparen. Weg damit.

Jan Hofer 41:23
Nein, also die tägliche Dröhnung jetzt nicht unbedingt bei der Tagesschau. Es kann auch was anderes sein. Also im Netz, die gönne ich mir nach wie vor.

Brigitte Huber 41:31
Wie oft guckst du denn noch Tagesschau?

Jan Hofer 41:33
Ach, relativ häufig. Also wenn ich einen Fernseher in der Nähe habe, was nicht immer der Fall ist, dann tue ich das. Also hier in Spanien, kein Problem, mache ich das.

Stephan Seiler 41:41
Und wie oft denkst du, ach Mensch, das hätte ich aber anders machen sollen. Also wie kritisch schaust du heute die Tagesschau?

Jan Hofer 41:48
Nie, weil die Tagesschau hat sich Gott sei Dank so verändert, dass ich sehr froh bin, dass sie heute so ist, wie sie ist. Also die ist lockerer geworden, sie ist

Stephan Seiler 41:57
offener geworden, trotz der ganzen Kritik, die man ja auch immer hört.

Jan Hofer 42:00
Ja, ich habe gerade gestern wieder mit jemandem diskutiert. Das ist ja auch normal, dass jemand nicht versteht, was eine solche Sendung eigentlich soll. Es ging gestern nur als ein Beispiel mal wieder um den Gaza Konflikt und den Überfall der Hamas auf Israel vor zwei Jahren. Ja, also man müsste doch darüber berichten. Und dann sage ich den Nachrichten sind tagesaktuell. Das ist keine Sendung, die irgendetwas aufbereitet. Die zeigt dir das Geschehen dieses einzigen Tages heute. Das kann dir gefallen, das kann dir auch nicht gefallen. Aber sie ist nicht dazu da, Dinge noch einmal in einen Kontext zu stellen zu irgendetwas, sondern sie berichtet, was heute passiert. Mehr nicht und auch nicht weniger. Und damit muss man umgehen. Das verstehen aber viele Leute nicht. Wenn ich mehr wissen will, muss ich mir Magazine angucken, muss ich mich im Netz informieren, muss ich die Zeitung lesen. Kann man machen.

Stephan Seiler 42:55
Kannst du deinen Kumpel trotzdem verstehen, der offenbar was vermisst?

Jan Hofer 42:58
Nein, verhandeln Sie sich nicht. Das hat ja fast immer auch ideologische Gründe. Also wenn die Tagesschau irgendetwas berichtet, was einem CDU Mitglied nicht gefällt, dann ist der sauer. Das gilt genauso für die SPD, das gilt für die AfD. Das gilt für alle gesellschaftlichen Strömungen. Alle wollen im Grunde genommen das hören, was sie hören wollen, aber das geht eben auch nicht. So ist leider die Welt nicht gestrickt.

Stephan Seiler 43:22
Welche anderen Nachrichten guckst du gerne, wo die Tagesschau Leute vielleicht sauer werden?

Jan Hofer 43:27
Ich gucke heute, ich gucke auch RTL und ich lese auch relativ viel im Netz.

Stephan Seiler 43:31
Und wie willst du insgesamt den Nachrichtenjournalismus bewerten heutzutage? Du kannst auf so viele Jahrzehnte zurückblicken

Jan Hofer 43:38
in einer Zeit, wo Menschen jeder Couleur ihre Meinung sagen können. Ungeprüft braucht es Menschen, die das einordnen. Deswegen halte ich eben den Journalismus für eine so wichtige Angelegenheit, weil es irgendjemanden geben muss, der mit einem guten Wissen, mit einem guten Gefühl für Wahrheit und für Nachrichten das einordnet.

Brigitte Huber 43:58
Wie siehst du den Vorwurf, dass die Medien ja natürlich eine verantwortungsvolle Situation haben, mit der sie aber vielleicht nicht verantwortungsvoll genug umgehen.

