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69 Min.

Wie finden wir in unserem Alter einen neuen Job, Bettina Groetzki?

Schluss mit der Unsichtbarkeit auf dem Arbeitsmarkt! In dieser Folge räumen wir mit dem Vorurteil auf, dass Karrierewege ab 50 in der Sackgasse enden.

Lebensgestaltung

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  • 00:00 Intro & Bettinas Neustart mit 60

  • 06:18 Wenn man im eigenen Unternehmen unsichtbar wird

  • 07:40 Die vielen Facetten der Altersdiskriminierung

  • 12:26 Vorurteile im Check: Sind Jüngere wirklich belastbarer?

  • 16:25 Kostenfaktor vs. Loyalität: Die wahre Rechnung für Firmen

  • 20:17 Freude empfinden und Schmerz vermeiden

  • 23:14 Netzwerken statt Berufsportale: Wege aus der Bewerbungsfalle

  • 39:48 Raus aus der Opferrolle, rein ins Handeln

  • 59:33 Die Macht der Visualisierung: Schreib Deinen idealen Tag auf!

  • 1:01:21 Meine Premiere, Deine Premiere: Tandemsprung und das erste Enkelkind

  • 1:03:26 Entweder/Oder & Abschied

Transkript zur Folge

Bettina Groetzki 0:00
Ich habe zwei Möglichkeiten. Ich kann natürlich sagen, ich bin das Opfer. Ich bin das Opfer des Stellenabbaus. Ich bin das Opfer der Rezession. Ich bin das Opfer der Umstände. Und dann werde ich mich wahrscheinlich auch da so ein bisschen drin wiederfinden. Und es wird mir schwerfallen oder schwerer fallen, dann aus dieser Grube wieder rauszukrabbeln. Ich kann mich dann fragen: Okay, was für Möglichkeiten habe ich jetzt? Und kann ganz klein in meinem direkten Umfeld anfangen. Mein Netzwerk. Ich habe immer Netzwerk. Benutzen und kann darüber hinaus weitergehen und ich kann mich weiterbilden. Das ist ganz wichtig, was du sagst, Brigitte, denn jeder und jede glaubt ja immer erst mal, es geht nur mir so. Also bei anderen sieht das immer alles ganz toll aus, von außen betrachtet. Ja, wenn ich mir jetzt überlege, ich würde gerne noch mal durchstarten, ich möchte mich gerne noch mal beruflich verändern oder einsteigen, wirklich mal mit so einer kleinen Visualisierungsübung anzufangen. Und mir mal wirklich aufzuschreiben, und zwar nicht nur in meinem Kopf, sondern auch wirklich mal niederzuschreiben: Was wünsche ich mir eigentlich? Wie sieht denn mein idealer Tag in einem Job aus?

Brigitte Huber 1:12
Unsere Gesprächspartnerin in Die Sache mit dem Älterwerden heute ist Bettina Grötzky, die mit 60 ihr erstes Unternehmen gründete, mit dem schönen Namen ErfolgReif, also reif für den Erfolg. Und genau das will sie Frauen ab der Lebensmitte vermitteln. Davor war Bettina viele Jahre in leitenden Positionen bei Weight Watchers. Wir sprechen heute mit ihr über die Sichtbarkeit oder besser über die Unsichtbarkeit, insbesondere von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und vor allem darüber, wie wir das ändern können.

Stephan Seiler 1:45
Das Problem mit der Unsichtbarkeit, das kennen auch viele Männer, gerade in diesen Zeiten, in denen fast überall Stellen gestrichen werden, Firmen abwandern oder die KI erledigt womit man bisher sein Geld verdient hat. Wir sprechen mit Bettina Grötzke genau darüber. Wie finde ich heraus, was mir in der zweiten Lebenshälfte beruflich Freude macht, mich noch mal zu einem Neustart animieren könnte? Und welche Einstiegsübungen empfiehlt sie uns allen dabei? Wie wichtig ist Sichtbarkeit? Und damit ist nicht nur LinkedIn und Xing gemeint. Ich bin Stephan Seiler.

Brigitte Huber 2:18
Ich bin Brigitte Huber. Und das ist Die Sache mit dem Älterwerden. Liebe Bettina, du hast mit 60 noch mal dein ganz bekanntes Berufsumfeld verlassen und auf Neustart gedrückt.

Bettina Groetzki 2:41
Warum?

Brigitte Huber 2:41
Wie kam es dazu?

Bettina Groetzki 2:42
Ja, das ist eine gute Frage und es ist mir auch nicht so ganz leicht gefallen, Brigitte. Aber ich war ja fast 20 Jahre im selben Unternehmen. Ich hatte wirklich das große Glück, dass ich ein sehr wertschätzendes Umfeld hatte. Ich konnte mich in diesen Jahren wirklich entwickeln. Ich konnte meine Stärken einbringen. Ich hatte ein tolles Team und ich habe vor allen Dingen auch Sinn in meiner Arbeit gesehen. Und dann hat sich aber was verändert, sowohl in den äußeren Rahmenbedingungen als auch im Unternehmen selber. Und ich fand vielleicht—

Brigitte Huber 3:15
Erklären wir ein bisschen, was du gemacht hast.

Bettina Groetzki 3:18
Ja, genau. Ich war in einem internationalen Gesundheitskonzern und habe dort Unternehmen, Großunternehmen in Deutschland beraten im Rahmen ihrer betrieblichen Gesundheitsförderung. Das heißt, wir haben Maßnahmen geplant für die Beschäftigten im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung zu gesunder Ernährung, zu Wellbeing. Und das hat sich dann im Laufe der Jahre doch sehr stark verändert. Und ich fand mich dann plötzlich in einer Position wieder, die von außen betrachtet auch wirklich sehr spannend aussah und wirkte, aber für mich einfach eine Position war, in der ich weder meine Stärken wirklich einbringen konnte, in der ich das, was mich wirklich auch antreibt, nicht mehr umsetzen konnte. Und mir hat so die Wirksamkeit gefehlt. Das heißt also, ich konnte nichts mehr bewegen. Und das war für mich dann der Moment, wo ich mich gefragt habe: Will ich so die nächsten 5, 10 Jahre leben und arbeiten? Und dann habe ich für mich entschieden: „Nee, will ich nicht." Und das war für mich so der Wendepunkt.

Brigitte Huber 4:20
Also ich habe auch gelesen, das Zitat von dir: „Also nur noch weitermachen bis zur Rente war keine Option." Und das war eben dann tatsächlich diese Situation, dass man gesagt hat, okay, also dass du gesagt hast, ich kann mich da einfach nicht mehr weiterentwickeln. War aber dann auch noch wichtig, dass du wusstest, wohin du dich entwickelst, weil einfach nur eine Situation verlassen reicht ja nicht.

Bettina Groetzki 4:40
Ja, das stimmt. Also ich würde das mal so ausdrücken: Ich bin ja nicht gegangen, weil ich gegen irgendwas war. sondern ich habe mich ja für etwas entschieden. Und das war für mich halt auch wirklich wichtig. Ich wollte wieder mehr Klarheit haben, mehr Wirksamkeit und mehr Sinn in meiner Arbeit. Und ich war in einer Situation in diesem Unternehmen, wo es auch darum ging, wie richten wir uns aus, wie wollen wir uns nach außen darstellen? Wer sind denn unsere Kundinnen, unsere Kunden und wen wollen wir auch gerne haben? Und man muss dazu sagen, Kundinnen dieses Unternehmens sind überwiegend Frauen, Frauen ab der Lebensmitte. Die waren aber nach außen hin nicht mehr wirklich sichtbar. Die wollte man nach außen hin nicht mehr so richtig zeigen. Und ich saß dann immer öfter in Meetings, wo darüber diskutiert wurde, wen wollen wir denn haben, wen wollen wir denn zeigen und wen nicht? Und dann habe ich immer gedacht, na ja, also die, die ihr jetzt nicht mehr so zeigen wollt, das sind ja Frauen wie ich. Also ihr redet ja jetzt gerade über mich. Und mir ist dann immer mehr bewusst geworden, das ist so ein bisschen wie Wenn man selber schwanger ist, sieht man ja überall Schwangere. Und so habe ich dann irgendwann überall Frauen gesehen in meinem Alter, in meiner Generation, die immer weniger sichtbar waren und die immer mehr verschwunden sind, die aber trotz allem noch so viel zu bieten haben und auch machen wollen, aber nicht mehr konnten. Und das war so für mich der Punkt, wo ich gesagt habe, da will ich jetzt mal alle meine Erfahrungen, mein Wissen, einbringen und genau diese Frauen in der Lebensmitte unterstützen, sich da wieder neu zu orientieren und wieder ihre neue, ich nenne es mal gerne, Lebenspositionierung zu finden. Das war so der Auslöser.

Brigitte Huber 6:18
In dem Fall war es ja noch besonders krass, wenn du in einem Unternehmen gearbeitet hast, das sich eigentlich an diese Altersgruppe gewendet hat oder wenden wollte, das aber dann nicht mehr so nach außen kommunizieren wollte, oder?

Bettina Groetzki 6:32
Da war definitiv ein Störgefühl. Wobei man natürlich auch sagen muss, ich bin fast 20 Jahre in dem Unternehmen gewesen und es ist ganz zwangsläufig, dass sich ein Unternehmen auch entwickelt. Ja, das entwickelt sich in die eine oder andere Richtung. Und für mich war die Richtung, in die die Entwicklung ging, eben nicht mehr die, die ich auch gerne mittragen wollte. Und deswegen war für mich einfach die Entscheidung, da auch einen Schlussstrich zu ziehen.

Stephan Seiler 6:55
Gab es da einen bestimmten Moment, in dem du gesagt hast, jetzt reicht es? War das in der Situation, in dem Meeting, in der Konferenz, oder gab es einen anderen Moment, der dich dazu gebracht hat?

Bettina Groetzki 7:06
Nee, das waren tatsächlich diese Meetings. Und das würde ich auch so in der Mehrzahl sagen, weil es sehr, weil wenn du in Umstrukturierungsphasen bist, wo es in einem Unternehmen auch ein bisschen turbulent zugeht, dann hast du natürlich oft diese Situation, dass gefragt wird, sich gefragt wird: Wo wollen wir hin? Wohin wollen wir uns entwickeln? Und das war etwas, was sich dann gerne wiederholt hat. Und ich kann das natürlich gut verstehen, dass eine junge Zielgruppe angesprochen werden soll und dass sich ein Unternehmen auch dahingehend gerne verjüngen möchte. Aber das war für mich so der Auslöser, dass ich gesagt habe, okay, Und ich möchte mich aber genau um die kümmern, die da jetzt so ein bisschen hinten runterfallen.

Stephan Seiler 7:40
Altersdiskriminierung hat ja viele Facetten und kann einen ja auf vielfältige Art und Weise erreichen. Wo hast du es denn noch erlebt? Im Unternehmen selbst, aber vielleicht auch schon auf dem Weg zur Arbeit? Also was waren da die sogenannten Triggerpunkte, wie man ja heute sagt?

Bettina Groetzki 7:55
Ja gut, Altersdiskriminierung hat ja ganz viele Facetten. Und wenn wir von Altersdiskriminierung sprechen, hat das ja nicht unbedingt immer was damit zu tun, 50 plus. Gerade wir Frauen erleben ja halt das Diskriminierung eigentlich in jedem Alter. Also entweder sind wir zu jung und zu unerfahren, dann sind wir nicht die Richtigen. Dann kommen wir in das Alter um die 30, dann kriegen wir wahrscheinlich bald Kinder, wenn wir nicht eh schon welche haben. Dann wird das auch schon wieder schwierig mit der Karriere. Wenn wir dann so in unsere 40er kommen, dann sind entweder die Kinder in der Pubertät und wahrscheinlich anstrengend und wir müssen uns dann darum kümmern. Kommen wir in die 50er, sind es wahrscheinlich schon wieder die Eltern, die bald Betreuung benötigen.