Jan Hofer 44:07
Es gibt ja diesen wunderbaren alten Journalistenspruch, Hund beißt man ist keine Meldung, aber man beißt, Hund ist eine Meldung. Und wenn ich darüber berichte, dass die Veilchen blühen, dann brauche ich die Sendung gar nicht zu machen. Also ich will mal ein Beispiel Wenn die Tagesschau beispielsweise über bestimmte Dinge nicht berichten würde, dann berichten aber die anderen darüber und dann wird man ihnen vorwerfen, dass sie nicht darüber berichtet haben. Also man ist da auch ein bisschen in der Zwickmühle und man ist natürlich auch ehrlich gesagt immer so ein bisschen vom Tagesgeschehen abhängig. Aber es ist eben Tagesgeschehen. Und noch einmal, als aufgeklärter Mensch heutzutage, alle reden über Medien, über freie Medien, über Social Media, ich weiß nicht was, dann nutzt das doch bitteschön, dann holt euch doch eine andere Meinung ein, wenn ihr der Meinung seid, dass euch das nicht gefällt oder guckt das nicht mehr. Guckt eben andere Sendungen, die euch gefallen. Aber etwas zu sehen, um es anschließend zu kritisieren, das ist nicht der richtige Ansatz.

Stephan Seiler 45:02
Ja, wobei ich es eigentlich sogar schon gut finde, wenn die Leute auch was sich angucken, womit sie eher nicht mehr einer Meinung sind oder zumindest den Verdacht haben, eine andere Perspektive, weil ich erlebe ja auch in meinem Bekanntenkreis einige, die sind jetzt quasi nur noch auf zwei YouTube Channels, YouTube Kanälen irgendwo unterwegs und konsumieren eigentlich auch nur noch die Meinung, die ihrer eigenen sowieso entsprechend.

Jan Hofer 45:23
Das ist genau der Punkt. Also noch einmal, ich bin überhaupt nicht derjenige, der der Meinung ist, dass man nicht etwas kritisch sehen sollte. Man muss auch medienkritisch betrachten, aber auch da gibt es Ja, die unterschiedlichsten Möglichkeiten. Ich tue das ja auch. Also ich habe in meinem Nachrichtenfeed eine ganze Menge Dinge, die mich erreichen und die gegenteilige Meinungen sagen.

Brigitte Huber 45:44
Wir haben ja, wir haben es vorher schon angekündigt, wir haben in diesem Podcast auch Rubriken. Wollen wir denn den Jingle für die erste Rubrik jetzt einspielen? Stephan, Meine Premiere, deine Premiere. Lieber Jan, es geht um Premieren. Wir hatten das Thema schon mal ganz kurz. Dinge, die wir zum ersten Mal machen, ist durchaus lebensbereichernd und dehnt die Zeit auch noch mal. Wir haben ja in der Regel, wenn wir klein sind oder jung sind, sehr viele Premieren, erleben sehr vieles zum ersten Mal und es wird in der Regel mit der Dauer was weniger. Umso besser ist es, wenn man sich immer wieder bewusst Premieren ins Leben holt. Magst du uns teilhaben lassen an einer deiner letzten Premieren oder eine, die noch bevorsteht?

Jan Hofer 46:31
Also eine der letzten weiß ich jetzt nicht so richtig, aber es besteht eine bevor und die werde mich wahrscheinlich für total verrückt halten. Aber ich habe gerade eine eigene Modekollektion entwickelt.

Stephan Seiler 46:41
Wie bitte?

Jan Hofer 46:41
Wow, er sagt, wie bitte?

Brigitte Huber 46:46
Du hast eine Modekollektion entwickelt.

Stephan Seiler 46:48
Ja, genau.

Jan Hofer 46:49
Und die wird im November, wird die gelauncht, da freue ich mich jetzt schon drauf. Und das ist Loungewear und Casualware, wie man so schön neudeutsch sagt, in einer guten Qualität, weil ich mir vorgenommen habe, Männer in Deutschland besser anzuziehen.

Brigitte Huber 47:06
Okay. Und alterslos, zeitlos oder in der Richtung

Jan Hofer 47:11
wird das schon sein? Ja, ja.

Brigitte Huber 47:14
Kann Stephan das auch schon tragen oder ist es eher nein, 50 plus?

Jan Hofer 47:19
Nein, nein, nein. Das ist, sagen wir mal, ab Mitte dreiig ist das so der Super.

Stephan Seiler 47:23
Kommen ja ständig irgendwelche neuen Turnschuhen. Ich laufe ja ein bisschen Gefahr, berufsjugendlich wahrgenommen zu werden. Und jetzt, wenn ich durch Berlin laufe, werde ich auch immer seltsamer angeguckt von gewissen Altersgruppen. Die gucken dann so dreimal erschrocken hin. Erst dachte ich, es wäre ein Kompliment, aber mittlerweile glaube ich, die meinen das anders. Wie alterslos ist quasi dann deine Kleidung? Wie macht man das?

Jan Hofer 47:44
Die geht von 35 bis Ende. Die kannst du bitte ins Grab nehmen.

Stephan Seiler 47:51
Was gibt es dann so Poloshirts, Polund?

Jan Hofer 47:54
Es gibt gerne tragbare, bequeme Mode.

Brigitte Huber 47:58
Aber sag mal, was heißt du hast es aber auch nicht selber entworfen.

Jan Hofer 48:01
Also ich war, sagen wir, an dem Prozess zumindest mal maßgeblich beteiligt.

Brigitte Huber 48:05
Okay, du hast auch dann die Farben ausgewählt, die Schnitte begutachtet und nein, ich

Jan Hofer 48:11
habe eine Vorstellung gehabt von dem, was ich machen möchte. Das haben wir zusammen mit meinem Management besprochen und auch jemanden gefunden, der das Ganze dann für uns vermarkten wird.

Brigitte Huber 48:21
Ja, klasse.

Stephan Seiler 48:22
Ist das eine Brand, eine Marke, die man kennt oder ist das dann quasi die Marke Jan Hofer oder wie? Was muss ich googeln im Herbst?

Jan Hofer 48:30
Die Marke heißt Jan Hofer und wir haben die Markenrechte gerade schützen lassen.

Stephan Seiler 48:34
Herzlichen Glückwunsch. Das ist ja wieder ein ganz neues Feld quasi. Also kannst du es manchmal vielleicht selbst nicht glauben, was das Gesicht der Tagesschau jetzt heute alles so macht?

Jan Hofer 48:45
Ich kann das ja gar nicht so erklären. Ich gehe halt immer mit offenen Augen durch die Welt. Und ich habe ein kleines Erlebnis gehabt im Sommer jetzt, also im Frühsommer. Da bin ich erst mal auf die Idee gekommen und ich hatte zwei Erlebnisse. Erstens, meine Frau kam auf den Gedanken, uns zu Weihnachten der ganzen Familie gleiche Schlafanzüge zu schenken. Also wir sind dann plötzlich Weihnachten alle mit den gleichen Schlafanzügen, Vater, Sohn und so weiter. Und das war so bequem und das war irgendwie auch ganz schön. Wir hatten also plötzlich ein Familiengefühl, dass ich mir gesagt habe, das gibt es in Deutschland nicht, das müssen wir machen. Also das machen wir jetzt nicht. Aber ich bin dann Aber da kam mir der Gedanke, was mit Mode zu machen, weil mich das auch immer interessiert hat. Und dann war ich in einem Modegeschäft und da sah ich ein älteres Ehepaar mit einem Mann, der, sagen wir mal, sehr deutsch angezogen war. Also der hatte so ein kariertes Hemd an, hatte auch schon bessere Zeiten gesehen und ein paar Jeans, die auch nicht gut saßen. Er sah ziemlich schrammelig aus und offensichtlich hatte seine Frau Die Frauen machen das ja. Brigitte wird bestätigen, die Frauen ziehen eigentlich die Männer an.

Brigitte Huber 49:55
Gut läuft ja.

Jan Hofer 49:58
Die hatte den in den Laden geschleppt und dann ging die ja in. Dann hat die so ein paar Sachen rausge Probier das mal an. Und dann ging der in die Umkleide. Als der rauskam, habe ich einen anderen Menschen vor mir gesehen, einen komplett anderen Menschen. Der Typ sah vollkommen anders aus. Und da habe ich Genau das ist es. Wenn du die Leute dazu kriegst, etwas für sich zu tun, also sich selbst in den Vordergrund zu stellen und mal zu Ich bin eben nicht der, der vor 30 Jahren schon mit denselben Klamotten rumgelaufen bin, sondern ich. Ich werde mich dieser Zeit auch ein bisschen stellen. Das zeige ich auch, Dann habe ich, glaube ich, gewonnen.