Brigitte Huber 8:38
Außerdem Wechseljahre nicht zu vergessen, hormonell gesteuert.

Bettina Groetzki 8:42
Genau, auch nicht mehr so belastbar. Und wenn wir dann in unsere 60er kommen, mein Gott, dann gehst du doch eh bald in Rente.

Brigitte Huber 8:49
Ihr habt ja darüber jetzt auch ein Buch geschrieben. Magst du uns das mal kurz vorstellen? Das hat ja einen sehr schönen langen Titel.

Bettina Groetzki 8:56
Ja, genau. Das ist ein Buch, wo wir als Autorinnen mitwirken durften. Das heißt Frau, fit, fähig, 50 plus. Und ich habe alles, was der Job braucht, nur nicht das Alter. Und es handelt wirklich von vielen Frauen, die auch an diesem Buch mitgewirkt haben, die ihre eigenen Erfahrungen, also eigene Erfahrungen im Job, auch im Bewerbungsprozess, aber eben auch aus ihrer Arbeit mit Menschen wiedergeben. Und wo wirklich ganz viele Augenöffner drin sind. Es ist ein Buch, das tatsächlich aus meiner Sicht auch nicht nur für Frauen geschrieben wurde, sondern insbesondere auch für die Personalverantwortlichen, die mal da reinschauen dürfen und mal nachlesen können, was denn so der Alltag der insbesondere Frauen 50 plus im Bewerbungsprozess oder auch im Arbeitsleben überhaupt ist.

Stephan Seiler 9:48
Ich hatte mal bei mir im Team einen Kollegen, der ab einem gewissen Alter nicht mehr wollte, dass sein Alter genannt wird in Artikeln. Ich habe im gleichen Verlag wie Brigitte gearbeitet und war auch verantwortlich für eine Zeitschrift. Und das habe ich damals als Jungspund gar nicht so richtig verstanden und dachte: Was ist das denn? Was soll das denn? Dieses Gehabe ist doch eigentlich nur eine Zahl. Mittlerweile kann ich das ein Stück weit nachvollziehen. Ich habe auch diverse Männerfreunde in meinem Bekanntenkreis, die auch berichten, dass sie ab der 40, 45, aber auch vor allem dann ab der 50 nicht mehr wirklich gesehen werden, auch nicht mehr richtig in Betracht kommen für gewisse Jobs. Und dann am Ende gesagt wird oftmals: „Ja, wir brauchen jetzt auch mal einen frischen Gedanken." Und bei frischen Gedanken denkt man dann ja automatisch eher an die Jüngeren. Wie siehst du da die Unterschiede der Erlebniswelten zwischen den Männern und den Frauen? Du hast eben ja schon gesagt, es betrifft auch Männer. Wie prägt sich das aus im Vergleich, im Unterschied zu weiblichen Mitarbeiterinnen?

Bettina Groetzki 10:46
Also ich finde das ein spannendes Beispiel, was du jetzt gerade sagst, dass du sagst, dass auch Männer da an der Stelle sagen, ich möchte nicht, dass mein Alter genannt wird. Ich meine, wir haben das ja schon häufig auch in Bewerbungen heute. Du musst ja dein Alter nicht mehr nennen und und und. Am Ende des Tages muss ich nur mal einen Blick in die Unterlagen werfen und sehe, wann hat der oder diejenige seinen Abschluss gemacht? Dann weiß ich auch, in welchem Alter sich die Person befindet. Genauso, wenn ich jemandem ins Gesicht schaue, dann weiß ich auch, ob ich einen 30-Jährigen oder einen 60-Jährigen vor mir habe. Also ich finde es eigentlich schade, dass wir uns diese Gedanken machen oder machen müssen, weil wir eben erfahren, darin, dass wir ab einem bestimmten Alter diese Vorurteile erfahren, weil wir eben nicht mehr als so dynamisch, nicht mehr als so belastbar, nicht mehr als so ideenreich, wie auch immer, wahrgenommen werden. Und vielleicht sollten wir uns einfach mal darüber klar werden, dass jedes Alter und jede Generation seine Eigenschaften hat, seine Vorteile hat, seine Nachteile hat. Und was wir heute mitbringen in unserem Alter 50 plus, sind eben ganz andere Dinge, Dinge, als wir selber noch gehabt haben, als wir vielleicht auch 30 gewesen sind. Und das meine ich jetzt weder überhaupt nicht bewertend, in gar keiner Form. Und umso wichtiger ist es doch aus meiner Sicht, wenn wir das zusammenbringen, wenn wir diese Kompetenzen und Erfahrungen, wenn wir diese Eigenschaften der jungen Generation und der erfahrenen Mitarbeitenden wirklich nutzen und Synergien schaffen, dann würde es uns doch allen so viel besser gehen und die Unternehmen auch so viel mehr voranbringen als dieses Schubladendenken.

Brigitte Huber 12:26
Genau. Eine Sache. Zum einen ist das belegt, auch mit den Bewerbungen beispielsweise. Wenn die fiktive Bewerbungen machen und sie tun so, als wäre die Bewerberin, der Bewerber unter 35, kriegt diese Person messbar, spürbar mehr Vorstellungsgespräche und so weiter, als wenn die identische Bewerbung von einer potenziellen fiktiven Person 50plus abgeschickt wird. Aber ich mache jetzt so einen ganz kleinen Check, den wirst du wahrscheinlich bestehen, Bettina. Aber die Leuphana Universität, die haben so eine Untersuchung auch gemacht. Da gab es 7 Schlüsseleigenschaften im Job und die Arbeitgeber, Personalabteilungen und so weiter mussten sagen, was ist eher eine jüngere, also um die 30 Eigenschaft und was ist eher eine Ü50-Eigenschaft. Also ich sag diese 7 und du sagst mir, welche 2 nur den älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zugeschoben werden. Lernbereitschaft, Produktivität, Stressresistenz, Loyalität, Kreativität, Zuverlässigkeit, Flexibilität.

Bettina Groetzki 13:36
Na, ich würde mal sagen, die Loyalität wird wahrscheinlich den älteren Beschäftigten zugesprochen. Und dann war es, glaube ich, die Zuverlässigkeit.

Brigitte Huber 13:44
Hervorragend. Die Kandidatin hat leider 100 Punkte und es gibt auch genügend Studien oder auch nicht nur das. Es gibt Beweise, dass das an vielen Seiten auch nicht stimmt. Also selbstverständlich sind wir nicht mehr so, also wir lernen nicht mehr so schnell. Das stimmt. Wir sind häufig viel stressresistenter, wir sind resilienter. Oder auch was zum Beispiel Kreativität oder so angeht. In gewissen Bereichen sind die Patente, die angemeldet werden, bei 55+ über ein Drittel oder so. Also bei vielen braucht man ja diese Erfahrungskompetenz. Aber in den Köpfen von vielen Personalerinnen und Personalern und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, selbst wenn sie im selben Alter sind, herrscht noch dieses, dieses Bild. Was können wir tun dagegen?

Bettina Groetzki 14:31
Also ich muss da mal ein Beispiel noch mal sagen, weil wir haben das letztes Jahr auch erlebt. Wir haben eine Studie gemacht mit der Steinbeis-Hochschule in Marburg und da ging es um Frauen 50 plus in der Gesundheitswirtschaft. Und da wurden Befragungen gemacht, einerseits bei den Personalverantwortlichen als auch bei den Frauen selber. Und es gab unterschiedliche Fragen. Aber ein Ergebnis, das ging so diametral auseinander. Und das war die Frage der Affinität, was so Digitalisierung betrifft. Also sind diese Frauen digital affin? Und die Vorgesetzten, die Personalverantwortlichen, die haben zu einem überwiegenden Teil gesagt, also ich übertreibe jetzt vielleicht ein bisschen, naja, die können ja mal gerade ihr Handy bedienen. Während bei den Frauen selber ein geringer Teil nur gesagt hat, ja, da würde ich mir mehr Unterstützung wünschen, da brauche ich Hilfe, sondern die haben alle gesagt, ich komme mit dem, was ich hier in meinem Job an Digitalisierung mit Aufgaben habe, komme ich gut zurecht. Also das war wirklich so, und das waren auch Vorgesetzte, häufig auch Frauen in dem gleichen Alter. Ja, also da ist einfach so ein wirklich unconscious bias, also so ein unbewusstes Vorurteil, das einfach so übergestülpt wird. Und wir müssen einfach mal genauer hinschauen. Du hast eben auch gesagt, wir lernen nicht mehr so schnell. Ja, wir lernen anders. Ja, also wir lernen anders. Genau. Aber das heißt ja nicht, dass wir nicht mehr lernfähig wären. Und da müssen wir noch mal differenzieren.

Brigitte Huber 15:59
Das hatten wir auch hier im Interview schon mit Tana Munyeda, Gedächtnisforscherin, die gesagt hat: Natürlich lernen wir nicht mehr so schnell, Aber wir wissen, wir sind motiviert, wenn wir lernen. Wir wissen, wann wir lernen können. Und in Wahrheit prägt sich das dann mindestens so gut ein, wie wenn jetzt irgendwie eine Studierende 24 Stunden vor der Prüfung sich irgendwas noch mal kurz reinhämmert und es bleibt unter Umständen auch länger hängen.

Bettina Groetzki 16:23
Absolut.

Brigitte Huber 16:24
Aber Stephan, du wolltest was sagen.

Stephan Seiler 16:25
Ja, gerne. Wie schaut es denn mit ein, zwei weiteren Vorurteilen aus, die, glaube ich, in der Führungsriege deutscher Unternehmen sehr weit verbreitet sind?

Bettina Groetzki 16:33
Sind.

Stephan Seiler 16:33
Zum Beispiel, wir sind zu teuer, Ü40, Ü50 und auch Ü60 und dann auch ein bisschen zu störrisch. Wir wissen ja, was wir wollen, was wir nicht wollen. Wir diskutieren viel etc. Und das habe ich auch ab und zu mal erlebt, dass da so abgewogen, im Zweifelsfall dann doch lieber, gerade in diesen Zeiten, wo ja auch viele Unternehmen auf die Kosten achten müssen, dann vielleicht doch lieber den Junior, die Juniorin, die dann mutmaßlich günstiger einzustellen ist. Wie geht man damit um? Ist da nicht auch was dran?

Brigitte Huber 17:01
Störrisch? Wir doch nicht.

Bettina Groetzki 17:02
Also zwei Sachen. Und ich würde die mal wirklich total voneinander trennen wollen. Das eine ist, du hast eben schon mal gesagt, mutmaßlich teurer. Sagen wir mal so, klar, wenn ich 50, 55, 60 bin und seit 30 Jahren im Job, habe ich ein anderes Gehaltsgefüge, als wenn ich ein Berufseinsteiger bin. Müssen wir gar nicht drüber sprechen, dass das auch ein Faktor ist und auch für Unternehmen betrachtet werden muss. Auch gar keine Frage. Jetzt frage ich mich allerdings nur, was passiert, wenn ich heute einen, sag mal einen oder eine 30-Jährige einstelle? Wie lange bleibt die im Unternehmen oder der dem Unternehmen in der Regel erhalten. Also wie lang ist aktuell so die durchschnittliche Verweildauer, bevor der/diejenige sagt, ich suche mir jetzt mal einen neuen Job? Ist 3 Jahre so in dem Dreh roundabout. Was ist mit einem— also dann fange ich wieder an, dann fange ich wieder an zu investieren, dann fange ich wieder an zu suchen, dann fange ich wieder an onzuboarden, einzuarbeiten. Bis so jemand mal wirklich produktiv ist und arbeitet, ist wahrscheinlich mal mindestens ein halbes Jahr vergangen. So, jetzt habe ich einen Beschäftigten, eine Beschäftigte, die teurer ist. Ja, und ich erlebe auch sehr häufig in den Gesprächen, dass die Menschen durchaus bereit sind, auch Abstriche an ihrem Gehalt zu machen. Wir reden jetzt nicht von der Hälfte oder von einem Einsteigergehalt, aber doch Abstriche zu machen. Dafür habe ich aber so jemanden dann auch wahrscheinlich für einen wesentlich längeren Zeitraum in meinem Unternehmen, den ich dann und die ich dann auch Auch das ist der nächste Punkt, auch weiterentwickeln kann. Entwicklung hört ja nicht mit 50 auf. Es ist ja nicht so, dass ich mit 50 jemanden einstelle und sage, na ja, da muss ich mich nicht mehr drum kümmern, der oder die läuft jetzt bis zur Rente so weiter, sondern auch da muss es Entwicklungsprogramme geben, zugeschnitten auf erfahrene Beschäftigte. Also ob am Ende da wirklich dieser Kostenfaktor so entscheidend ist, das weiß ich nicht. Und jetzt kommen wir noch mal zu dem zweiten Punkt. Da sind wir ganz stark in der Persönlichkeit der einzelnen Menschen. Also das Störrische zum Beispiel.