Stephan Seiler 50:33
In unserem Podcast fragen wir auch gern, welche Macken darf man behalten? Welche sollte man unbedingt loswerden? Welche eigene Macke verteidigst du mit aller Kraft?

Jan Hofer 50:43
Oh, da muss ich mal überlegen. Müsstest du meine Frau fragen, die weiß das sicherlich besser.

Brigitte Huber 50:48
Vielleicht hast du gar keine Macken.

Jan Hofer 50:49
Doch, ich habe Macken ohne Ende. Ich weiß diese Mamik nicht. Ich kann es auf Anhieb gar nicht so sagen. Auf jeden Fall koche ich bei uns zu Hause. Ich bin der Koch in der Familie.

Stephan Seiler 51:01
Gilt das eher als Macke oder als Tugend?

Jan Hofer 51:03
Ich glaube eher für meine Frau lieber als Tugend, weil die das nicht mag. Ja, also die findet mit Kochen ganz schrecklich.

Brigitte Huber 51:12
Ja, und wenn die Sachen immer gegessen werden, dann scheint es ja nicht so schlimm zu sein.

Jan Hofer 51:17
Ich hab kürzlich mal, wer das nicht glaubt, kam ich auf den Gedanken, Milchreis zu machen. Milchreis mit Zimt und Zucker und mit ein paar Kirschen.

Stephan Seiler 51:25
Lecker. Sehr gut.

Jan Hofer 51:27
Das habe ich das letzte Mal als Kind gegessen. Der Kleine kannte das überhaupt nicht hier meiner. Und seitdem ist bei uns das auf der Tagesordnung. Also einmal alle 14 Tage gibt es bei uns Milchreis.

Stephan Seiler 51:42
Köstlich. Gibt es denn etwas, worauf du dich beim Älterwerden ausdrücklich freust? Nicht trotz, sondern wegen des Alters?

Jan Hofer 51:50
Nee, gibt's nichts.

Stephan Seiler 51:52
Nein, nein.

Jan Hofer 51:54
Also ich würde gerne den Status quo behalten, könnte gerne noch ein bisschen jünger werden, aber am Älterwerden gibt es nichts, was mich wirklich reizt.

Stephan Seiler 52:04
Und jetzt kommt so eine typische Journalistenfrage, so ein Konstrukt. Wenn du heute deinem jährigen Ich eine Schlagzeile über das Älterwerden ansagen müsstest, wie würde sie lauten?

Jan Hofer 52:16
Die Würde lauten? Die Würde bleibt immer ihr selbst und benehmt euch eurem Alter entsprechend. Naja, die Frage ist ja, was ist das? Ich wollte damit noch mal ausdrücken, dass ich Berufsjugendliche ganz schrecklich finde. Also man kann die Jugend nicht konservieren. Das geht leider nicht. Sollte man auch nicht tun. Man hat ja Erfahrung. Also wir leben ja alle von dem Schatz, den wir uns im Laufe der vielen Jahre angeeignet und den positiv zu verwerten Das wäre, glaube ich, noch mal ein Bestandteil dieser Schlagzeile.

Stephan Seiler 52:54
Oh Gott, Brigitte, ich glaube, Jan Hofer findet mich ganz schrecklich.

Jan Hofer 52:57
Warum?

Brigitte Huber 52:58
Nein, ich finde es immer so lustig, dass du meinst, dass Sneaker berufsjugendlich sind. Meine Mutter mit 81 trägt Sneaker. Menschen in meinem Umkreis, jeder trägt Sneaker. Ich glaube, du musst dich da frei machen.

Jan Hofer 53:13
Ich finde, ich finde nicht Sneaker ziemlich unbequem, ehrlich gesagt. Also ich muss manchmal, ich bin gezwungenermaßen manchmal dabei, Lederschuhe zu tragen, aber ehrlich gesagt, trage lieber Sneaker. Nur im Gegensatz zu dir, Stephan, kaufe ich die von Sketcher, die heißen Slip ins. Ach, da muss man sich nicht mehr bücken. Das ist wieder dem Alter geschuldet.

Brigitte Huber 53:38
Dabei ist es wichtig, haben wir letztes Mal auch wieder gehört, es macht auch Sinn, zum Beispiel Socken im Stehen anzuziehen, weil man dann gleichzeitig immer noch Gleichgewichtsübungen macht.

Jan Hofer 53:49
Ja, das stimmt. Also mit dem Gleichgewicht übrigens eine ganz wichtige Angelegenheit. Ich habe das eine Zeit lang, habe es jetzt wieder ein bisschen vernachlässigt, aber das habe ich eine Zeit lang mal ganz bewusst gemacht, auch mit so einem Kissen, wo man drauf steht.

Brigitte Huber 54:03
Ja, absolut.

Jan Hofer 54:05
Und auch für die Faszien und so eine ganz wichtige Angelegenheit.

Brigitte Huber 54:08
Es soll leider sehr wichtig sein und deswegen soll man ja auch auf einem beIN balancieren mit geschlossenen Augen.

Jan Hofer 54:16
Ja,

Brigitte Huber 54:18
aber wir haben noch eine Rubrik,

Stephan Seiler 54:20
Stephan, entweder oder Lieber Jan, selbsterklärend. Du darfst jetzt entscheiden. Ist so eine Schnellfragerunde ohne große Erklärung. Einfach das eine oder das andere nennen. Los geht's. Geburtstag groß feiern oder einfach übergehen?

Jan Hofer 54:38
Runde Geburtstage groß feiern.

Brigitte Huber 54:40
Ansonsten übergeben sich jünger schummeln oder stolz die echte Zahl sagen früher jünger geschummelt,

Jan Hofer 54:46
heute stolz die echte Zahl.

Stephan Seiler 54:48
Du erfindest die Dialektik ganz neu. Beides in einem. Früher Vogel oder gewinnt mit dem Älterwerden dann doch die lange Nacht, Ne?

Brigitte Huber 54:57
Früher Vogel falten zeigen oder ein bisschen nachhelfen?

Jan Hofer 55:01
Falten zeigen.

Stephan Seiler 55:02
Ruhestand oder sterben mit den Stiefeln an.

Jan Hofer 55:06
Damit ist gemeint, dass so wie ich lebe oder was ist damit gemeint?

Stephan Seiler 55:10
Also immer weiter, immer weiter. Also gar nicht erst einen Ruhestand irgendwie.

Jan Hofer 55:15
Also für mich sterben mit den Stiefeln an. Aber wie gesagt, für jeden muss jeder für sich entscheiden.

Brigitte Huber 55:22
Nein, nein, das geht nur über dich. Nur um dich auch beim nächsten Lebensweisheit oder Lebensenergie?

Stephan Seiler 55:29
Lebensenergie Erinnerungen ans früher oder Pläne für morgen?

Jan Hofer 55:33
Pläne für morgen. Ich hasse Leute, die ständig von gestern reden.

Brigitte Huber 55:37
Über Politik streiten oder lieber Frieden halten.

Jan Hofer 55:41
Über Politik streiten. Das ist einer der Bestandteile unserer Demokratie

Stephan Seiler 55:45
Nachfrage auch mit den Kindern an Weihnachten. Gute oder schlechte Idee oder bei Geburtstagsfeiern? Keine Zwischenfragen.

Jan Hofer 55:52
Stephan Ja, ich weiß keine.

Brigitte Huber 55:58
Du bist dran.

Stephan Seiler 55:59
Ja, also nächstes Doppel Instagram Story Selbst posten oder jemanden machen lassen?

Brigitte Huber 56:05
Selbst posten Für die Tagesschau Jahre erinnert werden oder für das, was jetzt noch kommt.

Jan Hofer 56:11
Also das kann ich so nicht beantworten, weil das ja ein Bestandteil meines Lebens und das kann ich ja nicht ausblenden.

Brigitte Huber 56:18
Man kann auch mal sagen, sowohl als auch oder wie auch immer kann man

Stephan Seiler 56:23
ja vielleicht willst du dann auch wieder eine Modelinie am Ende. Die Modelinie wird vielleicht am Ende ganz oben stehen im Wikipedia Beitrag.

Brigitte Huber 56:29
Und ganz früher war der auch Tagesschau Sprecher, heißt es dann der berühmte Designer.

Stephan Seiler 56:35
Zwei haben wir noch. Älter werden ist Geschenk oder Zumutung?