Stephan Seiler 19:02
Nennen wir es selbstbewusst.

Brigitte Huber 19:03
Ja, das ist schon was anderes.

Bettina Groetzki 19:05
Man kann das ja so und so sehen. Ich arbeite ja in My Erfolg Drive eben auch auf Basis einer wissenschaftlichen Persönlichkeitsdiagnostik. Und da sehen wir sehr, sehr stark, was sind so die inneren Antreiber der Menschen? Was sind meine persönlichen Lebensmotive? Bin ich jemand, der der eher, sag mal, entscheidungsfähig, entscheidungswillig ist. Bin ich also selbstbewusst? Würde ich jetzt noch gar nicht mal nennen. Aber neige ich dazu, eben Entscheidungen treffen zu wollen? Oder bin ich jemand, der eher, sagen wir mal, teamorientiert ist und andere mitnimmt? Das ist ja in meiner Persönlichkeit verankert. Natürlich kommen meine Erfahrungen.

Brigitte Huber 19:45
Mit was für einem Modell arbeitet ihr da, Bettina?

Bettina Groetzki 19:48
Wir arbeiten mit einer Persönlichkeitsanalyse, die eben nicht typisiert, also die dich nicht in irgendeine Schublade steckt im Sinne von Rot, Gelb, Grün oder Blau oder Hund, Katze oder Maus, sondern die wirklich deine 16 Lebensmotive betrachtet mit den einzelnen Ausprägungen, sodass wir eben nicht in dieses Schubladendenken reingeraten, sondern dass wir wirklich sagen können, das ist dein Persönlichkeitsprofil und das macht dich in deiner Gesamtheit aus.

Brigitte Huber 20:17
Das ist jetzt sehr gut, weil wir wollten jetzt ohnehin, nachdem wir die Gesellschaft angeguckt haben, auch sagen, okay, das bisschen, wir können bisschen was ändern. Jeder, jede kann an seinem, ihrem Arbeitsplatz auch schon ein bisschen was ändern, glaube ich. Wir hoffen aber auch, dass wir die richtigen Menschen an den richtigen Stellen erreichen. Aber wir wollen ja nicht nur jammern und klagen und das, glaube ich, gefällt uns allen dreien nicht, sondern sagen, was kann denn die oder der Einzelne tun? Und das war ja auch der Punkt, du hast am Anfang gesagt, Du wusstest nicht nur, ich möchte an dieser Stelle nicht mehr bleiben, an der ich jetzt bin, sondern du hattest auch ein Ziel, wo du hin wolltest. Vielleicht gehen wir da mal drauf ein. Du hast mit einer Kollegin zusammen dann eine Firma gegründet, ein Unternehmen mit dem wunderschönen Namen Erfolg Reif, also reif für den Erfolg. So glaube ich, kann man das übersetzen. Und vielleicht magst du da kurz mal drüber reden. Genau, was war da Das Motiv?

Bettina Groetzki 21:12
Ja, das Motiv war eben das, was ich vorhin schon gesagt habe, dass wir festgestellt haben, dass immer mehr Frauen ab einem bestimmten Alter, also ab der Lebensmitte oder in der zweiten Lebenshälfte, wo auch immer die anfängt, das ist ja auch von der persönlichen Wahrnehmung abhängig und aber trotzdem immer weniger sichtbar sind, immer weniger gesehen werden und dass das aber auf der anderen Seite auch was mit den Frauen selber macht. Ja, wenn ich das Gefühl habe, und nicht nur das Gefühl, sondern auch zum Beispiel in so einem Bewerbungsprozess nur Absagen bekomme, wenn ich immer wieder merke, ich bin da nicht mehr gewertschätzt, gewollt, wie auch immer, dann macht das ja auch was mit mir selber. Und auf der anderen Seite gibt es ganz viele Frauen, die auch in der Lebensmitte wieder einsteigen wollen in den Beruf. Sind die einen, die schon im Job sind. Die da irgendwo so einen Knick erleben, aber auch die, die wieder einsteigen wollen und sich fragen: Wer will mich denn jetzt eigentlich noch? Wer stellt mich denn ein? Jetzt, nachdem ich 10, 15 Jahre vielleicht raus bin aus dem Job. Welche Wiedereinstiegsprogramme und Möglichkeiten gibt es denn da? Und je nachdem, wie ich auch selber von meiner Persönlichkeit her gestrickt bin, kann das schon sehr viel mit mir machen. Und da wollten wir unterstützen und begleiten und wirklich auch dabei helfen, in dieser Phase der Neuorientierung und des Neustarts zu wissen, was will ich eigentlich wirklich? Also wir Menschen wollen ja immer nur eins. Wir wollen ja Freude empfinden und Schmerz vermeiden. Und ganz viele Menschen gerade im Job sind auch irgendwo, dass sie mehr, na ja, so schlimm ist es ja eigentlich nicht. Also mehr Schmerz vermeiden als Freude empfinden. Aber wenn ich jetzt gerade mich neu orientieren will, dann sollte ich schon wissen, was macht mich denn wirklich zufrieden? Was brauche ich denn auch dafür, um dann auch gezielt ranzugehen an die Sache und auch am Ende dann das zu finden, was mich wirklich glücklich und zufrieden macht?

Stephan Seiler 23:14
Wenn ich jetzt weiß, wer ich bin, was ich für eine Persönlichkeit mitbringe, dann habe ich ja dadurch noch keinen richtigen Job gefunden, keinen neuen Job gefunden. Was genau kann ich tun? Was können wir tun, um einen Job zu finden, um einen neuen Job zu finden? Oder wenn wir arbeitslos sind, überhaupt einen zu finden?

Bettina Groetzki 23:31
Also es sind schon mal zwei Dinge, wo ich wirklich erst mal bei mir selber anfangen würde. Also ich mache das mal fest an einer Frau, mit der ich gearbeitet habe. Die hat nach einer langen Zeit ihren Job verloren und musste sich jetzt neu orientieren und wusste gar nicht so genau, Wo soll ich mich denn jetzt bewerben? Was muss denn der Job, auf den ich mich jetzt bewerbe, eigentlich haben, damit ich mich damit zufrieden fühle? Damit ich sage, da gehe ich gerne hin und ich mache den gerne. Und es kam raus in unserer Arbeit, gerade in der Persönlichkeitsanalyse, dass sie ein absoluter Menschenmensch ist. Also das wäre eine Frau gewesen, wenn du sie irgendwo ins Hinterzimmer gesetzt hättest, organisatorischen, administrativen Aufgaben betraust, das sie auch kann, keine Frage, dann wäre sie aber totunglücklich geworden auf Dauer. Und es war ihr wirklich so ein Aha-Moment zu sagen, okay, wenn ich mich jetzt umschaue, dann weiß ich jetzt besser, worauf ich achten muss in einem neuen Arbeitsumfeld. Das ist das eine. Und das andere ist, was du eben sicherlich meinst, wie gehe ich vor in der Bewerbung? In der— und wir machen jetzt keine Berufsberatung in der Form, aber was sich auch immer wieder herauskristallisiert, ist einfach auch nicht nur den klassischen Bewerbungsweg zu wählen, also sprich die Jobportale zu durchforsten und die Online-Bewerbung hochzuladen, sondern wirklich sehr, sehr stark auch auf Netzwerke zu setzen, Präsenz zu zeigen und auch mal andere Wege zu gehen, digitale Medien zu nutzen, mein Profil vielleicht auch mal als kleine eine Website oder Landingpage zu erstellen, also wirklich mal neue Wege zu gehen, um auch gesehen zu werden in der Masse.

Brigitte Huber 25:22
Ich würde gern noch mal einen Schritt zurückgehen wollen. Und zwar habe ich gelesen, hast du gesagt, was viele Frauen eint, die auch zu euch kommen oder dich begegnen, sind Selbstzweifel. Und dann habe ich mir gedacht, oh Himmel, jetzt sind wir mit Frauen in der Lebensmittel, haben wir es zu tun. Die haben schon sehr viel erlebt, haben schon sehr viel gemacht. Und woher kommen diese Selbstzweifel? Waren das die Dauerbegleiter, die nie ganz weg waren? Oder du hast es jetzt vorher so geschildert, dieses Gefühl, unsichtbar zu sein oder so was erweckt die. Was würdest du da sagen? Haben wir es mit alten Bekannten zu tun oder sind das neue kleine Dämonen, mit denen wir uns rumschlagen?

Bettina Groetzki 26:03
Also es ist sicherlich beides. Aber das ist schön. Die meisten sind tatsächlich in uns angelegt. Die, das sind unsere Glaubenssätze, mit denen wir groß geworden sind. Und das sind Sachen, die wir ja verinnerlicht haben im Laufe unseres Lebens, die mal mehr oder mal weniger zum Tragen kommen. Und wenn diese kleinen Dämonen jetzt in der Lebensmitte in bestimmten Situationen stärker herauskommen, dann sind das in der Regel nicht unbedingt welche, die jetzt uns völlig neu anspringen, sondern die sind irgendwo schon dagewesen, die wir einfach mit uns herumgetragen haben. Und tatsächlich ist es so, und das erlebe ich fast immer, wenn man mal so ein bisschen tiefer schaut in den Gesprächen, dass fast alle, ich nenne es jetzt mal Frauen, einfach weil ich mit Frauen arbeite, von gewissen Selbstzweifeln getrieben sind. Also kann ich das? Kann ich das noch? Bin ich dafür schon zu alt? Aber bis hin: Was werden denn wohl die anderen sagen, wenn ich jetzt noch mal dies oder das tue? Und Und wenn man dann mal zurückguckt und so ein bisschen schaut, wo kommen denn die her, dann sind die in der Regel schon sehr, sehr früh angelegt. Und wenn wir jetzt von Frauen 50, 60 sprechen, dann sind wir ja alle in einer gewissen Generation groß geworden, mit bestimmten Verhaltensweisen, mit bestimmten Sprüchen, die wir auch von unseren Eltern gerne mal zu hören gekriegt haben. Und das prägt uns natürlich und das nehmen wir mit.

Brigitte Huber 27:32
Und das macht dann Sinn. Am Anfang eines solchen Prozesses sich noch mal kurz mit denen auseinanderzusetzen, egal ob Frau oder Mann. Also ich glaube, da haben wir durchaus auch—

Bettina Groetzki 27:41
Definitiv.

Brigitte Huber 27:41
Also ist das auch Bestandteil der Auseinandersetzung?

Bettina Groetzki 27:45
Genau. Also wir arbeiten ja auf zwei Säulen. Das ist einfach immer erst mal die Persönlichkeit, weil jede Persönlichkeit ist anders und das ist immer die Basis und der Ausgangspunkt. Und von diesem Ausgangspunkt aus können wir dann eben auch in dieses Mindset-Thema gehen und mal zu schauen, was blockiert mich denn da gerade? Wo kommen meine Selbstzweifel her? Was sind meine blockierenden Glaubenssätze? Wie rede ich eigentlich mit mir? Ja, manchmal. Oft reden ja Menschen mit sich selber oder sind wesentlich weniger nachsichtig, als sie mit anderen wären. Wir schauen auch immer in mein Umfeld herein. Wer ist Energieräuber? Wer ist Energiespender? Also wo? Du bist immer die Summe der 5 Menschen, mit denen du dich am häufigsten umgibst. Das heißt also, wo habe ich da auch Unterstützung? Wo habe ich weniger Unterstützung? Also das sind alles Dinge, die da mit einfließen.