Jan Hofer 56:39
Zumutung.

Brigitte Huber 56:40
Noch mal von vorn anfangen oder genau dieses Leben noch mal.

Jan Hofer 56:44
Ich glaube genau dieses Leben noch mal, aber nur mit dem Wissen von heute. Es gab zwischendurch mal Situationen, wo ich mir gedacht habe, ich würde gerne mal anfangen.

Stephan Seiler 56:54
Das wäre traumhaft, wenn man einfach kurz die Zeit zurückdrehen könnte mit den ganzen Erfahrungen und Gedanken, die man so hat. Noch zwei Zitate zum Schluss des Entweder Oder Reigens. Wir nennen erst mal nicht die Zitatgeber, um es spannender zu halten, sondern nennen die nur das Zitat. Zitat Nummer eins.

Brigitte Huber 57:12
Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.

Stephan Seiler 57:18
Zitat 2 Man muss das Leben eben nehmen, wie das Leben eben ist.

Jan Hofer 57:23
Ich glaube, man muss das Leben eben nehmen, wie das Leben eben ist.

Stephan Seiler 57:27
Das stammt übrigens von einem Mann, der die Bundesrepublik geprägt hat, Konrad Adenauer. Und Er wurde mit 73 Jahren erst Kanzler, regierte damit bis 87 Jahren. Also hat es ja auch noch mal quasi neu erfunden, jenseits der 70.

Brigitte Huber 57:44
Das andere war Pippi Langstrumpf, auch immer eine nette Zitatgeberin.

Jan Hofer 57:49
Ja, aber man kann ja nicht, man kann das Leben ja nicht ändern. Man kann ja auch, man kann ja, man kann einfach viele Dinge nicht ändern und deswegen muss man das Leben so nehmen, wie es ist.

Stephan Seiler 57:59
Gibt es denn gar nichts, was richtig g*** ist an Mitte 70? Bitte mach mir Hoffnung.

Jan Hofer 58:05
Nicht wirklich. Also also ich für meinen Teil kann ja nur sagen, ich habe das ja ganz gut getroffen, aber ich kann auch morgen einen Schlaganfall haben oder irgend sowas und das macht dann keinen Spaß. Also ich glaube, das Damoklesschwert des körperlichen Verfalls hängt dann schon über einem irgendwo

Brigitte Huber 58:23
mit der Zumutung meinst du einfach den körperlichen Abbau und oder auch die Endlichkeit?

Jan Hofer 58:30
Die Endlichkeit ist ja bekannt, Also daran kann man ja nichts mehr ändern. Aber der körperliche Abbau. Also ich will dir mal ein Beispiel Meine Mutter ist 96 Jahre alt geworden und die ist im Schlaf gestorben, Sie hat sich hingelegt, ist eingeschlafen, war tot, als ich das erfuhr, Ich war gerade im Ausland, da wusste es ist alles gut. Wenn du aber siehst, wenn du krank bist, wenn du auf Hilfe angewiesen bist, wenn du dich nicht mehr selber bewegen kannst, das finde ich ganz schrecklich. Und das ist das, was ich damit meine. Ich meine rein den körperlichen Verfall, darf

Stephan Seiler 59:08
ich da noch eine ganz persönliche Nachfrage stellen? Ich bin momentan kinderlos. Wir denken auch drüber nach, jetzt mit Mitte 40 irgendwann noch mal in den Prozess des Älterwerdens einzusteigen und manche warnen mich ja auch davor und dann bist du ja alt, wenn die Kinder mal 20 sind und blablabla und so und

Brigitte Huber 59:24
so

Stephan Seiler 59:26
was entgegnest du denen? Und ist es vielleicht, also meine Vorstellung, sind Kinder nicht auch ein Jungbrunnen für einen selbst, sodass man dann vielleicht nicht, dass man dann irgendwie fitter älter wird? Oder ist das nur meine naive Vorstellung?

Jan Hofer 59:39
Also ich glaube, dass mein Sohn, dem ist es vollkommen egal, wie alt ich bin. Also der merkt das ja gar nicht. Ich bin sein Vater, Papa, Papi, Ende. Wenn du mit 40, sagen wir mal, eine gewisse Lebenserfahrung hast und so die Sturm und Drangzeit hinter dich gelassen hast, du ist das für das Kind schon sehr, sehr positiv, weil du manches auch gelassener siehst und auch manches eben mit einer gewissen Leichtigkeit siehst, die man als junger Mensch nicht hat. Da macht man noch Karriere, da ist man damit beschäftigt, damit beschäftigt. Also am Wochenende mit so einem kleinen Burschen oder Mädchen, das ist schon toll.

Brigitte Huber 60:21
Ich krieg das ja viel auch mit bei Freundinnen oder so, die jetzt Großmütter werden. Also das einfach auch noch mal dieser Blick, wenn du, also das ist noch mal ein bisschen anderer Blick, aber ich habe das Gefühl, Jan, du hast den auch schon, also du hast einfach schon ein Leben gelebt, intensiv und viel Gelassenheit und das, was die dann auch in Bezug auf ihre Enkelkinder sagen, das erinnert mich auch ein bisschen an das, was du über dein Verhältnis zu deinem jüngeren Sohn sprichst.

Jan Hofer 60:49
Ja, ich mache mir halt meine Enkel selber. Ja, genau.

Brigitte Huber 60:54
Die sind dann auch immer im Zugriff.

Stephan Seiler 60:58
Könnte ich. Nee, ich komme dieses Wochenende nicht.

Brigitte Huber 61:02
Genau. Vielen herzlichen Dank, Jan, für die Zeit, die du dir genommen hast.

Jan Hofer 61:08
Gerne, gerne.

Stephan Seiler 61:10
Vielen Dank. Wir sind gespannt, wie es weitergeht auf Instagram mit deinem Modelabel natürlich, deiner Bühnenshow, womit du dich dann auch als nächstes neu erfinden wirst, welche weiteren Seiten du uns präsentieren wirst.

Jan Hofer 61:24
Also ich denke mal, Glashäufer Umlauf wird noch ein bisschen was.

Brigitte Huber 61:29
Ja, hervorragend. Genau. Es wird nicht langweilig. Vielen herzlichen Dank, dass ihr.

Jan Hofer 61:37
Danke, Tschüss.

Stephan Seiler 61:40
Das war's für heute. Danke fürs Zuhören. Bevor wir Schluss machen, wie immer die Frage an uns, was nehmen wir aus diesem Gespräch mit Brigitte,

Brigitte Huber 61:53
die Warum tue ich mir das an? Also das fand ich vorher schon interessant, weil er ist ja nicht zu Stoppen mit Mitte 70 und es geht immer weiter, aber dass er sich diese Frage, warum tue ich mir das an, schon auch immer wieder stellt. Und dann finde ich tatsächlich, dass er beides ist. Er ist in vielerlei Hinsicht ein sehr moderner Mensch, allein was diese Bereitschaft angeht, sich mit Digitalem auseinanderzusetzen und so weiter. Was aber, ich sage jetzt mal, das Teilen seiner inneren Zweifel oder Gedanken mit der Außenwelt angeht, da ist er, finde ich, schon so ein Vertreter seiner Generation, oder?

Stephan Seiler 62:35
Ja, absolut. So ging es mir auch. Jan Hofer scheint wohl, wie viele andere Männer in seinem Alter, du hast es ja schon angesprochen, emotional nicht so zugänglich zu sein, wie es dann vielleicht von so jemanden wie Stefanie Stahl empfohlen wird, die wir auch schon mal zu Gast hatten hier. Aber da habe ich doch kurz mal gestutzt, muss ich ehrlich sagen.

Brigitte Huber 62:55
Und er selber ja auch, also er hat ja auch selber gesagt, wie er den Unterschied sieht, auch zu seinen Kindern und zu dieser Generation. Eine oder zwei unter ihm, also oder hinter ihm, nach ihm. Und insofern, das fand ich war ganz augenfällig. Ja.

Stephan Seiler 63:11
Was hast du sonst noch mitgenommen? Die Neugier, sein Verjüngungsmittel. Jan Hofers Verjüngungsmittel scheint die Neugier zu sein. Also ich habe ihn ja auch beobachten dürfen, so wie du über den Laptop angebunden ans Studio Mallorca gewissermaßen. Er wirkt wirklich nicht wie jemand um die 70, Mitte 70, sondern er wirkt wesentlich frischer. Und wenn sein Verjüngungsmittel die Neugierde ist, wenn er viel liest und sich auch mit vielen jüngeren Menschen umgibt und er sagt, das ist, dann ist das für mich ein toller Impuls, um genau das voranzutreiben.