Brigitte Huber 28:35
Ja, kleine, kleine Einsicht. Bei mir war das auch in der Vorbereitung für das Buch. Es heißt ja immer, man soll mit sich selber umgehen wie mit einer guten Freundin. So Christian Neff, Selbstfürsorge und so weiter. Und dann habe ich mich da mal ein bisschen beobachtet. Stephan, du kennst das schon. Und auf einmal kriege ich dann mit, wie ich, weil die To-do-Liste zu voll war und ich irgendwie dann schon so ein bisschen ins Keuchen kam, Habe ich zu mir halblaut gesagt: Jetzt reiß dich doch mal zusammen. Und dann habe ich gedacht, okay, also wenn ich eine gute Freundin wäre, würde ich wahrscheinlich nicht häufig mit mir so reden, weil sonst wären wir nicht mehr so gut befreundet. Also solche Dinge meinst du auch? Also wie wir mit uns umgehen.

Bettina Groetzki 29:12
Wie wir mit uns umgehen. Wie oft sagen wir denn zu uns: Mein Gott, bist du blöd? Also das sind doch auch so Sachen. Oder ich kenne jemanden in meinem näheren Umfeld, die sagt immer zu sich: Mein Gott, ich bin aber auch ein kleiner T******. Ja, ja, das ist vielleicht liebevoll gemeint in dem Moment, aber unser Gehirn kann nicht unterscheiden, ob das jetzt nett gemeint ist oder nicht nett gemeint ist. Das muss ich nur oft genug zu mir sagen, dann verliert sich das.

Stephan Seiler 29:38
Klar, es gibt ja auch Menschen, kenne ich auch einige, die jetzt nicht unbedingt zu viel zweifeln, sondern wo die Umgebung sie eher dazu ermutigt, auch mal Selbstzweifel anzuwenden. Begegnet dir das auch manchmal in deiner Arbeit, auch im Privatleben? Und wie gehst du damit um? Wie erreicht man Menschen, die sich vielleicht dahingehend auch ein Stück weit selbst im Weg stehen, weil sie nicht wirklich, sich nicht nüchtern genug reflektieren können und dann vielleicht auch gar nicht so genau erkennen, was ihre Stärken sind und was vielleicht nicht so ihre Riesenstärken ausmachen?

Bettina Groetzki 30:11
Also ich muss sagen, in der Arbeit mit den Frauen bei Erfolgreif erlebe ich das tatsächlich Nicht, das muss ich mal so ganz klar sagen.

Brigitte Huber 30:19
Die kommen gar nicht zu dir.

Bettina Groetzki 30:21
Entweder kommen die gar nicht zu mir. Ich glaube aber auch aus meiner Erfahrung, meiner langjährigen, dass das, was du gerade beschreibst, Stephan, auch eher Männer betrifft.

Stephan Seiler 30:32
Ja, an die habe ich auch gerade gedacht.

Bettina Groetzki 30:34
Ja, das habe ich dir fast angesehen.

Stephan Seiler 30:37
Und die Fallbeispiele, die mir eingefallen sind, die sind männlich.

Brigitte Huber 30:41
Genau.

Bettina Groetzki 30:42
Und da würde ich dann eher schon mal aus, ich sage mal so, aus Expertensicht den Blick in die Persönlichkeit wagen wollen. Also wo ist das in deiner Persönlichkeit auch angelegt? Aber auch da gehen wir wieder sicherlich in die Frage rein: Wo kommt das her? Also da, wo unsere Selbstzweifel herkommen, kann aber auch dieses übersteigerte Selbstbewusstsein herkommen. Also auch das ist ja etwas, was wir aus der unsere Entwicklung her mitgenommen haben. Also auch da lohnt es sich mal näher reinzuschauen. Aber ich muss tatsächlich sagen, in der Arbeit mit den Frauen bei Erfolgreif haben wir das noch nicht vorgefunden, sondern eher das Gegenteil.

Brigitte Huber 31:22
Wir hatten vorher schon mal kurz über Hormone gesprochen. Jetzt haben wir es ja in der zweiten Lebenshälfte bei den Frauen mit den Wechseljahren zu tun. Kann uns das nicht auch durchaus im positiven Sinne etwas unterstützen? Also ich meine, das Östrogen sinkt dann ab. Das führt ja dann häufig auch dazu, dass Frauen, also wir haben das tatsächlich auch in der Recherche zum Buch rausgefunden, weniger zu faulen Kompromissen zum Beispiel bereit sind. Also dass da noch mal, wenn nicht jetzt, wann dann, dass einfach so die Stimmung auch kommt. Ich bin vielleicht mal an der Reihe oder so. Erlebst du das auch? Und ist das tatsächlich vielleicht ein guter Rückenwind?

Bettina Groetzki 32:01
Total. Also es hat ja einen Grund, warum Frauen gerade in der Lebensmitte, also ich nenne es jetzt mal die Lebensmitte, so Ende 40, Anfang 50, also in diesem Dreh rum, sich genau diese Fragen stellen. Es ist ja kein Zufall, dass sich das da in dem Alter häufiger, dass das häufiger hochkommt, diese Fragen. Und das hat natürlich einerseits was mit den Wechseljahren zu tun. Das hat was mit der hormonellen Umstellung zu tun, die ja was mit uns macht. Und die ist ja lange Zeit so fast schon so ein bisschen dämonisiert worden. Da wurde nur auf irgendwelche Hitzewallungen geguckt und Frauen sind da nicht mehr so belastbar und überhaupt. Dass es aber auch eine Riesenchance sein kann, wie du sagst, das merken wir ja jetzt erst so richtig. Und natürlich kommt da noch was anderes dazu, weil wir wissen auch, dass wir in unsere zweite Hälfte gehen und mit 20 oder 30, na ja, mein Gott, was kostet die Welt? Und ich habe ja noch alle Zeit der Welt. Und es ist uns immer mehr bewusst, wenn wir 50 sind oder auch wenn wir 60 sind, Wir haben noch viel Zeit. Ja, aber die Zeit ist endlicher geworden. Ja, ich kann nicht mehr sagen, mache ich in 20 Jahren. Die ist auch kostbarer geworden. Das heißt also, wir haben so beide Seiten, unsere Erfahrung, die wir haben, die wir gemacht haben, und unsere Wechseljahre, unsere hormonellen Umstellungen. Und beides zusammen führt sehr häufig dazu, dass sich Frauen verstärkt diese Fragen stellen. Was will ich denn jetzt eigentlich? Ich habe gerade mit einer Frau gesprochen, ein ganz tolles Gespräch gehabt. Die ist auch Mitte 50. Die hat mir gesagt, Ich war mein ganzes Leben lang selbstständig und selbstständig tätig. Zunächst in dem Betrieb meiner Eltern, dann im Betrieb meines Mannes. Jetzt bin ich mal dran und jetzt will ich mal was. Ich will nicht immer nur das arbeiten und machen, was man mir sagt, sondern ich will jetzt das machen, wo ich B*** drauf habe. Und sie stand aber auch dann auf der einen Seite, hatte sie diesen Wunsch und auf der anderen Seite: Ja, aber. Dann kommen diese Selbstzweifel. Ist es dafür jetzt schon zu spät? Und Was ist, wenn ich scheitere? Und was werden denn die anderen sagen? Und dann stehst du in diesem Konflikt und weißt nicht so genau: Gehe ich jetzt in die Richtung, gehe ich in die Richtung und im schlimmsten Falle bleibe ich da stehen, wo ich bin. Aber ich sehe es genauso wie du als Chance.

Brigitte Huber 34:12
Aber wenn wir jetzt eine Frau haben, tatsächlich, die bis jetzt ganz stark die Familie gelebt hat und so weiter und vielleicht auch länger raus war, das habt ihr auch, oder? Durchaus. Kannst du da mal ein, zwei Beispiele nennen? Ja, wie die sich dann quasi wieder neu finden im Job, im Beruf. Du musst ja was haben, an was du anknüpfst, oder legst du einen kompletten Neustart hin? Das ist ja nicht so einfach. Also hast du da ein, zwei konkrete Beispiele?

Bettina Groetzki 34:37
Das ist ganz unterschiedlich. Ich denke da jetzt an eine Frau, die relativ spät ihre Kinder bekommen hat und die jetzt dann auch sich bewusst dafür entschieden hat, dann auszusteigen, erst mal aus dem Beruf, und die dann aber auch wirklich nach einigen Jahren gemerkt hat, wenn Wenn ich jetzt nicht mir langsam Gedanken mache, wie ich wieder einsteigen möchte, na ja, dann wird es auch schon v******* spät. Weil wenn ich mit Mitte 40 meine Kinder kriege, dann muss ich auch irgendwo einen Plan haben, wie es dann weitergehen soll. Und wir fangen immer, immer, immer erst mal bei mir selber, also bei der Frau selber an, also wirklich herauszufinden, was treibt sie an, auch in dem Wunsch, jetzt wieder in den Job einzusteigen oder zurückzukehren, um dann auch wirklich zu schauen, welche Möglichkeiten hast du ganz konkret jetzt für einen Wiedereinstieg? Weil wir müssen dir ja deinen Job oder einen Job auch wieder anbieten. Ist das das, was zu dir passt? Ist das das, was du auch wieder möchtest und was du in den nächsten Jahren tun möchtest? Oder welche Wünsche entwickeln sich vielleicht dann auch in den Gesprächen, auch nach der Persönlichkeitsanalyse? Welche Wünsche, aber auch welche Selbstzweifel, welche Fragen kommen dabei auf, um dann wirklich zu entscheiden für die Frau selber, welchen Weg möchte ich jetzt gehen? Und die Frau, an die ich jetzt denke, hat sich dann tatsächlich entschieden zu sagen, ich bin noch gar nicht so weit. Ich möchte gerne doch noch mal die nächsten 1, 2 oder 3 Jahre mit meinen Kindern verbringen. Also auch das kann ja ein Ergebnis sein. Während andere dann gesagt haben, ich gehe jetzt in die Bewerbungen, ich gucke jetzt einfach mal, was geht, was passiert. Und sich dann auch noch mal komplett, nicht komplett umorientiert hat, aber eben nicht in das Unternehmen zurückgegangen ist, in dem sie vorher gearbeitet hat. Auch das kann ein Weg sein.

Brigitte Huber 36:35
Ich erlebe es dann, weil du sagst, und dann ist sie in die Bewerbungsphase gegangen. Und ich habe es natürlich jetzt schon häufiger wirklich mitgekriegt. Bei Frauen über 50, dass die sagen: Wow! Und ich schreibe Bewerbungen und Bewerbungen und es kommt eine Absage nach der anderen. Puh, was macht ihr dann? Also wie geht man dann weiter vor? Also zum einen, dass einen das nicht komplett runterzieht. Und muss man da noch mal die Strategie ändern?

Bettina Groetzki 37:00
Also ich glaube, dass du heute mit der klassischen Bewerbungsstrategie einfach zu sagen: Was machen wir heute? Wir haben Bewerbungs- oder Jobportale und wir füllen irgendwo Online-Bewerbung aus und dann im schlimmsten Falle hast du nie wieder was gehört. Also das ist ja eigentlich heute schon die Regel für, ja, nicht nur für ältere Bewerbende, sondern ganz generell für Bewerbende. Und da geht es wirklich darum, andere Wege zu gehen und sich sichtbar zu machen und wirklich alle Möglichkeiten der Präsenz zu nutzen. Über Netzwerke, über Netzwerkveranstaltungen, also online, über Netzwerkveranstaltungen, Über Initiativbewerbungen, über auch mal vor Ort zu sein, also sich auch mal wirklich vorstellig zu machen in einem Unternehmen und zu sagen, ich möchte gerne mal den Personalleiter oder die Personalleiterin sprechen. Also das haben wir alles schon erlebt, dass das Menschen gemacht haben. Ich will jetzt nicht sagen, dass das das Allheilmittel ist. Wenn ich jetzt irgendwo hier, ich komme ja aus der Nähe von Frankfurt, irgendwo zur Lufthansa gehen würde und sagen würde, ich will meinen Personalchef sprechen, das wird wahrscheinlich nicht funktionieren. Aber einfach mal wirklich andere Wege zu gehen als diesen klassischen Online-Bewerbungsweg, der häufig genutzt wird. Und die meisten, oder nicht die meisten, viele Jobs werden einfach auch über den verdeckten Arbeitsmarkt vergeben, also eben über Beziehungen, über Netzwerke und da auch präsent zu sein. Fühlt sich für viele erst mal komisch an, ist aber auf jeden Fall auch ein guter Weg.

Brigitte Huber 38:44
Das ist sehr interessant, weil mir meine, wirklich eine Kollegin aus einem ganz anderen Arbeitsumfeld gesagt hat, und das hat sie fast so ein bisschen als Nachteil gesehen. Sie hat gesagt, ich bin nie über diesen klassischen Bewerbungsmarkt irgendwo reingekommen. Dafür war mein Studium immer zu wenig besonders oder zu speziell. Sondern es war dann immer eine Empfehlung. Und dann habe ich gesagt, na ja, aber alle haben dich danach behalten. Dann hat sie gesagt: Ja, ja, das schon. Dann habe ich gedacht: Ja, dann hat es ja funktioniert, oder? Ich meine, das ist eigentlich ein gutes Zeichen.

Bettina Groetzki 39:17
Also ich finde das ein total gutes Zeichen. Ja, ja, es fällt vielen Frauen schwer. Also dieses Netzwerken ist ja eine typische Männergeschichte. Also ich meine, früher so in den Kneipen nach Feierabend oder in irgendwelchen Hinterzimmern. Frauen waren nie so die großen Netzwerker, gerade Frauen unserer Generation. Aber dass das ein großer Hebel sein kann, das wissen wir alle. Und das wirklich auch bewusst zu nutzen und auch wenn ich es noch nicht habe, es ist nie zu spät, damit anzufangen, das auch wirklich zu aktivieren.

Stephan Seiler 39:48
Dabei möchte ich gerne hinzufügen, dass auch einige Männer gerade die sozialen Phobien haben oder sich unwohl fühlen in gewissen Situation auch nicht die besten Netzwerker sein müssen, möchte ich gerne ein bisschen differenzieren und auch die Frage anschließen: Wenn nicht jeder ein Netzwerk hat, jeder und auch jede, wie baut man sich denn dann eins auf? Also wir sehen jetzt ja gerade auch die Situation, dass überall in Deutschland Jobs gekürzt werden. KI ist das eine Thema, die Wirtschaftsflaute, seit 4 Jahren Rezession, ist ein anderes Thema. Deindustrialisierung, Unternehmen wandern ab. Werke werden geschlossen, teilweise verlieren Menschen ihren Job nach 10, 20, 30 Jahren im Betrieb. Und die sind ja auch erst mal down. Die müssen erst mal oftmals ihr Ego wieder zusammenkratzen. Wie viel Pause ist da gesund und auch ratsam? Und wann sollte man sich da wieder aufraffen? 3 Fragen in einer.

Bettina Groetzki 40:42
Ich möchte noch mal ganz kurz zu der allerersten Bemerkung, die du gerade gemacht hast, Stephan, zurückkommen, dass auch Männer gewisse Sozialphobien haben. Da sind wir wieder ganz tief in deiner Persönlichkeit. Also vielleicht nicht in deiner, aber in der der Männer. Deswegen, ja, da kannst du nicht irgendwie ein Ei drüber schlagen und sagen, da sind alle tolle Netzwerker. Auch da geht es um die Persönlichkeit. Was ist so in dir angelegt? Bist du jemand, der eher einen hohen Bedarf nach Autonomie hat? Also ich bin lieber für mich. Oder bin ich jemand, der viele Sozialkontakte hat und braucht? Aber anderes Thema: Wie viel Zeit brauche ich? Ich glaube, in solchen Situationen, das kratzt ja erst mal natürlich Bei vielen an ihrem Selbstwert. Jetzt habe ich nach 20, 30 Jahren irgendwo meinen Job verloren. Aus nachvollziehbaren Gründen vielleicht, weil Stellenabbau ist, vielleicht auch Unternehmensschließungen oder Ähnliches ist. Umso wichtiger ist es, sich selber gut zu kennen, meinen eigenen Wert zu kennen. Also das macht was mit mir. Aber das heißt ja nicht, dass ich einen schlechten Job gemacht habe, dass ich unfähig bin oder Ähnliches. Diese Gedanken mögen auch mal kommen, aber umso wichtiger wichtiger ist es, seinen eigenen Wert zu kennen und sich selber wirklich auch da positiv zu motivieren und dann wirklich zu sagen, okay, ich habe zwei Möglichkeiten. Ich kann natürlich sagen, ich bin das Opfer. Ich bin das Opfer des Stellenabbaus. Ich bin das Opfer der Rezession. Ich bin das Opfer der Umstände. Und dann werde ich mich wahrscheinlich auch da so ein bisschen drin wiederfinden und es wird mir schwer fallen oder schwerer fallen, dann aus dieser Grube wieder rauszukrabbeln, wenn überhaupt. Ich habe aber auch immer die Möglichkeit, und das ist ja Gott sei Dank etwas, was uns Menschen gegeben ist, ich entscheide immer selber, wie schaue ich auf etwas? Sehe ich jetzt nur die Hindernisse oder sehe ich auch die Möglichkeiten? Und ich kann auch irgendwann an den Punkt kommen und zu sagen, okay, Ich sage mal, eine gewisse Zeit der emotionalen Stabilisierung ist natürlich wichtig und ganz klar. Und ich muss da auch erst mal raus und ich darf auch erst mal schimpfen und ich darf auch erst mal traurig sein. Und ich darf mich da nur nicht irgendwann permanent drin wiederfinden, sondern ich kann mich dann fragen: Okay, was für Möglichkeiten habe ich jetzt? Und kann ganz klein in meinem direkten Umfeld anfangen, mein Netzwerk— ich habe immer ein Netzwerk— zu benutzen und kann darüber hinaus weitergehen und ich kann mich weiterbilden. Ich kann mich auch mit KI beschäftigen. Auch das ist nicht zu spät. Ich kann mich auch mit Mitte 50 noch mit KI beschäftigen. Schlimm ist es immer nur dann, wenn ich sage: Kann ich nicht mehr, bin ich zu alt. Also kann nicht heißt in dem Fall, er will nicht. Wenn ich diese Möglichkeiten nutze und wenn ich wirklich entscheide, die Möglichkeiten zu sehen und eher in Lösungen denke statt nur in Problemen, werde ich auch Lösungen finden. Und ob mich mein Weg jetzt auf geradem Wege wieder in eine ähnliche Position führt, die ich hatte, oder ob ich mich woanders wiederfinde, das weiß ich noch nicht. Aber ich muss offen sein dafür.

Brigitte Huber 43:48
Ich finde das sehr wichtig, auch Bettina, was du gesagt hast. Es erinnert mich, ich war vor kurzem bei so einem Netzwerkabend mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen und so weiter. Und es war wahnsinnig erfrischend. Wir sind sehr offen untereinander, sind auch Männer. Und nach außen, was man dann so mitkriegt, häufig über LinkedIn oder so, wirkt das alles sehr linear und easy und so weiter. Aber wenn wir dann offen drüber sprechen und man sagt, wow, und das ist viel schwieriger, als ich es mir vorgestellt habe. Und jetzt bin ich da seit 4 Monaten und muss immer noch überlegen, wie ich diese Firmenstruktur, wie ich die draufkriege und so weiter. Und das hat so was Befreiendes auch. Zum einen, weil es zeigt, dass so ein Weg nicht linear ist. Also wenn wir das starten, was du sagst, mit dem Erfolg, Ralf, dann wird das nicht eine Erfolgsgeschichte von Stunde eins sein.

Bettina Groetzki 44:35
Richtig.

Brigitte Huber 44:35
Sondern es wird etwas sein, was sich entwickelt, wo es vielleicht nach links oder rechts weggeht und wo es vielleicht auf jeden Fall auch mal Rückschläge gibt. Und Dann ist ein Netzwerk, kann ja auch sein, ein paar vertraute Menschen, mit denen ich mich auf einer ähnlichen Ebene dann wieder austausche, oder? Ich meine, das muss jetzt nicht immer dieses ganz große Netzwerk sein, das der ein oder andere vielleicht erst mal aufbaut oder die ein oder andere, aber dass auch solche Dinge wichtig und gut sind.

Bettina Groetzki 45:04
Das ist ganz wichtig, was du sagst, Brigitte, denn jeder und jede glaubt ja immer erst mal, es geht nur mir so. Also Aber anderen sieht das immer alles ganz toll aus, von außen betrachtet. Und deswegen arbeiten wir auch in kleinen Gruppen, weil dieser Austausch untereinander, dann stellen die Frauen plötzlich fest, ja guck mal, die wirkt so selbstsicher und die wirkt so, hätte ich jetzt gar nicht gedacht, dass die doch ähnliche Herausforderungen und Selbstzweifel hat. Und auch das ist ein kleines Netzwerk, ein kleines Netzwerk von Frauen in einer ähnlichen Situation mit ähnlichen Herausforderungen oder Zielen, die sich untereinander empowern, die sich unterstützen. Und das macht natürlich auch ganz viel. Und was du auch gesagt hast eben, dieser Weg ist nicht geradeaus und der ist nicht linear und der geht auch mal 3 Schritte zurück. Und vielleicht muss ich auch 5 Schritte zurückgehen, um festzustellen, dass rechtsrum doof war, linksrum ist viel besser. Und sich dessen aber auch bewusst zu sein, dass das völlig okay ist. Das müssen wir auch manchmal lernen.

Stephan Seiler 46:04
Du hast eben schon die Sichtbarkeit erwähnt, wie wichtig die ist. Du hast angeregt, eine eigene Website zum Beispiel zu starten. Was hältst du von anderen Dingen? Freunde von mir erstellen sich Portfolios, PDF-Portfolios mit ihren Leistungen im Berufsleben, lassen sich das schön gestalten und verschicken das, um sich abzuheben vom klassischen Lebenslauf. Viele, viele setzen auf LinkedIn oder auch Xing nutzen ja noch einige. Vielleicht gibt es auch einige besondere Handwerks- oder andere Nischen-Netzwerke, die ich jetzt unterschlage. Welche Strategie empfiehlst du da? Denn auch auf LinkedIn sieht man ja alles Mögliche, vor allem viel Selbstinszenierung, manche nennen es auch Shitshow.

Bettina Groetzki 46:43
Ja, das hast du jetzt schön gesagt. Ich denke, es muss ein guter Mix sein. Ich erlebe auch, auch LinkedIn ist ja so eine Art Bubble, je nachdem, wo du gerade so drinsteckst. Und ich erlebe da eben auch sehr häufig Menschen, die sagen, ja, es funktioniert eh alles nicht und ich habe da ganz schlechte Erfahrungen gemacht. Ich habe jetzt tatsächlich noch niemanden aus meinem persönlichen Umfeld oder beruflichen Umfeld erlebt, der oder die durch Präsenz auf LinkedIn einen neuen Job gefunden hat, sondern am Ende sind es immer die, sagen wir mal, die persönlichen Netzwerke. Es sind immer die Menschen, die dahinterstehen, die mir helfen können, die mich unterstützen können. Die muss ich auch gezielt ansprechen. Es nützt ja nichts, wenn ich nur mein Open-to-Work auf LinkedIn irgendwo drauf habe, sondern am Ende des Tages wissen wir alle, funktioniert es am besten, wenn wir in den direkten Austausch gehen und auch mal ganz offen Menschen ansprechen und fragen und darüber reden. Die digitalen Dinge wie zum Beispiel PDF-Portfolio, ich sag mal, alles, was sich abhebt, kann positiv sein. Das ist gar keine Frage. Es hängt natürlich auch immer von der Position von dem Menschen jeweils ab. Was passt auch zu mir? Es bringt jetzt auch nichts, wenn ich da jetzt das tolle PDF-Portfolio mache, mit dem ich mich aber gar nicht wirklich wohl und gut fühle. Also deswegen ist es immer ganz individuell für jeden Einzelnen, wie er oder sie damit umgehen darf.