Brigitte Huber 63:46
Man hat wieder den Einblick gekriegt in das Leben eines menschen mit Mitte 70, das sich dann doch wieder ganz stark von den Einstellungen her, aber auch von dem, was man daraus macht, unterscheidet von dem anderer. Mir ist zum Beispiel eingefallen, jetzt Helma Sick, Frauenfinanz Pionierin, die mit Mitte 80 einen wesentlich positiveren Blick aufs Alter hat, aber ähnlich wie Jan Hofer einfach noch voll mittendrin ist im Geschehen.

— Ab hier liegt das Transkript hinter dem Ende der veröffentlichten Folge. —

Stephan Seiler 64:15
Folge 17 übrigens, Folge 17 für alle, die es nochmal anhören wollen oder ganz

Brigitte Huber 64:19
anders, vollkommen anders, DJ Hell, der ja einfach ganz klar Alter habe ich für mich abgewählt quasi, der das dann weder als Zumutung noch als Bereicherung sieht, sondern einfach, ne, er und Alter, das geht nicht zusammen. Und das ist, glaube ich, Folge 13.

Stephan Seiler 64:39
Richtig, Folge 13 ist die Folge mit DJ Hel, dem DJ Pionier und Techno, der Techno Legende. Dass jetzt Jan Hofer das Älterwerden nicht per se g*** findet, dass er es eher als Zumutung sieht, fand ich auch mal erfrischend anders. Wir hören hier ja oftmals und predigen ja quasi auch selbst so ein bisschen mantraartig, dass das, dass da ganz viel Zauber drinsteckt, Aber ist ja auch mal in Ordnung, wenn jemand anderer Meinung ist, oder?

Brigitte Huber 65:08
Absolut. Und ich glaube, dass es auch dieses eine Denken wie alt werden oder älter werden, es nicht gibt. Es ist tagesverfassungsabhängig und wahrscheinlich auch typabhängig, aber wir alle tragen, glaube ich, verschiedene Anzeichen und verschiedene Seiten da mit uns rum.

Stephan Seiler 65:27
Ja, in diesem Sinne großer Dank zum Schluss an alle, die diese Folge gehört haben, also an alle da draußen, vielen, vielen Dank fürs Einschalten. Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert uns, schreibt uns, liked uns, kommentiert. Im Gegensatz zu Jan Hofer lesen wir die Kommentare. Ja, wie gesagt, das hilft uns auch wirklich. Auf Instagram und Facebook haben wir ja auch einen eigenen Kanal.

Brigitte Huber 65:50
Wir lesen jeden Kommentar, wir freuen uns drüber und wir antworten euch auch selbstverständlich.

Stephan Seiler 65:56
Großer Dank zum Schluss an alle, die diese Folge möglich An Leo Ebert Klang für Sounddesign und Schnitt, an Bennett Polenz für Social Media und an Alina Sawalis für unsere Kachel, also das Optische. Um die Vermarktung kümmert sich Luise Abraham von Zebralution. Wenn ihr Werbung schalten wollt, dann schreibt sie doch mal an. Vielleicht ist der ein oder andere Slot ja noch frei.

Brigitte Huber 66:22
Sie freut sich. Wir uns auch.

Stephan Seiler 66:25
Danke euch auf jeden Fall. Die nächste Folge gibt's kommende Woche Mittwoch. Wir hören uns dann wieder. Bis dahin macht's gut, alles Liebe und fröhliches Älterwerden.

Brigitte Huber 66:34
Ja, viel Spaß dabei. Bis nächsten Mittwoch. Tschüss.

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Folge

46

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91 Min.

Mit

Marc Wittmann

Wie holen wir das Beste aus unserer Lebenszeit heraus?

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Zum eigenen Alter selbstbewusst und positiv stehen, statt es zu verleugnen: Jan Hofer hält es so.

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Medienkritik ist legitim, aber nur zusammen mit der Nutzung verschiedener Quellen.

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