Brigitte Huber 48:15
Noch eine Frage an dich jetzt als frische Gründerin quasi. Du hast vor 3 Jahren mit der Kollegin das zusammen auf die Beine gestellt. Was würdest du sagen, hättest du gern vorher gewusst? Was waren so deine wichtigsten Learnings, die du uns, die vielleicht was Ähnliches planen, noch auf den Weg geben möchtest?

Bettina Groetzki 48:35
Also eines der wichtigsten Learnings ist auf jeden Fall: Sei gut vorbereitet und nimm dir Zeit. Es ist nichts, was du von heute auf morgen aus dem Ärmel schüttelst. Und wenn du dich selbstständig machst oder wenn du gründen möchtest, dann ist das eher ein Mittelstreckenlauf, würde ich sagen, als dass das ein Sprint ist. Also ich fange jetzt heute an und in einem halben Jahr Läuft das alles? Und diese Vorbereitung fand ich für mich super wichtig. Also Dinge wirklich gut zu durchblicken, auch schon mal so ein bisschen weiter vorauszuschauen, mir auch Unterstützung zu holen. Vor allen Dingen fand ich ganz, ganz wichtig. Ich habe sehr viel in Unterstützung, in Kurse, in Weiterbildung investiert. Das hat mich immer weitergebracht. Und ansonsten würde ich immer sagen, finde erst mal heraus, ist es das, was dich wirklich, bist du ganz sicher, was dich glücklich und zufrieden macht? Und wenn du dafür brennst, wenn du wirklich dafür brennst, dann wird es auch erfolgreich werden. Also das ist die Grundvoraussetzung für mich, dass du etwas tust, was dich wirklich zufrieden macht, wofür du brennst. Und dann wirst du auch die richtigen Wege finden.

Brigitte Huber 49:53
Und wenn man noch nicht sicher ist, hat man noch nicht lange genug dran gearbeitet. Oder gibt es einfach auch Dinge, die kann man nicht so hundertprozentig antizipieren?

Bettina Groetzki 50:01
Es gibt sicher Dinge, die kann ich nicht hundertprozentig antizipieren, aber der große Rahmen sollte da sein. Also für mich war das hundertprozentig klar. Oder andersrum, ich fange mal früher an. Ich war früher nie jemand, die gesagt hat, ich möchte unbedingt gründen, ich möchte unbedingt selbstständig sein. Das hat sich für mich zum Beispiel erst im Laufe meiner Lebensjahre und Erfahrung entwickelt. Und ich kann es mir heute nicht mehr anders vorstellen. Und mir war aber nur klar, ich brenne für dieses Thema. Ich möchte Frauen bei der Neuorientierung, bei ihrer neuen Positionierung, Lebenspositionierung begleiten. Und der Weg da in diesem Rahmen, der verändert sich auch immer wieder ein bisschen. Das ist gar keine Frage. Also ich darf nicht erwarten, dass das einmal in Stein gemeißelt ist. Also diese Flexibilität, die muss ich auch mitbringen. Und diese Bereitschaft, das ist ein bisschen wie Trial and Error. Du wirst immer wieder was Neues machen und dann gucken, funktioniert es und läuft es gut? Und ist es das, was mir Spaß macht, was den Frauen hilft? Und das darf ich auch immer wieder mal anpassen.

Stephan Seiler 51:05
Nachfrage dazu, direkte Nachfrage. Scott Galloway, der Professor aus New York, der vor allem im Bereich Marketing forscht, hat mal gesagt, dass man nicht so sehr darauf achten soll, was einen antreibt, worauf man wirklich Lust hat, sondern vor allem darauf, was man gut kann. Und dass da oftmals eine Misperception, eine fehlerhafte Selbstwahrnehmung einen in die Irre führen kann. Weil nicht alles, was man gerne macht, macht man auch gut. So seine Aussage. Wie siehst du das? Und wie kann man herausfinden, was man gut macht und was man vielleicht nicht so gut macht, aber gerne macht?

Bettina Groetzki 51:41
Na ja, es ist immer die Frage, um was geht es jetzt eigentlich? Worüber sprechen wir? Wir reden jetzt ja darüber, wenn wir an unseren Job denken, wenn wir vielleicht daran denken, auch uns selbstständig zu machen, dann habe ich natürlich immer unterschiedliche Faktoren, die ich da mit einbeziehen muss. Also nicht alles, was ich gerne mache, weiß ich nicht, Brot backen, wird mir wahrscheinlich auch ein Business finanzieren. Gar keine Frage. Also ich kann das tollste Brot backen, aber Ich werde damit wahrscheinlich nicht meinen Lebensunterhalt verdienen. Also das ist natürlich schon etwas, wo ich genauer hinschauen muss. Auf der anderen Seite glaube ich aber etwas, was ich gut kann, was mir aber absolut keinen Spaß macht, werde ich auch mit weniger Freude drangehen und werde weniger motiviert sein, auch mal in Zeiten, wo es vielleicht nicht so gut läuft, auch dranzubleiben. Also das heißt, im Idealfall mache ich etwas gerne, brenne für etwas und kann es auch gut. Das ist natürlich der Idealfall. Deswegen bin wieder bei dem Thema Freude empfinden und Schmerz vermeiden. Ich muss mich immer in dem Bereich befinden, dass ich auch wirklich Freude dabei empfinde. Und häufig ist es natürlich auch so, wenn ich etwas gut kann, dann habe ich Fähigkeiten entwickelt, Einfach, weil es mir auch Freude macht. Also das ist schon die ideale Kombination und deswegen ist es ja so wichtig, auch genau das zu wissen.

Brigitte Huber 53:10
Und ich meine, es geht ja letztlich auch jetzt darum, dass ich etwas vielleicht seit vielen Jahren gut mache und gut kann, aber etwas Neues machen möchte, weil das Gutmachen und Gutkönnen vielleicht in eine Wiederholungsschleife zu viel gekommen ist. Und das ist ja dann auch dieser, dieses Momentum. Wenn nicht jetzt, wann dann? Also ich weiß, als wir Brigitte Woman, das war diese Zeitschrift für Frauen ab 40, gemacht haben, da war das für die Leserinnen immer einfach so ein ganz wichtiger Punkt, dass man wirklich gesagt hat, wenn nicht jetzt, wann dann? Und tatsächlich hast du dann etwas, was du vielleicht schon sehr viele Jahre gut machst, aber es erfüllt dich nicht mit der gleichen Leidenschaft. Und ich glaube, da noch mal zu gucken, was könnte es sein, ist ja dann durchaus spannend. In eurem Buch taucht auch das Wort Fit auf dem Titel auf. Ja, und fit sein hat ja viele, ganz, ganz viele Aspekte: innerlich, äußerlich, körperlich, geistig und so weiter. Was tust du denn für deine innerliche, äußerliche Fitness?

Bettina Groetzki 54:10
Oh, das ist ja eine gute Frage. Was tue ich für meine innerliche und äußerliche Fitness? Also ich würde mal sagen, für meine äußerliche Fitness Ich habe mich vor 3 Jahren selbstständig gemacht. Ich lerne permanent dazu. Ich glaube das wirklich, dass ich auch gerade was neue Technologien und so weiter betrifft, ich wirklich auf der Höhe bin. Ich habe eben schon gesagt, ich investiere viel in meine Weiterbildung, dass ich da wirklich auch up to date bin. Also da fühle ich mich auch wirklich gut gefordert und gut gerüstet. Für meine körperliche Fitness, ja, die, das dürfte manchmal etwas mehr sein. Da gibt es dann so Phasen, die ein bisschen so der letzte Winter ein bisschen mehr Couchpotato oder Schreibtischtäter als Bewegung. Aber ansonsten, ich spiele Golf. Ich bin im Winter zu selten dieses Jahr, aber gerne beim Skifahren. Und ich habe jetzt auch wieder, nachdem im Frühling jetzt das Wetter wieder schöner geworden ist, meine Laufrunden aufgenommen. Also Bewegung ist mir schon auch wirklich wichtig, auch weil ich einfach weiß, es tut tut mir gut und ich kann, ich profitiere davon. Und ich spiele mit dem Gedanken, tatsächlich auch mehr Muskeltraining in mein Leben zu bringen. Und zwar nicht, weil ich ganz große Lust darauf habe. Das ist tatsächlich jetzt wieder so ein Punkt, sondern weil ich einfach weiß, dass es mir später mal davon profitieren werde und dass es mir guttun wird.

Brigitte Huber 55:38
Also das hat sich inzwischen rumgesprochen, dass dieses Muskeltraining nicht verkehrt ist in der zweiten Lebenshälfte. Ich glaube, Stephan, wir haben das wirklich auch in jeder zweiten, dritten Folge irgendwo Wickel. Aber da ist was dran.

Bettina Groetzki 55:51
Allerdings.

Stephan Seiler 55:52
Wisst ihr, was seitdem passiert ist? Seitdem mache ich weniger Muskeltraining. Ich habe den Eindruck, ich rede einfach nur noch drüber und mache es nicht mehr. Bei mir ist genau der gegenteilige Effekt. Ich darf nicht so viel drüber reden, dann mache ich es mehr.

Brigitte Huber 56:04
Bei mir ist es ganz krass. Ich hatte jetzt monatelang, also ewig eine Frozen Shoulder, also so eine Schulterproblematik und da durfte ich es nicht. Und ihr glaubt es nicht, morgen ist der erste Tag, wo ich wieder ins Fitnessstudio gehe und ich weiß nicht, ob ich mich mehr drauf freuen soll oder fürchten oder sonst irgendwas. Aber es ist auf jeden Fall morgen soweit und ich werde es wieder probieren. Aber sehr guter Vorsatz, Bettina, kann ich nur unterstützen.

Bettina Groetzki 56:30
Es wird dir guttun.

Brigitte Huber 56:31
Vielleicht noch ein Blick so ein bisschen in die Ferne. Wie lange denkst du voraus? Ist es so, dass du sagst, das, was ich jetzt mache, möchte ich auf jeden Fall noch 5 oder 10 Jahre machen? Oder sagst du, ich lass mich mal überraschen, wie es kommt? Oder hast du vielleicht schon minutiös deinen Ruhestand geplant?

Bettina Groetzki 56:46
Nee, also das habe ich ganz und gar nicht.

Brigitte Huber 56:47
Also dreimal nein.

Bettina Groetzki 56:48
Also was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, und das ist so ein Gedanke, der mich tatsächlich sehr abgeschreckt hat, schon immer, dass es einen irgendwie gesetzlich festgelegten Zeitpunkt gibt, an dem mir verordnet wird, und jetzt darfst du und musst du den Hammer fallen lassen. Also das fand ich schon immer ganz furchtbar, weil ich mir gedacht habe, wie kann das sein, dass ich dann von einem Moment auf den anderen plötzlich nicht mehr gebraucht werde, oder? Also das fand ich schon immer ganz merkwürdig. Also ich habe für mich gesagt, ich möchte das so lange machen, wie ich selber Spaß dran habe, wie ich merke, dass es auch gebraucht wird, was ich da tue mit Erfolg. Das wird vielleicht in 5 Jahren ganz anders aussehen oder ein bisschen anders aussehen als heute. Aber ich kann mir nicht vorstellen, jetzt mit 67 zu sagen, ich bin jetzt fertig und jetzt bin ich nur noch, ich weiß gar nicht was, Privatier und Oma oder so was, sondern ich habe für mich entschieden, dass ich das genauso lange machen werde, wie ich daran Spaß habe, wie meine Kundinnen davon profitieren und wie das dann aussieht, wenn ich mal 70 bin, das weiß ich noch nicht.

Stephan Seiler 57:57
Redest du denn in deiner Arbeit auch viel mit Unternehmen und Firmen? Ich erinnere mich an die Deutsche Bahn, die ja explizit darum wirbt, dass ältere Mitarbeitende das Unternehmen nicht verlassen, dass sie nicht in Ruhestand gehen, sondern möglichst lange drinbleiben, also bewusst ein Gegengewicht setzen. Gibt es so eine Positivliste an Firmen, die du uns nennen kannst, uns und unseren Zuhörerinnen und Zuhörern, wo sich die, die es betrifft, sofort bewerben können?

Bettina Groetzki 58:22
Nee, tatsächlich nicht, weil ich habe mich jetzt in den ersten Jahren tatsächlich darauf konzentriert, erst mal auf die Arbeit mit den Frauen. Perspektivisch ist diese Arbeit dann auch mit den Unternehmen, die steht an, auf jeden Fall. Ich habe ja früher sehr viel oft mit Unternehmen, auch mit unter anderem mit der Deutschen Bahn zusammengearbeitet. Deswegen ist mir das auch als Arbeitgeber gerade für erfahrene Beschäftigte gut bekannt. Gar keine Frage. Und ich finde diese Aktion auch wirklich, das explizit nach draußen zu tragen und zu sagen, bei uns ist jeder, also ein Mitarbeiter jedes Alters und jede Bewerbung willkommen, finde ich eine super Sache. Das machen aus meiner Sicht noch viel zu wenige. Aber dass ich jetzt hier eine Liste rausziehen könnte, das leider nicht. Ich wünsche mir aber, dass das noch viel mehr Unternehmen dieses Potenzial für sich erkennen und dieses Potenzial nicht nur bewahren, sondern dieses Potenzial auch ganz gezielt in ihre Recruiting-Prozesse einbeziehen. Und auch wenn sie sie dann an Bord haben, auch wirklich mit gezielten Maßnahmen weiterentwickeln. Denn Entwicklung hört eben nicht mit 50 auf.

Brigitte Huber 59:33
Vielleicht noch ein letztes Mal zurück zu den Frauen und gern auch Männern, die uns jetzt vielleicht zuhören und die jetzt während dieses Podcasts denken: Mensch, vielleicht sollte ich doch noch mal beruflich neu durchstarten oder wieder einsteigen. Gibt es irgendeinen ersten Gedanken, den du uns mitgeben kannst? Oder noch schöner so eine kleine To-go-Übung, wo man sagt: Okay, ja, ich fange mal an.

Bettina Groetzki 59:57
Ja, wenn ich mir jetzt überlege, ich würde gerne noch mal durchstarten, ich möchte mich gerne noch mal beruflich verändern oder einsteigen, wirklich mal mit so einer kleinen Visualisierungsübung anzufangen und mir mal wirklich aufzuschreiben, und zwar nicht nur in meinem Kopf, sondern auch wirklich mal niederzuschreiben. Was wünsche ich mir eigentlich? Wie sieht denn mein idealer Tag in einem Job aus? Was muss der haben? Was für Menschen möchte ich da um mich rum haben? Mit was für Aufgaben möchte ich mich beschäftigen? Wie soll mein Arbeitsweg aussehen? Das heißt nicht, dass ich das hinterher eins zu eins alles umsetze. Aber es hilft mir ungemein, ein Bild zu kreieren, wie ich arbeiten möchte. Aber auch vor allen Dingen, wie ich mich dann fühlen möchte. Weil ich möchte das ja machen mit einem guten Gefühl und ich möchte da gerne hingehen. Und es hilft mir tatsächlich einfach so einen ersten Überblick zu kriegen über das, was mir wichtig ist. Und dann kann ich darauf aufbauen.

Brigitte Huber 60:53
Und so eine Vision, das hat eine ziemliche Kraft.

Bettina Groetzki 60:56
Total.

Brigitte Huber 60:56
Tatsächlich dann mehr, als man zuerst denkt. Also finde ich eine sehr, sehr gute erste Übung. Kann man auch mal unangeleitet machen.

Bettina Groetzki 61:04
Kann man total, kann man wirklich am Anfang mal unangeleitet machen. Und unser Gehirn unterscheidet ja nicht wirklich zwischen Realität und Fiktion. Also unser Gehirn ist da ja sehr, sehr aufnahmefähig und deswegen ist ja das Visualisieren und auch das Manifestieren so ein mächtiges Werkzeug.

Brigitte Huber 61:21
Wir haben jetzt noch zwei Rubriken: Meine Premiere. Deine Premiere. Zuerst geht es um Premieren. Premieren, also erste Male in unserem Leben, dehnen die Lebenszeit auch. Wir haben am Anfang des Lebens ganz viele Premieren. Also wenn du das jetzt dann bald mit deinem Enkelkind erlebst, dann wird dieses Enkelkind die ersten 18 Jahre gefühlt so viel Premieren erleben, wie wir dann später nie mehr. Und das hat natürlich auch viel Gutes. Routine ist ja auch ein guter Begleiter, aber die Zeit dehnt sich im positiven Sinne auch immer wieder durch Premieren. Liebe Bettina, möchtest du uns an einer Premiere teilhaben lassen, die du gerade erlebt hast oder die dir unmittelbar bevorsteht und auf die du dich freust?

Bettina Groetzki 62:04
Also die Premiere, die mir bevorsteht, nämlich dass ich mein erstes Enkelkind bekomme. Das ist ja natürlich eine Premiere in meinem Leben. Aber ich glaube, dass man auch immer wieder schauen sollte, neue Dinge zu tun und neue Dinge zu machen. Und etwas, was ich vor kurzem tatsächlich gemacht habe, was für mich eine Premiere war, was ich schon immer tun wollte und mich nie getraut habe bzw. sich nie die Gelegenheit ergeben hat. Ich wollte gerne mal einen Fallschirmsprung machen und ich habe tatsächlich einen Tandemsprung gemacht.

Stephan Seiler 62:38
Und wie war das? Ui.

Bettina Groetzki 62:40
Also es war aufregend. Ja, du hast ja ganz viel Vorbereitung und dann wirst du da hingefahren und dann steigst du auf und so. Das fand ich jetzt alles schon spannend. Aber was ich niemals in meinem ganzen Leben vergessen werde, ist dieser Moment, wo du den Schritt und diesen Fuß über den Ausgang gemacht hast. Und dieser erste Moment, da kribbelt es bei mir jetzt noch im Bauch. Modum freien Fall dich befindest. Und das ist so genial. Also das war wirklich etwas, wo ich sage, da kriege ich jetzt noch Gänsehaut, wenn ich dran denke.

Brigitte Huber 63:13
Und das ist so, sagt er noch länger was davon, oder von diesen Endorphinen, die sind dann immer noch mit.

Bettina Groetzki 63:18
Die kommen immer wieder hoch, wenn ich daran denke. Und das ist was, ja, das kann man auch mit 60 noch machen.

Brigitte Huber 63:25
Klasse.

Stephan Seiler 63:26
Und das Glücksgefühl des Loslassens. Sehr schön. Entweder oder. Ist unsere nächste Rubrik.

Brigitte Huber 63:33
Entweder oder.

Stephan Seiler 63:36
Liebe Bettina, du hast jetzt die Wahl, relativ einfach, zwischen zwei Begriffen. Beginnen wollen wir mit zwei Zitaten. Das erste lautet: Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. Von Seneca. Der eine oder die andere kennt ihn. Philosoph aus dem alten Rom. Und jetzt Brigitte.

Brigitte Huber 64:00
Die Frau, die wir wiederum zitieren, ist weniger bekannt, ist eine Historikerin, eine Harvard-Historikerin. Lauren Thatcher Ulrich. Zitat finde ich aber sehr schön: Frauen, die sich korrekt benehmen, machen selten Geschichte. Für welches Zitat entscheidest du dich?

Bettina Groetzki 64:18
Also definitiv für das Frauenzitat. Frauen, die sich korrekt benehmen, machen selten Geschichte. Also wenn ich mich nur in meinen Bahnen bewege und in den Normen, die mir vorgegeben sind, dann werde ich auch nie, nie da rauskommen und nie über den Tellerrand rauskommen.

Brigitte Huber 64:33
Jetzt haben wir noch ein paar Begriffspaare. Stephan, möchtest du anfangen? Und du musst dich nur immer für einen Begriff entscheiden und wir bohren dann auch nicht tiefer.

Stephan Seiler 64:44
Los geht's. Perfekt oder gut genug?

Bettina Groetzki 64:47
Gut genug.

Brigitte Huber 64:49
Laut oder leise?

Bettina Groetzki 64:50
Laut.

Stephan Seiler 64:51
Sicherheit oder Neuanfang?

Bettina Groetzki 64:53
Neuanfang.

Brigitte Huber 64:55
Allein arbeiten oder im Team?

Bettina Groetzki 64:58
Im Team.

Stephan Seiler 64:58
Sport treiben oder meditieren?

Bettina Groetzki 65:01
Sport treiben.

Brigitte Huber 65:02
Workshop oder Wochenende? Gehen zwar beide mit WO an, sind aber sehr unterschiedlich.

Bettina Groetzki 65:09
Oh, das ist das erste Mal, wo ich länger überlegen muss. Da würde ich jetzt sagen beides. Aber ich wäre jetzt für Workshop.

Stephan Seiler 65:17
Erfahrung oder frischer Blick?

Bettina Groetzki 65:19
Ist ja auch wieder so was. Entweder oder. Ich finde, man kann den frischen Blick auch haben, wenn man erfahren ist. Deswegen nehme ich den frischen Blick.

Brigitte Huber 65:27
Fragen stellen oder Antworten geben?

Bettina Groetzki 65:29
Fragen stellen.

Stephan Seiler 65:31
Strategie oder Bauchgefühl?

Bettina Groetzki 65:34
Mm, Strategie.

Brigitte Huber 65:38
Steht gar nicht drauf, aber es passt gut. Anfangen oder aufhören?

Bettina Groetzki 65:42
Anfangen.

Brigitte Huber 65:44
Und das ist, finde ich, ein sehr, sehr schönes Wort, um aufzuhören. Liebe Bettina, wir danken dir ganz herzlich für all die Impulse, die du uns gegeben hast und unseren Zuhörerinnen und auch Zuhörern, wenn sie open-minded sind. Und ja, vielen herzlichen Dank. Selbstverständlich.

Stephan Seiler 66:05
Vielen, vielen Dank, liebe Bettina. Und liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, nächste Woche sind wir wieder für euch da. Huber Seiler, nächste Woche Mittwoch. Das war unser Gespräch mit Bettina Krotzki, der Coachin für Jobs in der zweiten Lebenshälfte. Es enthielt viele Einblicke in die moderne Jobwelt und konkrete Tipps. Brigitte, welche davon bleiben bei dir hängen?

Brigitte Huber 66:26
Tatsächlich ist das mit dem Sichtbarwerden ein Prozess, der in der Regel bei uns selber schon mal anfängt. Es kann sich zum Beispiel lohnen, noch mal ein bisschen nach hinten zu gucken, ein paar Glaubenssätze noch mal aufzugreifen, aber dann eben auch, wenn das erledigt ist und wenn man eine Vorstellung hat, was man machen möchte, dass man dann auch durchaus ungewöhnliche Wege begeht und eben nicht nur die 50. Absage irgendwie resigniert in Kauf nimmt. Stephan, was hast du mitgenommen?

Stephan Seiler 66:55
Mir wird in Erinnerung bleiben der Tipp, einfach mal hinzugehen. Einfach mal den Personaler stalken in der Firma, der Wunschfirma. Werde ich mir merken. Und ganz, ganz wichtig: Sich nicht in der Opferrolle es zu bequem machen. Rauskommen, ins Handeln kommen. Die Welt ist nicht immer nur schlecht. Man kann viel, viel tun. Man hat viel in der eigenen Hand. Wer mehr über das Thema Karriere im Job durchstarten in der zweiten Lebenshälfte wissen will, Dem sei auch noch mal die Folge mit Tina Müller empfohlen. Folge 29 und natürlich die Folge 9 mit Stefanie Stahl, der Psychologin, wenn es um die Glaubenssätze geht, die Prägung aus der Kindheit, Karriere geht.

Brigitte Huber 67:37
Mir ist auch noch aufgefallen, beim Thema Lernen könnte man sich gut noch ein bisschen Input holen aus den Folgen 20 und 21. Da hatten wir nämlich die Gedächtnisforscherin Hannah Monnier. Zu Wort und die hat da einiges zu sagen.

Stephan Seiler 67:53
Schreibt uns, schickt uns Kommentare. Wir freuen uns, von euch zu hören, wie es euch mit dem Thema gegangen ist. Bis nächste Woche.

Brigitte Huber 67:59
Tschüss. Tschüss. Bis dann.

Stephan Seiler 68:03
Das war Die Sache mit dem Älterwerden, der Podcast mit Brigitte Huber und Stephan Seiler.

Brigitte Huber 68:08
Vielen Dank an Leo Ebert-Glang für die Titelmelodie, das Sounddesign und den Schnitt und an Alina Zawalisch für die Covergestaltung. Die Sache mit dem Älterwerden erscheint mittwochs auf allen gängigen Podcastplattformen.

Stephan Seiler 68:22
Folgt uns, abonniert uns, dann verpasst ihr keine Folge und empfehlt uns bitte weiter.

Brigitte Huber 68:27
Das würde uns sehr freuen.

Stephan Seiler 68:30
Wenn ihr uns Feedback schicken möchtet, egal ob positiv oder negativ, oder wenn ihr Themenvorschläge für uns habt, schreibt uns eine E-Mail, eine Textnachricht oder Sprachnachricht auf unserem Instagram oder Facebook-Kanal.

Brigitte Huber 68:43
Alle Infos findet ihr auch schriftlich zu dieser Folge in der Zusammenfassung in eurem Podcastplayer.

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Folge

39

·

64 Min.

Mit

Jan Hofer

Wie ist das Leben mit 76?

Impulse aus dieser Folge

💡

Zum Ausprobieren

Wer den Job verliert, kann sich als Opfer der Umstände sehen und in dieser Grube bleiben, oder fragen, welche Möglichkeiten jetzt bestehen. Bettina Groetzki nennt drei Ansatzpunkte: im direkten Umfeld anfangen, das eigene Netzwerk nutzen, das jeder hat, und sich weiterbilden.

💡

Zum Ausprobieren

Wer beruflich neu durchstarten oder wieder einsteigen will, fängt bei Bettina Groetzki mit einer Visualisierungsübung an, und zwar schriftlich: Was wünsche ich mir eigentlich? Wie sieht mein idealer Tag in einem Job aus?

💡

Zum Ausprobieren

Die klassische Online-Bewerbung über Jobportale führe häufig ins Leere, und das nicht nur bei Älteren. Bettina Groetzki setzt auf andere Wege: Netzwerke und Netzwerkveranstaltungen, Initiativbewerbungen und im Einzelfall der Gang vor Ort mit der Bitte um ein Gespräch mit der Personalleitung.

💡

Zum Ausprobieren

Weniger darauf achten, was einen antreibt, mehr darauf, was man gut kann. Die Selbstwahrnehmung führt beim Antrieb leicht in die Irre.

💡

Zum Ausprobieren

Eine Gründung gleicht eher einem Mittelstreckenlauf als einem Sprint und lässt sich nicht aus dem Ärmel schütteln. Bettina Groetzkis Learnings dazu: gut vorbereitet sein und sich Zeit nehmen.

💡

Zum Ausprobieren

Wer den Job verliert, kann sich als Opfer der Umstände sehen und in dieser Grube bleiben, oder fragen, welche Möglichkeiten jetzt bestehen. Bettina Groetzki nennt drei Ansatzpunkte: im direkten Umfeld anfangen, das eigene Netzwerk nutzen, das jeder hat, und sich weiterbilden.

💡

Zum Ausprobieren

Eine Gründung gleicht eher einem Mittelstreckenlauf als einem Sprint und lässt sich nicht aus dem Ärmel schütteln. Bettina Groetzkis Learnings dazu: gut vorbereitet sein und sich Zeit nehmen.

💡

Zum Ausprobieren

Weniger darauf achten, was einen antreibt, mehr darauf, was man gut kann. Die Selbstwahrnehmung führt beim Antrieb leicht in die Irre.

💡

Zum Ausprobieren

Die klassische Online-Bewerbung über Jobportale führe häufig ins Leere, und das nicht nur bei Älteren. Bettina Groetzki setzt auf andere Wege: Netzwerke und Netzwerkveranstaltungen, Initiativbewerbungen und im Einzelfall der Gang vor Ort mit der Bitte um ein Gespräch mit der Personalleitung.

💡

Zum Ausprobieren

Wer beruflich neu durchstarten oder wieder einsteigen will, fängt bei Bettina Groetzki mit einer Visualisierungsübung an, und zwar schriftlich: Was wünsche ich mir eigentlich? Wie sieht mein idealer Tag in einem Job aus?

💡

Zum Ausprobieren

Wer den Job verliert, kann sich als Opfer der Umstände sehen und in dieser Grube bleiben, oder fragen, welche Möglichkeiten jetzt bestehen. Bettina Groetzki nennt drei Ansatzpunkte: im direkten Umfeld anfangen, das eigene Netzwerk nutzen, das jeder hat, und sich weiterbilden.

💡

Zum Ausprobieren

Die klassische Online-Bewerbung über Jobportale führe häufig ins Leere, und das nicht nur bei Älteren. Bettina Groetzki setzt auf andere Wege: Netzwerke und Netzwerkveranstaltungen, Initiativbewerbungen und im Einzelfall der Gang vor Ort mit der Bitte um ein Gespräch mit der Personalleitung.

💡

Zum Ausprobieren

Eine Gründung gleicht eher einem Mittelstreckenlauf als einem Sprint und lässt sich nicht aus dem Ärmel schütteln. Bettina Groetzkis Learnings dazu: gut vorbereitet sein und sich Zeit nehmen.

💡

Zum Ausprobieren

Wer beruflich neu durchstarten oder wieder einsteigen will, fängt bei Bettina Groetzki mit einer Visualisierungsübung an, und zwar schriftlich: Was wünsche ich mir eigentlich? Wie sieht mein idealer Tag in einem Job aus?

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Weniger darauf achten, was einen antreibt, mehr darauf, was man gut kann. Die Selbstwahrnehmung führt beim Antrieb leicht in die Irre.

Zitate aus dieser Folge

Nicht, weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Seneca

Folge

33

·

Glauben heißt: nicht wissen wollen, was wahr ist.

(Thematisch passend zu Glaubenssätzen)

Folge

33

·

Und ich muss da auch erst mal raus und ich darf auch erst mal schimpfen und ich darf auch erst mal traurig sein.

Bettina Groetzki

Folge

33

·

Ich wollte gerne mal einen Fallschirmsprung machen und ich habe tatsächlich einen Tandemsprung gemacht.

Bettina Groetzki

Folge

33

·

Frauen, die sich korrekt benehmen, machen selten Geschichte.

Laurel Ulrich

Folge

33

·

Die, die ihr jetzt nicht mehr so zeigen wollt, das sind ja Frauen wie ich. Also ihr redet ja jetzt gerade über mich.

Bettina Groetzki

Folge

33

·

Und vielleicht muss ich auch 5 Schritte zurückgehen, um festzustellen, dass rechtsrum doof war, linksrum ist viel besser.

Bettina Groetzki

Folge

33

·

Man ist die Summe der fünf Menschen, mit denen man sich am häufigsten umgibt.

Bettina Groetzki über das eigene Umfeld

Folge

33

·

Also dieses Netzwerken ist ja eine typische Männergeschichte. Also ich meine, früher so in den Kneipen nach Feierabend oder in irgendwelchen Hinterzimmern.

Bettina Groetzki

Folge

33

·

Aber ich kann mir nicht vorstellen, jetzt mit 67 zu sagen, ich bin jetzt fertig und jetzt bin ich nur noch, ich weiß gar nicht was, Privatier und Oma oder so was.

Bettina Groetzki

Folge

33

·

Nicht, weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Seneca

Folge

33

·

Man ist die Summe der fünf Menschen, mit denen man sich am häufigsten umgibt.

Bettina Groetzki über das eigene Umfeld

Folge

33

·

Die, die ihr jetzt nicht mehr so zeigen wollt, das sind ja Frauen wie ich. Also ihr redet ja jetzt gerade über mich.

Bettina Groetzki

Folge

33

·

Und ich muss da auch erst mal raus und ich darf auch erst mal schimpfen und ich darf auch erst mal traurig sein.

Bettina Groetzki

Folge

33

·

Aber ich kann mir nicht vorstellen, jetzt mit 67 zu sagen, ich bin jetzt fertig und jetzt bin ich nur noch, ich weiß gar nicht was, Privatier und Oma oder so was.

Bettina Groetzki

Folge

33

·

Frauen, die sich korrekt benehmen, machen selten Geschichte.

Laurel Ulrich

Folge

33

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Glauben heißt: nicht wissen wollen, was wahr ist.

(Thematisch passend zu Glaubenssätzen)

Folge

33

·

Also dieses Netzwerken ist ja eine typische Männergeschichte. Also ich meine, früher so in den Kneipen nach Feierabend oder in irgendwelchen Hinterzimmern.

Bettina Groetzki

Folge

33

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Und vielleicht muss ich auch 5 Schritte zurückgehen, um festzustellen, dass rechtsrum doof war, linksrum ist viel besser.

Bettina Groetzki

Folge

33

·

Ich wollte gerne mal einen Fallschirmsprung machen und ich habe tatsächlich einen Tandemsprung gemacht.

Bettina Groetzki

Folge

33

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Nicht, weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Seneca

Folge

33

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Frauen, die sich korrekt benehmen, machen selten Geschichte.

Laurel Ulrich

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33

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Man ist die Summe der fünf Menschen, mit denen man sich am häufigsten umgibt.

Bettina Groetzki über das eigene Umfeld

Folge

33

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Glauben heißt: nicht wissen wollen, was wahr ist.

(Thematisch passend zu Glaubenssätzen)

Folge

33

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Die, die ihr jetzt nicht mehr so zeigen wollt, das sind ja Frauen wie ich. Also ihr redet ja jetzt gerade über mich.

Bettina Groetzki

Folge

33

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Also dieses Netzwerken ist ja eine typische Männergeschichte. Also ich meine, früher so in den Kneipen nach Feierabend oder in irgendwelchen Hinterzimmern.

Bettina Groetzki

Folge

33

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Und ich muss da auch erst mal raus und ich darf auch erst mal schimpfen und ich darf auch erst mal traurig sein.

Bettina Groetzki

Folge

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Und vielleicht muss ich auch 5 Schritte zurückgehen, um festzustellen, dass rechtsrum doof war, linksrum ist viel besser.

Bettina Groetzki

Folge

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Aber ich kann mir nicht vorstellen, jetzt mit 67 zu sagen, ich bin jetzt fertig und jetzt bin ich nur noch, ich weiß gar nicht was, Privatier und Oma oder so was.

Bettina Groetzki

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Ich wollte gerne mal einen Fallschirmsprung machen und ich habe tatsächlich einen Tandemsprung gemacht.

Bettina Groetzki

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33

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Huber & Seiler

Die Sache mit dem Älterwerden.

Klüger älter werden, ohne sich jünger machen zu müssen.

Ein unabhängiger Podcast von Brigitte Huber & Stephan Seiler.

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Die Sache mit dem Älterwerden.

Klüger älter werden, ohne sich jünger machen zu müssen.

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Klüger älter werden, ohne sich jünger machen zu müssen.

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